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LED-Bars in der Royal Festival Hall

impression X4 Bars bei Gerontius Traum

Zur Inszenierung von Edward Elgars Gerontius Traum in der Royal Festival Hall setzt Designerin Lucy Carter 160 impression X4 Bars ein

mail@richarddavies.co.uk

 

„Wunderbar, dramatisch, herzergreifend und überwältigend“ sollte sie sein, die neue große Inszenierung von Gerontius Traum von Edward Elgar – so der Wunsch von Lichtdesignerin Lucy Carter. Und das war sie auch, die Besucher der Inszenierung, die in einer Zusammenarbeit zwischen der Englischen Nationaloper,  der Royal Festival Hall und dem Chor der BBC auf die Beine gestellt wurde, bekamen wirklich etwas Außergewöhnliches geboten.

Lucy Carters Ziel dabei war es, den Zuschauern eine Synthese aus Licht und Musik zu eröffnen. „Ich wollte jede Emotion, jede Stimmung und jede Facette der Musik in Licht fassen und den Zuschauern so ein ganz besonderes Erlebnis ermöglichen.“ Ein Erlebnis, für das Carter 160 impression X4 Bars einsetzte.

Eine echte Herausforderung, die Lucy Carter mit Unterstützung ihrer Assistentin Jenny Kershaw an der ETC EOS Konsole bewundernswert meisterte. Jedes einzelne Pixel der Bars ließ sich einzeln ansprechen, über 500 Cues formten das Grundgerüst für eine Installation über den Köpfen des Chores, des Orchesters und der Darsteller. Bereits im Vorfeld waren sämtliche Bars zudem mit dem neuen 2-Grad-Diffusor ausgestattet worden, um auch beim Blick direkt in die Bars das letzte Quäntchen Farbversatz innerhalb der LED zu eliminieren.

Die Vorbereitungen für die Inszenierung erstreckten sich über mehrere Wochen – bei stets engem Zeitplan. Nachdem Lucy Carter das gesamte Set in WYSIWYG simuliert hatte, was alleine drei Wochen Zeit in Anspruch nahm, konnte ein erster Probeaufbau in der Royal Festival Hall stattfinden. Der musste vor der Premiere jedoch nochmals ausgebaut werden, um Platz für eine andere Produktion zu schaffen, bevor schließlich das Finale Set für die Premiere eingebaut werden konnte.

Auf die Idee für die ungewöhnliche Inszenierung kam Lucy Carter nach ihren Arbeiten am Sadler´s Well´s Theatre, wo zuletzt No Body inszeniert wurde – ein Stück ganz ohne Schauspieler. „Daniel Kramer hatte meine Inszenierung gesehen und sie hat ihm wohl gefallen, also hat er mich für die Inszenierung von Gerontius Traum ins Gespräch gebracht. Freilich ist hier alles ganz anders – es gibt jede Menge Menschen auf der Bühne und so hatte ich mir überlegt, dazu eine weitere, künstlerische Eben zu schaffen. Licht erschien mir dazu als das perfekte Stilmittel, um Emotionen zu transportieren und Gefühle sichtbar zu machen.“ Fündig wurde sie schließlich bei PRG, die die benötigten impression X4 Bars in der nötigen Stückzahl liefern konnten. „Jon Cadbury machte den Vorschlag und ich hatte sofort das Gefühl, dass diese Lampe alles hatte, was ich brauchte. Mit dem unglaublichen Zoom vereint diese Bar Flood und Lichtband in einem Gerät und der Tilt schafft Möglichkeiten, die andere Lampen einfach nicht bieten können“, so Carter. „Zunächst hatte ich auch nur weißes Licht im Sinn – aber dann sah ich, was mit den Farben der impression X4 Bars möglich ist. In dem Moment war klar: ich wollte die ganze Palette!“ Fehlte noch der 2-Grad-Filter, den Carter auf anraten von Neil Austin einsetzte. „Neil hatte diesen Filter als erster im Einsatz und empfahl mir, diesen auszuprobieren, um den letzten Rest von Farbschatten auszuschalten. Sowas tritt bestenfalls auf sehr kurze Distanzen auf, nach ein paar Metern merkt das niemand mehr. Aber ich wollte alles perfekt haben“, so Lucy Carter weiter. „Das Ergebnis war umwerfend. Wir nutzen sehr viel Nebel und Haze, was die ganze Bühne als ein lebendes, leuchtendes Etwas wirken lässt. Es hat sich sehr schön gezeigt, wie hochwertig und fein die Farbmischung und die Dimmer bei diesen Bars arbeiten. Davon hatten mir schon Kollegen berichtet, aber mit eigenen Augen zu sehen, wie akkurat diese Lampen arbeiten ist einfach etwas ganz anderes. Ich verstehe jetzt sehr gut, warum so viele meiner Kollegen diese Lampen immer wieder auf die Liste setzen. Das werde ich in Zukunft übrigens auch tun“, ist sich Lucy Carter sicher.

Da pflichtet Jon Cadbury bei, der den gesamten Einbau und die Programmierung bis zur Premiere begleitete. „Es sind sehr viele, oft kleine Details, die diese Inszenierung besonders machen. Wir hätten zum Beispiel auch einen Medienserver und ein konventionelles Pult einsetzen können, aber Lucy wollte Videocontent streamen und wirklich jedes Pixel einzeln ansprechen können. Also haben wir die EOS gewählt und extra noch Software programmiert, um die Anzahl an Pixeln überhaupt verwalten zu können. Ich glaube, bisher hat noch niemand eine so große Matrix direkt aus dem Pult angesteuert.“

Großen Anteil am Erfolg der Inszenierung hatten aber auch viele andere Mitarbeiter – stellvertretend nennt Jon Cadbury an dieser Stelle Ade Stead, der für das Traversensystem zuständig war, Martin Chisnall als Chef der Stromcrew und Graham Moir, den Technischen Leiter der Royal Festival Hall. Auch Adrian Plaut, Chef der Lichtabteilung und Matt Nodding, Produktionsleiter an der Englischen Nationaloper, dürfen nicht vergessen werden. „So eine ungewöhnliche Installation funktioniert nur im Team“ – da ist sich Cadbury sicher.

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