Doku-Tipp

The Rolling Stones – Olé Olé Olé! A Trip Across Latin America

Große Tour-Produktion – und große Herausforderungen: Nicolay Ketterer hat sich wieder mit Popcorn sowie Saftbowle die Nächte um die Ohren gehauen und eine interessante Dokumentation für euch entdeckt! Dieses Mal: „The Rolling Stones – Olé Olé Olé! A Trip Across Latin America“

Doku "The Rolling Stones – Olé Olé Olé! A Trip Across Latin America" auf Netflix(Bild: Netflix)

Nach über 50 Jahren hätte er sich eigentlich an Menschenmassen gewöhnt, meint Keith Richards, aber Südamerika sei anders. Funkkommandos der Produktion verkünden den Show-Start, bevor „Start Me Up“, untermalt von Feuerwerk, das Konzert eröffnet. So weit, so gewohnt. Die Euphorie sei allerdings „eine große Version der 60er“, fasst Charlie Watts zusammen. Mick Jagger erläutert, in lateinamerikanischen Diktaturen war früher Rockmusik verboten. In Argentinien sei in ihrer Abwesenheit ein Mode-Kult entstanden, die „Rollingas“. Markenzeichen: das typische Zungenlogo. Eine Argentinierin erklärt, die Stones seien wie eine Religion. Eine andere zeigt ihren kleinen Sohn, den sie Jagger genannt hat, „nach seiner Majestät“.

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Die 2016er Südamerika-Tour führt durch Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Peru, Kolumbien und Mexiko. Als Finale steht Kuba auf dem Programm, der kostenlose Havanna Open-Air-Gig (siehe auch Production Partner-Interview mit FOH Dave Natale, Ausgabe 2/2018). Ob das klappt, ist während der Tour noch unklar. „Es geht jeden Tag um Kuba!“, verkündet Production Director Dale „Opie“ Skjerseth. „Wir haben überlegt, ein Boot als Hotel zu nutzen, aber das wurde zu teuer und kompliziert.“ Sein Kollege Adam Wilkes, die die Kuba-Show produziert, meint: „Kuba funktioniert nicht, wie wir das gewohnt sind, mit Mails oder Anrufen. Das ging bis nach ganz oben, Raúl Castro. Die sehen es als Regierungspolitik an – als Symbol für die Öffnung des Landes.“ Es sei machbar, müsse aber komplett anders umgesetzt werden, zudem in der Geschwindigkeit der Einheimischen.

Stones-Managerin Joyce Smyth erklärt, man müsse Bühne und Equipment rechtzeitig aus Belgien verschiffen. „Wir befinden uns auf Messers Schneide, bis wir wissen, dass die kubanische Regierung den Vertrag unterzeichnet hat.“ Dann terminiert Barack Obama seinen Besuch einen halben Tag nach dem Stones-Gig. Das funktioniert für das Regime organisatorisch nicht, der Auftritt wird auf den 25.März verschoben. Später spricht sich der Papst gegen das Konzert am Karfreitag aus – die Band bleibt hart. „Der Papst hat seine eigene Agenda“, meint Richards. „Er ist nicht mein Manager.“

Bis zum Abschlusskonzert liegen weitere Hürden, dazwischen werden Live-Schnipsel und viel Atmosphäre vermittelt, mit Erlebnissen der Musiker und Fans. Der Kuba-Gig war bekanntlich ein voller Erfolg. Der Blick hinter die Kulissen offenbart ein emotionales Ereignis für Band und Organisatoren. Die 100-minütige Doku von Regisseur Paul Dogdale erschien ursprünglich auf DVD und Blu-Ray, seit kurzem ist der Film bei Netflix zu sehen. Das komplette Havanna-Konzert wurde übrigens separat veröffentlicht, unter dem Titel „Havana Moon – The Rolling Stones Live In Cuba“.

>> Hier geht es direkt zur Doku “The Rolling Stones – Olé Olé Olé. A Trip Across Latin Amerika” auf Netflix.

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Klingt wirklich interessant und spannend. Ich kenne von zahlreichen Kuba Reisen die Insel gut und kann mich sehr gut in die Lage hineinversetzen, dass dort alles etwas anders läuft und alles bis zur letzten Sekunde in Ungewissheit bleibt. Ich bin gespannt, wie es ausgeht!

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