Für die Rückkehr des SC Telstar in die Eredivisie hat Van Brienen Audiovisueel das BUKO Stadion im niederländischen Velsen-Zuid mit einem neuen PA-System ausgestattet. Die Dante-vernetzte Anlage mit acht Zonen basiert auf Verstärkern der Unica-Serie von Powersoft und wurde in weniger als drei Wochen realisiert.
(Bild: DGF)
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Im Juni 2025 war dem als „Witte Leeuwen“ bekannten Verein der Aufstieg aus der Eerste Divisie gelungen, erstmals seit 1978 spielte der Club damit wieder in der höchsten niederländischen Liga. Das Stadion mit 6.000 Plätzen musste vom ersten Heimspiel an den Anforderungen der Eredivisie genügen. Die bestehende PA-Anlage galt als veraltet und schwer zu steuern. Sprachverständlichkeit und gleichmäßige Abdeckung reichten für ein ausverkauftes Stadion laut den Projektbeteiligten nicht mehr aus.
Drei Wochen bis zum Anpfiff
Den Auftrag erhielt Van Brienen Audiovisueel, ein 2014 von Jeroen van Brienen gegründeter Integrator für AV-Installationen in Gewerbe, Gastronomie und Sport. „Wir hatten bereits eine bestehende Beziehung zum SC Telstar und zum BUKO Stadion“, erläutert Jeroen van Brienen, Inhaber und Geschäftsführer. „Wir kennen die Spielstätte, die Beteiligten und die praktischen Anforderungen an einem Spieltag. Bei einer so knappen Deadline gab es keine Zeit für lange Entscheidungsprozesse.“
Bestätigt wurde das Projekt am 24. Juli 2025, vier Tage später begann die Installation. Das erste Eredivisie-Heimspiel war für den 15. August angesetzt. Vorab entwickelte das Team in der Akustiksimulationssoftware EASE einen Abdeckungsplan, um Lautsprecherabdeckung und Sprachverständlichkeit in den verschiedenen Stadionbereichen vorherzusagen. Aus mehreren Varianten wählte man diejenige mit der besten Balance aus akustischer Leistung, praktikablen Installationswegen und verfügbarer Zeit.
„Wir haben uns zunächst darauf konzentriert, was das System unbedingt leisten muss“, berichtet Van Brienen. „Bei nur drei Wochen war kein Platz für unnötige Komplexität.“ Die Verstärker lieferte der niederländische Powersoft-Distributor Mennegat.
Acht Zonen, zwei Prozessoren
Das zentrale Routing und die Zonensteuerung übernehmen zwei Audioprozessoren vom Typ AtlasIED Atmosphere AZM8-D. Einer verwaltet die vier Innenbereiche, der andere die vier Tribünen. Dante-Audio und Steuerung laufen über Netgear-Switches, was lange analoge Kabelwege durch das Stadion reduziert.
Für die Verstärkung sorgen zwei Powersoft Unica 8K8 und ein Unica 5K4. Die Mehrkanalverstärker verfügen über integriertes DSP, Dante/AES67-Vernetzung und lassen sich über ArmoníaPlus steuern.
Die vier Tribünen des BUKO Stadions bilden vier der acht unabhängig steuerbaren Zonen (Bild: DGF)
Im Innenbereich versorgt das System einen DJ- und Partyraum, zwei Barbereiche sowie einen Präsentations- und Speiseraum. Außen sind West-, Nord-, Ost- und Südtribüne einschließlich Gästebereich eingebunden. Jede Zone wird unabhängig betrieben, um dem unterschiedlichen akustischen Verhalten offener Tribünen und geschlossener Räume gerecht zu werden.
„Mit ArmoníaPlus haben wir die Lautsprecherdateien erstellt, das DSP konfiguriert und die Limiter korrekt eingestellt“, ergänzt Van Brienen. Anschließend wurde die Anlage mit einem STI-Messgerät vermessen. Die gemessenen Werte sollen dabei den in EASE prognostizierten Ergebnissen entsprochen haben.
Installation parallel zum Stadionumbau
Sechs Installateure arbeiteten an dem Projekt, vier davon täglich vor Ort. Gleichzeitig liefen weitere Umbauarbeiten an Spielfeld, neuen Tribünen, Verkabelung und Kamerasystemen. „Zwei Tribünen wurden noch aufgebaut, während wir bereits die Lautsprecherinstallation und die Kabelwege für diese Bereiche vorbereiten mussten“, betont Van Brienen. Das habe eine enge Abstimmung und schnelle Entscheidungen erfordert.
Am 15. August 2025 kam das System vor ausverkauftem Haus erstmals zum Einsatz. „Ab der ersten Durchsage war das Ergebnis klar“, resümiert Van Brienen. Die Sprache sei verständlich gewesen und der Klang habe Wirkung gezeigt. Durch die Kombination aus Dante-Netzwerk, unabhängiger Prozessorsteuerung und Unica-Verstärkern lassen sich laut den Beteiligten künftig weitere Zonen, geänderte Routings oder neue Lautsprecher ergänzen, ohne das Gesamtsystem neu planen zu müssen.