Produkt: Helene Fischer Stadion-Tour
Helene Fischer Stadion-Tour
3 Bühnen, 1 Show – 24 Seiten über die spektakuläre Helene Fischer Produktion!
Live-Konzerte in den 80ern

Doku-Tipp: Dire Straits “Alchemy”

Glühende PAR-Schweinwerfer, ein akustischer Flügel und 1980er-Jahre-Klamotten

Mark Knopfler (Bild: Arte)

Ein mäßig besuchter, alter, britischer Pub. Die Musiker spielen Pool-Billard: „Geordies“ (Engländer aus dem Nordosten jenseits der Tyne) gegen den Rest. Darüber läuft der alte Drifters-Song „Saturday Night At The Movies“. So inszeniert der Vorspann wirkt, so lebendig erscheint dafür das nachfolgende Konzert: Die erste Live-Konserve der Dire Straits, stolz „ohne Overdubs“ aufgenommen, wie es heißt, an zwei Nächten im damals noch „Hammersmith Odeon“ betitelten Londoner Live-Club im Stadtteil Hammersmith, der mittlerweile aus Sponsoren-Gründen „Eventim Apollo“ heißt. Die beiden Konzerte erfolgten 1983, im Anschluss an die „Love Over Gold“-Welttournee.

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Auch wir haben uns Mark Knopfler live schon mal angesehen. Mehr dazu gibt es in unserer Story über die „Down the Road Wherever”-Tour des Sänger, Gitarristen und Songschreiber der Dire Straits.


Enthalten sind interessante Versionen von „Sultans Of Swing“, „Romeo & Juliet“, „Tunnel Of Love“ oder „Telegraph Road“, die Band befand sich noch in „Hallengröße“, vor dem Sprung zum Stadion-Act. Der Konzertfilm konzentriert sich auf das Musikmachen, die Interaktion der Musiker und die Stimmung des Publikums. Bei „Sultans Of Swing“ geht kurz das Hauslicht an, als London erwähnt wird, das Publikum begeistert sich naturgemäß.

Bei „Private Investigations“, einem „Song-Krimi“ aus Sicht eines Privatdetektivs, sind Lichtshow und Nebel von Chromatic Productions Ltd passend abgestimmt, um die zwielichtige Atmosphäre zu vermitteln – auch hier kommt wieder das Saallicht ins Spiel, das bei dynamischen Ausbrüchen die „Action“ visualisiert. Interessantes Konzert-Ende: Beim instrumentalen Rausschmeißer „Going Home“ demontieren die Roadies die Mikrofonstative bereits vor Songende – als Signal an die Zuschauer, dass nun wirklich Schluss ist.

Was hat der Film sonst mit den Gewerken hinter den Kulissen zu tun? Das Konzert vermittelt ein Panoptikum in eine manchmal fast vergessene Vergangenheit: Schwitzige PAR-Scheinwerfer brezeln ungestüm auf die Musiker hinab – der Grund, warum Mark Knopfler dem Vernehmen nach zum Stirnband griff, um den in Strömen rinnenden Schweiß von den Augen fernzuhalten.

Der Flügel von Pianist und Keyboarder Alan Clark war naturgemäß noch akustisch. Bei allen Anstrengungen, um einen Flügel zu transportieren – etwa Heizdecken im Sattelschlepper und tägliche Stimm-Rituale – begeistert der Klang, etwa bei „Telegraph Road“ mit ausufernden Klavierpassagen. Und: Knopfler und Co. spielen noch ohne In-Ear-Systeme. Das spielerische Ergebnis wäre vermutlich präziser – umgekehrt ist die Band von einer gemeinsamen Atmosphäre umgeben.

Dass er auch mit In-Ear mitreißende wie einhüllende Performances liefern kann, zeigte Knopfler hingegen seit der 2002er Tour „Sailing To Philadelphia“. Für dem Umstieg auf „kühlere“ Scheinwerfer war er indes dankbar. Bei der Tour zum Album „Down The Road Wherever“ setzte der Gitarrist 2019 zudem komplett auf „virtuelle“ Gitarrenverstärker aus dem Hause Kemper, für die er seine bisherigen Rigs im Studio digitalisierte. Die zuverlässige Reproduzierbarkeit der Sounds, verbunden mit reduziertem Bühnenschall, war demnach die Haupttriebfeder. Welche Technik für eine überzeugende Produktion gebraucht wird? Was Mehrwert oder Bürde ist, liegt im Fokus des jeweiligen Künstlers.

Bei allem Fortschritt lohnt sich gelegentlich das Innehalten – was braucht Rock’n’Roll wirklich? Worin besteht tatsächlich Fortschritt, und wann war ein Ideal in mancher Hinsicht bereits erreicht? Wann bringt zuverlässige Reproduzierbarkeit mehr, und in welchen Fällen lohnt die „Extra-Meile“ komplizierterer Umstände? Welcher Workflow-Vorteil stellt für welche Produktion auch einen Show-Vorteil dar? Im „Alchemy“-Fall dürften hingegen die 1980er-Jahre-Klamotten weitgehend diskussionsfrei dem damaligen Zeitgeist vorbehalten sein.

Das Konzert ist auf DVD und Blu-Ray erhältlich. Im Bonusmaterial befindet sich die sehenswerte Dire-Straits-Doku aus dem Jahr 1980 im Rahmen der Serie „BBC Arena“, ebenfalls mit interessantem Konzertmaterial.

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