Funkmikrofon

Schon sehr früh entstand in der Tontechnik der Wunsch, eine Mikrofonsignal kabellos mit einem Funkmikrofon zu übertragen: auf diese Weise bleibt man mit dem Mikrofon dicht an der Signalquelle, ohne deren Mobilität einzuschränken.

Denn schon um eine gute Signaltrennung zu garantieren, wird man meist versuchen, mit dem Mikrofon möglichst dicht an das zu mikrofonierende Instrument, Künstler usw. zu gelangen. Ein Kabel zum Mischpult oder zur Stagebox ist da oft hinderlich. Die Senderelektronik des Funkmikrofons wird entweder im Gehäuse des Mikrofons untergebracht oder in einem kleinen externen Gehäuse, das samt Antenne entweder an der Kleidung oder dem instrument selbst befestigt wird.

Als Übertragungsfrequenzen wurden von Anfang an ähnliche Frequenzbereiche genutzt wie für die Radio- oder TV-Übertragung, da eine maximal störungsfreie Übertragung unabdingbar ist und auch kleinste Aussetzer des Funkmikrofons extrem störend wirken. Mit dem Aufkommen mobiler Datendienste in Smartphones wurden diese Frequenzen allerdings auch von den Mobilfunkanbietern entdeckt und sie werden zunehmend an diese kostenpflichtig lizenziert. In der Folge wurden große Investitionen in neue Funkmikrofone bei Theatern, Bühnen, Rundfunkanstalten oder auch Gemeindehäusern und Kirchen notwendig. Die Hersteller von Funkmikrofonen versuchen seitdem, die Übertragungsnachteile alternativer Frequenzen (z.B. im extrem dicht besiedelten, aber freien WLAN-Spektrum) durch technische Maßnahmen auszugleichen.

Funkmikrofone werden im Branchenjargon auch gerne einfach als “Wireless” bezeichnet, insbesondere in deutschen Theatern heißen Funkmikrofone nach wie vor “Mikroport” – diese Bezeichnung stammt vom Hersteller Sennheiser, der sie sozusagen seit der Steinzeit der Funkmikrofone für seine Produkte nutzte.

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