F1 Model 812 Flexible Array Lautsprecher und F1 Subwoofer

Line-Array-Technologie für Bose-Kompaktboxen F1

Detlef Hoepfner

Mit dem L1 platzierte Bose vor genau zehn Jahren ein verblüffendes Statement in der Klasse der Kompaktboxen: Der Linienstrahler setzte auf ein völlig neuartiges Anwendungskonzept und brachte die Technik der Lautsprecherzeilen auf kleine Bühnen. Seitdem kamen unzählige ähnliche technische Konzepte auf den Markt – mit dem Unterschied, dass das L1 (als Produktgruppe mittlerweile mehrfach überarbeitet und erweitert) eigentlich dafür gedacht ist, dass jeder Musiker sein eigenes L1 hinter sich platziert.

Zur Prolight + Sound 2015 ergänzt Bose sein Angebot um eine ebenfalls wieder überraschende Neuheit: Im F1 kommt wieder eine Zeilen- oder Line-Array-Technik zum Einsatz, allerdings in abgewandelter Form und im eher typischen (und vielen Anwendern sicher vertrauteren) Kompakt-PA-Format.

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Getestet wurde das Bose F1 bereits von PRODUCTION PARTNER, zum Test geht es hier.

Verstellbares Lautsprecher-Array

Der eigentliche „Trick“ der F1 liegt im Mittel-/Hochtonbereich, der auch bei der F1 wieder durch eine Zeile aus Mitteltönern gebildet wird; in diesem Fall aus 2,25″-Treibern mit Waveguides, die horizontal mit 100 Grad abstrahlenden. Dieses vor einem 12″-Tieftöner platzierte Array aus Treibern ist aber auf die vertikalen Abstrahlungsansprüche anpassbar, und zwar – den Akustiker wird es vermutlich freuen – bereits mechanisch, und nicht nachträglich elektronisch. Von Hand wird dazu entweder das untere oder obere Ende der Linie in das Gehäuse gedrückt, sodass sich von der Mitte aus eine homogene Krümmung als vertrautes J, gedrehtes J oder C ergibt. Die mechanische Krümmung wird von Sensoren in der Box erkannt und auch an das Signalprocessing gemeldet, das sich intern entsprechend anpasst.

Der Halter für eine Bose F1 wird im Subwoofer verstaut
Detlef Hoepfner
Der Halter für eine Bose F1 wird im Subwoofer verstaut

Ergänzt wird dieses Selfpowered-Topteil durch einen mit 25 kg noch gut tragbaren Subwoofer, in den auch ein Halter für das Topteil integriert wird: Ein U-förmiger Bügel, zum Transport am Sub eingeschoben und verriegelt, wird auf den Sub gesteckt, das Topteil darauf gesteckt. Ob das nun so viel besser als eine übliche Distanzstange ist, sei dahingestellt – zum Transport hat man jedenfalls alle Teile beisammen.

Kleine Live-Demos auf der Messe belegten auf jeden Fall, dass das F1 kraftvoll aufspielt, und mit der variablen Abstrahlung hat man auch bei einer so unaufwändigen Beschallungsanlage mit wenigen Handgriffen eine Anpassung an die Raumverhältnisse zur Verfügung, die in vielen Fällen durch den höheren Direktschallanteil eine deutliche Verbesserung in der Klarheit und Deutlichkeit erzielen wird.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Endlich wieder ein geiles System von Bose für mobile DJs. Super!

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  2. Bin auf den ersten Test gespannt, für eine kompl. live Band mit akk.Drums, Git, Bas, Sax, Sy. Und die Frage: haben die jew. Boxen tatsächlich eine Ausgangsleistung von 1000 W??!!

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