Netzwerkpraxis

Netzwerk-Blackout: Die häufigsten Praxisfehler

„Hilfe – hier kommt nix an …!“ Die Geschichte der AV-Netzwerke ist auch eine Historie von IT-Problemen. Zum Glück gibt es Support-Stellen, die bei Problemen mit dem Netzwerk helfen. Vielleicht auch eine erste Hilfe: Unsere Hit-Liste der häufigsten Praxisfehler

Netzwerkkabel
Netzwerkkabel (Bild: Detlef Hoepfner)

Eine Netzwerktechnologie auszutüfteln, durch Gremien zu schleusen und abzustimmen sowie dann in aktuelle Hard- und Software zu implementieren, ist eine Sache. Ob die Vernetzung dann aber auf „der Baustelle“ auch tatsächlich störungsfrei funktioniert, eine ganz andere Frage. Oft landen die verzweifelten Hilferufe dann bei den Application Engineers der Hersteller. Eine zentrale Rolle in Veranstaltungsnetzen nehmen die Audiomischpulte ein, entsprechend viel Erfahrung haben Fachleute wie Ruben van der Goor und Arthur Koll von Yamaha, die unzählige Veranstaltungen und Installationen mit technischer Beratung unterstützt haben. Hier ihre Hit-Liste der häufigsten Ursachen für Probleme im Netz – verbunden mit der Aufmunterung, sich diesen Fragestellungen offensiver zu stellen.

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Netzwerk: Die häufigsten Praxisfehler

1. Kabel richtig wählen

Defekte oder unzureichende Kabel: CAT5 für GB-Ethernet statt CAT5e, Längen über 75 Meter sind bei GBEthernet mit den allermeisten Mobilkabeln nicht möglich

2. „Grüne“ Switche deaktivieren

„Grüne“ Switche: EEE-Funktionen (Energy Efficient Ethernet) müssen abgeschaltet werden!

3. Switch-Auswahl

Unzureichendes Wissen über Standards hinsichtlich Bandbreiten (100 MB Ethernet/Gigabit-Ethernet) führt zu falscher Switch-Auswahl. Der Dante-Controller zeigt exakt die aktuelle Last an jedem Port an und nennt auch die Verbindungsgeschwindigkeit – man muss die Anzeige aber auch angucken …

4. IP-Probleme

Viele Probleme entstehen durch falsche IP-Adressvergabe DHCP/manuell/Subnetmask. Tonis sind halt keine IT-ler (noch nicht).

5. Clocking: Es kann nur einen geben!

Das Clocking im Netzwerk wird auch bei AES/EBU-ADATMADI immer noch regelmäßig falsch gemacht. Das Highlander-Prinzip „Es kann nur einen geben“ gilt genauso auch bei der Definition des Clock-Masters im Audionetzwerk. Wer das falsch macht, sieht alle Geräte und Koppelpunkte im Controller, kann sogar z. B. den Headamp steuern – hört aber nix

6. Netzwerküberlastung

Überlastungsphänomene entstehen in Netzwerken beispielsweise durch den exzessiven Gebrauch von Multicast

7. Firmware-Mismatch

Wichtig ist der Firmware-Abgleich zwischen den Endgeräten. Hersteller wie Yamaha liefern mit jedem Firmware-Update immer eine Tabellenübersicht mit, welche Firmware in welchem Gerät kompatibel zu welchem Gerät mit welcher Firmware ist. Deren Lektüre hat sich aber noch nicht auf ganzer Breite durchgesetzt 😉

8. Funktions-Definitionsunterschiede

Es gibt Funktionsunterschiede zwischen Switchen diverser Hersteller, so ist die HP Link-Aggregation nicht kompatibel zu Cisco

9. Layer-8-Probleme

Und nicht zuletzt (eher zuerst): Layer8-Probleme im siebenschichtigen OSIModel – auch „Anwender“ genannt. Kenntnisse in Sachen IP-Netzwerke sind ein Schlüsselelement für höhere Qualifizierung – und auch für besser bezahlte Jobs.

 

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