Produkt: Martin Audio MLA Mini
Martin Audio MLA Mini
Das MLA Mini ist ein kompaktes Line-Array von Martin Audio mit moderner Abstrahlungs-Optimierung
Fohhn Focus Venue

Fohhn Focus Venue beim Seenachtfest Konstanz: Gerade Linie

Fohhn Focus Venue
Festival Stage mit acht Fohhn Focus Venue FV-200 und sechs FV-100 (Bild: Jörg Küster)

Mit Focus Venue rundet Fohhn das hauseigene Lautsprecherprogramm nach oben hin ab und hat nun auch für große Beschallungsaufgaben eine Alternative zu mechanisch gecurvten Line-Arrays im Portfolio. Zum Einsatz kam es unter anderem beim Seenachtfest 2018 in Konstanz

Die Aussicht auf einen unvergesslichen Sommerabend am Bodensee lockte im August 2018 rund 35.000 Besucher zum Konstanzer Seenachtfest. Ein vielfältiges Kulturprogramm mit diversen Musikformationen und DJs sorgte für gute Stimmung, kulinarische Köstlichkeiten erfreuten die Gaumen, und in der pittoresken Kulisse zwischen Stadtgarten, Seestraße, Hafenstraße und Klein Venedig fand sich für jeden Gast ein lauschiges Plätzchen in unmittelbarer Nähe zum Wasser. Highlight am Abend war ein von Barken abgeschossenes Feuerwerk, dessen Funkenfontänen sich spektakulär im See spiegelten und die warme Konstanzer Sommernacht für mehr als eine halbe Stunde farbenfroh erhellten.

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Team
Gutes Team v.l.n.r.: Jürgen Nägele (J&C), Chris Bollinger (Fohhn) und Jürgen Wirth (AMS) (Bild: Jörg Küster)

Der Hotspot für das junge und junggebliebene Partyvolk befand sich 2018 in „Klein Venedig“: Das Naherholungsareal an der deutsch-schweizerischen Landesgrenze, welche zugleich die Trennlinie zwischen den Städten Konstanz und Kreuzlingen markiert, bot bis spät in die Nacht Gelegenheit, den Sounds von DJs wie Bands zu lauschen und ausgiebig zu tanzen. Die größte Veranstaltungsbühne in Klein Venedig war die Sparda Festival Stage, welche als Besonderheit nicht mit den sonst üblichen gekrümmten Line-Arrays, sondern geraden Focus-Venue-Linien in Kombination mit PS-850 Subwoofern betrieben wurden. Für die Veranstaltungstechnik beim Konstanzer Seenachfest 2018 war die J&C Veranstaltungstechnik GbR als Generalunternehmer im Auftrag des Veranstalters Full Moon Event GmbH aus Stuttgart verantwortlich. Die technische Ausstattung für die Sparda Festival Stage wurde von der als Subunternehmer tätigen AMS Alpha Media Solutions GmbH aus Hechingen beigesteuert. Die Fohhn Focus Venue Systeme sowie die PS-850 Subwoofer wurden bei Beli – der Ton / das Licht zugemietet.

Beamsteering mit Focus Venue

Das Fohhn Focus Venue System wurde der Öffentlichkeit erstmals im Jahr 2015 vorgestellt. 2016 fanden Einsätze mit Vorserienmodellen statt, darunter Beschallungen renommierter Events wie der Dresdner Filmnächte am Elbufer. Hier wie in anderen Zusammenhängen wussten die elektronisch steuerbaren Line-Array-Lautsprecher mit einem ihrer entscheidenden Vorzüge zu punkten: Vertikaler Öffnungswinkel und vertikaler Neigungswinkel lassen sich (bei einem horizontalen Nennabstrahlwinkel von 90 Grad) in einem weiten Rahmen genau an die örtlichen Gegebenheiten anpassen, so dass sich vereinfacht gesagt ein besseres Hörerlebnis für das Publikum bei verringerten Emissionen in angrenzende Bereiche einstellt. In geschlossenen Umgebungen wird der Raum nicht unnötig angeregt. Bei einer Show von US-Popstar Anastacia im Kölner E-Werk bewertete FOH-Mischer Chris Madden das Fohhn-System 2017 überaus positiv, und auch von diversen anderen Tonkoryphäen holte Fohhn während der letzten Jahre Rückmeldungen ein – relevante Anregungen fanden Eingang in die finale Gestaltung des Systems sowie des passenden Zubehörs. Seit Sommer 2018 werden die Fohhn Focus Venue nun in ihrer endgültigen Form ausgeliefert – bis Mitte August 2018 konnten bereits mehr als 50 Module in Deutschland und anderen europäischen Ländern an neue Besitzer übergeben werden.

Aufhängung des Fohhn Focus Venue
Vor der Bühne standen 18 Fohhn Subwoofer des Typs PS-850, die in sechs Dreier-Gruppen unterteilt waren
Flying-Frame für FV-100/200

Zur Focus Venue Serie gehören zwei unterschiedlich konstruierte Module: Für die höheren Frequenzbereiche oberhalb von 800 Hz ist das Modul FV-100 (ca. 107 kg) zuständig, welches durch das Tief-Mitteltonmodul FV-200 (ca. 135 kg) ergänzt wird. Das Hochtonmodul ist mit acht 1″-Kompressionstreibern (1,75″-Schwingspule) und acht 1,5″-Kompressionstreibern (4″-Schwingspule) bestückt; mehrere Treiber arbeiten gemeinsam auf ein Waveguide. Mit an Bord sind 16 Class-D-Endstufen à 250 Watt sowie 16 DSPs, so dass sich jeder Treiber individuell adressieren lässt. Das Tief-Mitteltonmodul FV-200 ist mit acht 10″-Langhubchassis an einem Waveguide versehen und verfügt über eine 4 × 1.000 Watt Class-D-Endstufe (die 10″-Speaker werden paarweise angetrieben) sowie vier DSPs. Die separaten Module für Hochton- und Mittel-/Tieftonbereich erinnern ein wenig an das Konzept der Fohhn-Produktreihe Focus Modular.

Das Modul FV-200 lässt sich durch die Aktivierung eines passiven Laufzeitglieds vom normalen Bassreflexbetrieb auf eine cardioide Richtcharakteristik umschalten (CDT Convertible Dispersion Technology), was laut Hersteller keine Verluste bezüglich der Abstrahlung nach vorne mit sich bringt. Der Befehl zur Steuerung der im Hintergrund agierenden Stellmotoren wird in der zugehörigen Software gegeben; der Cardioidmodus muss also nicht wie bei Fohhns Zweiwege- Modell PT-70 (Perform-Produktfamilie) per Hand aktiviert werden. Die Richtcharakteristik soll beim FV-200 bei entsprechender Zeilenlänge bis hinab zu einer Frequenz von 60 Hz wirksam sein – der Pegelabfall auf der Rückseite wird mit „größer als 20 dB“ angegeben. Die Vorteile der daraus letztlich resultierenden scharfen Trennung zwischen Bühnenraum und Zuschauerbereich liegen auf der Hand, und nicht nur, wenn man ein Klassikorchester auf der Bühne hat, dürfte man sich über kompromissfreie Gestaltungsmöglichkeiten in den Low-Mids freuen – ohne Feedback-Gefahr trotz vieler offener Mikrofone.

Die Features der beiden FV-Module entsprechen den in der Festinstallation eingesetzten Beamsteering-Produkten von Fohhn: So lassen sich zwei voneinander unabhängige Beams (z. B. für Balkon und Under-Balcony-Seats) einrichten. Ansonsten können vertikaler Neigungswinkel (+/- 40 Grad in Schritten von 0,1 Grad) und vertikaler Öffnungswinkel (0 bis 90 Grad in Schritten von 0,1 Grad) wie gehabt präzise in Echtzeit ferneingestellt werden. Generell ist es so, dass bei einer Neigung des Beams auf der Vorderseite der gerade hängenden Focus Venues auch auf deren Rückseite ein entsprechendes Verhalten zu verzeichnen ist; die Auswirkungen sind symmetrisch. Die Side-Lobes lassen sich wie bei den anderen Beamsteering-Systemen des Herstellers reduzieren (bei einem leichten Pegelverlust von ca. 3 dB im Zentrum des Beams); durch den umgebenden Raum bedingte Reflexionen samt der aus ihnen resultierenden Kammfiltereffekte werden bei unterdrückten Nebenkeulen meist merklich verringert.

Das Fohhn Focus Venue wird grundsätzlich gerade gehangen (Fohhn-Interlock-System), lässt sich jedoch auch nach vorne neigen (maximal 40 Grad), sofern die PA beispielsweise aus visuellen Erwägungen sehr hoch angebracht werden muss und man die Möglichkeiten zu einer elektronischen Neigung der Beams nicht vollständig ausreizen möchte. Bis zu zehn Venue-Module können in einen Hang gepackt werden. Der Hersteller verspricht ein maximales Sound Pressure Level (SPL) von 150 dB @ 1 m für das Hochtonmodul. Bei den für die Wiedergabe bis hinab zu 60 Hz ausgelegten Tief-Mitteltonmodulen ist eine gewisse Linienlänge erforderlich, um die tiefen Frequenzen kontrollieren zu können. Führt man die vorgenannten Faktoren zusammen, ergibt sich die für die konkrete Aufgabenstellung sinnvollste Konstellation aus LV-100 und LV-200 – die grundlegenden Fragen lauten stets: Welche Leistung wird benötigt? Und wie viel Kontrolle ist gewünscht? Für Rental-Companies könnte die Skalierbarkeit von Fohhn Focus Venue ein entscheidender Vorteil sein: Mit einem System können kleine wie große Jobs erledigt werden; verschieden dimensionierte Produktlinien mit unterschiedlicher Speaker-Bestückung müssen nicht angeschafft werden.

Alle Focus Venue-Komponenten vom Netzteil über die Endstufenelektronik bis zum DSP und der Software stammen direkt von Fohhn und sind somit „Made in Germany“. Die Chassis werden von Fohhn mitentwickelt und in Italien im Auftrag gefertigt. Fernbedient wird Focus Venue über die Windows- Software Fohhn Audio Soft, welche für alle mit einem Netzwerkanschluss (Fohhn-Net) versehenen Produkte des Hauses nutzbar ist, eine übersichtliche Struktur aufweist und gänzlich ohne die sonst gelegentlich anzutreffenden „Voodoo-Parameter“ auskommt. Die in der Software verfügbaren Tools sind bekannt, die Funktionalitäten sollten sich tontechnisch vorbelasteten Anwendern auf Anhieb erschließen.

Die äußeren Subwoofer-Stacks dienten zusätzlich als Stellfläche für Nearfills
Für die Schlagzeuger wurden ein Fohhn XM-4 und ein XS-4 Subwoofer kombiniert
Fohhn DI-4.1000 Endstufen für Nearfills und Monitorlautsprecher

Beschallung an der Sparda Festival Stage

Beim Konstanzer Seenachtfest war die Sparda Festival Stage pro Seite mit vier FV-200 bestückt, welche mittig von drei innenliegenden FV-100 flankiert wurden. Durch den speziellen Aufbau wurde der verfügbaren Bühnenhöhe Rechnung getragen und das akustische Zentrum darüber hinaus mechanisch in die Mitte des Aufbaus verschoben – fast könnte man von einem koaxialen Setup sprechen. Unerwünschtes Übersprechen war nicht auszumachen. Auf dem Boden vor der Bühne standen 18 Fohhn-Subwoofer Typs PS-850, unterteilt in sechs Dreier-Gruppen. Die äußeren Stacks dienten als Ablagefläche für Nearfills und waren quer übereinander gestapelt, während die mittleren Gegenstücke hochkant als Arrays nebeneinander positioniert waren. Innerhalb der Dreierpakete hatte die Crew jeweils einen PS-850 um 180 Grad gedreht, so dass eine cardioide Abstrahlcharakteristik entstand. Topteile und Bässe wurden in Konstanz mit überlappenden Frequenzanteilen betrieben.

Beim PS-850 handelt es sich um einen flugfähigen passiven Subwoofer mit direkter Abstrahlung, Bassreflexdesign und Non-Turbulent-Port (NTP). Das robuste, mit ausreichend vielen Griffen versehene Multiplex-Birkenholzgehäuse ist mit zwei hochbelastbaren 18″-Langhubchassis (4,5″-Schwingspule) bestückt; die Membranen sind wetterfest imprägniert. Die nominale Belastbarkeit beträgt 2.000 Watt. Der 104 kg (ohne Interlock-Flugsystem) wiegende Subwoofer ist ausschließlich für den Betrieb an Hochleistungsendstufen der Fohhn-DI-Serie ausgelegt, welche eine optimale Performance sowie den Schutz der Lautsprecher garantieren. An der Gehäuserückseite befinden sich zwei versenkt montierte Neutrik Speakon NL4 – der Subwoofer kann somit direkt an eine Wand gestellt werden, ohne dass Kabel abknicken. Zusätzlich ist der PS-850 mit zwei weiteren Speakon-Anschlüssen an der Vorderseite ausgestattet, so dass bei einer Cardioidanordnung die Verstärkersignale problemlos auf der Rückseite eines Stacks/Arrays durchgeschleift werden können; in den Endstufen sind passende Presets verfügbar. Die neuen Subwoofer funktionieren auch als Focus-Sub-Array: Im Betrieb mit den Fohhn-DSP-Endstufen lässt sich das Abstrahlverhalten eines vertikalen oder horizontalen Bass-Arrays in Echtzeit – unter Einsatz eines PCs und der kostenfreien Fohhn Audio Soft – elektronisch steuern. Einstellungen können als Preset gespeichert und bei wechselnden Beschallungssituationen auf Knopfdruck abgerufen werden.

In die Module FV-100 und FV-200 sind die Endstufen eingebaut; für den Antrieb der Subwoofer PS-850 empfehlen sich Fohhn-Verstärker DI 2.2000 mit einer Leistung von 2 × 2.000 Watt an 4 Ohm. Die Technologie der 19″-Endstufen (2 HE) entspricht den in Focus Venue integrierten Verstärkermodulen; zwei interne DSPs ermöglichen umfangreiche Bearbeitungsfunktionen. Die Amps sind standardmäßig mit Klemmanschlüssen und AES/EBU-Eingängen (Phoenix) ausgestattet, verfügen zusätzlich aber auch über Slots, die sich mit unterschiedlichen I/O-Interfaces (2 × Speakon, analog auf XLR, AES/EBU auf XLR, Dante, demnächst auch Optocore) bestücken lassen. Beim Konstanzer Seenachtfest wurden die Verstärker digital über AES/EBU angesteuert – sowohl die 19″-Amps als auch die in Focus Venue integrierten Endstufenmodule. Die Verbindung zur Fohhn Audio Soft wurde über eine Netzwerkverkabelung hergestellt.
Als Frontfills fanden an der Sparda Festival Stage 2 + 2 Fohhn PT-70 Verwendung (2 × 12″-Chassis mit Kompressionskammer und Horn sowie 1,4″-Kompressionstreiber an CD- Horn), welche im Cardidoidmodus betrieben wurden, die ersten Meter vor der Bühne beschallten und sanft in die Abstrahlung der Focus Venues übergingen. Das Monitoring wurde mit mehreren Fohhn-Wedges XM-4 realisiert. Als Sidefill wurde pro Seite ein Tieftöner PS-850 verwendet, auf dem eine PT-70 mit 90 Grad horizontaler Abstrahlung hochkant per Spanngurt fixiert war. Die Schlagzeuger der auftretenden Musikgruppen freuten sich über die Kombination aus einem Fohhn XM-4 und einem Subwoofer XS-4. Für Monitoring und Nahfeld kamen die Endstufen DI-4.1000 zum Einsatz.

Openair-Location mit „Rückwand“

Zu den besonderen Herausforderungen der Open-Air-Location in Klein Venedig zählte eine Seitenwand des örtlichen Sea Life Aquariums, welche in etwa 90 Metern Entfernung eine riesige schallharte Reflexionsfläche direkt gegenüber der Bühne bildete. Darüber hinaus war ein runder Zelthimmel zu berücksichtigen, der einen Teil des hinteren Publikumsbereichs überspannte. Die Beams der Focus Venues waren derart eingerichtet, dass der rund 80 Meter tiefe und etwa 60 Meter breite Platz perfekt abgedeckt wurde. Bewegte man sich vom Sea Life Aquarium kommend in Richtung der Bühne, war die Begrenzung der Beams kurz vor den am hinteren Ende des Platzes aufgestellten Essensständen der Streetfood-Meile gut wahrzunehmen – wir hatten kein Problem, während des laufenden Konzerts ohne erhobene Stimme eine Portion lokaltypischer Kässpätzle zu ordern. Im hinteren Bereich des Platzes war ein leichter Pegelabfall auszumachen, was von den dort auf Bierbänken sitzenden Gästen vermutlich begrüßt wurde. Trotz verringertem Pegel fiel das Klangbild homogen aus und erwies sich beim Gang in Richtung Bühne als stabil. Auch der Übergang zu den Nearfills gestaltete sich nahtlos. Anders formuliert: Aus Zuhörerperspektive konnte man mittels Wahl des eigenen Standorts entscheiden, wie laut man den Darbietungen der auf der Bühne auftretenden Acts bei einem allerorts größtenteils gleichartigen Klangbild lauschen wollte. Laut Hörensagen traten die durch die Seitenwand des Sea Live Aquariums bedingten Reflexionen deutlich weniger störend als in den Vorjahren in Erscheinung, und auch Anwohner wurden durch die bis tief in die Nacht gehende Großveranstaltung akustisch weniger tangiert – so zumindest die Aussage mehrerer Personen, welche das Bodenseefest seit Jahren in unterschiedlichen Funktionen begleiten.

Christian „Chris“ Bollinger (Key-Account-Management/Technical Support) war für Fohhn als Ansprechpartner vor Ort, wurde auf dem Areal „Klein Venedig“ als erfahrener Systemtechniker aktiv und hatte vorab eine Simulation mit Fohhn Audio Soft erstellt. „In Focus Venue sind alle Erfahrungen mit Beamsteering- Systemen eingeflossen, die wir bei Fohhn in den vergangenen zehn Jahren sammeln konnten“, erklärte Bollinger in Konstanz. „Meiner Einschätzung nach ist es nun wichtig, Interessenten aus dem Touring-Business zunächst einmal eventuell vorhandene Vorbehalte gegenüber einer digitalen Beamsteering-Lösung zu nehmen. Schließlich hat man sich inzwischen an Line-Array-Bananen gewöhnt, und nun kommt Fohhn und macht wieder alles gerade …“

Statement Jürgen Nägele: transparent und Leistungsreserven

Jürgen Nägele ist Meister für Veranstaltungstechnik und geschäftsführender Gesellschafter der in Konstanz beheimateten J&C Veranstaltungstechnik GbR. J&C war 2018 als Generalunternehmer für die Veranstaltungstechnik beim Seenachtfest Konstanz verantwortlich. „Wir begleiten parallel zur heutigen Großveranstaltung noch weitere Events in der Region, weshalb wir befreundete Unternehmen mit ins Boot geholt haben“, so Jürgen Nägele. „Die Sparda Festival Stage wird dieses Jahr von AMS ausgestattet.“

Mit Lautsprechern von Fohhn hat Jürgen Nägele bislang sehr gute Erfahrungen in Festinstallationen gemacht und auch diverse Systeme des Herstellers verbaut. „Focus Venue habe ich das erste Mal gesehen, als sich das System noch in der Entwicklungsphase befand“, berichtete Nägele. „Gelegenheit zum Hören hatte ich Anfang des Jahres auf der Prolight+Sound in Frankfurt, wobei eine verlässliche Beurteilung des Klangs dort aufgrund der Umgebungsbedingungen nur eingeschränkt möglich ist – insofern war ich sehr auf die Performance beim Seenachtfest gespannt. Mein Eindruck hier auf dem Platz ist, dass Focus Venue sehr transparent klingt und unglaubliche Leistungsreserven besitzt. Ich denke, dass das System in Zukunft an vielen großen Bühnen anzutreffen sein wird. Für kleine und mittelgroße Vorhaben ist Focus Venue nach meinem Dafürhalten nicht unbedingt das ideale Besteck, denn eine gewisse Grundgröße ist erforderlich, damit das neue Fohhn System seine Vorzüge vollständig entfalten kann. Dennoch: Ist eine Bühnenhöhe von sechs Metern oder mehr gegeben, sehe ich gute Möglichkeiten auch für den Einsatz bei kleinen bis mittleren Open-Air-Veranstaltungen. Das Handling ist anders als bei einem Line-Array – das Einstellen eines mechanischen Curvings ist bei Focus Venue nicht erforderlich, der Aufbau ist deutlich einfacher und lästiges Umwinkeln entfällt. Zu beachten ist, dass die FV-Module durchaus ein gewisses Gewicht auf die Waage bringen – in Anbetracht der Leistung geht das Gewicht allerdings vollkommen in Ordnung.“

Statement Jürgen Wirth: Anlage an Publikum anpassen

Jürgen Wirth ist Geschäftsführer der AMS Alpha Media Solutions GmbH. Das Unternehmen aus Hechingen ist Fohhn-Netzwerkpartner und kann auf umfangreiche Erfahrungen mit Fohhns Beamsteering-Systemen verweisen. „Focus Modular setzen wir jenseits von Industrieveranstaltungen gerne in Theatern ein, und auch bei Jazzkonzerten haben wir schon sehr gute Ergebnisse damit erzielt. Focus Venue ist nun die Ergänzung, welche das Fohhn-Portfolio nach oben hin abrundet“, so Jürgen Wirth. „Focus Venue löst den Klang sehr fein auf – beim Seenachtfest treten ja ganz unterschiedliche Musikformationen auf, und für mich wirkt es durchgängig so, als ob man einer großen HiFi-Anlage mit einer Megareserve lauschen würde. Das System kann richtig laut sein, ist dabei aber präzise, sauber und klar; der technische Terminus würde wohl verzerrungsarm lauten. Bei AMS haben wir unterschiedliche Beschallungssysteme im Lager – gecurved kann sehr gut sein, gerade aber auch! Man muss sich einfach einmal Zeit nehmen und Focus Venue in Ruhe anhören. Mich begeistert die Flexibilität, mit der das Beamsteering eine zielgerichtete Beschallung ermöglicht – auch und gerade in akustisch schwierigen Umgebungen. Man kann eine bereits hängende Anlage über die Fohhn-Software anpassen, sofern es erforderlich sein sollte. Etwa, wenn sich bei einem Event weniger Publikum als ursprünglich erwartet einfindet – das geht so mit einem typischen Line-Array nicht.“

Auf die Frage nach der Handhabung von Focus Venue antwortete Jürgen Wirth: „Das Handling ist intuitiv, was sich auch in Aspekten wie dem Bumper und den Dollys zeigt. Bei Fohhn hat man sich offensichtlich eine Menge Gedanken gemacht und sich darüber hinaus intensiv in der Szene umgehört und gefragt, was im täglichen Betrieb gefordert ist und die Arbeit erleichtert. Der Input wurde nicht nur gesammelt, sondern auch umgesetzt. Ich finde es klasse, dass ein Hersteller auf seine Kunden hört und kreativ mitdenkt. Das Gewicht von Focus Venue ist je nach Länge der Linie schon recht ordentlich, aber wenn man größere Line-Arrays fliegt, ist das auch nicht anders – wir reden hier ja nicht unbedingt von einer Anlage für die kleine Stadtfestbühne, wobei man Letztere durchaus auch mit einem Topteil und zwei Mittel-/Hochtonmodulen bedienen könnte.“

Für das Seenachtfest 2018 waren die Focus Venue Module sowie die PS-850 Subwoofer von Beli zugemietet worden. „Wir denken intensiv über einen Kauf von Focus Venue nach“, sagte Jürgen Wirth in Konstanz. „Das Seenachtfest ist eine gute Möglichkeit, um das neue Fohhn-System im realen Einsatz beurteilen zu können.“

 

Produkt: LD-Systems CURV 500 im Test
LD-Systems CURV 500 im Test
Nicht nur dank kompakter Abmessungen und edler Gehäuseausführung bietet das kleine Line-Array ein außergewöhnlich weites Spektrum von Einsatzmöglichkeiten

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