Portable Line Array Pro32 / Sub 2

Test: Bose L1

Zeilenlautsprecher mit integrierter Elektronik inklusive Mini-Mischpult und optionalem Subwoofer für DJs, Alleinunterhalter oder als Personalized PA-System auf der Bühne.

Set auseinandergebaut
Einfacher Transport Das Set lässt sich in handliche Teile zerlegen, passende Taschen oder Hüllen gehören zum Set (Bild: Bose)

Inhalt:

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Produktbild Bose L1(Bild: Bose)

Mit den L1 Pro stellt Bose eine neue Line-Array-Produktlinie mit Zeilenlautsprechern für kleine Bühnen, Alleinunterhalter und DJs vor. Die L1-Serie besteht aktuell aus drei Modellen: Pro8, Pro16 und Pro32. Pro8 und Pro16 sind Komplettsysteme, bei denen sich die Zeile und der Subwoofer in einer Einheit befinden. Bei der Pro32 sind Zeile und Subwoofer separate Einheiten. Als Subwoofer zur Pro32 stehen zudem mit dem Sub1 und dem Sub2 zwei Modelle zur Auswahl. Die Typenbezeichnung gibt Auskunft über die Anzahl der Treiber in der Zeile.

Die Höhe der Bauform ist bei allen drei Modellen mit jeweils knapp über 2 m nahezu identisch. Bei der Pro8 und Pro16 gibt es Extender ohne Treiber um die notwendige Höhe zu erreichen, bei der Pro32 ist dagegen die gesamte Höhe komplett mit Treibern bestückt. Daraus entsteht auch die Notwendigkeit, den Subwoofer in ein separates Gehäuse zu verlagern. Bei den beiden kleineren Modellen befindet sich die zugehörige Elektronik auf der Rückseite des Subwoofer-Gehäuses, bei der Pro32 im Sockel der Zeile.

Die grundsätzliche Idee hinter den L1-Systemen ist, ein kompaktes und handliches kleines PA-System zur Verfügung zu stellen, das im Abstrahlverhalten für kurze Distanzen und kleine Bühnen optimiert ist. Durch die Anordnung als Linienquelle wird vertikal eine ausgeprägte Richtwirkung erzielt und gleichzeitig horizontal ein breites Abstrahlverhalten ermöglicht. Letzteres wird durch eine wechselseitig leicht gedrehte Anordnung der Treiber zueinander noch weiter unterstützt. So kann man auch ein nahe vor Bühne breit aufgestelltes Publikum noch gut erreichen oder, wenn das System auf der Bühne als sogenanntes „Personalized PA-System“ für einzelne Musiker genutzt wird, die komplette Bühne damit abdecken, sodass keine separaten Monitore mehr benötigt werden.

Um einen einfachen Transport und den schnellen Auf- und Abbau zu ermöglichen, besteht die Zeile bei allen Modellen aus zwei Teilstücken, die leicht auf den Sockel bzw. Subwoofer aufgesetzt werden können. In der mechanischen Verbindung sind auch alle elektrischen Kontakte integriert, sodass keine zusätzliche Verkabelung mehr notwendig ist. Die einzige Ausnahme ist der Subwoofer des Pro32, der mit einem zugehörigen kurzen Kabel mit der Elektronik im Sockel der Zeile verbunden wird. Die Stromversorgung des Subwoofers erfolgt dann auch direkt über diese Verbindung. Da der Subwoofer auch in anderen Kombinationen genutzt werden kann, gibt es alternativ auch noch eine Möglichkeit, die Stromversorgung direkt über ein Kaltgerätekabel anzuschließen.

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Integrierte Elektronik

Um alle notwendigen Geräte immer direkt dabei zu haben, ist in den L1 ein kleines dreikanaliges Mischpult integriert. Zwei Eingänge sind universell für Mikrofone, Instrumente oder Line-Pegel ausgelegt, der dritte kann entweder via Bluetooth oder mit Line-Pegeln bespielt werden. Eingang 1 und 2 verfügen entsprechend über XLR/Klinke-Kombibuchsen und eine optional schaltbare Phantomspeisung. Über die Tone-Match-Taste können voreingestellte EQs für Mikrofonsignale oder Instrumente (siehe Abb. 1) aktiviert werden.

Diagramm EQs
Voreingestellte EQs Filter in den Eingängen in den Einstellungen Mikrofon (blau) und Instrument (rot, Abb. 1) (Bild: Anselm Goertz)

Weitere EQ-Presets gibt es in der zugehörigen L1-Mix-App aus der Tone-Match-Bibliothek. Ohne Tone-Match, aber mit der Treble- und Bass-Einstellung (Abb. 2), wie in den ersten beiden Kanälen auch, kann klanglich Einfluss auf den dritten Eingangskanal genommen werden. Der dritte Kanal kann Signale über Klinkenbuchsen mit 6,3 oder 3,5 mm oder über ein gekoppeltes Device (Smartphone oder Tablet) via Bluetooth entgegennehmen.

Diagramm Eingangs-EQ
Eingangs-EQ Bass(rot) und Treble(blau) Einstellungen der ShelvingEQs in den Eingängen (Abb. 2) (Bild: Anselm Goertz)

Alle Einstellungen erfolgen über die drei Inkrementalgeber oberhalb der Eingänge. Direkt da- runter angeordnet sind noch Mute-Taster, mit denen ein Kanal schnell stummgeschaltet werden kann. Als Effekt gibt es dann noch für die Eingänge 1 und 2 ein einfaches Reverb, falls eine Gesangsstimme oder ein Instrument etwas verhallt werden soll.

Neben der Bedienung direkt am L1 können alle Funktionen und noch einige zusätzliche Features auch über die L1-Mix-App bedient werden, die für Android und iOS verfügbar ist. Die Bedienoberfläche der App und die Stellung der Inkrementalgeber an der Hardware sind dabei immer synchron. Mit dem Smartphone in der Hand fällt es daher leicht, vor einem Gig schnell mal ein Signal per Bluetooth einzuspielen und die Einstellung per Remote anzupassen.

Diagramm Master EQ
Master-EQ Anwendungsbezogene Filterfunktionen für den LiveEinsatz (blau) für Musik aus der Konserve (rot) und für Sprache (grün, Abb. 3) (Bild: Anselm Goertz)

Ein weiterer EQ befindet sich als Master-EQ in der Summe, wo die Einstellungen Live, Music, Speech und Off zur Auswahl stehen. Welche EQ-Kurven sich dahinter verbergen zeigt Abb. 3 Dieser Summen-EQ wirkt sich nur auf das intern verarbeitete Signal aus, jedoch nicht auf das am Line-Aus- gang anliegende Summensignal. Letzteres kann z. B. dazu genutzt werden, wenn das L1 auf der Bühne für einen Musiker als Instrumentenverstärker und Monitor genutzt wird, das Signal in weiteres Mischpult für die eigentliche PA einzuspeisen.

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Line-Array und Subwoofer

Die drei L1-Systeme sind innerhalb der Zeile mit 2″-Breitbandsystemen ausgestattet. Für die Funktion der Zeile als Linienquelle sind die kleinen Treiber von Vorteil. Auf der anderen Seite erfordert die kleine Bauform aber auch fast immer den Einsatz eines zusätzlichen Subwoofers. Für die zum L1-System gehörigen Subwoofer wurde daher bei Bose ein spezieller Treiber-Typ mit RaceTrack-Treiberdesign entwickelt.

Woofer
Woofer Der ovale Woofer mit einer 10″ × 18″Membran (Bild: Bose)

Die Membran ist nicht wie üblich kreisrund, sondern hat die Form einer Laufbahn in einem Stadion (RaceTrack). Durch die schmale Bauform kann auch das Gehäuse des Subwoofers schmal ausfallen, was zum einen den Transport im PKW erleichtert und natürlich auch optisch gut zur schlanken Säule passt. Den RaceTrack-Treiber gibt es in zwei Größen als 7″ × 13″ in der Pro8 und als 10″ × 18″ in der Pro16. Die beiden Formate entsprechen von der Membranfläche einem 12″- bzw. 15″-Treiber in herkömmlicher Bauform. Für das Pro32-System hat man die Wahl zwischen dem Sub1 und Sub2 mit kleinem bzw. großem RaceTrack-Treiber.

Sub-Verbindung
Sub-Verbindung Sub1 oder Sub2 lassen sich über ein Spezialkabel an den Sockel des L1 Pro32 ankoppeln und werden von hier komplett versorgt, eine eigene Stromversorgung wird nicht benötigt (Bild: Bose)

Im Gegensatz zu den fest zum System gehörigen Subwoofern der Pro8 und Pro16 können die Subwoofer Sub1 und Sub2 auch eigenständig und in Kombination mit anderen Topteile eingesetzt werden. Dazu gibt es zwei symmetrische Line-Pegel-Eingänge mit XLR/Klinke-Kombi-Buchsen und Link-Ausgängen, die wahlweise das Signal ungefiltert oder über einen Hochpass weiterreichen.

Für das Lowpass-Filter des Subwoofers kann zwischen einem Standard-Lowpass und einer für die Kombination im L1-System optimierten Varianten gewählt werden. Weitere Einstellmöglich- keiten sind ein Pegelsteller und ein Phasenschalter mit den Einstellungen „in phase“, „phase reverse“ und „Cardioid“. Im Cardioid-Modus werden zwei Subs quer übereinander liegend betrieben, wo- bei der obere nach vorne und der untere nach hinten abstrahlt. Die Bassabstrahlung nach hinten wird damit deutlich reduziert.

Diagramm Frequenzgang
Frequenzgang der L1 Pro32 solo (rot) und mit Subwoofer (blau). Die Messung erfolgt auf Höhe der Zeilenmitte und in 6,4 m Abstand. Die Höhen erscheinen nicht zu leise. Für die gestrichelte blauen Kurve wurde der Subwoofer so weit im Pegel zurückgenommen, bis der Höreindruck ausgeglichenen war (Abb. 4) (Bild: Anselm Goertz)

Wie die L1 Kombination aus Pro32 und Sub2 zusammenspielt, ist in Abb. 4 dargestellt. Auffällig sind hier zwei Dinge: Zum einen der ab 2 kHz aufwärts einsetzende Abfall der Höhen um ca. 10 dB bis 18 kHz, was vermutlich dem Line-Array-Effekt geschuldet ist. Die 2 m lange Linienquelle bildet bereits ein ausgedehntes Nahfeld für die Mitten und Höhen aus, wodurch diese mit der Entfernung weniger schnell abnehmen als tieffrequentere Signalanteile, was durch den hier eingestellten Frequenzgang kompensiert wird. Die gezeigte Messung erfolgte in 6,4 m Entfernung, wo man sich schon ab 500 Hz aufwärts noch im Nahfeld befindet.

Klanglich bestätigt sich die Einstellung: Die Höhen sind nicht zu leise! Etwas problematischer stellte sich dagegen die Bassüberhöhung dar, die im Hörendruck zumindest für Material aus der Konserve zu heftig ist. Das wäre weiter kein Problem, wenn sich der Pegel des Subwoofers einfach über den Pegelsteller anpassen lassen würde. Das funktioniert grundsätzlich auch, bringt aber ein neues Problem hervor: Sobald der Basspegel angeglichen ist, entsteht eine recht breite Lücke im Frequenzgang zwischen 100 Hz und 300 Hz, die man ja eigentlich auch nicht möchte. Eine einfache Lösung für diesen Effekt fanden wir daher noch nicht ‒ es sei denn, man mag die Bassüberhöhung und belässt die Pegelverhältnisse in der Grundeinstellung.

Diagramm Phasengang
Phasengang Kombination aus L1 Pro32 und Sub2, die X-Over- und Hochpassfunktionen verursachen zu den tiefen Frequenzen hin eine ausgeprägte Phasendrehung (Abb. 5) (Bild: Anselm Goertz)

Der zugehörige Phasengang aus Abb. 5 zeigt keine Auffälligkeiten. Durch die X-Over-Funktion von den Breitbändern zum Subwoofer und dessen akustische und elektrische Hochpassfunktionen entstehen am unteren Ende des Frequenzganges kräftige Phasendrehungen, die sich prinzipbedingt aber nicht vermeiden lassen. 360° sind durch die X-Over-Funktion 4. Ordnung bedingt und jeweils weitere 360° durch das akustische Hochpassverhalten des Subwoofers und sein zusätzliches elektrisches Hochpassfilter.

Diagramm Spektrogramm
Spektrogramm Kombination aus L1 Pro32 und Sub2 (Abb. 6) (Bild: Anselm Goertz)

Im Spektrogramm aus Abb. 6 führen die Phasendrehungen zu einem etwas längeren Nachschwingen im Übergangsbereich bei 200 Hz und unterhalb von 100 Hz.

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Abstrahlverhalten

Auf der Bose-Homepage wird für die L1-Pro-Modelle ein horizontaler Abstrahlwinkel von 180° angegeben, der auf den ersten Blick doch sehr groß erscheint. Schaut man sich die Zeilen des L1-Systems dann etwas näher an, erkennt man, dass die kleinen Breitbandchassis wechselseitig gegeneinander verdreht sind, um einen breiten horizontalen Abstrahlwinkel zu erzielen. Aber funktioniert das auch?

Diagramm Horizontale Isobaren
Horizontale Isobaren der L1 Pro32 mit einem sehr breiten Öffnungswinkel von ca. 160 – bis zu den höchsten Frequenzen (Abb. 7) (Bild: Anselm Goertz)

Die Isobaren des horizontalen Abstrahlverhaltens aus Abb. 7 beantworten die Frage: Ja, es funktioniert. Zwar liegen die Isobaren für –6 dB nicht ganz bei ±90°, aber ±80° kann man guten Gewissens bestätigen – und das bis zu den höchsten Frequenzen. Eine leichte Verengung gibt es zwischen 1 und 2 kHz, wo sich die Isobaren für –6 dB auf ±60 einschnüren, was aber kein Problem sein sollte.

Das vertikale Abstrahlverhalten betreffend sind die drei Modelle übrigens unterschiedlich aufgebaut. Abb. 8 verdeutlicht die Anordnung der Treiber. Die Pro32 strahlt über die gesamte Höhe eine ebene Wellenfront ab, die Pro16 arbeitet mit einem nach unten aufgeweiteten Abstrahlverhalten und die Pro8 mit einem Öffnungswinkel von 40° symmetrisch zur Mittelachse. Je nach gewünschter Reichweite und Pegel sowie der Verteilung der Zuhörer eignet sich das eine oder andere Modell. Die Pro32 strahlt sehr scharf begrenzt über ihre Höhe von 2 m ab.

Befindet man sich unter- oder oberhalb der Wellenfront, dann verschwinden die Höhen schlagartig, was man bei der Aufstellung bedenken muss. Wenn das L1 auf einer Bühne stehen soll und sich die ersten Zuhörer, womöglich sogar sitzend, nahe vor der Bühne befinden, dann wird man mit der Pro16 oder Pro8 Variante besser auskommen. Eine Messung des vertikalen Abstrahlverhaltens für das hier vorgestellte Modell Pro32 wurde nicht durchgeführt, da sich eine Abstrahlung als 2 m hohe Zylinderwelle in einem Polardiagramm oder mit Isobaren nicht sinnvoll abbilden lässt.

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Maximalpegel und Reichweite

Im Datenblatt wird für die Kombination aus L1 Pro32 mit Sub2 ein Maximalpegel von 122 dB als Mittlungspegel Leq und 128 dB als Spitzenpegel Lpk angegeben. Beide Werte sind schon eine mächtige Ansage, die dann in Anbetracht von 1 kW Verstärkerleistung für den Subwoofer und 480 W für die Breitbänder aber doch wieder realistisch erscheinen. Unsere erste Messreihe zum Maximalpegel mit 185 ms langen Sinusburst-Signalen lieferte die Kurve aus Abb. 9 mit mittleren 120 dB für die Tiefen, 125 dB in den Mitten und einer oberhalb von 3 kHz kontinuierlich abfallenden Kurve bis auf ca. 108 dB.

Diagramm Maximalpegelmessung
Maximalpegelmessung L1 Pro32 mit Sub2 mit Sinusburstsignalen für höchstens 10% THD, die Pegelwerte sind auf 1 m Entfernung im Freifeld für den Vollraum bezogen (Abb. 9) (Bild: Anselm Goertz)

Die Messung erfolgte in 6,4 m Abstand und wurde dann auf 1 m als Bezugswert umgerechnet. Hätte man die Messung in einer größeren Entfernung durchgeführt, dann wäre der Höhenabfall weniger stark ausgefallen. Unabhängig davon zeigt die Kurve aus Abb. 9 vor allem, dass es keine größeren Einbrüche im Verlauf und somit auch keine ernsthaften Schwachstellen gibt.

Die zweite Messung zum Maximalpegel erfolgte wie üblich mit einem Multitonsignal mit EIA-426B-Spektrum und einem Crest-Faktor von 12 dB. Bei dieser Art der Messung gilt der Maximalwert als erreicht, wenn entweder der Anteil der Gesamtverzerrungen (TD) aus harmonischen Verzerrungen (THD) und Intermodulationsverzerrungen (IMD) –20 dB (10%) erreicht, oder die parallel gemessenen Powercompression in mehreren Frequenzbändern einen Wert von 2 dB oder schmalbandig von 3 dB überschreitet.

Diagramm Powercompression
Powercompression L1 Pro32 mit Sub2, der Startwert der Messungen lag bei 108 dB bezogen auf 1 m Freifeld im Vollraum. Von dort ausgehend wurde der Pegel in 1-dB-Schritten erhöht. Die Kurven zeigen die dabei zu messende Powercompression in Abhängigkeit von der Frequenz. Die grüne Kurve ist der höchste Wert, bei dem noch kein Frequenzband eine Kompression von 2 dB erreicht. Die orange Kurve überschreitet den Grenzwert von 2 dB Powercompression in mehreren Frequenzbänden und für die rote Kurve wird der Grenzwert von 3 dB Powercompression erreicht (Abb. 10) (Bild: Anselm Goertz)

Abb. 10 zeigt die Powercompression in Abhängigkeit von der Frequenz in 1/6 oktav-breiten Frequenzbändern. Beginnend im linearen Arbeitsbereich mit einem Mittlungspegel von 108 dB wurde der Pegel in 1-dB-Schritten so lange erhöht, bis eines der Abbruchkriterien erreicht wurde. Das war hier bei einer Pegelerhöhung von +12 dB der Fall, bei der die orange Kurve aus Abb. 10 gemessen wurde. Rein rechnerisch wäre dann ein Pegel von 120 dB zu erwarten gewesen, der sich durch die Powercompression auf einen Wert von 118 dB reduziert.

Diagramm Multitonmessung
Multitonmessung der L1 Pro32 mit Sub2. Mit einem EIA-426B Spektrum (grüne Kurve) wird für 8% Gesamtverzerrungen ein Pegel bezogen auf 1 m Entfernung von 118 dB Leq und 129 dB Lpk erreicht. Die Messung entspricht der orangen Kurve aus Abb. 10. Breitbandig beträgt die Powercompression 2 dB (Abb. 11) (Bild: Anselm Goertz)

Der Verzerrungsanteil (Abb. 11) bei einem Mittlungspegel Leq von 118 dB betrug –22 dB und lag damit noch knapp unter dem Grenzwert –20 dB. Der Spitzenpegel Lpk bei dieser Messung betrug 129 dB. Die Angabe aus dem Datenblatt wird damit sogar noch um 1 dB übertroffen. Der mit 118 dB um 4 dB geringere Mittelungspegel im Vergleich zum Datenblatt ist in der Art des Messsignals begründet, da für unsere Messung ein Signal mit einem Crestfaktor von 12 dB und für die Messung aus dem Datenblatt vermutlich ein Signal mit 6 dB Crest-Faktor verwendet wurde.

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Treiberansicht Säulenlautsprecher
Coverage Die kleinen Breitbandchassis in den L1-Säulen sind wechselseitig gegeneinander verdreht, um einen breiten horizontalen Abstrahlwinkel zu erzielen (Bild: Bose)

Hörtest

Der Hörtestfand mit einer L1 Pro32 statt. Das Signal wurde dazu über Eingang 1 symmetrisch mit Line-Pegel und auf Mono gemischt eingespielt. Was schon direkt im ersten Moment auffällt, ist die horizontal ungewöhnlich extrem breite Abstrahlung: Man steht seitlich neben der L1 und hört bereits die volle Bandbreite der Hochtonwiedergabe. Ebenfalls nicht zu überhören ist die kräftige Bassüberhöhung in der Grundeinstellung, die schlichtweg zu heftig ausgefallen ist. Versucht man diese durch den Pegelsteller am Subwoofer etwas zu kompensieren, entsteht die erwähnte Lücke zwischen 100 und 300 Hz. Klanglich wird das L1 Pro32 also etwas polarisieren. Hier gilt es, je nach Anwendung einen Kompromiss zu finden. Oder, wenn die Musik aus der Konserve oder von einem DJ kommt, den Bass schon in der Zuspielung etwas zurückzunehmen.

Der Bass-Regler des internen Klangstellers kann das Problem zwar auch etwas mindern, greift dann aber auch oberhalb von 100 Hz noch zu weit ein. Ganz ohne Subwoofer wird die Pro32 nicht betrieben (schon da ihre Frequenzgangkurve unterhalb von 200 Hz steil abfällt). Unabhängig davon ist das Durchsetzungsvermögen bei der Stimmwiedergabe sehr groß, was vor allem für Sprache ein Vorteil ist.

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Preise und Zubehör

L1 Pro32: 2.100 €
L1 Pro16: 1.999 €
L1 Pro8: 1.299 €
Sub2 Bassmodul: 1.299 €
Sub1 Bassmodul: 899 €
(UVP inkl. MwSt.)

Alle L1-Komponenten werden mit gut gepolsterten und soliden Transporttaschen geliefert. Darüber hinaus gibt es als Zubehör noch weitere Rollkoffer oder Taschen, in denen die L1 Sets auch komplett verpackt und sicher transportiert werden können.

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Fazit

Messtechnisch erfüllte das L1 Pro32 alle Versprechungen und blieb auch ansonsten frei von Schwachpunkten ‒ mit sehr breiter Abstrahlung und gutem Durchsetzungsvermögen bei der Stimmwiedergabe. Die klanglichen Eigenschaften der Subwoofer-Ankopplung sind ein wenig Geschmackssache, oder man müsste evtl. in der Zuspielung nach eigenem Empfinden etwas eingreifen.

Der Sockel der L1 Pro32 enthält die gesamte Elektronik inklusive eines kleinen Mischpultes, alle Bedienelemente finden sich auch in der L1MixApp
Der Sockel der L1 Pro32 enthält die gesamte Elektronik inklusive eines kleinen Mischpultes, alle Bedienelemente finden sich auch in der L1MixApp

Mit dem L1 bietet Bose so drei weitere, kompakte Mini-PA-Systeme an, die in Bose-typischer Weise einfach und solide aufgebaut sind und sich sofort intuitiv bedienen lassen, was auch für die zugehörige und praktische L1-Mix-App gilt. Je nach Anwendung und – wegen etwas unterschiedlichem Aufbau in der vertikalen Ausrichtung – gewünschter Reichweite hat man als potenzieller Käufer die Wahl zwischen den drei Modelle Pro8, Pro16 und Pro32 + Sub1(2).

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