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Frequenzpolitik

APWPT warnt vor Wegfall des 600-MHz-Bands für Kreativ- und Eventsektor

Die Association of Professional Wireless Production Technologies (APWPT) kritisiert Pläne der Telekommunikationsbranche, das 600-MHz-Frequenzband künftig nicht mehr der Kultur-, sondern der Mobilfunknutzung zuzuweisen. Laut einer Analyse des Verbands würde eine solche Umverteilung den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand in der EU per saldo um mehrere Milliarden Euro pro Jahr verringern.

Screenshot von der APWT-Website mit Logos von Mitgliederunternehmen(Bild: APWT)

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Nach Berechnungen des APWPT stünden einer Neuzuweisung des Bands zwar Vorteile für die Mobilfunkkommunikation gegenüber – diese fielen jedoch deutlich geringer aus als die zu erwartenden Schäden für die Kultur- und Kreativwirtschaft, die maßgeblich auf PMSE-Technologien (Programme Making and Special Events) wie drahtlose Audio- und Videoübertragung angewiesen ist.

Verluste für Kultur- und Kreativwirtschaft

Der Verband beziffert den jährlichen Nutzen einer Neuzuweisung für den Mobilfunk auf 3 bis 6 Milliarden Euro. Dem stünden europaweit wirtschaftliche Verluste in den PMSE-abhängigen Sektoren von 4 bis 14 Milliarden Euro jährlich gegenüber, im Mittel rund 7,5 Milliarden Euro.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft der EU erwirtschafte laut Eurostat jährlich rund 199 Milliarden Euro. Bis zu 60 Prozent davon entfielen auf Sektoren, die auf drahtlose Audio-, Video- und Produktionstechnologien angewiesen sind – etwa Rundfunk, Live-Veranstaltungen, Filmproduktion, Sport und Konferenzen. Umgerechnet entspreche dies 80 bis 120 Milliarden Euro jährlich, wovon wiederum 40 bis 60 Prozent auf das 600-MHz-Band entfielen – rund 40 bis 70 Milliarden Euro pro Jahr.

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Hohe Kosten und weniger Events

Ein Verlust des 600-MHz-Bands würde nach Einschätzung des APWPT zu höheren Produktionskosten, weniger Veranstaltungen und einer insgesamt geringeren Wirtschaftsleistung führen. Der Verband geht in einer konservativen Schätzung davon aus, dass 10 bis 20 Prozent der bandabhängigen Aktivitäten beeinträchtigt würden oder ganz wegfielen – daraus ergäben sich die genannten jährlichen Verluste von 4 bis 14 Milliarden Euro.

Zum Vergleich verweist der APWPT auf Schätzungen der GSMA und von Plum Consulting, wonach Mobilfunkdienste in Europa bereits einen wirtschaftlichen Wert von 269 bis 477 Milliarden Euro jährlich erzeugen (Mittelwert rund 300 Milliarden Euro). Das 600-MHz-Band allein könne die Mobilfunkkommunikation daher nicht mehr transformativ verbessern, zusätzliche Frequenzbänder brächten aus Sicht des Verbands nur noch abnehmende Grenzerträge, zumal das vorhandene Niedrigfrequenzspektrum bereits eine flächendeckende Versorgung gewährleiste.

Sichere Produktion im Binnenmarkt

Der APWPT fordert daher, das UHF-Band mit seiner 600-MHz-Zuweisung für die Eventbranche zu erhalten. Es handle sich um das wichtigste und nutzungsstärkste Frequenzspektrum für PMSE in Europa, mit günstigen Ausbreitungseigenschaften und einem ausgereiften Geräte-Ökosystem. Diese Entscheidung sei nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strategisch begründet.

Nur so könne die Kultur- und Kreativwirtschaft weiterhin hochwertige Inhalte produzieren, Innovationen bei Produktionstechnologien vorantreiben und grenzüberschreitend effizient arbeiten, so der Verband. Andernfalls drohe eine Fragmentierung des europäischen Binnenmarkts, die die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas in Medien, Veranstaltungen und Rundfunk gefährden würde.

Grafik stellt die Gewinne für den IMT-Sektor den Verlusten im PMSE gegenüber
Die Übertragung des 600 MHz-Bandes vom Sektor Programme Making and Special Events (PMSE) auf die Telekommunikationsbranche würde laut Association of Professional Wireless Production Technologies (APWPT) einen wirtschaftlichen Netto-Verlust von 1 bis 8 Mrd. Euro pro Jahr bewirken (Bild: APWPT)

 

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