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Handling: Übertragungssicherheit bei Glasfaser erhalten

Schnell, sicher und zuverlässig in jeder Umgebung: das vermögen LWL-Verkabelungen zu leisten – wenn sie korrekt ausgewählt, eingesetzt und gepflegt werden. Praxis-Tipps vom Sachsenkabel-Support

Eurolens Linsenstecker im Schnee
Linsenstecker mit Expanded-Beam-Technolgie wie Eurolens sind wie geschaffen für die raue Umgebung (Bild: Sachsenkabel)

Sommerzeit ist Festivalsaison. Ob Filmfestival, Rockkonzert, Kulturevent oder Sportereignis – jetzt buhlen die Veranstalter um die Gunst von Musikliebhabern, Cineasten und Adrenalinfans. Eine Veranstaltung gilt dann als gelungen, wenn sie Emotionen und Begeisterung weckt. Wer nicht das Glück hat direkt vor Ort zu sein und die Ereignisse am heimischen Bildschirm verfolgt, möchte das Gefühl haben, mitten im Geschehen zu sein. Je nach Prestige des Events wird deshalb per Live-Stream in die ganze Welt übertragen und digital archiviert. Daher wächst die Bedeutung von neuen Technologien wie UHD/4K und Virtual Reality (VR), welche die EventRealität erweitern und dem Zuschauer neue Perspektiven erlauben. Die Zuverlässigkeit, Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Technik ist dabei essentiell. Im Sinne eines optimalen Klang- und Bilderlebnisses ist es angeraten, ausschließlich zuverlässige und qualitativ hochwertige Komponenten einzusetzen. Daher schwören immer mehr Veranstalter auf fiberoptische Netzwerkinfrastruktur. Glasfaserprodukte stellen allerdings hohe Anforderungen an die Prüfung und Pflege der Komponenten. Speziell die Reinheit der Steckerstirnflächen hat einen entscheidenden Einfluss auf die Signalübertragung.

Sichere Konstanten im turbulenten Festival-Alltag

Gefragt sind hochrobuste LWL-Komponenten, denen Nässe, Schmutz, Temperaturschwankungen und Erschütterungen nichts anhaben können. Mit IP67-zertifizierten Steckverbindern mit Expanded-Beam-Technologie ist der Anwender hier auf der sicheren Seite. Geeignet für die raue Festival-Umgebung ist beispielsweise der Linsenstecker Eurolens, der als duplex-, 4-fach-, 8-fach- oder 12-fach-Stecker verfügbar ist. Eurolens spielt vor allem in rauer Umgebung seine Stärke aus. Er ist deutlich widerstandsfähiger gegen Verschmutzungen und damit weit weniger ausfallgefährdet als die empfindlicheren Kontaktsteckverbinder wie beispielsweise der LC-Stecker. Durch das zertifizierte Steckergehäuse der Schutzklasse IP67 kann das Kabel mitten im Schlamm liegen oder sogar zeitweise unter Wasser geführt werden – so zum Beispiel bei den im Sommer sehr beliebten schwimmenden Bühnen an Fluss- und Seeufern. Die bei Linsensteckern eingesetzte Expanded-Beam-Technologie stellt selbst unter widrigen Umständen eine zuverlässige Datenübertragung sicher. Der einzige Wermutstropfen: Aufgrund des Glas-LuftGlas-Übergangs ist die Signaldämpfung dieser Übertragungstechnik höher als bei Kontaktsteckverbindern.

geknotetes Kabel
Biegeoptimierte Fasern fast.Lane-Komponenten ermöglichen längere Kabelstrecken (Bild: Sachsenkabel)

Auch bei der Kabelwahl sollte genau hingeschaut werden. Single- und Multimode-Glasfasern sind heute auch in biegeunempfindlicher Qualität erhältlich. So zum Beispiel die biegeoptimierten fast.Lane-Komponenten von LWL-Sachsenkabel, die durch verbesserte Dämpfung, höhere Flexibilität und enorme Widerstandsfähigkeit überzeugen. Sie ermöglichen längere Kabelstrecken, verringern das Ausfallrisiko und garantieren auch bei beengten Platzverhältnissen optimale Übertragungsergebnisse. Das fast.Lane-Portfolio ist speziell auf die Bedürfnisse im Broadcast- und Festival-Betrieb zugeschnitten. Je nach Einsatzzweck lassen sich Stecker, Kabeltypen, Kabeltrommeln sowie Verteil- und Übergabesysteme clever kombinieren.

Da im Festival-Betrieb vor allem mobile Lösungen wie LWLKabeltrommeln zum Einsatz kommen, spielt beim Mantelmaterial vor allem Polyurethan (PUR) eine Schlüsselrolle. Glasfaserkabel mit PUR-Außenmantel sind nicht nur flexibel, sondern auch besonders abriebfest. Sie lassen sich auch bei Extremtemperaturen problemlos aufund abspulen und weisen beim Unterschreiten üblicher Biegeradien keine erhöhte Signaldämpfung auf.

Kabeltrommel im Lagerraum
LWL-Kabel finden in der digitalen Audio- und Videotechnik große Verbreitung (Bild: Sachsenkabel)

Linsenstecker vs. klassische Kontaktsteckverbinder

Nicht nur seine außergewöhnliche Toleranz gegen äußere Störeinflüsse macht den Linsensteckverbinder zu einem optimalen Festival-Steckverbinder – durch sein einfaches Handling erweist er sich auch als äußerst praxistauglich. „Viele Unternehmen im Festival-Bereich arbeiten während des Auf- und Abbaus mit Rookies. Die Hilfskräfte kennen sich mit LWL-Produkten wenig aus und behandeln das Glasfaserkabel wie ein Kupferkabel. Das birgt natürlich ein hohes Fehlerpotenzial. Linsenstecker sind dagegen vom Handling her völlig unproblematisch. Hiermit lässt sich kaum etwas falsch machen“, sagt Sven Tittel, Key Account Manager fast.Lane von LWL-Sachsenkabel. Ob man bei der Standard-Steckverbindung bleibt oder sich für einen Linsenstecker entscheidet, ist letztlich eine Frage des Preises und des Einsatzszenarios.


»Wenn das Aktivgerät nicht das entsprechende Dämpfungsbudget aufweist, müssen weitere Faktoren in die Überlegung der Steckerwahl einbezogen werden.«

Sven Tittel | Key-Account Manager fast.Lane von LWL-Sachsenkabel


Während die Dämpfungswerte bei Linsensteckern im Bereich von 0,5 dB für Multimodeverkabelungen bis 1,5 dB für Singlemode liegen, sind es bei korrekt installierten Kontaktsteckverbindern lediglich 0,1 bis 0,5 dB. „Es ist abzuwägen, inwieweit die höheren Werte ins individuelle Dämpfungsbudget passen. Allein vom Datenvolumen her ist die Glasfaser unbeschränkt, aber wenn das Aktivgerät nicht das entsprechende Dämpfungsbudget hat, müssen weitere Faktoren wie die Länge der Kabelstrecke und die Anzahl der Patchungen in die Überlegung einbezogen werden“, erklärt Sven Tittel. Beide Steckverbinder haben ihre Vor- und Nachteile, daher schaut man bei LWL-Sachsenkabel immer auf das individuelle Einsatzszenario und die Kundenbedürfnisse, bevor man eine Empfehlung ausspricht. „Die robusten Linsenstecker übertragen Daten auch dann noch zuverlässig, wenn andere Komponenten längst ihren Dienst versagen. Allerdings haben viele unserer Kunden auch gute Erfahrungen mit flexiblen StandardSteckverbindern gemacht und bleiben diesen auch treu“, führt der Experte weiter aus.

Kabeltrommel vor einer Steinwand
Trommelbare Kabel von fast.Lane sind robust und wasserabweisend, durch den PUR-Mantel eignen sie sich besonders für den mobilen Einsatz (Bild: Sachsenkabel)

Ein Reinigungsset gehört zur Grundausrüstung für Glasfaser

Die Leistungsfähigkeit eines LWLSystems steht und fällt mit der Reinheit der Verbindungsstellen. Bei Kontaktsteckverbindern können selbst kleinste Schmutzpartikel empfindliche Störungen verursachen oder sogar zum Totalausfall der Übertragungsstrecke führen. Daher müssen sie vor jedem Steckvorgang gereinigt werden. Das gilt sogar für Neuware vor ihrer ersten Inbetriebnahme. „Sobald die Staubschutzkappe entfernt wird, entsteht Unterdruck, wodurch sich Staubpartikel aus der Raumluft auf der Steckerstirnfläche sammeln. Wird ein Kontaktsteckerbinder vor dem Stecken nicht gereinigt, kann der Gegenstecker in der Durchgangskupplung ebenfalls kontaminiert werden. Durch den Anpressdruck werden Staubkörner von einer Steckerstirnfläche in die andere gepresst. So entstehen Kratzer, was schließlich zu Performance-Verlusten führt“, warnt Sven Tittel. Insgesamt lassen sich in glasfaserbasierten Übertragungssystemen über 80 Prozent der Fehler auf Stecker zurückführen, die nicht korrekt gereinigt wurden. Hier von Anfang an sorgfältig vorzugehen, erspart später eine langwierige und mühsame Fehlersuche.


»80% aller Fehler in glasfaserbasierten Übertragungssystemen lassen sich auf nicht korrekt gereinigte Stecker zurückführen.«

Sven Tittel warnt vor Nachlässigkeit in der Materialpflege


Während sich Linsensteckverbinder einfach mit klarem Wasser und einem fusselfreien Mikrofasertuch reinigen lassen, ist für Kontaktsteckverbinder spezielles Reinigungsequipment erforderlich. Bewährt hat sich der kompakte One-ClickCleaner. Seine ausziehbare Reinigungsspitze erreicht auch zurückversetzte Stecker, welche in den Kupplungen gesteckt bleiben können.

Weiterhin lohnt sich die gewissenhafte Nutzung von Staubschutzkappen. Dass dieses Schutzelement erst unmittelbar vor der Installation entfernt werden darf, versteht sich von selbst. Staubschutzkappen können aber im hektischen Festival-Betrieb verloren gehen. Nach dem Event bleibt die Sorgfalt schon einmal auf der Strecke. LWL-Komponenten mit unverlierbaren Staubschutzkappen, die mit den Steckern verbunden sind, vermindern diese Problematik – das Schutzelement ist immer verfügbar und lässt sich mit einem Handgriff überstülpen.

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