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Sound Devices A20-SuperNexus

Funk-Neuerungen bedeuten heute: stabilere und unkompliziertere Verbindungen. Auch einen Setup-Prozess, der Freude bereitet. Das war früher anders. Vorbei sind die Zeiten, in denen man eine Vielzahl von Funkstrecken eher experimentell an den Start brachte. Sound Devices A20-SuperNexus bietet darüber hinaus aber weitere Features – auch solche, über die wir bisher vielleicht noch gar nicht nachdachten?

(Bild: Sound Devices)

Sound Devices? Wenn man an Funkstrecken denkt, kommen einem zunächst Marken wie Shure oder Sennheiser in den Sinn. Sound Devices sagte mir jetzt erst mal nur in Bezug auf EB-Mischer etwas. Dass es da auch Funkstrecken gibt, war mir neu. Also forschen wir mal ein bisschen: Was sagt denn Wikipedia dazu? „Sound Devices ist ein US-amerikanischer Hersteller professioneller Audio- und Videoausrüstung mit Hauptsitz in Reedsburg, Wisconsin. Gegründet wurde das Unternehmen 1998 von ehemaligen Shure-Mitarbeitern Matt Anderson, Jon Tatooles, Jim Koomar und Brad Lovett. Seitdem hat sich Sound Devices einen Namen für hochwertige, robuste und praxisorientierte Lösungen gemacht, die weltweit in der Film-, TV- und Broadcast-Produktion eingesetzt werden.“ Und weiter: „2018 übernahm Sound Devices den britischen Funkmikrofon-Hersteller Audio Limited, um seine Kompetenzen im Bereich drahtloser Audioübertragung zu erweitern. Im Oktober 2021 wurde Sound Devices selbst Teil der Audiotonix-Gruppe, zu der auch Marken wie Solid State Logic, Digico, Allen & Heath und Calrec gehören.“

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Jetzt wird es langsam etwas lichter um das Mysterium: Der amerikanische Experte für Field-Recorder hat sich also mit einem Funkmikrofon-Hersteller erweitert. Daher weht der Wind!

Was ist ein „SuperNexus“?

Der Name klingt spannend. „Nexus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Verbindung“, und das Wort trifft den Nagel auf den Kopf. Das in grellen Farben erstrahlende 1HE-/19-Zoll-Gerät schafft eine Menge Verbindungen – und vor allem unkomplizierte und schnelle Verbindungen.

Wer sich schnell ein Bild machen will, bekommt hier gebündelt ein paar Appetizer, wieso sich das Weiterlesen definitiv lohnt: Akkus tauschen im laufenden Betrieb ohne den Sender auszuschalten, der Empfänger läuft im Zweifel auch mit einer Powerbank ohne Netzstrom, ein Realtime-Analyzer ist mit an Bord, Backup-Recordings in den Sendern, austauschbare Gehäuse bei Handsendern, Sennheiser- und Shure-kompatible Kapseln können genutzt werden, der SuperNexus kommt im Paket inkl. Antennen und Kabel, ein Frequenzband für die ganze Welt. Das waren meine ersten Notizen beim ersten Gespräch zu diesem Artikel. Und da war ich zugegeben ganz schön neugierig. Eine Menge Features, deren Existenz man sich in Bezug auf die bekannten Funkstrecken bisher nicht vorstellen konnte.

SuperNexus kann werksseitig 16 Kanäle empfangen und per Softwareupdate auf 32 Kanäle erweitert werden. Die Tage, an denen ein 32-Kanal-UHF-Rack Schrankgröße annahm, sind also vorbei. Dabei lassen sich dann noch mehrere SuperNex „i“ kaskadieren. In einem kompakten 4-HE-Rack komme ich also in der Theorie auf 128 Funkkanäle.

A20-SuperNexus und A20-Opto insbesondere für Digico-User als Anbindung ins Optocore-Netzwerk
A20-SuperNexus und A20-Opto insbesondere für Digico-User als Anbindung ins Optocore-Netzwerk (Bild: Sound Devices)

Konnektivität

Beginnen wir mit der Geräterückseite und werfen einen Blick auf die verfügbaren Anschlüsse: Die Stromversorgung erfolgt über einen Kaltgerätestecker und redundant über einen 4-pol-XLR für ein externes Netzteil oder einen Akku.

HF-Analyzer mit Anzeige, die auch auf einem externen Rechner erfolgen kann
HF-Analyzer mit Anzeige, die auch auf einem externen Rechner erfolgen kann (Bild: Sound Devices)
(Bild: Sound Devices)

Die 32 Audiokanäle können entweder unkompliziert per Dante oder MADI weitergegeben oder als analoge oder AES-Signale über RJ45-Ports abgegriffen werden. Optional gibt es auf einem weiteren HE das A20-Opto, was insbesondere für Digico-User spannend ist: Hauptsächlich bietet es die Anbindung ins Optocore-Netzwerk. Darüber hinaus gibt es aber noch zwei zusätzlichen MADI-Outputs, sowie noch mal gedoppelt die analogen und AES-Ausgänge. Auch GPIOs haben auf der Rückseite der Extension Platz gefunden. Die beiden Units werden durch Verbindungen auf der Geräte-Unter- bzw. Oberseite kabellos verbunden.

Für das Dante- und Control-Netzwerk stehen zwei RJ45-Ports sowie zwei SFP-Slots zur Verfügung. Diese Ports können als Dante Primary, Secondary oder Control Port konfiguriert werden. Zwei weitere SFP-Slots sind derzeit für „Factory Testing“ reserviert. Hier kann man mutmaßen, was dort noch kommen kann.

Bis zu drei Antennen-Diversity-Paare können ohne weitere externe Hardware angeschlossen werden. Das jeweilige Antennensignal lässt sich dann auch noch zu einem weiteren Empfänger durchschleifen. Evtl. sind die zwei weiteren SFP-Ports ja für das Absetzen von Antennen über Glas gedacht. Das wäre noch mal ein sehr spannendes Feature.

Das SuperNexus-System verfügt über eine bidirektionale Kommunikation zu den Sendern, ähnlich wie beim ShowLink von Shure. Das NexLink von Sound Devices arbeitet dafür im 2,4-GHz-Bereich. Die Antennen dafür können auf der Rückseite oder auf der Frontseite montiert oder optional mit dem A20-Outpost-NL Modul per Cat oder Glas (via SFP) abgesetzt werden. Das kompakte Gehäuse der abgesetzten Antennen hat mehrere Gewindeaufnahmen und macht einen robusten Eindruck.

Sound Devices verspricht, dass NexLink eine höhere Reichweite als das UHF-Signal haben soll: Wenn ich also einen Sender empfangen kann, ist dieser auch fernsteuerbar.

Zu guter Letzt gibt es noch Sync-Eingänge für MADI und einen Timecode-Eingang, der die Aufnahmen in den Sendern mit einem Timecode über NexLink versorgt. Zur Aufnahme-Funktion später noch mehr.

A20-Outpost-NL, um Antennen per Cat oder Glas abzusetzen HF-Analyzer mit Anzeige, die auch auf einem externen Rechner erfolgen kann
A20-Outpost-NL, um Antennen per Cat oder Glas abzusetzen HF-Analyzer mit Anzeige, die auch auf einem externen Rechner erfolgen kann

Frequenzbereich und Analyzer

Ein Feature, bei dem meine Kinnlade kurz herunterklappte, ist der Frequenzbereich, in dem Sender und Empfänger arbeiten: Es gibt nur einen für alle. Dank SpectraBand-Technologie deckt das System ein Frequenzspektrum von 174 MHz bis 1525 MHz ab und bietet damit weltweit maximale Einsatzmöglichkeiten. Im Betrieb kann das System bis zu drei Bänder mit einer Bandbreite von jeweils 24 MHz abwickeln, in denen man dann die 16 bzw. 32 Frequenzen platziert. Ganz gleich, was also in Zukunft mit den Frequenzbändern passiert – mit dieser Flexibilität ist man auf alles vorbereitet.

Ein Realtime-Analyzer ist ebenfalls mit an Bord und zeigt in Echtzeit das gesamte Frequenzspektrum an. Die Anzeige erfolgt entweder auf den im Gerät verbauten Displays oder auf einem externen Rechner. Die errechneten Frequenzen werden dann automatisch an die Sender über NexLink verteilt. Der Setup-Vorgang des gesamten Systems dauert also nur wenige Sekunden.

Hands On

Das kompakte 1HE-Gehäuse macht einen sehr wertigen und robusten Eindruck. Kleiner hätte es bei der Fülle an Anschlüssen auf der Rückseite auch nicht sein dürfen. Die Displays sind sehr hell, hochauflösend und per Touch bedienbar. Die Menü-Führung zeigt sich intuitiv verständlich und erklärt sich fast von selbst. Farbenfrohe Symbole leiten einen durch die Funktionen. Man hat direkt das Gefühl, eine gut durchdachte Smartphone-App zu bedienen statt durch veraltete, textbasierte Menüs zu scrollen.

Ob die Displays nun geteilt sein müssten, insbesondere in der Analyzer-Ansicht, darüber könnte man streiten. Hier würde ein durchgängiges Display für mich besser funktionieren. Die schmalen Stege zwischen den Displays stören aber auch nicht weiter.

In der Kanalübersicht findet sich neben den Antennenpegeln und einem Audio-Meter auch eine Historie der Empfangsqualität. Sehr praktisch, um vergangene Dropouts zu identifizieren. Name, Batteriestatus und die Signalstärke der Rückverbindung per WLAN werden ebenfalls angezeigt. Alles sehr übersichtlich und gut lesbar angeordnet. Mit einem Fingerdruck auf einen der Kanäle eröffnen sich dank Rückkanal sehr spannende Features: So kann ich zum Beispiel vom Empfänger aus den Handsender remote ein- und ausschalten. Darüber hinaus lässt sich natürlich auch die Sendefrequenz wechseln. Selbst den Namen des Kanals kann man über eine eingeblendete Tastatur im Handumdrehen ändern.

Der Echtzeit-Analyzer zeigt eine sehr hoch aufgelöste Visualisierung des Trägers. Hier würde man selbst feinste Interferenzen erkennen. Und das alles, ohne einen Laptop anzuschließen direkt am 19“-Gerät. Das hat mich wirklich beeindruckt.

Der Gain des Senders wird nicht ferngesteuert: die Dynamik des 32-Bit-Wandlers ist so groß, dass lediglich der Ausgangspegel auf der Empfängerseite angepasst wird. Ein Übersteuern auf Senderseite ist also ausgeschlossen. Das habe ich so komfortabel beim Wettbewerb noch nicht gesehen.

Im Webbrowser wird der Analyzer besonders schön dargestellt
Im Webbrowser wird der Analyzer besonders schön dargestellt (Bild: Sound Devices)

Über eine ID-Funktion kann ich den ausgewählten Handsender in bunten Farben blinken lassen, um ihn zu identifizieren. Sehr praktisch bei einer Vielzahl von Sendern. Und selbst die LEDs am Sender kann man remote abschalten, wenn einen diese stören. Das sind wirklich clevere Ideen, die den Alltag sehr erleichtern. Natürlich kann man das Ein- und Ausschalten nicht nur für einzelne Sender, sondern auch gruppenweise oder für das gesamte System ausführen. Die Rüstzeit bei Arbeitsbeginn und zum Feierabend wird dadurch drastisch verkürzt.

Mitgeliefert werden direkt zwei Antennen, die an eine Schmetterlingsform erinnern. Anschließen lassen sich bis zu sechs Antennen. Diese werden in verschiedenen Modi betrieben. Im „Hexversity“ spielen alle sechs Antennen zusammen und füttern ein Frequenzband. Im Modus „3 Zone Combiner“ werden alle drei Antennenpaare auf drei Bänder combined. Darüber hinaus gibt es noch weitere gemischte Modi. Hier hat man alle Möglichkeiten für komplexe Antennen-Setups – und das ganz ohne zusätzliche Hardware direkt mit an Bord auf eine einzige HE.

A20-TX und der besonders kleine A20-Mini ohne Display
A20-TX und der besonders kleine A20-Mini ohne Display

SuperNexus im Web-Browser

Als Alternative zur direkten Bedienung am Gerät braucht es keine Software, sondern nur einen Web-Browser. Alle Funktionen sind dort komfortabel über die Control IP vom SuperNexus erreichbar.

Insbesondere der Analyzer ist hier sehr schön dargestellt. Das eingestellte Frequenzband zeigt übersichtlich die aktiven Sender und man kann unkompliziert zoomen. Es gibt auch eine Audiopegel-Übersicht aller Kanäle und es sind natürlich alle Funktionen erreichbar, die auch am Gerät zu steuern sind. Darunter ein Pegelton-Generator für einen schnellen Line-Check; er lässt sich frei auf einen oder mehrere Kanäle routen. Auch eine clevere Idee.

Was mir hier allerdings fehlt ist eine detaillierte Frequenzkoordination. Ich habe zwar die Möglichkeit, über eine Auto-Assign-Funktion sehr schnell und sehr unkompliziert Frequenzen zuzuordnen. Durch den Rückkanal werden diese natürlich auch direkt an die Sender übertragen. Möchte ich aber darüber hinaus detaillierter in die Frequenzplanung eingreifen, andere Frequenzen vor Ort berücksichtigen, die der Scanner ggf. zu dem Zeitpunkt noch nicht sieht – dann wird es komplizierter. Diese Features sind aber in Planung, können aber noch eine Weile dauern.

Fremdfrequenzen werden allerdings bereits jetzt im Spectrum Analyzer in einer anderen Farbe dargestellt und lassen sich somit von „eigenen“ Frequenzen klar unterscheiden. Der Frequenzbereich der Koordination lässt sich einschränken. So kann man zumindest „indirekt“ bekannte Frequenzen anderer Nutzer umgehen.

Das System hat eine Latenz von 1,9 ms im Standard-Betrieb bzw. 3,8 ms im Long Range Modus. Eine OSC-Anbindung ist bereits teilweise integriert, so können Digico-User bereits Makros in der Konsole triggern. In Kombination mit optionalen Buttons an den Sendern erschließen sich hier spannende Szenarien. Ein Künstler könnte darüber Playbacks abfeuern oder die Kaffeemaschine Backstage anwerfen. Optional können diese Commands natürlich über die GPOs an der A20-Opto-Erweiterung ausgegeben werden.

Das Gehäuse des Hand-senders kann für Sonderlackierungen demontiert und je nach Künstler:in getauscht werden
Das Gehäuse des Handsenders kann für Sonderlackierungen demontiert und je nach Künstler:in getauscht werden (Bild: Sound Devices)

Neben dem A20-Supernexus sind auch noch der A20-Nexus und der A20-Nexus Go erhältlich. Beide bieten bei ähnlicher Funktionalität auf 1HE mit 9,5″ Breite bis zu 16 oder bis zu 8 Kanäle – natürlich mit etwas eingeschränkter Konnektivität gegenüber dem großen Bruder.

Sender

Zum A20-System gehören derzeit drei verschiedene Sender: Zwei Taschen- und ein Handsender. Alle verfügen – aus der Filmwelt stammend – über eine interne Recording-Funktion (32-Bit-Float, 48 kHz, 64 GB Speicher für über 80 Stunden Aufnahmezeit). Bei RF-Dropouts dient das interne Recording als stabiles Backup bei Film- und TV-Aufzeichnungen. Das kann aber auch bei Live-Recordings sehr wertvoll sein. Die Sender können per App aus der Ferne bedient werden, darunter auch Funktionen wie ein gemeinsam getimter Recording-Start. Über einen USB-C-Port können die Aufnahmen ausgelesen oder der optionale Akku geladen werden.

Taschensender: A20-Mini und A20-TX

Der A20-Mini hat die kleinste Bauform (8 × 5 × 2 cm) und ist wasserdicht. Er wiegt gerade einmal 51 g (ohne Batterien). Durch seine abgerundeten Ecken eignet er sich besonders für die versteckte Anbringung. Auf ein Display wurde zugunsten der Größe verzichtet. Alle Funktionen können am SuperNexus eingestellt werden. Die Stromversorgung erfolgt über herkömmliche AAA-Batterien oder optionale Akkus. Die Batterielaufzeit ist mit bis zu 4,5 Stunden angegeben.

Wer bis zu 10,5 h Akkulaufzeit braucht, greift zum größeren Bruder, dem A20-TX. Hier kommen 3 × AA-Batterien oder ebenfalls Akkus zum Einsatz. Besonders clever: Die Akkus können im laufenden Betrieb gewechselt werden, ohne den Sender auszuschalten, da ein Akku bereits ausreichend Spannung zur Verfügung stellt. Die Sendeleistung kann zwischen 2 mW und 40 mW variiert werden. Das integrierte ePaper-Display ist auch nach dem Ausschalten des Senders noch ablesbar. So kann auf eine zusätzliche Beschriftung mit Tape verzichtet werden.

Auf das Gehäuse kann oben ein Switch aufgesetzt werden, der frei konfigurierbar ist. Also zum Beispiel als Mute oder Command-Switch. Dieser gibt ein gutes mechanisches Feedback und rastet sicher in beiden Positionen ein. Ein Versehentliches Auslösen ist dadurch nahezu ausgeschlossen. Die Antenne lässt sich unkompliziert mit einem Gewinde lösen und wechseln.

Für den Einsatz als Gitarrensender kann die Klammer um 90 Grad gedreht werden und es gibt ein speziell entwickeltes Gitarrenkabel, was u. a. auch die verwendete Kabellänge zum Gitarrenamp emulieren kann. Das Display kann softwareseitig ebenfalls gedreht werden.

Handsender A20-HH

Der Handsender hat ebenfalls ein paar überraschende Features: Das komplette Gehäuse des Senders lässt sich mit wenigen Handgriffen tauschen. Man kann das Innenleben komplett vom Gehäuse trennen, sodass es sich frei lackieren lässt. Verschiedene Gehäuse im Lager bedienen so einfach auch spezielle Wünsche. Gold, Glitzersteine, Nieten oder komplett mit Diamanten verziert – wir kennen ja die Sonderwünsche einiger Kunden. Am nächsten Tag geht der gleiche Handsender dann wieder in dezentem Schwarz raus, statt wegen seines speziellen Gewands nur das Regal zu hüten.

Der mitgelieferte Adapterring kann entweder Shure- oder Sennheiser-kompatible Kapseln aufnehmen. Dazu wird er einfach umgedreht. Ein Adapter für beide Systeme: sofort einsatzbereit und immer dabei.

Zwischen Kapsel und Sender kann zusätzlich ein kleiner Ring mit frei konfigurierbaren Schaltern eingefügt werden. Es gibt hier Varianten mit einem Taster, mit drei Tastern oder mit einem Schiebeschalter. Diese können frei programmiert werden und zum Beispiel muten oder per OSC oder GPO als Trigger für andere Schaltvorgänge dienen.

Die sogenannte „RocketAntenna“ des Handsenders soll auch im zugehaltenen Zustand eine saubere Übertragung gewährleisten. Und zu guter Letzt das Gehäuse so robust sein, dass jahrelange MicDrops auch kein Problem mehr darstellen. Das ist ja gerade so in Mode …

Control Zwischenringe für frei programmierbare Schalter und Taster
Control Zwischenringe für frei programmierbare Schalter und Taster (Bild: Sound Devices)

Die Sendeleistung des Handsender lässt sich von 2 mW bis auf 100 mW aufbohren. Hier wird natürlich darauf hingewiesen, dass das nicht in allen Ländern erlaubt ist. Dennoch die Möglichkeit zu haben, kann hilfreich sein.

Haptisch fühlt sich der A20-HH ein bisschen zu sehr nach Plastik an, auch wenn er dennoch einen sehr robusten Eindruck macht. Für meinen Geschmack ist er ein wenig zu kopflastig. Das kann allerdings durch austauschbare Gegengewichte im Handsender angepasst werden. Das Gesamtgewicht passt sehr gut. Zu leicht darf ein Handsender ja auch nicht sein, sonst liegt er nicht gut in der Hand.

Die Taster des Adapterring dürften für mich einen etwas klarer definierten Druckpunkt haben, damit man sie gewissenhaft „blind“ drücken kann. Insbesondere wenn darauf eine Command- oder Mute-Funktion liegt, die zuverlässig auslösen muss. Das ePaper-Display reagiert bauseits etwas träge, ist aber sehr gut lesbar. Auch an eine Beleuchtung wurde gedacht. Die Taster zum Ein- und Ausschalten und für die Menüführung im Gehäuse, was sich mit einem Bajonett-Verschluss öffnen lässt, könnten ebenfalls einen fühlbareren Druckpunkt haben. Das Handling ist etwas fummelig. Das ist bei vergleichbaren Handsendern aber nicht anders und dem geringen Platz geschuldet. Allerdings benötigt man diese in der Praxis auch gar nicht, weil ja alle Funktionen remote von der Basis gesteuert werden können.

Zum Einsatz kommt beim Handsender ein 18650 Akku, der eine Laufzeit von ca. 10 Stunden verspricht. Nicht so gelungen finde ich, dass alle drei Sendertypen mit verschiedenen Batterien betrieben werden. Das macht das Handling vor Ort recht kompliziert, wenn alle drei Typen zum Einsatz kommen.

Eine RocketAntenna soll die HF-Abschattung bei der Nutzung minimieren
Eine RocketAntenna soll die HF-Abschattung bei der Nutzung minimieren (Bild: Sound Devices)

Kosten, Vertrieb und InEar-Unit

In Deutschland liegt der Vertrieb von Sound Devices bei united brands. Diese bieten für Interessenten und natürlich für Kunden auch Schulungen und den entsprechenden Support für das System an. SuperNexus ist bereits am Markt und nach Angaben von united brands kurzfristig bzw. zum Großteil lagernd verfügbar. Beim Glastonbury Festival 2024 hatte Coldplay das System bereits im Einsatz. In Kombination mit anderen Systemen und in einer Funkumgebung mit über 140 Kanälen war hier sicher insbesondere das breite Frequenzspektrum von Vorteil.

Preislich spielt das System in der Oberliga mit Gesamtkosten von ab ca. 2.800 EUR pro Funkkanal. Dafür bietet es aber eine Vielzahl völlig neuer Features, die man so bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Im täglichen Einsatz wird SuperNexus definitiv durch das rasante Setup punkten. Ein Rack – 1 HE – alles drin. Auto-Assign – dank Rückkanal in Sekunden alles fertig. Gäbe es ein Rennen, wer den schnellsten UHF-Platz baut und betriebsfertig ist, würde ich mit SuperNexus an den Start gehen und hätte gute Chancen, deutlich vor allen anderen schon den Espresso in der Hand zu halten!

In naher Zukunft angekündigt ist eine passende InEar-Unit, die dann unterhalb des A20-Opto auch direkt kabellos verschraubt werden kann. So hat man dann auf 3HE kompakt 32 Kanäle rein und raus über Optocore im Paket. Ein Rack-Ladegerät für den A20-Mini ist bereits erhältlich. Weitere Varianten für die übrigen Sender sind bereits in der Entwicklung.

Also definitiv ein sehr interessantes Produkt, was man sich einmal genauer ansehen sollte!

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