AVard 2021 Best Innovative Integration und NAB Show 2021 Product of the year

IP-Integration von Lawo unterstützt die Oper Zürich und gewinnt Preise

IP-basierte Technologien halfen in turbulenten Zeiten, Live-Produktionen aufrecht zu erhalten – oder diese gar in neuen Formaten zu denken. Lawo gewann dafür mit dem AVard und dem NAB Award zwei Branchenpreise. Während das IP-Remote-Projekt der Oper Zürich mit dem den AVard 2021 ausgezeichnet wurde, erhielt die Home-Management-Plattform den NAB Award 2021.

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Übersicht:

IP-Remote-Projekt

Das „Bregenzer-Prinzip“

Remote-Production

Auszeichnungen für Lawo Home und das IP-Remote-Projekt

NAB Show 2021

AVard 2021


IP-Remote-Projekt

Das renommierte Opernhaus Zürich baute auf die Lawo Technologie, um bei Aufführungen mittels einer IP-basierten Infrastruktur zusätzliche Räumlichkeiten für Orchester und Chor zu einem Gesamterlebnis einbinden zu können. Denn nur durch räumliche Trennung konnten die wegen Covid-19 geforderten Abstandsregeln eingehalten und damit die für die Saison 2020/2021 geplanten Opern, Operetten und Ballette dem Publikum dargeboten werden.

Remote Production ist geeignet, nicht nur die Entfernungen in technischer Hinsicht zu überwinden, sondern sorgt mit den nun möglichen Workflows über die Lawo Installationen dafür, dass sie in der Wahrnehmung für Aufführende und Publikum gänzlich verschwinden.

Dazu nutzt das Opernhaus Zürich ein Lawo mc²36 Pult, Stageboxen mit Lawo Compact I/O Einheiten sowie V__remote4 Geräte für den Transport und die Verarbeitung von Video- und Audiosignalen, speziell konzipiert für WAN-basierten Remote-Produktionen. Weiterhin wurde der Nova73 HD Core des bereits im Haus installierten Lawo mc²56 Audiomischpults mit einer zusätzlichen Ravenna Karte und SFPs aufgerüstet.

Das „Bregenzer-Prinzip“

Dass eine Lösung für die zukünftige Aufführungspraxis gefunden werden musste, war definitiv klar, nachdem der Lockdown in der Schweiz am 15. März 2020 beschlossen wurde. „Wir saßen erst einmal überrumpelt zu Hause, aber schon kurz darauf überlegten wir, wie es nun weitergehen soll,“ so Oleg Surgutschow, Leiter der Tonabteilung. „Während einige Abteilungen unter den vorgegebenen Corona-Maßnahmen weiterarbeiten konnten, beispielsweise die Werkstätten und Kostümabteilung, war das für die Tonabteilung nur sehr eingeschränkt möglich. Für die nun ungewisse Zukunft musste also schnell ein Konzept gefunden werden, um einen effektiven Probenbetrieb und später eine Spielzeit auf dem gewohnten hohen Niveau sicherzustellen.“

Da sich der Orchestergraben für die geforderten Mindestabstände zwischen den Musikern als zu klein erwies und auch der Chor zu eng zusammenstand, war klar, dass beide Kollektive räumlich getrennt voneinander musizieren mussten. Die Direktion des Hauses diskutierte verschiedenste Konzepte, wie man eine Spielzeit trotz der Auflagen umsetzen könnte, bis die Idee geboren wurde, das Bregenzer-Prinzip auf das Opernhaus zu übertragen.

Nachdem man sich darauf geeinigt hatte, setzten sich der Generalmusikdirektor des Hauses, Fabio Luisi, Oleg Surgutschow sowie Michael Utz, der stellvertretende Leiter der Tonabteilung zusammen, um gemeinsam mit anderen Gewerken die Umsetzung auszuloten. Die Gespräche erwiesen sich als äußerst fruchtbar, denn Fabio Luisi fungierte bereits als Dirigent bei den Bregenzer Festspielen, wo bereits seit Jahren Audio- und Video-Signale wie auch Interkom per Fernverbindung zwischen der Bühne, dem davon räumlich getrennten Orchester und dem Publikum übertragen werden.

„Nach kurzer Zeit begannen wir mit der Umsetzung dieser Idee,“ so Utz. „Allerdings musste von vornherein die Infrastruktur an die Bedürfnisse unseres Hauses angepasst werden. Denn während es sich bei den Bregenzer Festspielen um Aufführungen handelt, die jeweils über einen langen Zeitraum laufen, ist beim Opernhaus Zürich ein wechselndes Programm mit wechselnden Musikern und Ensembles die Regel, so dass das Equipment mobil einsetzbar und die Einstellungen sicher und schnell anpassbar sein mussten.“

Die entsprechenden Räumlichkeiten waren schnell geklärt – der Orchesterproberaum am Kreuzplatz in Zürich bietet genügend Raum für Orchester und Chor, die sich jeweils im Parkett und auf der Tribüne aufstellen.

Opernhaus Zürich Proberaum
Der Proberaum des Züricher Opernhauses (Bild: Lawo)

„Die Anforderungen an die Übertragung waren selbstverständlich hoch,“ bestätigt Surgutschow. „So musste der Orchesterklang im Saal reproduziert, die Musik und die Bewegungen des Dirigenten übertragen und auch die Kommunikation zwischen Bühne und Orchesterproberaum und anderen technisch relevanten Positionen gewährleistet werden. Dazu brauchte es eine sichere Verbindung, die latenzfrei Audio- und Videosignale übertragen konnte. Daher entschieden wir uns für Ravenna-Technologie mit zwei Ravenna Streams, die 128 Kanäle in beide Richtungen bietet. Als Lösung für die Übertragung haben wir eine direkte, redundant angelegte Glasfaserverbindung von der Stadt Zürich gemietet, so dass eine Reserveleitung jederzeit bereitsteht.“

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Remote-Production

Auf der Suche nach einer Lösung für die hohen technischen Anforderungen entschied sich das Opernhaus Zürich für Lawo – das Unternehmen konnte die gesammelten Erfahrungen aus früheren Remote-Produktion-Projekten in die die Lösungsfindung mit einfließen lassen. Für das Opernhaus erschien es überdies sinnvoller, Lawo-Technologie einzubinden, da sich neues mit dem zuvor installierten Equipment einfach integrieren lässt und eine effizientere Arbeit möglich ist. Das Lawo-Setup umfasst eine Compact I/O Stagebox, ein 24-Fader mc²36 „All-in-one“-Mischpult und mit dem V__remote4 zur Wandlung und Übertragung der AV-Signale eine bidirektionale, vierkanalige Video-over-IP-Schnittstelle mit vier lokalen SDI-Ein- und Ausgängen, sowie weitere Tools, die für die Produktion über WAN erforderlich sind.

Eine V__remote4-Einheit als Gegenstück steht im Opernhaus, wo sich auch das bereits seit 2018 installierte Lawo mc²56 befindet, nun mit Ravenna-Karte und SFPs im Nova73HD-Core ausgestattet. „Die V__remote4 Lösung deckt alle unsere Bedürfnisse ab – ein sehr leistungsfähiges System in schlanker Ausführung“, so Surgutschow.

Vom Kreuzplatz aus werden die Tonsignale über die compact IO, das mc²36 Pult und über V_remote4 ins Opernhaus übertragen, wo ein weiteres V__remote4 die Signale übernimmt.

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Das Lawo-Setup umfasst eine Compact I/O Stagebox, ein 24-Fader mc²36 „All-in-one“-Mischpult und V-Remote4. (Bild: Lawo)

Dort wird am mc²56 die Tonmischung vorgenommen, die dann auf die Beschallungsanlage gegeben wird. Die Dirigenten leiten Orchester und Chor, die an der Kreuzstraße musizieren, per Kamera aus dem Opernhaus. Die Infrastruktur nutzt auch die Multiviewer-Option der V_remote4, wodurch beispielsweise in einer Totalen die Bühne mit Dirigenten übermittelt werden kann. Die Kommunikation basiert auf der bereits zuvor installierten Riedel Artist Anlage. Die Hauptaufgabe des mc²36 Konsole liegt im Monitormix für den Dirigenten, kommt aber auch bei parallel stattfindenden Proben, individuellen Soundchecks und hin und wieder bei Tonaufnahmen zum Einsatz.

Im Opernhaus kommt die Wellenfeldsynthese zur Anwendung, bei der über die Lawo-Pulte 32 mögliche Hörpositionen angesteuert werden. Die große Kreuzschiene ermöglicht es, den 3D Sound SSW (Spatial Sound Wave) von Fraunhofer IDMT für Surround- und raumakustische Anwendungen problemlos zu integrieren.

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Bei der Wellenfeldsynthese werden über die Lawo-Pulte 32 mögliche Hörpositionen angesteuert (Bild: Lawo)

Die Spatial Sound-Wave-Technologie des IDMT ermöglicht die objektbasierte Audiowiedergabe und bietet gegenüber herkömmlichen Wiedergabesystemen beispielsweise einen erweiterten Sweet-Spot sowie die Möglichkeit, eine Audioproduktion kompatibel für beliebige Lautsprecher-Setups, derzeit mit 80 Lautsprechern zu erstellen. Zehn Lautsprecher im Orchestergraben bilden dabei die erste Wellenfront, so dass dort der Orchesterklang emuliert wird. Die Latenz von insgesamt 10ms (Video) und 5ms (Audio) inklusive Emulation erfordert kaum Nachjustierung zur Synchronität. Da die Ensembles gewohnt sind, mit dem bereits zuvor existierenden Kamerasystem zu arbeiten, stellt diese Umstellung kein Problem dar, im Gegenteil ist die Performance der Technik nun deutlich besser als zuvor.

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Auszeichnungen für Lawo Home und IP-Remote-Projekt

Lawo konnte sich 2021 über zwei Branchenpreise freuen und setzte sich sowohl bei dem „NAB Show Product of the Year Award“ als auch dem „AVard“ gegen die Konkurrenz durch.

NAB Show 2021

Den Anfang machte der „2021 NAB Show Product of the Year Award“ in der Kategorie „IT Networking/Infrastructure & Security“ für Lawos Home Management Plattform für IP-basierte Medieninfrastrukturen. Die im April vorgestellte Home-Plattform basiert auf einer Cloud-fähigen Microservices-Architektur und ermöglicht es Anwendern, vernetzte Produktions-Setups zu verbinden, zu verwalten und zu schützen. Home bündelt Zugriff und Steuerung für alle Lawo-Geräte innerhalb eines Setups. Mit Home beginnt die Cloud direkt vor Ort, privat und lokal. Einzelne Geräte, Setups, Standorte, Hubs und Rechenzentren verbinden sich bei Home zu einem leistungsfähigen, agilen Multi-Site-Netzwerk – schnell und sicher. Die Plattform erkennt Geräte automatisch, während die Registrierung neuer Geräte und ihre Einbindung in das Netzwerk per Tastendruck geschehen. Zudem können damit einige der anspruchsvollsten Anforderungen moderner IP-Infrastrukturen gemeistert werden, darunter die automatische Erkennung und Registrierung von Geräten, Verbindungsmanagement, Flow-Control, Software- und Firmware-Management, Skalierbarkeit und Sicherheit.

NAB Award
Lawos Home Management Plattform gewinnt den Award „2021 NAB Show Product of the Year Award“ in der Kategorie „IT Networking/Infrastructure & Security“

„Unternehmen, die wie Lawo für diesen Preis nominiert wurden, revolutionieren die Art und Weise, wie Menschen Medien und Unterhaltung erleben“, sagte Chris Brown, NAB Executive Vice President of Conventions and Business Operations. „Die ‚2021 NAB Show Product of the Year Awards‘ zeichnen die besten Neuheiten aus und feiern die Entwicklungserfolge und Fortschritte in der Content-Industrie.“

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AVard 2021

Das Opernhaus Zürich sicherte sich mit seinem mutigen Projekt, auch in widrigen Zeiten Opernaufführungen auf höchstem Niveau zu produzieren, einen „AVard“ für „Best Innovative Integration 2021“. Der von der Ebner Mediengruppe gestiftete AVard ist ein „ProAV-Preis in Deutschland, der die besten Projekte, Produkte und Köpfe auszeichnet.“ Um die Spielzeit 2020/21 zu retten, nutzte das Opernhaus Zürich ein IP-basiertes, nahezu latenzfreies Setup von Lawo, um Musiker, Chor und Solisten physisch zu trennen und sie auf einer virtuellen Ebene im Saal zu vereinen. Die Solisten auf der Bühne folgten dem Dirigenten auf einem Bildschirm, und das Orchester wurde durch 10 Lautsprecher im Orchestergraben ersetzt. Dank der fachkundigen 3D-Audiomischung, die auch die akustischen Bewegungen des Chors einbezog, war der Realismus verblüffend. Für die Solisten wurde keine Tonverstärkung verwendet. Eine Vielzahl neuer Erfahrungen unter der beeindruckenden technischen Leitung von Oleg Surgutschow und Michael Utz haben die Wahrnehmung von Technologie in einem Sektor verändert, der definitiv nicht mehr technikfern ist.

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Der AVard 2021 in der Kategorie „Best Innovative Integration 2021“ geht an das Opernhaus Zürich (Bild: Lawo)

„Wir erhielten unzählige Anrufe von anderen Häusern aus der ganzen Welt, und ich wurde gebeten, das Projekt auf der diesjährigen Tonmeistertagung in Deutschland meinen Kollegen vorzustellen“, erklärt Oleg Surgutschow, Leiter der Audio- und Videoabteilung des Opernhauses Zürich. „Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir auf Lawo-Pulte, V__remote4-Einheiten und RAVENNA gesetzt haben. Außerdem entdeckte Michael Utz, Stellvertretender Leiter der Abteilung, dass die Videolatenz minimiert werden kann, wenn alle Kameras mit dem Netzwerk synchronisiert sind.“

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