PRODUCTION PARTNER 3|2019 – April

Production Partner Ausgabe 3/2019(Bild: Production Partner)

Wie weit müssen wir gehen?

Seit uns dramatische Unglücke und Terrorangriffe während Events die eigene Verletzbarkeit und die leichte Angreifbarkeit unserer Freiheit vor Augen geführt haben, spätestens seitdem ist das Thema Sicherheit nochmals stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Nach dem Terrorangriff 2016 auf den Weihnachtsmarkt in Berlin sieht man bei nahezu jeder Großveranstaltung Barrieren jeglicher Art und Weise, die Angriffe mit Fahrzeugen verhindern sollen. Und ehrlicherweise ist das für mich immer ein befremdlicher Anblick: Geben wir nicht genau Stück für Stück das auf, für das wir angegriffen werden? Ich erinnere mich an eine Touri-Bootstour vor einigen Jahren auf dem Hudson River in New York, die mit hoch angespanntem Sicherheitspersonal noch stärker überwacht und gesichert wurde als eine Flugreise. Wie weit wollen und müssen wir gehen, um die Sicherheit gegenüber Terrorangriffen zu maximieren? Helmut Scherer beschäftigt sich ab Seite 34 mit diesem Aspekt der – meist unvorhersehbaren – Gefahr, der sich Veranstalter gegenübersehen.

Gänzlich schwierig wird es jedoch für mich, wenn aus schlechten oder niedrigen Beweggründen die bestehenden und bekannten Sicherheitsaspekte und -vorschriften nicht eingehalten werden. Wenn viele Stellen versagen und am Ende eine Katastrophe – wie 2010 in Duisburg – herauskommt, steht man ohnmächtig da. Viele Menschen sind dabei gestorben und erheblich zu Schaden gekommen. Sie hatten darauf vertraut, dass der Veranstalter seiner Pflicht nachkommt, nämlich für die Sicherheit seiner Gäste zu sorgen. Einen Überblick über den laufenden Prozess zum Loveparade-Unglück gibt Kai Abrell, der dem Prozess beigewohnt hat, ab Seite 48. Damit sich so etwas nicht wiederholt oder Besucher – aber auch Mitarbeiter und Crew – andere Verletzungen und Schäden davontragen, müssen für alle Veranstaltungen Sicherheitskonzepte erstellt werden inkl. einer Gefahreneinschätzung. Aufwand und Umfang hängen dabei an Größe und Art der Veranstaltung. Autor Stefan Junker, selbst Spezialist für Sicherheit rund um Veranstaltungen, geht ab Seite 26 der Frage nach, wann
und welche Sicherheitskonzepte erstellt werden müssen und zeigt auf, dass Sicherheitskonzepte nicht Probleme verursachen, sondern lösen – nicht erst beim Event selbst, sondern schon weit vorher.

Um weiterhin unbeschwerte Events zu erleben, müssen wir alle dafür sorgen, dass wir und unsere Gäste gesund und munter (okay, nach einem dreitägigen Festival vielleicht nicht mehr ganz so munter) nach Hause zurückkommen. Bleibt gesund und achtet auf eure Crews und Kollegen!


Alle Themen der PRODUCTION PARTNER 3|2019 (April):

  • Prolight+Sound 2019: Previews zur PL+S | VCA & ISDV: Meilensteine der Concert-Audio-Geschichte
  • Beschäftigungskonzept für Selbstständige in der Veranstaltungstechnik
  • Special Besuchersicherheit: Konzepte und Risikoanalyse |Barrieren und Terror |Visuelles Leitsystem für Events |Stand des Loveparade-Prozesses
  • Report: SWR3 New Pop Festival
  • Spacemap Live: 3D-Sound für alle?
  • Erster Rental Talk@Publitec
  • JB-Lighting Sparx 18 im Test
  • Report: Rock the Ballett X Jubiläumstour
  • SGM G-7 Movinghead im Test
  • Elektro-Festival „I am Hardstyle“
  • Supercross-Beschallung beim ADAC
  • QSC-Test: Kompakt-PA CP8 und KS112
  • Messverfahren: Meyer Sound M-Noise

Hier bekommt ihr die PRODUCTION PARTNER 3|2019 – wie immer entweder digital oder klassisch in print.

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