Lichtdesign: Gestaltung und Umsetzung eigener Lichtplanung

Ein Auftritt vor größerem Publikum, die erste eigene Tour oder einfach nur die Faszination großer Produktionen – früher oder später müssen sich Bands Gedanken um das Lichtdesign machen und sich mit den Möglichkeiten und Grenzen moderner Lichttechnik auseinandersetzen. Was aber ist sinnvoll in der Lichtplanung, wo beginnt der Unsinn und welche Ziele kann man auch mit begrenztem Budget erreichen? 

Sportfreunde Stiller auf der Bühne
Sportfreunde Stiller, Lichtdesign: Bertil Mark (Bild: Harald Heckendorf)

Leider klaffen beim Thema Lichtdesign Wunsch und Wirklichkeit schnell weit auseinander und enden daher nicht selten in pragmatisch flackernden Hauslicht-Kapitulationen. Bühnenkonstruktionen, höher als das Berliner Olympiastadion, haushohe, hydraulisch bewegte Roboter, Zeppeline oder Künstler, die durch die Halle schweben − in den Dimensionen großer (meist internationaler) Produktionen scheint der harte Kampf zwischen Kassenbuch und künstlerisch-technischer Freiheit nicht existent: Alles ist möglich, Geld spielt vermeintlich keine Rolle. Dem gegenüber steht der klassische Club-Gig, der trotz Auftritten namhafter Größen eher durch Minimalismus und kostengünstigen „Vor-Ort-Standard“ hinsichtlich der Lichteffekte glänzt. Böse Zungen behaupten, hier wäre oftmals das kommerzielle Erlebnis des Künstlers wichtiger denn das individuelle Erlebnis des Besuchers.

Anzeige

Club-Gig vs. Mega-Show – Bedeutung für die Lichtplanung

Beide Thesen zeichnen die Realität nur sehr vereinfacht ab − und sind aus diesem Grund wie alle platten Parolen dementsprechend falsch. Einerseits kämpfen auch die großen Events mit materiellen Zwängen, wie Designer, Dienstleister und nicht zuletzt Techniker aus aller Welt bezeugen können. Selbst im Messe- und Coporate-Event-Geschäft − gegenüber dem Rock’n’Roll-Touring lange Zeit die letzte Bastion finanzieller Freizügigkeit − wurden im Lauf der Jahre die monetären Daumenschrauben stark angezogen. Im Gegensatz dazu ist trotz weit geringerer Mittel aber auch im Kleinen die Bedeutung eines klaren Alleinstellungsmerkmals im großen Markt des Casting-Einheitsbreis mittlerweile bekannt − Markenzeichen, die trotz unterschiedlicher Rangordnung am dauerhaften Erfolg von Künstlern wie Deichkind, Rammstein oder Pink nicht unbeteiligt sind. Eine Vielzahl aufstrebender bis mittelgroßer Bands peppt mittlerweile ihre Konzerte mit technischen Elementen und/oder skurrilen Gimmicks zu unverwechselbaren Events oder gar charakteristischen Happenings auf.

Die Wahrheit liegt also irgendwo zwischen Schwarz und Weiß. Der jahrelange Mix aus klein und groß, durchschnittlich und spektakulär, kostengünstig und unbezahlbar förderte auf beiden Seiten des Bühnengrabens eine extrem konträre Erwartungshaltung an den technischen Background einer modernen Veranstaltung. Der Künstler möchte möglichst individuell, aber strikt budgetgetreu repräsentiert werden, das Publikum dagegen möchte in Zeiten aktueller Produktionen mit immer neuen Superlativen unterhalten werden − eine Schere, wie sie im Clubbereich nicht so eklatant vorhanden, aber dennoch spürbar ist. Der Besucher erwartet hier zwar keine technischen Wunder, wird den Abend aber im Gegensatz zum „Blitzdings“ der „Men in Black“ ohne optische Impulse aus der Lichteffekte-Trickkiste nicht lange im Gedächtnis behalten …

Wann lohnt sich ein Lichtdesign?

Aus diesem Grund wird man als aufstrebende Band nicht um das Thema Lichtdesign herum kommen und muss sich früher oder später mit den Möglichkeiten und Grenzen moderner Lichttechnik auseinander setzen. Was also ist sinnvoll, wo beginnt der Unsinn, und welche Ziele kann man mit begrenztem Budget erreichen?

Nachfolgend ein Denkanstoß für Künstler jeglicher Couleur und Größenordnung, die sich mit dem Thema Lichtplanung und Lichtgestaltung auseinandersetzen wollen oder müssen. Alle Informationen und Tipps gelten dabei analog für eine Vielzahl an Kreativen wie Musiker, Wortkünstler, Artisten oder Magier und deren unterschiedlichsten Showgrößen und Auftrittsorten, auch wenn im Folgenden exemplarisch und des einfacheren Textflusses wegen von „Band“ und „Club“ die Rede ist.

Ode an das Licht

Betrachten wir zunächst einmal die Lichtshow per se. Leider wird das Thema Licht im Vergleich zur Tontechnik oft noch sehr stiefmütterlich behandelt. Knappe Kassen, schlechte Verkäufe und oftmals niedrige Besucherzahlen sorgen nicht umgehend für den Wunsch, größere Summen in zusätzliche Lichttechnik zu stecken − sei es, weil Technik im Haus vorhanden oder eben das gesamte Budget bereits in die Anmietung eines PA-Systems geflossen ist, was in einer solchen Situation unbestreitbar den primären Part darstellt.

Der zweite Grund der audiophilen Pole-Position liegt am spürbar näheren Verwandtschaftsgrad von Tontechnik zu Musik oder Sprache. Sätze wie „Wenn das Showlicht ausfällt, schalten wir eben das Putzlicht ein − aber wenn der Ton ausfällt, können die Leute nach Hause gehen!“ oder „Der Lichtmann drückt ja sowieso nur etwas auf den Tasten rum!“ gehören zwar im uralten „Kampf“ der Gewerke zum freundschaftlich-bissigen Umgangston unter Technikern, unterstreichen aber eine Denkweise, die im Kern auch vielen Musikern innewohnt und als erste Blockade gelöst werden muss. Wie einleitend bereits beschrieben, erwarten Besucher von heute einfach ein Plus an optischen Reizen − nicht umsonst fahren selbst Köche, Hundetrainer oder Comedians für ihre Liveshows mit mehreren Trailern an Bühnendeko, Licht- und Videotechnik durch die Lande …

Udo Lindenberg auf der Bühne
Udo Lindenberg, Lichtdesign: Günter Jäckle (Bild: Harald Heckendorf)

Neben der Pflicht muss also auch die Kür kein Bestandteil für die Veranstaltung von irgendwann, sondern am besten für die nächste sein. Dieses Bewusstsein und die daraus resultierende Bereitschaft sind essenziell, um mit der notwendigen Energie und der noch wichtigeren Fantasie zu Werke zu gehen. Eine gute Lichtplanung ist kein eher handwerkliches Add-on, um Bestehendes wie Musik oder Sprache möglichst unverfälscht zu verstärken, sondern ein eigenständiges, kreatives Instrument zur Umsetzung von Akustik in Optik. Eine gute Lightshow erzeugt Emotionen, sie visualisiert die zugrunde liegende Darbietung und fasziniert durch außergewöhnliche Bilder − eine Scheinwelt, die jeder schon einmal erlebt hat, der nach Ende der Vorstellung mit dem Aufflammen des „Putzlichtes“ jäh in die Realität zurück gezerrt wurde.

Mensch & Maschine

Doch gehen wir noch einmal einen Schritt zurück. Wie kann man auch nur annähernd mit Shows mithalten, in denen hunderte von Scheinwerfern, Special-FX und großartige Bühnensets vorhanden sind? Um kurz philosophisch zu werden: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt! Allen guten Inszenierungen − ob groß oder klein − ist in der Basis eines gemeinsam: Nicht der Scheinwerfer macht die Show, sondern der Mensch! Leider ist es tatsächlich in vielen Clubs gängige Praxis, die Tontechnik zwar mit fachlich kompetentem Personal zu besetzen, das vor Jahren einmal programmierte Lichtpult aber vom Azubi im ersten Lehrjahr bedienen zu lassen, der dann wider besseres Wissen wirklich nur an „den Knöpfen rumdrückt“ und ohnehin Tontechnik als Ausbildungsschwerpunkt gewählt hat …

Ein eigener Techniker ist also mit Abstand das wichtigste Element, bevor man an Scheinwerfer, ob örtlich oder mitgebracht, auch nur denken sollte. Man muss aber nicht gleich in Dimensionen von Begriffen wie Lichtdesigner, Pultoperator oder Lichtsystemtechniker agieren − eine begeisterungsfähige Person im eigenen Umfeld genügt oft, begleitende Lichttechnik auf ein gänzlich anderes Niveau zu heben. Viele professionelle Kollegen stammen zugegebenermaßen aus einer Zeit vor Einführung „amtlicher“ Ausbildungswege, häufig aus einem symbiotischen Verhältnis mit Bands, anhand deren Gigs im Laufe der Jahre sowohl technisches wie auch kreatives Verständnis gewachsen ist und entwickelten sich durch schlichtes „learning by doing“, gepaart mit einer gehörigen Portion Enthusiasmus und Begeisterung für die Sache, zur heutigen Elite in ihren Gewerken!

Jene „alten Hasen“ trifft man in periodischen Abständen immer wieder mit unterschiedlichen Künstlern zu unterschiedlichen Anlässen. Obwohl fachlich oftmals sogar den Lehrlingen großer Rental-Companies unterlegen, wissen sie aber meistens noch ganz genau, was es heißt, Rock’n’Roll-Licht zu machen und „Farben zu hören“. Dies soll keine verklärte Lobpreisung alter Zeiten darstellen, sondern unterstreichen, was oben bereits über eine gute Lightshow gesagt wurde. Leider wird dies heutzutage aus fehlgeleitetem Stolz über die modernen Errungenschaften allzu oft ausschließlich über Materialschlachten, Netzwerkumfang und Anzahl der Lichtkonsolen definiert.

Wer macht Licht?

Es muss also nicht gleich teuer werden, einen eigenen Photonen-Beauftragten zu engagieren. Sollte man jedoch im eigenen Umfeld niemanden finden und lassen sich auch weder Schlagzeuger noch Bassisten anderer Bands zu lichttechnischer Tätigkeit abwerben (deren Anteil unter Technikern tatsächlich relativ hoch ist), sollte man Vitamin B bemühen und über mehrere Ecken Kontakt zu freien Technikern suchen, um ein gutes Lichtdesign auf die Beine zu stellen. Nicht selten verspüren professionelle Lichttechniker nach vielen glatt geleckten Wochen in Messehallen oder Industriebaustellen den Drang, wieder einmal in muffigen Clubs zu stehen, mit den Schuhen an den Resten des Vorabends festzukleben und dreckigen, echten Rock’n’Roll zu machen.

Sollte dies alles fehlschlagen, bleibt nur der Gang zur nächsten Rental-Company. Oftmals werden hier aber Techniker nur im Paket mit zugehöriger Technik vermietet. Dies ist aber sicherlich alles Verhandlungssache und auf jeden Fall einen Versuch wert. Immerhin könnte die unbekannte Band von heute der Top-Kunde von morgen werden!

Silbermand auf der Bühne
Silbermond, Lichtdesign: Stephan Aue (Bild: Harald Heckendorf)

 

Licht & Leuchten: Praktische Tipps

Es gibt viele schlechte Shows mit gutem Material, aber umgekehrt eben auch Gute mit augenscheinlich schlechtem Equipment. Gleichwohl nicht der Scheinwerfer oder − wie gern in Fachkreisen heiß diskutiert − die Lichtkonsole, sondern letztendlich die Person am Pult für die Qualität verantwortlich zeichnet, so wird in beiden Fällen doch ein Fakt deutlich: Ohne Material geht es nicht. Wo aber eindeutig nicht mit der Quantität großer Produktionen Schritt gehalten werden kann und muss, bietet gerade die Art und Weise des − durchaus auch spärlich − eingesetzten Materials ein hohes Maß kreativer Gestaltungsmöglichkeiten. Wichtigste Voraussetzung ist dabei, nicht von Beginn an scheinbar vorgegebenen Stereotypen als unveränderbare Konstanten anzusehen, sondern Schritt für Schritt den Sinn und Zweck zu hinterfragen und Alternativen für das Lichtdesign zu suchen.

Hier ein paar Denkanstöße: Ein klassisches Lichtset kleinerer Konzerte beinhaltet einige Stufenlinsen zur Ausleuchtung der Bühne, nach wie vor kostengünstige, konventionelle PAR-Scheinwerfer als Gegen- bzw. Effektlicht und − je nach Budget − ergänzt um einige Moving Lights. Dazu kommen meist noch (Licht-)Effekte wie Nebelmaschine oder Stroboskope und die notwendige Peripherie wie Pult, Verkabelung, Traversen, Rigging-Material oder Stoffe. Individualität beginnt bereits an dieser Stelle mit der Frage nach dem „Warum“: Die Antwort liegt einerseits darin, weil genau dies als alltagstaugliche, „onelight-fits-all“-Lösung in vielen Clubs schlicht vorhanden ist. Aber auch viele Vermiet-Firmen bieten gerne günstige, weil standardisierte „Band-Pakete“ auf nicht näher spezifizierte Anfragen hin an.

Was aber passiert, wenn man die Stufenlinsen nicht an die Fronttraverse hängt, sondern vor den Musiker auf den Boden legt? Welche Effekte kann man dadurch bereits erzielen? Bereits der durch den massiven Schattenwurf im Gesicht entstehende „böse“ Blick erzeugt im Gegensatz zu einer klassisch ausgeleuchteten Person einen Aha-Effekt beim Publikum. Ähnliches passiert, wenn man die Scheinwerfer seitlich hängt, gegen günstigere PAR-Floorspots austauscht oder einfach ganz weglässt und nur mit Gegenlicht arbeitet! Zugegeben, dies sind eher Optionen für Bands der härteren Gangart, aber hier werden mit kleinen Abweichungen von der „Norm“ große (und kostengünstige) Effekte erzielt. Analoges gilt für Gegenlicht: Es müssen nicht immer Traversen sein. Licht darf gerne auch mal von unten, seitlich oder aus verschiedenen Ebenen hinsichtlich Höhe oder Tiefe kommen. Gerade mit einfachen, am Boden aufgestellten Scheinwerfern, beispielsweise einfachen PAR- oder LED-Strahlern, Stroboskopen oder breit abstrahlenden Flutern, sogenannte Audience Blinder, lassen sich im Gegenlicht tolle Effekte erreichen. Speziell diese in das Bühnenset oder in der Backline integrierte Lichteffekte sind oftmals eine perfekte Verbindung von Individualität und Budget, da man kostenintensive Peripherie wie Traversen, Rigging und Grundlicht aus dem jeweiligen Club nutzt, sich im Gesamtlook des Designs aber dennoch deutlich von reinen Clubtechnik-Nutzern unterscheidet.

Wozu muss man „zwingend“ mit teuren Moving Lights arbeiten? Statt eines bewegten Scheinwerfers bekommt man eine Vielzahl konventioneller Scheinwerfer. Also wo wird das Geld bei einem kleinen Budget wohl besser angelegt sein? Man sollte nie vergessen: Die Mehrheit der Besucher betrachtet nicht die Technik, sondern das Ergebnis − unabhängig von seiner Entstehung.

Natürlich bedeuten Abweichungen immer einen gewissen Aufwand, oftmals scheuen sich Clubs vor dem Umbau oder haben schlicht nicht das passende Equipment. Hier muss das gewünschte Material dann natürlich selbst zugemietet und eingebracht werden − ein Vorgang, der allerdings etwas Erfahrung des Band-Lichttechnikers und eine entsprechende, der Veranstaltung vorausgehenden Kommunikation zwischen Techniker und Club bedarf.

Aber auch ganz ohne mitgebrachtes Material können kleine Veränderungen im Lichtdesign den üblichen Club-Look grundlegend ändern: Es muss nicht immer Rot, Blau, Grün oder Gelb sein − allein außergewöhnliche Farbfilter können nette Effekte erzielen! Ebenso eher unüblich, aber nicht uninteressant ist der Verzicht auf Vielfalt und das Befiltern aller Scheinwerfer mit lediglich einer, maximal zwei Farben oder alternativ auch komplett ohne Filter in rein Weiß, die dann in entsprechender Anzahl zur Verfügung stehen und deren Reiz nicht in bunten, sondern geometrisch abwechslungsreichen Lichtbildern liegt.

Selig auf der Bühne
Selig, Lichtdesign: Bertil Mark (Bild: Bertil Mark)

Benutzt man Moving Lights, so gilt die wichtige Regel: Sie müssen nicht alle Funktionen gleichzeitig zeigen, zu denen sie fähig sind. Benutzt man einmal nur den Dimmer, ein anderes Mal lediglich Farbwechsel, dann Bewegungen und zum Ende noch verschiedene Gobo-Projektionen, hat man schon vier Songs mit unterschiedlichen Looks ausgestattet. Ein weiterer, scheinbar unabänderlicher Standard sind symmetrische Bilder. In 99 Prozent der Fälle zeigt sich das Lichtdesign spiegelbildlich … muss es aber nicht! Warum das Showlicht nicht nur von links leuchten, während die Band von rechts beleuchtet wird und umgekehrt? Zu guter Letzt: Auch wenn es bei wenig Material unmöglich erscheint − oft bieten sich schöne Bilder gerade durch das Weglassen einiger Komponenten, die man dann gezielt und nur selten am Abend als besonderen Effekt einsetzen kann. Für diese speziellen Momente bieten sich auch billige „Disko-Effekte“ an, die man für kleines Geld erwerben kann, zum Beispiel Lichtschläuche, Dekoleuchten, Feuerschalen, Flower-Effekte oder sogar Lichtorgeln. In entsprechender Stückzahl zaubern diese in professionellen Kreisen „unwürdigen“ Geräte eben genau aus diesem Grund völlig neuartige Bilder auf die Bühne!

All das sind Beispiele dafür, dass man weder Materialschlachten führen, noch riesige Budgets zur Verfügung stellen muss, um Neues oder zumindest Interessantes zu schaffen und durch Abweichung von der Norm einen mehr als flüchtigen Platz in den Gehirnen der Besucher zu erhalten! Es geht also in erster Linie nicht um das Material, sondern um dessen Einsatz − ein weites Betätigungsfeld für Personen mit Engagement, Fantasie und Mut für unkonventionelle Ideen.

Im Dunkeln ist noch keiner berühmt geworden

Man muss investieren, um erfolgreich zu sein … das Publikum erwartet heutzutage mehr als reinen Ohrenschmaus und selbst der konsequenteste Showverweigerer wird nicht umhin kommen, sich mit optischen Ausschmückungen seiner Kunst zu beschäftigen. Dabei hilft in erster Linie ein Mensch, der sich darum kümmert − einen guten Sänger bekommt man ja auch nicht, indem man sich ein Mikrofon kauft. Das Hinterfragen von vermeintlichen Konstanten im Lichtdesign und mutige Abweichungen von der Norm bringen noch kein „Wünsch dir was“, lassen aber bereits mit einfachsten Mitteln teilweise wirklich spektakuläre Effekte entstehen. Die Kunst liegt im Detail − 200 bewegte Scheinwerfer in Funk und Fernsehen beeindrucken jeden Laien, zeigen jedoch selten mehr als klassische Moves und sind mit modernen Konsolen in 20 s programmiert! Wenig Material gezielt und effektiv einzusetzen, das Spielen mit verschiedenen Positionen, außergewöhnlichen Farben und möglicherweise selbst eingebrachtem, gerne auch exotischem Equipment verleiht jeder Show auf einfachste Weise einen individuellen Charakter. Auch wenn dies keine Garantie für Erfolg ist, kann es im besten Fall doch den Weg dorthin etwas weniger steil und kurvig gestalten.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Vielen Dank für diesen Artikel, der mir aus der Seele spricht. Als Lichttechniker in einem Veranstaltungshaus habe ich mit genau diesen Themen zu kämpfen und in der Tat einen schweren Stand.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: