Building Bridges

Eurovision Song Contest 2015

Nicht nur wegen der ca. 200 Millionen Zuschauer bietet der ESC Superlative: Auch die technische Realisation setzt regelmäßig Maßstäbe. Die innovative Technik des 60. ESC dürfte wieder wegweisend für die Produktionstechnik der nächsten Jahre sein – und das nicht nur wegen seiner Broadcast-Technik: signifikante Teile der Produktion basierten auf IP-Technik.

ESC 2015 Final
(Bild: Peter Kaminski)

Für den Host-Broadcaster Österreichischer Rundfunk / ORF war der 60. ESC die größte Produktion in dessen Geschichte. Man hatte sich daher vorgenommen, modernste Fernsehtechnologien einzusetzen. Der ESC war damit für den ORF ohne Frage eine Mammutaufgabe; nicht nur technisch, sondern auch logistisch: So wurden 3.500 Tonnen Material verbaut und über 800 Mitarbeiter taten vor Ort ihren Job, 300 davon im technischen Kernbereich. Einen besonderen Erfolg konnte Deutschland beim ESC verbuchen – allerdings nicht soooo sehr bei der musikalischen Darbietung, aber ohne Frage bei der technischen Ausstattung der Veranstaltung – viele deutsche Hersteller waren mit ihren Produkten präsent.

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Visualisierung

Die Stadthalle in Wien ist die größte Eventhalle in Österreich, in der jährlich ca. 300 Veranstaltungen stattfinden. Sie ist im Verhältnis zur Düsseldorfer Esprit Arena, wo der „deutsche“ ESC stattfand, kompakter, was aber am TV-Bildschirm durch die Bühnen- und Hallenausgestaltung so nicht wahrnehmbar war. Insgesamt fanden zwölf Shows statt – also inklusive öffentlicher Proben und Vorentscheidungen, bei denen in der Halle knapp über 100.000 Besucher zwischen dem 18. und 23. Mai 2015 anwesend waren. Eines wurde bei unserer Vor-Ort-Besichtigung schnell klar: Das TV-Bild steht ganz im Focus und nicht primär das Erscheinungsbild in der Halle. Insgesamt sorgten 26 Kameras für einen optimalen TV-Eindruck der Show. Die Hauptbühne (43 m Breite, 22 m Tiefe und 14 m Höhe) war in Form eines Auges gestaltet. Um die Hauptbühne herum wurden Röhren angeordnet (die Gesamtlänge aller Röhren betrug 3.225 m), die mit LED-Technik ausgestattet wurden, wie auch der Bühnenboden. Dadurch wurden sehr individuelle und eindrucksvolle Effekte erzeugt. Der Bühnenhintergrund wurde mit einer 30 × 9 m großen LED-Wand für Einspielungen ausgestattet, die in der Mitte eine Auflösung von bis zu 7,5 mm bot. 1.400 klassische Scheinwerfer waren im Einsatz. Das hört sich erst einmal viel an, aber der Hauptanteil der visuellen Eindrücke ist doch den LED- Flächen zuzuschreiben. Der Green Room für die Künstler war nicht neben der Bühne, sondern auf der gegenüberliegenden Hallenseite angeordnet. Für die Künstler war ein Verbindungsgang in der Hallenmitte zur Bühne eingerichtet. Der Aufbau der Instrumente und Accessoires für den nächsten Song erfolgte in der kurzen Zeit, wo der Einspieler für den nächsten Song dargeboten wurde. Hierzu nutzte man, wie schon beim deutschen ESC in Düsseldorf, ein Lasersystem, das die Umrisse der einzelnen Gegenstände auf den Boden projizierte und so die korrekte Positionierung erleichterte. Rechts und links neben der Bühne befanden sich je drei Projektionswände in verschiedenen Richtungen für die Hallenbesucher, um z. B. die Einspieler zu sehen oder um Hinweise zu übermitteln (Phone lights on …). Die frontale Wand konnte innerhalb von ein paar Sekunden ein- und ausgefahren werden. Zeigte eine Kamera z. B. auf die linke oder rechte Wand, so wurde diese vorher eingefahren, damit man diese nicht sehen konnte. Wenn kein Live-Bild aus der Halle gesendet wurde, waren diese beiden Projektionswände ausgefahren.

Zugangskontrolle

Die Technik für das Zutrittssystem stammte von Riedel. Immerhin mussten 12.000 Akkreditierungen verwaltet und auch eine entsprechende Anzahl von RF-ID-Karten produziert werden. Der Datensatz für jede akkreditierte Person wurde mit der EBU permanent abgeglichen und ermöglichte je nach Status den Zugang zu den verschiedenen Bereichen. Zusätzlich wurde damit auch der Status der Catering-Bons abgeglichen. Auf den ID-Karten wurde auch gespeichert, wer wie oft am Tag Essen bekam. Somit konnte der Caterer ausschließen, dass Personen mehrmals Essen abforderten und so verhindern, dass der Auftraggeber doppelt zahlen muss.

Ü-Wagen

Produziert wurde der Eurovision Song Contest im Bildformat 1080i50 mit 5.1- Mehrkanalton im Dolby-E-Format. Es wurden sechs Ü-Wagen eingesetzt: Zwei Wagen von Videohouse NV als Hauptproduktions-OB und für Backup, ausgestattet mit je einem Lawo mc2 66 Pult, sowie zwei Ü-Wagen des ORF für Musikproduktion und Backup, ebenfalls mit Lawo mc266, sowie ein Ü- Wagen für die Übertragung der Pressekonferenz mit Lawo mc2 56 und ein weiterer Ü-Wagen für die lokale Berichterstattung mit Lawo mc266. Die ORF Ü-Wagen für die Musikproduktion nutzen unter anderem Timecode-synchronisierte Pro Tools-Systeme von Avid, um u. a. Plug-ins von Waves in die Mischpultkanäle zu inserten. Im zentralen Playout-System wurden ebenfalls Pro Tools-Systeme als Zuspieler eingesetzt sowie auch im Rehearsal Room. Es gab auch wie immer einen Viewing Room, um ideale Abhörbedingungen für den Ton bereitzustellen und so eine Soundoptimierungen zu ermöglichen. Ausgestattet wurde dieser Raum mit drei Genelec 8260DSP (Front), vier Genelec 8240DSP (Surround) und einem SE8261 für den LFE-Kanal.

Intercom

Die Bereitstellung der Infrastruktur und Funkgeräte wurde von Riedel übernommen, wie auch die Betreuung des kabelgebundenen Intercoms. Neben ca. 100 analogen Funkgeräten kam ein digitales TETRA-Funknetz mit einer TETRA-Basisstationen und diversen Repeatern und ca. 600 TETRA-Funkgeräten zum Einsatz, wobei frequenzökonomische Aspekte zu dem Entschluss führten, massiv auf Digitalfunk zu setzen. Auch die Anforderung, das gesamte Gelände mit allen Nebenhallen abzudecken, präferierte den Einsatz eines digitalen Funksystems. Pro Frequenz ließen sich vier Sprachkanäle dynamisch belegen bzw. verwalten. Die Anbindung der analogen Funkgeräte an das Intercom-Netz erfolgte über zehn Riedel RiFace und die Anbindung der TETRA-Geräte an die Artist Digital Matrix erfolgte über Juggler von Riedel. Die RiFace UHF-Funkinterfaces gewährleisteten so zum Beispiel das Mithören der Regieanweisungen während der Proben und Sendungen. Über den Jugger konnte man bis zu 64 Sprechkanäle des Digitalfunks über einen MADI-Audiodatenstrom an das Artist Intercom übergeben. Das Intercom basierte auf Riedels Artist Digital Matrix, wobei Riedel 140 Bedien-Panel und neun Artist-Mainframes bereitstellte. In den Ü-Wagen waren ebenfalls schon Riedel Artist Panels verbaut, so dass sich die Gesamtzahl der Intercom-Panels auf ca. 300 belief, wobei insgesamt 15 Artist-Mainframes im Einsatz waren. Es war eine Forderung, sämtliche Ü-Wagen vollständig in das Kommunikationskonzept einzubinden. Zuerst wurden die Intercom-Zentralen in den Hallen über Glasfaser miteinander verbunden. Die Verkabelung der Sprechstellen erfolgt stets vom nächstgelegenen Knotenpunkt bzw. redundant an zwei örtlich getrennten Knoten. Mit dem Eintreffen der einzelnen Ü-Wagen wurde die Anlage entsprechend kaskadiert.

AV-Netzwerk

Der Eurovision Song Contest stand in diesem Jahr unter dem Motto „Building Bridges“, und dieses Leitmotiv passte – auch wenn damit der völkerverbindende Charakter der Show unterstrichen werden sollte – perfekt zur hochkomplexen Audio/ Video-Netzwerktechnik. Ein halbes Jahr vor der Veranstaltung wurde ein komplettes Glasfasernetz in der Halle verlegt. Also beste Voraussetzungen für die virtuellen Brückenbauer. Eine Hauptforderung an die Technik war das hohe Maß an Ausfallsicherheit. So wurden örtlich getrennte und redundante Signalwege und Mehrfachanbindung von relevanten I/O-Positionen umgesetzt. Das Besondere war bei diesem ESC, dass signifikante Teile der Produktion auf IP-Technik basierten. Andreas Hilmer, Director Marketing & Communications von Lawo, kommentierte dies so: „Die komplett IP-basierende Produktion ist noch ein Zukunftsszenario, welches aber sicherlich bei Veranstaltungen dieser Größenordnung in den nächsten zwei bis drei Jahren Einzug finden wird.“ Bei diesem ESC liefen die Audiosignale auf eine zentrale Audiokreuzschiene auf und wurden von dort verteilt, was den Verkabelungs- und Geräteaufwand minimierte. Die gesamte zentrale Technik (TOC) war in mehreren Containern in Ü-Wagen-Nähe installiert. Die Lawo Nova 73HD bildete so das Herz der Audioverbindungen. Zehn via RAVENNA (AES67-kompatibles IP-Netzwerk) angebundene DALLIS I/O-Systeme stellten die Signale über diverse Schnittstellenformate bereit. So wurden u. a. die Drahtlosmikrofonempfänger, In-Ear-Sender, Zuspieler und auch die Ü-Wagen sowie FOH- und Monitor-Pulte angebunden und zwei DALLIS I/Os standen für die Signalübernahme des Orchesters bereit. Insgesamt wurden beachtliche 6.600 Audiosignale über die Lawo Nova 73HD Kreuzschiene verteilt bzw. geroutet. Bei den DALLIS I/Os wurden auch fünf MADI-Interfaces eingesetzt, über welche die Anbindung der FOH/Monitor-Pulte, der Ü-Wagen und der Audio-Zuspieler erfolgte. Dabei wurden alle Audiokanäle der fünf MADI-Schnittstellen belegt. Mit ANNA-LISA von Direct Out wurden die MADI-Signale an den Lawo-Routern überprüft. Weiter kam die Direct Out EXBOX.BLDS mehrfach zum Einsatz. Der MADI-Redundanzumschalter wurde sowohl im Beschallungssystem als auch an den synchron laufenden Pro Tools-Systemen des ORF eingesetzt, um einen MADI-Stream zusammenzuführen bzw. im Falle eines Signalausfalls von einem System praktisch sofort und automatisch auf das zweite System umzurouten. Für die Verteilung der Videosignale, zum Teil auch in Verbindung mit Audio, kam das MediorNet von Riedel im großen Umfang zum Einsatz. Riedel war auch für die Betreuung dieses Signalverteilungssystems verantwortlich. Vor Ort in der Halle trafen wir Stefan Feichtegger von Riedel in Österreich, der dazu Folgendes erläuterte: „Ähnlich wie bei der Audioverteilung lief auch das Konzept bei der Signalverteilung zwischen OB Van, TOC und Hallen ab. Auch hier haben wir in der Halle Knotenpunkte als Stageboxen verteilt und zu den entsprechenden Video- und Audioabnehmern verteilt. Der Planungsprozess war sehr dynamisch und von Änderungen geprägt. Zu diesem Zeitpunkt kam uns unser neues Produkt der MediorNet Familie MetroN sehr entgegen. Dieser Video-Fiberswitch ermöglicht die Anbindung von bis zu 64 abgehenden und ankommenden LWL-Strecken. Diese enorme Kapazität bieten für kurzfristige Erweiterungen natürlich einen riesigen Vorteil. Auf diesem Core, bestehend aus vier MetroN Units, haben wir wiederum MediorNet Modular Frames in verschiedenartige Topologien wie Stern, Ring, Kette, angebunden, wobei hier darauf zu achten war, dass der Ausfall einer Fiberleitung das System nicht beeinflussen darf. Am Ende kamen wir auf 48 MediorNet Frames, über 400 HD-SDI und unzählige Audiosignale.“

Kommentatorentechnik und Kabinen

Die 45 Kommentatorenkabinen waren in zwei Ebenen auf der Bühnengegenseite hinter dem Greenraum angeordnet. Es gab zwei Größen von Kabinen und zwar für zwei und vier Kommentatoren bzw. Personen. Die Technik der Kommentatorenkabinen stammte von Lawo, in jeder Kabine kam eine Lawo Commentary Unit (LCU) zum Einsatz. Das Besondere war, dass die Anbindung der Kommentatoren-Einheiten über eine IP-Anbindung realisiert wurde. Auch die Stromversorgung der LCU erfolgte via Power over Ethernet. Auch eine Bereitstellung eines Internetzugangs konnte über das System gewährleistet werden. Die LCUs wurden über einen Ethernet-Switch an den Commentary Equipment Room angebunden und die Signale dort an die ISDN-Codecs übergeben. Die Verkabelung der beiden Kommentator-Bildschirme in der Kabine wurde durch die Anwendung von IP-Technik vereinfacht. Die Videosignale für die Kommentatoren wurden von Riedels MediorNet an eine Lawo V__link4 übergeben und von SDI auf IP gewandelt – d. h. die Distribution der Videosignale erfolgte über IP-Video-Streaming. Die Verteilung in den Kommentatorenkabinen selbst war noch klassisch, d. h. von IP via SDI auf HDMI und über HDMI-Splitter dann auf die diversen Monitore. Die Betonung im letzten Satzliegt auf noch klassisch, denn es gab eine Demonstrationskabine, bei der eine komplette Anbindung über IP-Streaming ohne SDI realisiert wurde. Die Verzögerung des Videosignals lag bei lediglich drei Frames. Lawo wird auf der nächsten IBC in Amsterdam hierzu auch ein spezielles Produkt präsentieren, um niedrig-latente Monitoring-Anwendungen mit IP-Technologie zu verwirklichen. Als Backup wurden die Kabinen auch noch analog angebunden, was sich über die lokalen Analog-I/Os der Lawo LCU realisieren ließ. Die Kontrolle und Steuerung der LCUs wurde im Commentary Switching Room über die grafische Bedienoberfläche der LCC-Software (Lawo Commentary Control) realisiert.

Drahtlosmikrofone und In-Ear-Monitoring

Die Audiodrahtlostechnik kam komplett von Sennheiser. Für die Künstler- und Moderatorenmikrofone wurde ein Sennheiser Digital 9000 System mit 96 Kanälen, bestehend aus zwölf Achtkanalempfängern EM 9046 und 56 Handsendern (inkl. Ersatz) des Typs SKM 9000 mit ME9005-Mikrofonköpfen (Supernieren-Richtcharakteristik) eingesetzt. Das In-Ear-Monitorsystem setzte sich aus 16 Stereodoppelsendern SR 2050 sowie 140 Empfängern EK 2000 IEM zusammen. Weiter kamen 60 speziell für den ESC angefertigte Kopfbügelmikrofone von Sennheiser zum Einsatz. Vier Antennen-Combiner AC 3200-II, 850 Meter Antennenkabel sowie elf zirkular polarisierte Wendelantennen A 5000-CP zwei Rundstrahler A 9000 sowie zwei Richtantennen AD 9000 vervollständigten das Drahtlossystem. Zum Überprüfen der Drahtlosstrecken wurde ein Mischpult aus der Yamaha CL-Serie eingesetzt. Eine der größten Herausforderungen bei der Umsetzung der Drahtlosanlagen für die Mikrofonübertragung und das Monitoring war die dichte Frequenzbelegung durch Funk, Drahtloskameras, LTE-Basisstationen etc. und die gegenseitige Beeinflussung. Die großen LED-Wände und der LED-Boden verursachten weiter starke Beeinträchtigungen und die Bühnenkonstruktion mit den Metallrohren sorgte zudem für schwierige Bedingungen durch Reflexionen. Durch die in der Praxis vernachlässigbaren Intermodulationsprodukte des Sennheiser Digital 9000 ließen sich die Mikrofonübertragungsfrequenzen durchgängig in 600- kHz-Abständen zueinander anordnen, was die Planung natürlich deutlich vereinfachte.

FOH und Beschallung

Die Beschallung in der Halle wurde mit Produkten von Meyer Sound realisiert, die Bereitstellung für die Veranstaltung erfolgte von Sound Art Service (SAS) aus Wien. Eingesetzt wurden hier 44 Lyon Line-Array-Lautsprecher sowie zwölf 1100-LFC Low Frequency Control Elements mit einem Lautsprechermanagement bestehend aus vier Galileo 616 und sechs Galileo Callisto 616 Array Processoren. Als weitere Fills, Delays und für die Beschallung der VIP-Bereiche dienten 24 M’elodie Line-Array-Lautsprecher, sechs JM-1P, sechs CQ-1, sechs UPQ-1P, acht UPM-1P, 18 UPA-1P, acht MSL-2, 18 MSL-4 und vier MSL-6, acht UPJ-1P und sechs UPJunior VariO-Lautsprecher sowie zehn Subwoofer 700-HP. Das Bühnen-Foldback übernahmen sechs MJF-210, zwei MJF- 212A und 14 UM-1P Bühnenmonitore. Systemdesigner Stefan Schlögl von SAS zur Beschallungsplanung: „Die für Fernsehproduktionen notwendigen freien Sichtlinien stellten eine Herausforderung dar. Die schwierigste Anforderung war der Höhenbedarf der Arrays, deren Unterkanten in zwölf Meter Höhe sein mussten. Eine gleichmäßige Schallverteilung vor der Bühne war so nicht einfach zu erreichen, aber Lyon und JM-1P ermöglichten eine hervorragende Lösung.“ Der Produktionsbereich für FOH und Monitoring befand sich direkt hinter dem Green Room und war im TV-Bild nicht unmittelbar einsehbar, da verdeckt. Für das Monitoring und für die Saalbeschallung wurden Midas-Pulte eingesetzt: Für den Hauptmix ein Midas Pro6 plus Backup und für den Musikmix ein Midas Pro9 plus ein weiteres Backup. Beim Musikmix zeigte sich dann vor Ort, dass ein Pult immer den aktuellen Titel aufliegen hatte, während man am zweiten Pult den nächsten Titel vorbereitete. Die Umschaltung erfolgte über LSB VSM-Panel. Die Audioanbindung der Pulte erfolgte via MADI. Midas Pro-X-Systeme wurden als Monitor-, Monitor-Backup- und Monitor-Rehearsal-Mischpulte eingesetzt.

Fazit: IP auf dem Vormarsch

Es ist schon sehr interessant, die Umsetzung der Technik beim ESC über die Jahre zu verfolgen – sie ist ein Spiegelbild der aktuell möglichen Technologien im praktischen Einsatz und damit immer auch zukunftsweisend. Auf noch keinem ESC war die Netzwerktechnik so dominant bei der Signalverteilung wie in Wien. IP-basierende Vernetzung wird sich in immer mehr Bereichen wiederfinden – auch in Anwendungen, an die wir zurzeit noch gar nicht denken. Die Vorteile, gemeinsame technische Infrastrukturen für verschiedenste Signale nutzen zu können, liegt auf der Hand und virtuelles Routing und hohe Redundanzeigenschaften sind das i-Tüpfelchen der IP-Netzwerktechnologie gleichermaßen in der Broadcast- wie in der Veranstaltungsbranche.

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