Subwoofer fühlen – Production Partner 10/2017

(Bild: Detlef Hoepfner)

Nur zwei Beine waren von meinem Ton-Kollegen noch zu sehen, als er sich bäuchlings in die Basshörner seiner gestapelten Wall of Sound hineinrobbte: „Hier kommt irgendwie nix raus?!“ Amp-VUs zuckten, die Kabel waren gecheckt, die Litzen klemmten auf dem Chassis. Des Rätsels Lösung prägte mein junges Verständnis von Phasenlagen: rot und schwarz zu vertauschen bedeutet in einem Subwoofer-Stack „viel Input, dennoch kein nennenswerter Output“. Jahrzehnte später ein ähnliches Aha-Erlebnis, angesagt war eine Produktvorstellung. Hinter den Subs stehend fiel mein Blick auf ein kleines, vom Anschlusskabel herunterbaumelndes Klettband: wie vor einem pulsierenden Gebläse flatterte es im Rhythmus der Demo Tracks auf und ab. Hier wurde mächtig Luft bewegt! Nur zu hören war auch jetzt wieder – eigentlich nix. Diesmal aber mit Absicht, und zwar nur hinter, nicht vor den Subs. Mir war klar: das ist es, jetzt bekommen wir die Bässe in den Griff! Allen Unkenrufen (bezüglich des Mehraufwands) zum Trotz, traten diese Ideen der gezielten Beschallung mit tiefen Frequenzen endlich ihren Siegeszug an.

Um diese Technik soll es in dieser Ausgabe aber nicht alleine gehen, vielmehr hat uns interessiert: Welche neuen Freiheiten bieten sich in der Soundgestaltung, seitdem wir nicht mehr einem mehr oder weniger unbeherrschbaren Herumgedröhne ausgeliefert sind? Wo braucht man Bass, wo nicht? Und welchen Ideen für die Bass-Ästhetik haben Musiker und Studiokollegen, sozusagen als Gegenfrage zum gelegentlich zu hörenden „ihr Beschaller vermurkst immer nur unsere tollen Sounds“?

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Damit es dann nicht zu viel wird mit Meinung und Gefühl, fragten wir sicherheitshalber noch zwei Entwicklungsingenieure: Wie baut ihr Subwoofer, an welchen Parametern erkennen wir, ob sie gelungen sind? Und was resümiert Henry Dahmen, einer der zwei nüchternen R&Ds, abschließend?

„Das Auge und Gefühle beeinflussen das Hören viel mehr, als die meisten sich vorstellen können.“

Uffz. Na dann wünsche ich, dass sich diese Ausgabe von PRODUCTION PARTNER richtig kraftvoll anfühlt – los geht’s: Entweder heute schon in Eurem Posteingang oder hier flott bestellt: PRODUCTION PARTNER Shop

Detlef Hoepfner

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Themen in PRODUCTION PARTNER 10/2017

  • Sub-Special: Wahrnehmung – Bässe wirken mit Beiwerk noch besser
  • Sub-Special: R&D – Subwoofer designen
  • Sub-Special: Industrie und Präsentation – To bass or not to bass?
  • Sub-Special: Der Bass, das Rudeltier
  • Sub-Special: Musik(re)production – ist das jetzt Bass, oder kann das weg?!“
  • Sub-Special: Bassisten-Sounds – die Bass-Profis
  • Sub-Special: Modulare Bass-Performance – Synthesize Me!
  • Premiere des Robe MegaPointe
  • Praktische Veranstaltungskunde: Farbwiedergabequalität
  • Test: Elation Artiste DaVinci
  • Test: Spotlight FresnelLED 450
  • Test: Lupolux Dayled 1000
  • Test: Odin T-8A Active Series

 

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