Mit großer Bestürzung erfahren wir, dass Thomas Adt am 26. Oktober nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist. Thomas war ein echtes Urgestein der deutschen Beschallungs-Szene und mehr als ein „reiner Vertriebler“.
Thomas Adt in seinem Element: mitten in der Branche. Hier 2007 in Berlin für HK Audio (Bild: Detlef Hoepfner)
Als studierter Musikwissenschaftler hatte er eine besondere Perspektive auf den Live-Sound, in den er sich Ende der 1980er-Jahre aktiv stürzte. Anfang der 1990er folgte der Wechsel in den Vertrieb, ebenfalls vom Saarland aus. Sowohl mit der Marke HK Audio als auch dem sehr geerdeten Geschäft seiner Kunden von mittlerer und kleiner Betriebsgröße eng verbunden prägte er den Markenauftritt redegewandt über 17 Jahre. Seine Mails aus St. Wendel an uns kündeten von diesem augenzwinkernden Selbstbewusstsein: „Grüße aus den Californien Deutschlands!“ Sie konnten aber auch mit „… aus dem Herzen Europas“ enden – und das bekam 2010 eine neue Bedeutung:
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Anselm Goertz, Christophe Combet
(Director of Sound System Design), Thomas Adt und Martin Rode (Bild: Detlef Hoepfner)
Vom Saarland aus ergriff er die Chance, für L-Acoustics tätig zu werden. Man fragte sich, was passiert, wenn so ein breitschultriger Praktiker vom Land auf französisches Etepetete trifft? Offensichtlich Erfolg, den Thomas bis 2022 mitgestaltete, die DACH-Perspektive immer wieder mit einbrachte und auch persönlich mit gerne am Start war, wenn damals L-Acoustics-Material in unserem Labor in Betrieb genommen wurde.
Thomas gab sein Wissen auch noch im Ruhestand begeistert weiter
Auch in seinem Ruhestand blieb Thomas seinem Wunsch, zu kommunizieren treu und beriet Kunden für ihren technischen Verkauf. Zuletzt zusammengearbeitet haben wir mit ihm dazu auf der leat con 24. Auch dort brachte er seinen eigenen Style ein – statt KI gab es persönliche Ansprache, Herausforderung, eine Tafel, und natürlich bin ich gerne ins Hamburger Schanzenviertel losgeflitzt, um ihm noch ein paar Schwämme dafür zu besorgen.
Seine Familie, der wir unser Mitgefühl aussprechen, würdigt ihn sehr treffend: Als jemanden, „der Herausforderungen mit Optimismus begegnete und für den das Miteinander immer an erster Stelle stand.“