Do's and Don'ts bei Brummschleifen

Brummschleife: Wenn die Tonanlage brummt

Audiotechnik im Studio oder auf der Bühne ist durch ihre hohe Verstärkung anfällig dafür, Brummen und Summen zu verstärken. Dies kann durch Potenzialunterschiede entstehen, wenn man zum Beispiel seinen Strom für die Tonanlage aus unterschiedlichen Quellen zusammensetzt.

Brummschleife dargestellt

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Dabei kann es passieren, dass Spannungsdifferenzen durch die unterschiedlichen Kabelwege zur Tonanlage hin entstehen, die dann verstärkt ein Brummgeräusch ergeben. Man versucht deshalb, die Tonanlage von einem Punkt aus sternförmig weiter zu verkabeln. Profis helfen sich u. a. auch mit Trennübertragern bzw. galvanischer Trennung. Bei Verwendung von symmetrischen Tonkabeln kann man das Nullpotenzial der Tonleitung auf einer Seite auftrennen, um Brummschleifen zu eliminieren. Bei asymmetrischer Leitung kann man mit Hilfe eines Überträgers eine symmetrische Signalübertragung herstellen und damit die Brummschleife öffnen. Natürlich gehen auch alle anderen Arten von galvanischer Trennung, wie z. B. über Optokoppler.

Störgeräusche in der Tonanlage können auch durch falsches Verlegen der Kabel begründet sein. Denn wenn zum Beispiel ein Lastkabel, das zu einem Scheinwerfer führt, direkt parallel neben einer Mikrofonleitung gelegt wurde, dann kann der phasenangeschnittene Strom des gedimmten Scheinwerfers in die Tonleitung einstreuen. Man kann das leicht feststellen, indem man den Scheinwerfer auf einen anderen Wert dimmt. Mit Veränderung der Dimmung müsste sich auch das Summen im Ton verändern. Bei 100 % Helligkeit oder 0 % Licht müsste das Summen dann verschwunden sein. Um Einstreuungen zu vermeiden, sollte man Tonkabel mit mindestens 20 cm Abstand von gedimmten Lastkabeln verlegen. Noch besser ist, dass man die Tonkabel zum Beispiel rechtsseitig und die Lichtdimmerkreise linksseitig der Bühne verlegt. Lässt sich ein Kreuzen der Mikrofon- und Scheinwerferkabel nicht vermeiden, so sollte dies am besten im 90° Winkel erfolgen.

Nie den Schutzleiter abkleben!

Wenn die Tonanlage brummt, kommen einige „Oberschlaue“ auf die Idee, die Schutzkontakte eines Schuko-Steckers zu überkleben. Bei eurem Leben: Niemals nachmachen! Ihr spielt sonst mit eurem und dem Leben der Anderen. Das Tückische am Strom ist, dass wir selbst über Stromsignale gesteuert sind. Auch innerhalb unseres Herzens sorgen Ströme für ein rhythmisches Pulsieren unseres Herzschlags. Wenn wir jetzt in irgendeinen Stromkreis hineinkommen, also irgendwo eine spannungsführende Leitung auch nur berühren, kann ein Stromfluss durch unseren Körper erfolgen und die Steuersignale des eigenen Körpers sozusagen übersprechen. Unser Herz versucht dann, mit 50 Hz wie die Netzspannung zu schlagen. Das Entscheidende ist, dass bei diesem Speed kein Blut transportiert wird und dann bleibt nicht mehr viel Zeit, bis durch die mangelnde Sauerstoffversorgung Organ für Organ abstirbt. Aber auch die Sekundärschäden durch den Schreck bzw. das unkontrollierte Zucken durch einen elektrischen Schlag sind meist ebenso verheerend.

Mit dem Schutzleiter sind alle metallischen Tragmittel und Teile eines Gebäudes zusammen auf einen sogenannten Potenzialausgleich gelegt, damit keine Spannungsunterschiede zwischen metallischen Gegenstände auftreten, die sonst die Gefahr eines elektrischen Schlages bei einem Defekt und bei Berührung der Metallteile verursachen können.

 

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