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Forderungsmemorandum für die Politik

Kommentar zur Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft

Am 28. Oktober fand die erste Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft statt. Der Titel der Veranstaltung lässt Großes vermuten und weckt hohe Erwartungen. Für Gäste, die in den letzten Monaten nicht aktiver Teil des Projektes waren, wurde das Bühnengeschehen zum Schauspiel.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Bundeskonferenz sollen in Zukunft die Forderungen der Bundeskonferenz vor der Politik vertreten und weitere Unterstützer finden
Die Vertreterinnen und Vertreter der Bundeskonferenz sollen in Zukunft die Forderungen der Bundeskonferenz vor der Politik vertreten und weitere Unterstützer finden (Bild: Alexander Heber)

Branchenkollegen treffen, Stimmung erfühlen, Perspektiven für die Zukunft der Veranstaltungswirtschaft erkennen – mit diesen Vorstellungen betrat man die Station in Berlin, in die die „Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft“ ihre Gäste lud. Die Teilnahme war offen für alle Interessierten, das Programm zur Veranstaltung war Mitte Oktober noch nicht veröffentlicht und die integrierten Verbände und Unternehmen werden online nicht genannt. Informationen zum Event gab es hauptsächlich über die Kanäle von #AlarmstufeRot.

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Die Konferenz hat verpasst, die Gäste abzuholen, die dem Geschehen zuvor nicht über Social Media folgten. Das Event wurde zum Insider.

Im ersten Teil des Programms werden die Forderungen an die Politik formuliert, – ausgearbeitet von Fokusgruppen. Wer war in den Fokusgruppen und wie wurden die Forderungen erarbeitet? Da man hierzu nichts erfährt, greift man zum ausgelegten Forderungsmemorandum. Darin findet sich eine Liste unterstützender Verbände und Initiativen – endlich. Man sieht Bekanntes und auch Neues, Berufsgruppen, die man selbst vergessen hätte im eigenen Tunnelblick. Gut, dass sich hier die Stränge unserer komplexen Branche bündeln können. Und wo sind „wir“? Nach dem Durchgehen der Liste folgt die Ernüchterung: kein ISDV, kein VPLT, kein EVVC, das ganze Forum Veranstaltungswirtschaft ist nicht von der Partie. Die Frage nach den Fokusgruppen klärt sich auch nicht.

Inhaltlich sind die Forderungen gut strukturiert und inklusiv. Es werden Unternehmen, Selbstständige, Künstler und Angestellte gleichermaßen berücksichtigt. Für das Zusammenfassen dieser verschiedenen Bedürfnisse hat sich die Arbeit der Bundeskonferenz gelohnt. Denn nur mit dieser Information kann die Politik in Zukunft dafür sorgen, Hilfsprogramme zu gestalten, die niemanden vergessen. Die meisten Forderungen befassen sich mit der anhaltenden Coronakrise und Wegen heraus. Das Memorandum gliedert sich in Probleme und konkrete Lösungsvorschläge. Den meisten Punkten lässt sich guten Gewissens beipflichten.

Über die Gewichtung der Forderungen aus vier Kategorien wird abgestimmt. Das liegt nun in den Händen der Gäste vor Ort und online. Wer genau nimmt teil und stimmt hier ab? Nicht in jeder Kategorie fühlt man sich informiert genug, eindeutige Antworten zu geben. Das Zeitfenster zur Abstimmung ist knapp und wer nicht schon vertraut mit den Punkten ist, hat kaum Zeit, zu überlegen. Am Ende werden aber alle Punkte an die Politik übergeben.

Es folgt die „Wahl der Vertreter der Veranstaltungswirtschaft“. Sieben Posten seien zu besetzen von elf zur Wahl stehenden Kandidaten. Jeder der Kandidaten stellt sich in Slots zu je 3-4 Minuten vor. Welche Aufgaben mit den Posten in Verbindung stehen, bleibt offen. Es hätte sich jeder zur Wahl stellen können, der davon wusste. Von der Bühne tönt der Wunsch, dass man bei diesen Kandidatinnen und Kandidaten gern elf Stimmen hätte und nicht nur sieben, und wird prompt erhört. Unmittelbar nach der Eröffnung der Wahl wird bekannt gegeben, dass diese technisch nicht auf sieben Stimmen eingerichtet ist, sondern nur auf eine. Es wird kurz überlegt, das Problem zu beheben, aber dann kurzerhand entschlossen, alle elf Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen. Mit einer kurzen Rückfrage ins Publikum und verhaltenem Jubel gilt die Sache als beschlossen. Von einer Wahl kann man hier nicht sprechen.

Insgesamt ist der Forderungskatalog eine gute Zusammenfassung und muss natürlich noch ergänzt werden, sobald die Krisenabwehr nicht mehr Priorität sein muss. Stellvertretend nahm Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn die Forderungen zum Abschluss der Veranstaltung entgegen.

Was man von der Bundeskonferenz in Zukunft erwarten sollte, ist eine transparentere Kommunikation der Tätigkeiten – ersichtlich auf der Webseite, für alle Interessierten und nicht nur für Unterstützer und Mitwirkende. Bei der Veranstaltung war oft die Rede davon, Brücken zu bauen. Es bleibt zu hoffen, dass der Weg zu einem gemeinsamen Handeln mit dem Forum Veranstaltungswirtschaft zu den priorisierten Brücken gehört. Schließlich sollte es in unser aller Interesse sein, alle Kanäle in die Politik bestmöglich zu nutzen und unseren Bedürfnissen Gehör zu verschaffen.

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