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Akustiker Prof. Dr.-Ing. Jens Blauert verstorben

Der deutsche Akustiker Prof. Dr.-Ing. Jens Blauert ist im März 2026 verstorben. Mit ihm verliert die internationale Audiotechnik- und Akustik-Community eine prägende Persönlichkeit, deren Forschung das Verständnis des räumlichen Hörens maßgeblich begründet hat.

Jens Blauert(Bild: DEGA)

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Blauert, langjähriger Professor an der Ruhr-Universität Bochum, galt als einer der weltweit führenden Experten für Psychoakustik und Raumwahrnehmung. Sein Standardwerk „Räumliches Hören“ – in der Fachwelt oft schlicht als „das blaue Buch“ bezeichnet – wurde über Jahrzehnte hinweg zur maßgeblichen Referenz für die Erforschung und Anwendung dreidimensionaler Klangwahrnehmung. Darin systematisierte er erstmals umfassend die Mechanismen, mit denen Menschen Schallquellen im Raum lokalisieren. Seine Untersuchungen zu Richtungswahrnehmung und die nach ihm benannten „Blauert’schen Bänder“ legten eine zentrale Grundlage für zahlreiche Entwicklungen – von Lautsprecheranordnungen über Kopfhörerwiedergabe bis hin zu immersiven Audioformaten.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Blauert auch in zahlreichen Unternehmen und Fachorganisationen aktiv. Er arbeitete unter anderem eng mit der Industrie zusammen, etwa als Berater und Impulsgeber für Unternehmen im Bereich der Audio- und Messtechnik wie Head Acoustics. Darüber hinaus engagierte er sich intensiv in nationalen und internationalen Fachverbänden, unter anderem in der Deutschen Gesellschaft für Akustik, unter deren Gründungsväter er genannt wird (DEGA) sowie in der Acoustical Society of America (ASA), und war an verschiedenen Normungs- und Standardisierungsprozessen beteiligt. Seine Arbeit zeichnete sich stets durch die Verbindung von Grundlagenforschung und praktischer Anwendung aus.

Mit seinem Tod verliert die Branche nicht nur einen herausragenden Wissenschaftler, sondern auch einen wichtigen Brückenbauer zwischen Forschung, Industrie und Anwendung. Sein „blaues Buch“ und seine grundlegenden Erkenntnisse zum räumlichen Hören bleiben ein Fundament, auf dem große Teile der heutigen Audiotechnik weiterhin aufbauen.

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