Fontänen-Effekt

DJ Power V-1 Spark im Test

Mit dem V-1 hat DJ Power – ein Brand von B&K Braun – einen Fontänen-Effekt auf den Markt gebracht, welcher ohne Schwarzpulver auskommt und damit ohne pyrotechnischen Befähigungsschein betrieben werden kann. Zum Einsatz kommt ein spezielles Granulat, welches schnell abkühlt und wenig Energie transportiert.

(Bild: Dieter Stork)

In Deutschland kommen sowohl bei kleineren Events, als auch bei großen Tournee-Produktionen gerne Special Effects zum Einsatz. Was man unter diesem Begriff im Sinne der Veranstaltungstechnik versteht, lässt sich im Grundlagenartikel „If in doubt – let it out“ von Ebi Kothe in der Ausgabe 7-8|2018 nachlesen. Einen Bereich decken die pyrotechnischen Effekte, die in Deutschland dem Sprengstoffgesetz unterliegen, ab. Die zumeist in der Veranstaltungstechnik eingesetzten Geräte werden in die Kategorie T eingegliedert. Darunter fallen u.a. folgende Effekte: Rauch, Knall, Blitz, Funken und Flammen. Viele der größeren Effekte dürfen dann auch nur von befähigten Personen eingesetzt werden, die eben einen solchen Befähigungsschein vorweisen können. DJ Power verkauft nun mit dem V-1 Spark einen Fontänen-Effekt, welcher nicht auf Schwarzpulver basiert, sondern auf einem speziellen titanlegierten Granulat – dies ermöglicht auch den Betrieb ohne Befähigungsschein für pyrotechnische Anlagen nach Sprengstoffgesetzt. Um es direkt vorwegzunehmen: auf eine Gefahrenanalyse, eine Absprache mit der Location und eventueller Abnahme durch die verantwortliche Genehmigungsbehörde, ist trotz Abzug des Schwarzpulvers nicht zu verzichten.

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Aufbau

Der V-1 Spark ist ein schwarzer Quader mit den Maßen 250 × 205 × 316 mm (L×B×H) und wiegt rund zehn Kilogramm. Seitlich sind an beiden Seiten Tragegriffe vorgesehen. Auf der hinteren Seite – wenn man denn eine Seite eines Quaders als „hinten“ definieren möchte – sind Anschlüsse, Display und der Kartenleser. Was es mit dem Kartelesegerät auf sich hat, darauf gehen wir später noch genauer ein. Anschlussseitig stehen für die Signalübertragung DMX In und -Outs sowohl in dreipoliger, als auch fünfpoliger Ausführung zur Verfügung. In Verbindung mit den vielfältigen Einsatzgebieten und unterschiedlichen Veranstaltungsgrößen war das sicher eine gute Entscheidung. Energie wird per PowerCon angeliefert – genauso wie beim DMX-Signal auch als Out. Das macht in Anbetracht der Maximallastaufnahme von 700 Watt auch Sinn. Der Vollständigkeit halber sind noch eine Sicherung sowie der An/Aus-Kippschalter zu erwähnen. Über dem Anschlussbereich liegt das zweizeilige, monochrome Display. Die Bedienung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber dafür sind die dort einstellbaren Funktionen auch übersichtlich. Neben der DMX-Adresse lässt sich das Gerät auch manuell bedienen – jedoch laut Hersteller ausdrücklich nur für Testzwecke. Darüber hinaus gibt das Display auch verschiedene Gerätezustände wie Heating, Ready, Device Fault, Working oder No Time (wenig Granulat vorhanden) wieder. Ein großer Lüfter komplettiert den hinteren Teil des Sparks. Oben am Gerät befinden sich der Auswurfstutzen und ein, mit zwei Schrauben und Magneten gesichertes, Einfüllfach für das Granulat. Das Gerät ist nicht Outdoor-tauglich und bietet dementsprechend auch nur eine IP20-Klassifizierung. Fälschlicherweise wird auf manchen Vertriebskanälen noch von einem Einsatz sowohl In- als auch Outdoor gesprochen. In den Sicherheitshinweisen des Herstellers wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Verwendung des Geräts nur in geschlossenen Räumen zugelassen ist. Auf Rückfrage wurde uns vom Vertrieb B&K Braun erklärt, dass das Gerät in überdachten Umgebungen wie einer Bühne dennoch betrieben werden könne.

Granulat und Chipkarte

Das Granulat kommt in einem Päckchen inkl. einer aufgeklebten Chipkarte. Damit kommen wir dann auch zum rückseitig angebrachten Kartenleser. Denn um die Maschine überhaupt „scharf“ stellen zu können, benötigt man eine solche Chipkarte, deren Gültigkeit nach ihrer Einlösung erlischt. Das ist natürlich erstmal kein schlechter vertriebspolitischer Weg, aber vor allem soll das auch verhindern, dass minderwertige Granulate oder noch schlimmer gänzlich falsche Stoffe in der Maschine verbrannt werden. Besonderheit der Chipkarte: diese lädt 25 Minuten „Guthaben“ auf das Gerät. Das funktioniert wie bei einem Prepaid Handy – die Minuten werden nur abgezogen, wenn das Gerät läuft. Der Spark verbraucht ca. 14 Gramm pro Minuten, wodurch eine Ladung Granulat in ca. 15 Minuten verbraucht sein sollte. Eine Ladung mit 200 Gramm kostet um die 85 Euro brutto. Falls vom titanlegierten Granulat doch nicht alles verbraucht wurde, muss es durch Umdrehen des Geräts aus dem Granulatbehälter herausgeholt werden. Dafür liegen jedem Gerät ein Trichter und ein Auffangbehältnis bei. Nach jedem Einsatz sollte die Förderschnecke des V-1 Spark gereinigt werden. Hierfür besitzt das Gerät ein Reinigungsprogramm, welches auf DMX-Kanal 2, Wert 10–60 liegt. Ebenfalls kann man die Maschine mit Druckluft vorsichtig ausblasen.

Praxis

Der Einsatz des V-1 Spark ist im Grunde spielend leicht: Strom und Signal ran, drei Minuten aufheizen lassen, Chipkarte einlesen, Material einfüllen und los! Bevor man aber loslegt, sollte man darauf achten, dass im Umkreis von zwei Metern um das Gerät herum keine leichtbrennbaren Materialien ausgelegt sind. Denn auch wenn die Kleinstteilchen des Granulats vollständig abgekühlt sein sollten, wenn sie auf dem Boden landen, befindet man sich trotzdem in einer feuergefährlichen Aktion. Gesteuert wird der V-1 Spark per DMX, dafür werden zwei DMX-Kanäle angeboten. Über den ersten Kanal steuert man die Auswurfhöhe, welche zwischen 1–5 Metern liegt. Zehn verschiedene Höhen lassen sich im Wertebereich von 10–255 einstellen. Auf dem zweiten Kanal liegen verschiedene Betriebsmodi: ein Notfall-Aus und das Reinigungsprogramm. Wenn die Ladung verschossen ist, kann man sofort neues Granulat einfüllen – nach gleicher Prozedur. Lediglich nach Gebrauch sollte man den V-1 Spark laut Vertrieb ein paar Minuten abkühlen lassen, bevor man ihn zurück ins Case stellt. Der Lüfter des V-1 Spark ist im Betrieb deutlich zu hören, das Granulat möchte ja auch nach oben transportiert werden.

Fazit

Der V-1 Spark von DJ Power gehört zu den neuen Pyroeffekten, die ohne Schwarzpulver auskommen und auch ohne Befähigungsschein betrieben werden dürfen. Wie bereits am Anfang erwähnt, sollte man sich seiner Verantwortung dennoch bewusst sein. Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass der V-1 Spark sehr einfach und schnell einzusetzen ist sowie einen ordentlichen Fontänen-Effekt ermöglicht. Auch kostenseitig spielt der V-1 Spark mit einem Preis von 1.500 Euro brutto Preis/Leistungs-technisch in einer guten Liga. Zu beziehen ist der DJ Power V-1 Spark beim exklusiven Deutschlandimporteur B&K Braun sowie bei seinen Vertriebspartnern.

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