Wie „ein Echtzeit-Musikvideo“ – so bewunderte ein Analyst der Meedia-Redaktion das vieldiskutierte Halbzeit-Spektakel, noch vor seinen Zugriffszahlen und wöchentlichen Online-Trends. Die übliche knappe Viertelstunde des Super Bowl LX, diesmal wieder mit neuen Rekorden in der Sichtbarkeit.
Backstage im Cirque du Soleil, Berlin (Bild: Nicolay Ketterer)
Schon der technische Rahmen des Levi’s Stadium sprengt alle Dimensionen. Erst 2014 eröffnet, wurde die Infrastruktur gerade komplett erneuert:
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Zusammenführung aller Strukturen in ein zentrales Cisco-Netz mit 12.000 Ports. Security-Technik, die Infrastruktur und Gäste schützt, Besucherströme aber wenig bremst. Eine von Clair Global Integration neu eingebrachte JBL-Beschallung. Rund 1.500 Wi-Fi-7-Access-Points, dazu Infrastruktur von Netzbetreibern wie AT&T und Telekom. Digitales State-of-the-art-Ticketing.
Während des Events dann durchgängige Live-Bilder in 4K HDR, eine dreistellige Anzahl von Sony-Kameras, ebenso viele Mikrofone … die Maßstäbe: schwindelerregend.
Was hat man davon in der Öffentlichkeit mitbekommen? Wenig bis nichts. Und das ist richtig so. Technische Dienstleistung dient einem Ziel: Sie soll verblassen – damit das Ergebnis wirken kann. In unserer Titelstory der aktuellen Ausgabe 2/2026 vordergründig als Sicherheit für die Artistinnen und Artisten der Show „Alizé“. Dann entsteht „magische“ Stimmung im Theater. Beim Super Bowl erzeugte sie rauschende Bilder: perfekt inszeniert im Pausen-Setup, dessen Potential ich aus der Distanz der reinen Stadionbilder zunächst unterschätzte. Dann entstand die zweite Ebene: die Auseinandersetzung mit den Statements des Künstlers – in Texten, symbolhaften Set- Details, der Auswahl der Protagonisten.
Das Alizé-Team in Berlin schwingt sich gerade zum Start auf. Die Halftime-Teams in den USA haben ihren Erfolg bereits genossen: Das Netz ist voll mit Storys zu offenen oder versteckten Botschaften von Bad Bunny. Es erzählt vom Pastor und dem Paar, deren Trauung man kurz sieht. Man besucht den Senior, der in einer Szene tanzt – und zu Hause mit seiner Frau zum Radio durch die kleine Küche dreht. Eine elternlose Violinistin der Show ermutigt mit ihrer Lebensgeschichte, wie sie sich als Jugendliche in New York auf die Konzertbühnen hochkämpfte. Die Anregung der gut 13 Minuten Musik scheint schier endlos.
Unser Alltag ist oft weniger begeisternd. Daher wünsche ich Euch für die beginnende Frühjahrs-Saison: Jobs, die nicht nur wirtschaftlich überzeugen, sondern gelegentlich auch Menschen bewegen – körperlich, und im Kopf. Denn unsere Arbeit hat Kraft und Wirkung.