Kolumne

Die Event-Zora: #LiveGegenRechts

Zahlreiche Kolleg:innen aus der Veranstaltungsbranche versammeln sich digital oder auf Kundgebungen quer durch die Republik #LiveGegenRechts. Die Event-Zora mischt da natürlich mit. Doch es gibt auch schwarze Schafe.

Event-Zora

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Ein Spirit geht um in unserem Lande, dass vielleicht auch der Dichter Heine keine Schlafstörungen mehr hat. #LivegegenRechts leben inzwischen hunderttausende ganz normale Bürger:innen Seite an Seite auf der Straße und den Plätzen unseres Landes. Sie malen Schilder, skandieren Sprüche oder sind einfach da. Ob in der Lausitz oder in der Eifel, in Hamburg oder München und überall dazwischen. Großartig, wenn unsere Branche das unterstützt. Denn die Bündnisse, die seit Jahren, teils Jahrzehnten Demos und Kundgebungen gegen Rechts organisieren und auch jetzt die meisten Veranstaltungen machen, sind halt keine Eventagenturen. Sie können unseren – gerade auch materiellen – Support gebrauchen. Denn, anders als die AfD und Neonazis behaupten, wird das nicht von der Bundesregierung, den Landesregierungen oder George Soros finanziert. Danke an Aventem aus Hilden, dass Ihr ganz konkret in Düsseldorf und Solingen mächtig supported habt. Mehr davon!

Auf Social Media sehe ich Eure Posts, Kolleg:innen! Danke, dass so viele von Euch, von uns dabei sind. Übrigens sind die AfD & Co. Social-Media-Meister in Deutschland, auf TikTok, ex-Twitter oder Facebook sind sie die erfolgreichste Partei! Und wer sich auf LinkedIn nicht nur in seiner Hipster-Blase rumtreibt, erlebt langsam auch dort eine Übernahme. Am Anfang fand ich die Politisierung störend, dann kamen immer häufiger – in meiner Wahrnehmung – die Kampagnen gegen die Ampel (ich rede nicht von Kritik). Und jetzt MÜSSEN wir sogar auf dem BUSINESS-Netzwerk politisieren, denn unsere Wirtschaft ist in Gefahr. Nein, die meisten von uns wollen keinen Dexit und die Mark zurück, denn da wird nichts besser. Also geht in die Blasen der anderen. Die findet Ihr ganz schnell, denn sie landen immer öfter mit Kommentaren und Antworten in Euren Posts. Deshalb Danke an Colja Dams, der für unsere Branche wohl angefangen hat mit #LiveGegenRechts. Sollte jemand anders angefangen haben, bitte melden! Das ist nicht billig, sondern mutig. Denn wir alle können uns sicher sein, viele sind schon auf den Listen der Faschist:innen, selbst wenn wir Biodeutsche, Kartoffeln oder Almans sind, wir sind in deren Deportationsplänen inbegriffen. Übrigens haben die Hitlers und Himmlers den Holocaust auch nie „Auftrag zum Massenmord“ genannt, sondern ganz verharmlosend „Endlösung“. Der Event-Zorro, mein liebster Opa gegen Rechts, machte mich auf die Parallelität aufmerksam, wenn „Remigration“ in Talkshows, Posts oder Kommentaren verharmlost wird.

Wehret den Anfängen

#LiveGegenRechts? Das erweckt ein wenig den Eindruck, als hätten wir in der Eventbranche eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus. Das ist leider nicht so. Mein Bühnenbauer von der Schwäbischen Alb will mit mir nichts mehr zu tun haben. Für ihn bin ich der personifizierte Untergang Deutschlands.

Ihr Lieben, die Ihr die Regierung auf LinkedIn, Facebook, X oder sonstwo auch zu Recht kritisiert: Überlegt Euch gut, vor welchen Karren Ihr Euch spannen lasst. Die AfD und ihre ThinkTanks gehen extrem strategisch mit der Demontage unserer Demokratie vor. Bisher leider sehr erfolgreich. Ich will es mir gar nicht ausmalen … wird dann ein Ministerpräsident Bernd Höcke 2026 als Ehrengast bei der Jubiläumsveranstaltung 180 Jahre Jenoptik sprechen und wir müssen ihm noch die Bühne bereiten? Jetzt kommt mir nicht, der sei dann ja demokratisch gewählt. Wenn Gegner:innen der Demokratie demokratisch gewählt werden, sind sie deshalb Demokrat:innen? Da ist Deutschland schon einmal drauf reingefallen.  Nein, ich will zukünftig keine Reichsparteitage organisieren, damit können andere ihre Semmeln verdienen. Deshalb gehört #LiveGegenRechts als Hashtag überallhin!

Ich bleibe Eure antifaschistische Zora.

#LiveGegenRechts

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