Dante Via Netzwerk

Dante Via ohne Dante-Hardware

Das rein Software-basierte Dante-Audionetzwerk Via verspricht Zugriff auf alle am Computer vorhandenen Audioeingänge und Ausgänge sowie die Audio-Vernetzung mehrerer Rechner rein über die Netzwerkschnittstelle – und all das ohne Dante-Hardware.

Dante Via
(Bild: Christiane Bangert)

Dante Via ist zwar noch nicht verfügbar, die Aussichten aber sind spektakulär: „Dante Via ist wie eine Bombe, die man in den Rechner schmeißt und die dessen Inneres soweit in Einzel- teile zerlegt, dass man Zugriff auf jede einzelne Quelle und Senke hat“, so beschrieb Arthur Koll von Yamaha seinen ersten Eindruck von Dante Via nach der Vorstellung auf der Dante AV Networking World im Rahmen der IS2015 in Amsterdam. Damit soll Dante Via die beliebige Verknüpfung aller Audio-Eingänge und -Ausgänge des PCs oder Macs ermöglichen, egal ob sie softwareseitig in Programmen (vom Media-Player bis zu Protools), an einem USB-Audiointerface, den analogen Schnittstellen des Rechners oder Firewire- oder PCI-Geräten zur Verfügung stehen.

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»Dante Via ist wie eine Bombe, die einen Rechner in Einzelteile zerlegt, sodass man Zugriff auf jede einzelne Quelle und Senke hat.«

Arthur Koll | Yamaha

Damit nicht genug, sollen sich die Rechner auch noch über die vorhandenen Netzwerkschnittstellen vernetzen lassen, ohne dass ein Dante- Gerät im Netzwerk vorhanden ist. So sollen sich die Audiosignale eines USB-Interfaces am Rechner A am Fi- rewire-Interface des Rechners B aus- geben und in der Bearbeitungssoftware des Rechners C mit den lokalen Audiosignalen mischen lassen. Spannende Aussichten also und Gründe genug, bei Audinate nach näheren Details zu fragen. Geantwortet hat Brad Price, Senior Manager für technische Lösungen bei Audinate.

Fexibles Vernetzen: Interview mit Brad Price

Es gibt zwei spannende Ebenen von Dante Via: Die lokale Ebene mit dem Zugriff auf alle Audio-Interfaces und die Netzwerkebene. Zunächst zur lokalen Ebene: Es gibt ja so viele verschiedene Formate mit unterschiedlichen Abtastraten. Wie geht Dante Via mit Signalen unterschiedlicher Abtastraten um?

Dante Via ist auf 48 kHz/24 Bit im Dante-Netzwerk festgelegt und konvertiert die Abtastrate, falls dies notwendig ist. Die meisten Audio-Applikationen nutzen bei der Ausgabe die Abtastratenkonverter, die Windows- und OS-X-Betriebssysteme zur Verfügung stellen. Via ergänzt diese Fähigkeit für die angeschlossene Hardware.

Dante Via wird es ja für Windows- und OS-X-basierte Rechner geben. Kann man auch einen Windows- Rechner mit einem OS-X-Rechner vernetzen? 

Ja!

Müssen die Switche zum Aufbau des Netzwerks bestimmte Merkmale haben – z. B. Layer 2 oder Layer 3 – und spezielles QoS oder andere Services beherrschen? 

Dante Via funktioniert mit Standard Layer 2 Gigabit und 100 Mbps-Switchen. QoS wird empfohlen, wenn man Dante in einem gemischt genutzten Netzwerk betreibt.

Wie viele Kanäle kann Dante Via lokal verwalten und wie viele Kanäle können zwischen Rechnern ausgetauscht werden? 

Dante Via unterstützt den Austausch von 32 x 32 Kanälen mit der angeschlossenen Hardware und bis zu 64 Kanäle, wenn es mit Anwendungen kombiniert wird.

Von welchen Latenzzeiten muss man ausgehen – könnte man Dante Via auch bei Live-Konzerten nutzen? 

Dante Via hat eine auf 10 ms festgelegte Latenz, wenn es Signale aus dem Dante-Netzwerk empfängt. Es ist zu beachten, dass verschiedene Geräte und Anwendungen unterschiedliche Latenzen haben, die zusätzlich individuell die Latenz beeinflussen. In einer Live-Umgebung ist Via gut für den Einsatz zum Überwachen von Kanälen, für Aufnahmen und die Wiedergabe geeignet. Wenn es in einer Signalbearbeitungskette eingesetzt wird, so verhält sie sich genauso wie eine Dante Virtual Soundcard.

Kann man Signale zwischen einem Dante Via und einem Dante-Netzwerk austauschen? 

Ja.

Welche Intention steht hinter der Entwicklung? Als reine Software-Lösung unterscheidet sie sich ja von den bisherigen Produkten? 

Wir haben einige Ideen entwickelt, wie wir die Dante-Mechanismen für einen neuen Weg der Verteilung von Computer-Audiosignalen nutzen können. Es wurde schnell klar, dass wir direkt einige der Schlüsselprobleme lösen können, die weit verbreitet bei der Nutzung von Computer für den Zugriff, die Bearbeitung und die Aufnahmen von Audiosignalen sind. Dante Via ist unser erstes „Stand alone“-Produkt und wir fühlen uns einzigartig kompetent, es zu liefern. Via ist mit und ohne Hardware-basiertes Dante-Netwerk nützlich und erlaubt mehr Leuten, die Flexibilität und Verlässlichkeit von IP-basierter Audioübertragung in ihrer Arbeitsumgebung kennen zu lernen.

Auf welchen Kundenkreis zielt Dante Via ab, für welche Anwendungen ist es konzipiert? 

Dante Via setzt bei Problemen an, die bei der Nutzung von Computern als primärem Audio-Werkzeug entstehen. Dieses geschieht in ganz unterschiedlichen Bereichen, vom Live- Sound über Home-Recording bis hin zu Intercom-Installationen und Anwendungen in Kirchen, Restaurants und Sitzungssälen. Wir haben überlegt, wie Nutzer in diesen Umgebungen Software und Hardware kombinieren und sahen, dass ihnen ein einheitlicher Weg zur Verwaltung und Verbindung all der verschiedenen Geräte und Applikationen fehlt, der auch ohne externe Kabel und unnötige AD/DA-Umsetzung auskommt.

Die Technologie, die Dante zugrunde liegt, bewies sich als exzellenter Weg, um all diese Probleme zu lösen. Es ermöglicht Leuten, die nicht Audioexperten sind, bisher Unmögliches zu erreichen und gibt den Profis neue und bessere Wege, ihre Arbeit mit Computer-basierten Audiosignalen umzusetzen. 

Wann ist es fertig und was wird Dante Via kosten?

Wir peilen eine Veröffentlichung im zweiten Quartal 2015 an, den Preis werden wir mit der Veröffentlichung bekanntgeben.

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