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Prolight+Sound 2019: Wie war’s?

Vom 2. bis 5. April wurde das Frankfurter Messegelände wieder zum großen Treffpunkt unserer Branche. Wir, euer Production Partner-Team, haben vor Ort bereits über neue Produkte, Features und Entwicklungen berichtet (alle Beiträge findet ihr hier in unserem Blog zur Prolight+Sound 2019). Neben der reinen Berichterstattung über die Neuigkeiten, die wir entdecken konnten, wollten wir aber auch wissen, wie sich das neue Konzept der Messe, das u. a. eine Neustrukturierung der Hallen beinhaltete, ausgewirkt hat (wer nicht selbst vor Ort war: hier gibt es es eine Beschreibung der Hallenaufteilung).

Eingangsbereich Halle 4.1 / 4.0 und Saal Europa
Eingangsbereich Halle 4.1 / 4.0 und Saal Europa bei der Prolight+Sound 2019 (Bild: Lena Voss)

Unser Eindruck am ersten Messetag: Die neue Halle 12 ist gut besucht und scheint bei den Besuchern gut angenommen zu werden. Die Hallen 8 und 4 mussten erst noch warm laufen, waren dann aber ab dem Mittwoch auch gut gefüllt. Generell entwickelt sich die Prolight+Sound immer mehr zum Branchentreff, der (im Vergleich zu anderen Messen) mehr zum entspannten Netzwerken und Kontakte pflegen einlädt. So gesehen lagen die Veranstalter mit ihrem Fokus auf Networking-Themen ganz richtig. Etwas unglücklich dagegen erschien uns die Hallenaufteilung: Bereiche wie z.B. Licht & Video, die thematisch einfach zusammen gehören, lagen denkbar ungünstig in sehr weit entfernten Standorten (Halle 12 und 4). Auch die verwandten Bereiche Recording und DJs waren räumlich getrennt (Halle 8 und Halle 4). Sowohl für Aussteller als auch Messebesucher entstand so Zeitverlust durch große Wegstrecken.

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Um unseren subjektiven Eindruck der Messe zu überprüfen, befragten wir einieg Aussteller mit verschiedenen Standorten zu den Themen eigene Zufriedenheit, Hallenaufteilung/Standort, Internationalität und Wünsche für die PLS 2020:

GLP | Ulrich Steinle, Marketing (Halle 12.1)

Publitec Präsentationssysteme & Eventservice | Andreas Flemming, Geschäftsführer (Halle 12.0)

Unilumin Germany | Sebastian Büchler, Sales Manager (Halle 4.0)


Kurzinterviews

GLP | Ulrich Steinle, Marketing (Halle 12.1)

Uli, wie ist die diesjährige Prolight+Sound für euch gelaufen?

Generell würde ich sagen: es ist sehr gut gelaufen und wir sind zufrieden. Am ersten Tag gab es einen kleinen Gap, da war es gerade am Vormittag sehr leer und wir hatten die Befürchtung, es könnte dieses Jahr eine seltsame Messe werden. Das wurde dann am Mittwoch und Donnerstag zum Glück besser.

Grundsätzlich merkt man aber, dass die Messe – zumindest für uns – immer mehr zur Networking-Messe wird. Es geht mehr darum, Leute zu treffen, mit Designern/Kreativen zu sprechen, sich Ideen zu holen und auch ein bisschen zu gucken: „Was machen eigentlich die anderen“. Früher gab es viel mehr Abschlüsse auf der Messe, das ist heute kaum noch der Fall. Natürlich trifft man auch Kunden, bei denen sich eventuell ein Geschäft anbahnt, aber das wird wie gesagt in der Regel immer weniger.

Als Branchentreffpunkt ist die Messe aber nach wie vor wichtig. Das hat sich in diesem Jahr auch auf unserer Standparty widergespiegelt – kalkuliert haben wir mit 500 Personen, das hat gerade eben noch so gereicht. Der Stand war richtig voll. Das zeigt natürlich, dass wir viel richtig machen … Aber am Ende des Tages geht es auf der Messe darum, neue Produkte, Features oder Entwicklungen zu zeigen.

Würdest du dir in dem Punkt mehr Möglichkeiten zur Präsentation wünschen?

Der Messeorganisator in mir wünscht sich das natürlich schon, auf der anderen Seite ist das aber auch einfach eine Kostenfrage. In diesem Jahr haben wir 25-jähriges Jubiläum, da haben wir einfach nochmal einen oben drauf gesetzt. Aber wenn man sich so die Trends über die Branchen hinweg anguckt, verschiebt sich alles immer mehr in Richtung digital und online – das gilt auch für Produktpräsentationen.

Aber fehlt da dann nicht der Faktor „Produkte erleben“?

Das ist einer der Punkte, warum wir das hier noch machen: damit wir unsere Produkte für die Standbesucher erlebbar machen können. Allerdings hat auch das seine Grenzen auf der Messe: Gerade bei uns in der Lichtbranche kommt es am Ende des Tages auf Dinge wie Output, Licht- und Abbildungsqualität, Lautstärke und Gewicht eines Gerätes an. Das kann man auf der Messe gar nicht so richtig transportieren, also muss im Anschluss immer nochmal der Außendienst raus. Die Kunden machen dann einen Shootout, bei dem sie die Produkte auf Herz und Nieren prüfen und vergleichen können – das lässt sich in dem Maße hier in der Messeumgebung natürlich nur ganz schlecht realisieren.

Die neue Halle 12: Wie glücklich oder unglücklich bist du mit eurem Standort in der 12.1?

Die Halle 12 ist generell als Standort gut. Und es macht schon Sinn, alle Aussteller aus dem Lichtsegment in einer Halle zu vereinen. Das ist uns auch sehr wichtig. Es würde aber auch funktionieren, wenn z.B. ein Teil in der 11 und der andere Teil in der 12 wäre. Wir würden uns aber wünschen, dass wir nicht wieder in der oberen Etage sind – denn generell sind die unteren Ebenen einfach besser. Ganz klar, denn die Leute gehen in der Regel nicht direkt nach oben sondern bleiben erstmal unten. Aber wer weiß, wie das nächstes Jahr wird. In Bezug auf die Branche würde ich mir sehr wünschen, dass es die Halle 4 so nicht mehr gibt, sondern dass die „zu uns zurückkommen“. Thematisch ergänzt sich das einfach. Es kann nicht sein, dass das alles so extrem auseinander gerissen wird. Aber auch aus deren Sicht: Die Unzufriedenheit, die in Halle 4 herrscht, spüren wir bis zur 12.1 hoch.

Deshalb wünschen wir uns das allein schon für die Messebesucher – dass die hier nicht Kilometer runter reißen müssen, nur um von hier zu den LED-Screens in der 4 zu müssen und dann wieder zurück zum Licht und dann vielleicht doch wieder rüber … dafür ist es einfach zu weit. Auch wenn es Shuttles gibt, das sind einfach zu weite Wege, das kostet ja auch alles Zeit. Das ist meiner Meinung nach einfach unnötig.

Würdest du sagen, dass sich die Prolight+Sound im Bereich Internationalität in den letzten Jahren verändert hat?

Also dass die Prolight+Sound noch internationaler geworden ist, würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, aber europäisch verändert hat sie sich auf jeden Fall. Darüber haben wir uns gestern noch unterhalten: Wir haben zum Beispiel den Eindruck, dass unter den Besuchern in diesem Jahr weniger US-Amerikaner sind als sonst. Auf der ISE in Amsterdam dagegen hatten wir interessanterweise mehr Russen – vielleicht hat da aber auch einfach das Thema besser gepasst. Diese Veränderung war für uns auf jeden Fall zu spüren. Was uns noch aufgefallen ist: Es gab in diesem Jahr mehr Südamerikaner. Und gefühlt sind die asiatischen Besucher weniger geworden … Da spielt aber sicher auch die Prolight+Sound in Guangzhou eine Rolle. Klar ist für uns: Für den europäischen Markt gibt es keine vergleichbare Messe zur Prolight+Sound, die annähernd wichtig ist. Das war vor 15 Jahren vielleicht mal die Plaza in London, aber die spielt – zumindest für uns – kaum noch eine Rolle.

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publitec Präsentationssysteme & Eventservice | Andreas Flemming, Geschäftsführer (Halle 12.0)

Ihr habt mit publitec in diesem Jahr einen gänzlich anderen Messeauftritt als im letzten Jahr: letztes Jahr noch als Technikaussteller in Halle 4, dieses Jahr als Standpartner von NicLen in Halle 12. Wie ist das entstanden?

Bei uns ist die Entscheidung gefallen als die Kooperation mit NicLen klar war, da macht natürlich auch ein gemeinsamer Stand Sinn. Das zentrale Ziel war es, unsere Zusammenarbeit bekannt zu machen und auch schon mit möglichst vielen Kunden im Detail über die daraus resultierenden Vorteile zu sprechen.

Nun wurde viel am Konzept der Messe verändert: Wie empfindest du die Prolight+Sound in diesem Jahr?

Für unsere gemeinsame Botschaft mit NicLen war die Messe eine ideale Plattform, wir konnten so zielgerichtet und konkret mit unseren Partnern kommunizieren. Das neue Konzept hatte dabei auf die Besucherzahl an unserem Stand kaum Auswirkungen, dafür war eher die Lage des Standes in der Halle selbst ausschlaggebend als die Lage der Halle auf dem Messegelände.

Insgesamt könnten die Besucherzahlen sicher höher sein, gerade an den Nachmittagen war es teilweise leer in den Hallen. Hier muss sich zeigen, ob das Konzept der Messe langfristig dafür sorgt, dass wieder mehr Interessenten nach Frankfurt kommen.

Thema Internationalität: Hast du den Eindruck, dass sich hier etwas verändert hat?

Die meisten europäischen Staaten, z.B. Österreich, Schweiz, Belgien, die Niederlande, Frankreich und die skandinavischen Länder waren sehr gut repräsentiert und die Besucher hatten durchweg konkreten Gesprächsbedarf und Entscheidungskompetenz. Ich hatte das Gefühl, dass weniger Kunden aus Osteuropa vor Ort waren und auch aus UK habe ich niemanden getroffen. Aus der Halle 4 wurde mir berichtet, dass dort recht viele Asiaten unterwegs waren, da diese wegen des Chinese New Year nicht zur ISE gereist sind.

Was sind deine Wünsche für das nächste Jahr?

Wie gesagt hoffe ich, dass mit dem attraktiven Rahmenprogramm insgesamt wieder mehr Besucher angesprochen werden können. Außerdem müsste die Messe zumindest einmal darüber nachdenken, die Dauer auf drei Tage zu begrenzen – der Freitag fällt von der Besucherfrequenz deutlich ab. Fortgeführt werden sollte auf jeden Fall der tägliche Beginn um 10:00 Uhr, das nimmt Ausstellern und Besuchern den Stress bei der Anfahrt.

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Unilumin Germany | Sebastian Büchler, Sales Manager (Halle 4.0)

Sebastian, wie zufrieden bist du mit eurem Messeaufritt auf der Prolight+Sound 2019?

Mit unserem Auftritt sind wir dieses Jahr sehr zufrieden. Zuletzt war Unilumin im Jahr 2013 als Aussteller auf der Prolight+Sound. Nach ein paar Jahren befürchteten wir einen kleinen Bruch, was jedoch gar nicht der Fall war. Es hat unsere Erwartungen sogar übertroffen. Speziell das gute Fachpersonal, welches die Messe besucht hat, war sehr gut. Ich kann sagen: Unser Fazit ist durchweg positiv.

Wie empfindest du die neue Hallenaufteilung? Wie geht es Unilumin in Halle 4?

Ich finde die neue Aufteilung gut, Unilumin profitiert in jeglicher Weise davon. Es gibt natürlich mehr Freiflächen in den Hallen, aber das beeinflusst uns hier eigentlich nicht.

Wie beurteilst du die Internationalität der Messe?

Das ist schwer zu sagen. Grundsätzlich haben wir das Gefühl bekommen, dass die Messe internationaler wird. Für Unilumin hatten wir hier zum Beispiel u,a, Kunden aus Mexico, aus Panama, auch asiatische Kunden. Hier konnte man einen deutlichen Wandel spüren.

Was denkst du generell über die Entwicklung der Prolight+Sound?

Hier in Frankfurt ist immer eine sehr entspannte Atmosphäre. Wenn ich das zum Beispiel mit der ISE in Amsterdam vergleiche: da ist einfach deutlich mehr Business und die Termine sind sehr durch getaktet. Aber dort liegt der Fokus ja auch woanders. Auf der Prolight+Sound kann man einfach sehr gut seine Kontakte pflegen, sich mehr Zeit für die Kunden nehmen, aber auch neue Kunden gewinnen und Projekte besprechen – das ist genauso wichtig, vor allem natürlich für Kunden, welche die ISE nicht besuchen konnten. Und Frankfurt selbst bietet sich als Messestandort sehr gut an. Also wir werden im kommenden Jahr definitiv wieder an der Prolight+Sound teilnehmen.

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Neue Hallenaufteilung bei der Prolight+Sound 2019

Hallenplan Prolight+Sound und musikmesse 2019
Hallenplan Prolight+Sound und musikmesse 2019 (Bild: Lena Voss)

In der neuen Halle 12 fand man die Bereiche Light, Stage und Entertainment. Halle 8 teilte sich die Prolight mit der Musikmesse, dort waren alle Aussteller rund um die Themen Audio und Recording versammelt. In Halle 4 waren nochmal einige Licht-Firmen sowie die Videobranche vereint. Oben drüber, in Halle 4.1 schuf die Messe eine neue Networking-Area, die durch weitere Aussteller, vor allem Verbände, ergänzt wurde.

Weitere Bereiche der Prolight+Sound: Das Portalhaus hinter der Halle 12 sowie das Forum vor der Festhalle beheimateten weitere Audio-Themen. In der Festhalle fand nach wie vor die PRG Highlightshow statt. DJs waren im Saal Europa sowie dem Foyer der Halle 4.0 beheimatet (DJCon / Sample Music Festival), auf der Zwischenebene C wurden Konferenzen und Development-Programme geboten. Abgerundet wurde das ganze durch den Außenbereich rund um die Agora Stage, die einerseits in weiten Teilen für das leibliche Wohl der Besucher sorgte, aber auch Platz für Live-Sound Demos, mobile Stages und LED bot.

Blick auf die Festival Arena
PRG Highlight-Show in der Festhalle (Prolight+Sound 2019)
Speakers Podium in Halle 4.1 auf der Prolight+Sound 2019

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Kurz ein paar Stichworte:

    Parkhaus mit pauschal 15 Euro je Tag ist eine echte Frechheit! Hier sollte man mindestens auch eine Halbtagspauschale anbieten!

    Musikmesse bedient bzgl. el. Musikinstrumente so gut wie keinen mehr – nahmhafte Hersteller glänzten mit Abwesenheit, Live-Sound-Arena: falscher Standort. Die Systeme konnten nicht vernünftig getestet werden aufgrund von extremen Reflektionen an den Hallenwänden.

    Gut: Halle 4! Alle wichtigen auf einen Punkt. Das hat Spaß gemacht.

    Halle 3.0….absolute Katastrophe…Die Abhänge von der Decke taugten als optischer aber keineswegs als akustischer Separator…ich war nach 5 Min. sofort wieder aus der Halle raus nach einem Durchlaufsprint.

    Anregung:
    Musikmesse mi PLS verbinden: Lasst echte Instrumente der Hersteller in verschiedenen Hallen mit “PLS-Equipment” auftreten…von der Konzeptionierung ähnlich wie der Ablauf bisher bei reiner Audio Wiedergabe in der Live-Sound Arena.

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