Neues Line-Array: dBTechnologies VIO L208

VIO L208
dB Technologies VIO L208 (Bild: Detlef Hoepfner)

Mit der VIO-Serie baut dB Technologies einen neuen Produktzweig aus: Sie zeigt, wie aktuelle Technologie und ein umfassendes Systemzubehör auch im Budget-Segment zu realisieren sind

Fachleute aus der Veranstaltungstechnik 1:1 persönlich betreuen – dafür hat dB Technologies am Vertriebssitz in Köln gute Voraussetzungen geschaffen: In einer großen, dauerhaft verfügbaren Demo-Halle zeigten die deutschen und italienischen Teams von dB Technologies im Rahmen des „dB Technologies Rental Day 2018“ neue Produkte, gaben technisches Hintergrundwissen weiter und erlaubten einen kleinen Blick auf noch eine künftig zu erwartende Neuentwicklung. Im Mittelpunkt stehen bei dB Technologies in diesem Frühjahr Ergänzungen der Serie VIO, die mittelfristig zu einer kompletten Serie für den professionelle Rental- und Installationsmarkt komplettiert werden soll – von der 2-Wege-Box bis zum Tool für große Beschallungsaufgaben. Neu zur prolight+sound 2018 gab es die drei VIO-X-Modelle 10, 12 und 15, alle selfpowered und mit FIR-Filterung. Neu hinzu kommt nun das Line-Array VIO L208 im Format 2 × 8″ samt des Subwoofers VIO S118R, das sich unterhalb des bereits bestehenden 2 × 10″-Modells einreiht.

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Einstellungen von Sensitivity, Preset, HF Compensation, Audio- und Daten-In/Out sowie Service-USB (Bild: dB Technologies)

Technisch ist es eine herunterskalierte Variante des großen Bruders, bestückt mit einem aktiv abgetrennten 1,4″-Neodym-Treiber im Hochton. Die gesamte, neu gestaltete Front des ansonsten aus Holz gefertigten Gehäuses dient als großer Phaseplug vor den Chassis und geht in ein HF-Horn. Dahinter tritt dann wiederum ein Waveguide an, um die Abstrahlung des Hochtöners zu „zylindrisieren“. Standard ist ebenfalls die Selfpowered-Ausstattung mit von dB Technologies entwickelten Digipro-Modulen. Eine eingangsseitige galvanische Trennung der L208 soll Störungen minimieren. In der L208 arbeitet die Amp-Variante G3 zusammen mit einem DSP-Processing, das zwei Besonderheiten aufweist: Für die Systemkonfiguration stehen diverse Presets zur Verfügung, und die Realisation der Abstimmung über FIR-Filter bei niedriger Durchlaufzeit ist auf einem modernen Stand, der der Kohärenz der Abstrahlung dienlich ist. Diese wird mit 100° × 10° benannt.

Jochen Gotzen und Andrea Brasolin
Jochen Gotzen und Andrea Brasolin unterstützen die Anwender als Product Manger und Product Specialist Applications (Bild: Detlef Hoepfner)

Rigging-seitig bildet ein Strang das Array-Rückgrat, das unter den drei Punkten des Flugrahmens die Splay-Winkel definiert: Vorab eingestellt (auch im Transport-Dolly) stellen sich die Module (je 18 kg) beim Anheben des Arrays sukzessive auf die gewünschten Werte ein. Der Flugrahmen DRK 208 ist für ein optionales Laser-Inclinometer vorbereitet und lässt sich zusammen mit vier Modulen im Transport-Cart verstauen. Das „Einreihen“ in die VIO-Produktpalette bezieht sich übrigens bewusst „by design“ auch auf die akustische Abstimmung und Mechanik: bis zu sechs Module der neuen, kleinen 2 × 8″-Serie können als Downfill unterhalb eines 2 × 10″-Array geflogen werden. Möglich ist das mit zwei Rahmen-Varianten: Der AF-VIO1 funktioniert unter einer VIO L210 oder einem flugfähigen Bass VIO S118 und erlaubt auch das Stacking auf Subwoofern. Die leichtere Variante TF-VIO1 verbindet ausschließlich VIO 208 und VIO L210. Hat man also im Vermietbestand beide Lautsprecherserien VIO 208 und VIO L210, können sie getrennt für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden, oder auch kombiniert mit den kleineren VIO L208 für den Nahbereich vor/unter dem Array. Demonstriert wurde die akustische Kompatibilität auf dem Rental Day auch praktisch: Unter ein Line-Array aus VIO 210 wurden zwei Module VIO 208 gehängt.


Workshop bei dB Technologies: am 24. April 2018 lädt dB Technologies zum VIO-Operator-Seminar nach Köln ein, mehr Informationen und Anmeldung gibt es hier.


Im Low-End gibt es einen neuen Subwoofer namens VIO S118R, auch er selfpowered mit einem Digipro-Modul (G4, 1600 W), das dem 18″-Chassis mit 4″-Schwingspule auf die Sprünge hilft. Nicht vergessen werden rückseitige Schutzabdeckungen gegen eindringende Nässe/Regen. Das Netzteil passt sich ebenfalls der Spannungsversorgung an und soll diese per PFC nicht unnötig belasten. Ein Selbsttest (Elektronik, Wandler) ist direkt am Subwoofer oder ferngesteuert möglich. Außerdem bietet das Processing zwei Subwoofer-Features: Das interne Delay erleichtert das Alignement – am Subwoofer direkt einstellbar sind bis zu 9,9 ms, via Fernsteuerung bis zu 62 ms. Über spezielle Presets ist außerdem der Aufbau von Cardioid-Konfigurationen im Bass bereits vorbereitet – eine tolle Erleichterung in der Praxis.

Bernd Jung
Bernd Jung macht die Vorteile von FIR-Filtern beim Alignment eines Frontfills deutlich (Bild: Detlef Hoepfner)

Eine Steuerung ist beim Subwoofer via optionaler RDNet-Erweiterungskarte möglich, auch ein Dante-Betrieb befindet sich via Expansion Card in der Vorbereitung. Softwareseitig wird hier derzeit bei dB Technologies ein Wechsel vollzogen: Bisher gab es bereits eine Windows-Software, die nun langsam durch eine neue Generation abgelöst wird: Aurora Net ist auf Computern unter Windows oder OS X lauffähig und bereits als Beta auf der Firmenhomepage verfügbar. Der Funktionsumfang ist nur insofern eingeschränkt, als derzeit vorrangig alle VIO-Systeme integriert wurden; die älteren Lautsprecher müssen erst nach und nach implementiert werden. Die Auslieferung des Line-Arrays ist für den Mai 2018 geplant.

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