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Strukturelle Ungleichbehandlung

LiveMusikKommission kritisiert Kürzung des Festivalförderfonds im Bundeshaushalt 2027

Musikspielstätten-Verband kritisiert strukturelle Ungleichbehandlung im Kulturhaushalt und fordert gesellschaftlich angemessene und benötigte Unterstützung in schwierigen Zeiten

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Die LiveMusikKommission e.V. erkenne an, dass die weltpolitische Lage Einsparungen in vielen Bereichen notwendig mache. Der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland könne jedoch nicht akzeptieren, dass die gegenwärtige Haushaltspolitik unter dem Deckmantel der Sparnotwendigkeit die strukturelle Ungleichbehandlung durchsetze und zementiere.

Der Festivalförderfonds sei im Haushaltsentwurf erneut seitens der BKM von 4 Mio. Euro auf 2 Mio. Euro heruntergesetzt worden und könne nur mit parlamentarischer Unterstützung aufgestockt werden. Damit werde ausgerechnet jenes Programm halbiert, das für viele kleine und mittlere Festivals eine zentrale Stütze darstelle.

Umso schwerer nachvollziehbar sei, dass zugleich an anderer Stelle anscheinend aufgestockt werde: Die Bayreuther Festspiele GmbH solle künftig 5,2 Mio. Euro statt bisher 4,2 Mio. Euro vom Bund erhalten. Diese Schieflage sei kein Einzelfall: Musikspielstätten in Deutschland finanzierten sich im Bundesschnitt zu über 90 Prozent aus eigener Kraft, öffentliche Zuschüsse machten nur 9,8 Prozent der Erlösstruktur aus – bei etablierten Hochkultureinrichtungen sei das Verhältnis nahezu umgekehrt.

Seit 2023 seien beim Festivalförderfonds, der als erste strukturelle Bundesförderung für Festivals der populären Musik eingeführt worden sei, 1.838 Anträge gestellt worden, von denen 411 Projekte von Festivals in ganz Deutschland hätten gefördert werden können. Der Ansturm auf das Programm sei bis heute hoch; allein 2025 sei es um 353 Prozent überzeichnet gewesen.

Die bisher geförderten Musikfestivals seien in großen Teilen keine kommerziellen Großveranstaltungen und würden im Wesentlichen von ehrenamtlichen Strukturen getragen und organisiert. Sie seien temporäre soziokulturelle Infrastruktur, gerade im ländlichen und strukturschwachen Raum, und leisteten dort einen sehr bedeutenden Beitrag zum demokratischen Zusammenhalt.

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission e.V., wird wie folgt zitiert:

„Die wiederholte Halbierung des Festivalförderfonds ist kein kulturpolitischer Einschnitt, sie ist ein Fehler, der auf großen Widerspruch stoßen muss. Die LiveKomm hat in der Vergangenheit mehrfach schon davor gewarnt, Hochkultur gegen Pop- und Subkultur aufzurechnen. Dieser Appell gilt nach wie vor – als Erwartung an die Politik, die gesellschaftlichen Realitäten und ihre Herausforderungen endlich anzuerkennen. Die großen, institutionell abgesicherten Kultur-Leuchttürme allein sichern keine demokratische Teilhabe. Einen wesentlichen Beitrag leisten jedoch die vielen kleinen Festivals, die mit großem ehrenamtlichem Engagement, minimalen Ressourcen und oft am wirtschaftlichen Limit arbeiten. Insbesondere im ländlichen und strukturschwachen Raum brauchen sie verlässliche Unterstützung.”

Die LiveMusikKommission fordere die Koalition und das Parlament auf, die dauerhafte Verstetigung des Festivalförderfonds auf mindestens 4 Millionen Euro umzusetzen. Darüber hinaus dränge der Verband auf eine Reform der bundesdeutschen Förderstrukturen auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene – konkret für eine „Demokratisierung” bei der Ausreichung von staatlicher Unterstützung, also einer Kulturförderung, welche die gesellschaftliche Mitte widerspiegele und nicht historische Privilegien zementiere.

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