Akku-Scheinwerfer mit bis zu 20 Stunden Licht

Im Test: Astera QuikSpot

Neben knapp 40 W LED-Leistung und einem manuellen mechanischen Zoom von 60° bis 13°, einer IP65-Klassifizierung und cleveren Zubehörartikeln offeriert der QuikSpot besondere Vielfalt bei der Ansteuerung.

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Wenn es um akkubetriebene Scheinwerfer geht, hat sich Astera seit dem Jahr 2010 in vielen Anwendungsgebieten einen Namen gemacht. Astera-Scheinwerfer kommen bevorzugt in den Anwendungen zum Einsatz, wo es entweder schnell gehen muss, besonders dezent aussehen soll, Kabelführungen nicht gewünscht, hinderlich oder unmöglich sind. Entwicklungs- und Service-Zentrum des deutschen Herstellers mit Fertigung in Shenzen befinden sich in der bayrischen Landeshauptstadt. Das erfolgreiche Produktportfolio wurde mit dem neuen Astera QuikSpot um einen Scheinwerfer mit äußerst geringen Maßen ergänzt. Sowohl mechanisch als auch softwareseitig hält er einige Raffinessen bereit, wie wir in diesem praxisnahen Test erlebten. Dazu stellte Kaiser Showtechnik, der Astera-Großhändler für Deutschland mit Sitz in Augsburg, der Redaktion ein komplettes Set mit acht Scheinwerfen nebst Zubehör im Lade-Case sowie die benötigten Peripheriegeräte zur Verfügung.

IP65-Gehäuse mit Zoom

Das Gehäuse des neuen Astera QuikSpot sieht mit seiner schwarzen Lackierung und ohne jegliche Logos oder Schriftzüge von Fern betrachtet erst mal recht einfach und unscheinbar aus. Es birgt aber beim genaueren Hinsehen ein vollkommen durchkonzipiertes Design in sich. Der Korpus besteht zum größten Teil aus druckgegossenem Aluminium. Lediglich der obere Teil des Scheinwerfers ist aus Kunststoff gefertigt und auf die Metallstruktur aufgesetzt. Dieser bewegliche Teil des Gehäuses beherbergt die ebenfalls aus Kunststoff gefertigte Front-Linse und ist für den Zoombereich von 60° bis 13° verantwortlich.

Tasten für den Schnellzugriff rund um das Display
Drahtgebundene Anschlüsse kommen hier wahrscheinlich seltener zum Einsatz und können dicht verschlossen werden

Trotz der IP65-klassifizierten Außenhaut und der integrierten Lithium-Ionen-Batterie bringt der QuikSpot ohne zusätzlich montierte Zubehörteile gerade mal knappe dreieinhalb Kilogramm auf die Waage. Somit ist das Gerät nicht nur ein echtes Leichtgewicht, sondern mit einem Durchmesser von nur knapp 16 cm und einer Höhe von nur etwas mehr als 18 cm (mit eingefahrenem Zoom; 60° Streuung) auch noch äußerst handlich. Mit komplett ausgefahrenem Zoom (13° Streuung) ist das Gerät etwa vier Zentimeter länger.

Die vier Zentimeter, die der QuikSpot mit ausgefahrenem Zoom länger ist als in eingefahrenem Zustand, erscheinen zwar erst mal nicht der Rede wert, sind allerdings vor allem beim Verpacken der Scheinwerfer mit Bedacht zu behandeln. Da die Transportkisten dafür ausgelegt sind, die Scheinwerfer mit eingefahrenen Zoom-Zustand zu verstauen, könnte ein versehentlich zugeworfener Case-Deckel möglicherweise erheblichen Schaden an der Mechanik des Zooms verursachen.

Zwar wird die mechanische Einstellung der Zoomfunktion, vergleichbar mit der Bedienung eines Teleobjektivs, um das gesamte Gehäuse herum über eine händische Drehbewegung vorgenommen. Jedoch ist der vorderste Teil des Gehäuses wiederum davon abgesetzt und dreht sich nicht mit, was beispielsweise bei der Verwendung einer Torblende zum Tragen kommt. Zur Erleichterung der Bedienung ist der gesamte Einstellring des Zooms mit Rillen und drei symmetrisch verteilten Erhebungen umgeben, die eine Justage auch mit Handschuhen oder nur einer Hand ermöglichen. Der jeweilige Abstrahlwinkel kann dabei auf einer Skala abgelesen werden, die sich auf der Unterseite des Scheinwerfers befindet und bei der Bedienung des Zooms freigelegt wird. Die Mittelstellung, die laut dieser Skala eine Streuung von ca. 30° liefert, ist hier sogar über ein haptisches und akustisches Feedback spürbar.

Auf vier Gummifüßen der Rückseite steht das IP65-Gerät zwar sicher, jedoch mit wenig Abstand zum Boden. Zwei klappbare Standfüße machen aus dem Yoke ein Bodenstativ
Auf vier Gummifüßen der Rückseite steht das IP65-Gerät zwar sicher, jedoch mit wenig Abstand zum Boden. Zwei klappbare Standfüße machen aus dem Yoke ein Bodenstativ

Die drahtgebundenen Anschlüsse des Geräts befinden sich ebenfalls an der Unterseite des Gehäuses. Sie sind in Form von jeweils zwei fünfpoligen DMX- sowie zwei Power- Con True1-Kupplungen ausgeführt. Zum Schutz vor Staub oder Feuchtigkeit können sie mit unverlierbaren Gummikappen verschlossen werden, wenn sie ungenutzt sind.

PrepBox für die Modifikation von bis zu acht Geräten gleichzeitig in der Ladeschale
ChargingPlate Bis zu acht Geräte laden gleichzeitig über Kontakte an der Linsen-Seite

Pfiffige Mechanik-Details

Unterhalb der Anschlüsse befindet sich eine minimalistische Vorrichtung: Mit Hilfe einer Steckverbindung, ähnlich wie bei der Sicherung von Gehäuseabdeckungen mancher moderner Multifunktionsscheinwerfer, kann sie das darauf konfektionierte Sicherungsseil der Torblende aufnehmen. Der Mechanismus wird hier mit Hilfe einer Federung verschlossen gehalten und kann durch einen Druckknopf geöffnet werden. Die obligatorische und für das Gewicht ausreichend dimensionierte Sicherungsseil-Öse befindet sich unweit davon mittig am Gehäuseende. Sie kann um bis zu einen halben Zentimeter aus dem Gehäuse herausgezogen werden.

Kraftschlüssige Montage eines TV-Zapfens Benötigt wird ein 24er-Maulschlüssel o. ä. (Bild: Torben Lehmann)

Die Rückseite des Scheinwerfergehäuses bietet auf engstem Raum ebenfalls eine Reihe an wohlüberlegten Komponenten. Zentraler Bestandteil davon ist das mittig liegende Display mit den insgesamt acht herstellertypischen Navigations- bzw. Funktionstasten für den Schnellzugriff. Das gesamte Modul ist hierbei durch einen Kunststoffüberzug vor äußeren Einflüssen geschützt und zudem noch ein paar Millimeter tiefer in das Gehäuse eingelassen. Zwar sind die Tasten nicht hinterleuchtet, dafür sind sie jedoch gut spürbar und verfügen über einen anständigen Druckpunkt. Mit Hilfe eines eingebauten Gyrometers orientiert sich das Display automatisch je nach Ausrichtung des Scheinwerfers. Dies ist aber eigentlich nur ein netter Nebeneffekt, da diese bewegungsempfindliche Komponente noch eine ganz andere Funktion erfüllt, wie wir später sehen.

Kickstand neigt den Scheinwerfer um bis zu 15°
Kickstand neigt den Scheinwerfer um bis zu 15°

Seitlich des Display- und Tasten-Moduls befinden sich zwei Einschub-Vorrichtungen, in denen die Halterungen des im Lieferumfang enthaltenen „Yoke“ ihren Platz finden und dort mit Hilfe zweier Federmechanismen arretiert bzw. gelöst werden. Die Rückseite des QuikSpots ist mit vier Gummifüßen ausgestattet, die einen sicheren, aufrechten Stand des Scheinwerfers auch ohne externes Zubehör ermöglichen, so dass keine Teile des Gehäuses mit dem Boden in Berührung kommen. Die Bodenfreiheit beträgt hier allerdings nur etwa einen halben Zentimeter, was bei einem IP65-Scheinwerfer auch ruhig etwas üppiger ausfallen könnte. Ein zusätzlicher, versenkbarer Mini-Stand-Fuß („KickStand“) an der Rückseite des Gehäuses wird ebenfalls mit Hilfe eines gefederten Mechanismus arretiert, während eine weitere Federung ihn aus dem Korpus herausdrückt. Zudem kann der KickStand mit einer Gewindestange stufenlos fein justiert werden und mit bis zu dreieinhalb Zentimetern Länge eine Neigung von bis zu 15° ermöglichen.

Einer der Ladekontakte und Gummipads
Zoomeinstellungen mit den auf der Skala ablesbaren 60°, 40°, 30° und 13°
Eine Transportkiste mit Truck-Maß fasst bis zu acht Geräte mit Zubehör
Eine Transportkiste mit Truck-Maß fasst bis zu acht Geräte mit Zubehör
Eine Transportkiste mit Truck-Maß fasst bis zu acht Geräte mit Zubehör
Zoomeinstellungen 13°, 30° und 60°
Zoomeinstellungen 13°, 30° und 60°
Zoomeinstellungen 13°, 30° und 60°

Dabei bleiben zwei der Gummifüße in Kontakt mit dem Boden, so dass die Standsicherheit auch mit nur drei Füßen bei jeder Winkelung gewährleistet ist.

Direkt über der Safety-Öse befindet sich ein M8-Innengewinde. Es kann beispielsweise einen schwarzen, kleinen TVZapfen aus dem Zubehörkatalog, aber selbstverständlich auch jedes andere Teil mit einem M8-Gewinde aufnehmen. Der angebotene TV-Zapfen lässt sich allerdings nur mit Hilfe eines 24er-Maulschlüssels oder ähnlichem Werkzeug in der Größenordnung entsprechend kraftschlüssig direkt am Aluminium-Druckguss-Gehäuse oder dem Yoke befestigen. Ein gängigeres Maß wäre hier von Vorteil.

Auch die Vorderseite des QuikSpot-Gehäuses ist mit vier kleinen Gummipads ausgestattet, welche die sichtbaren Kunststoffteile beispielsweise beim Abstellen auf dem Boden vor Abnutzung oder Kratzern bewahren. Zwei gegenüberliegend zueinander angeordnete Kontakte dienen dem kabellosen Aufladen im Transport-Case. Zudem lassen sich hier in eine Halterung externe Zubehörteile einsetzen, ebenfalls mit Hilfe eines gefederten Mechanismus an ihrer Position gehalten.

Frontlinse

Die Frontlinse besitzt einen Durchmesser von 10 cm und ist von der Vorderkante des Gehäuses aus betrachtet ca. drei Zentimeter tief in den Kunststoffring eingelassen. Hier gibt es zwar keine sichtbaren Wasserabläufe, jedoch eine einfache Lösung, damit der QuikSpot nicht zu einem beleuchteten Vogel-Bad avanciert, wenn der Scheinwerfer als klassische Deko-Laterne aufrechtstehend im Freien eingesetzt wird: Da die Zoomeinheit nämlich nur auf den Aluminium- Korpus aufgesetzt ist, konnte an dieser Stelle so viel Spiel zwischen den Bauteilen gelassen werden, dass Regenwasser im Normalfall seitlich am Rand der Linse vorbei abfließen kann, ohne dabei ins Innere des Geräts zu gelangen. Bezüglich der optischen Eigenschaften des Scheinwerfers ist die Bezeichnung QuikSpot etwas irreführend, da hier eine Fresnel-Linse zum Einsatz kommt und der Scheinwerfer vom Lichtkegel her gesehen eher zwischen einem Washlight und einem PC-Linsen-Scheinwerfer einzuordnen wäre.

Fresnel-Linse mit den Zoomeinstellungen 13°, 30°, 40° und 60°
Fresnel-Linse mit den Zoomeinstellungen 13°, 30°, 40° und 60°
Fresnel-Linse mit den Zoomeinstellungen 13°, 30°, 40° und 60°
Fresnel-Linse mit den Zoomeinstellungen 13°, 30°, 40° und 60°

60 W RGBMA-Engine für viel Headroom

Beim Astera QuikSpot kommt ein LED-Chip mit einer Leistung von 60 W zum Einsatz, der über die fünf Lichtfarben Rot, Grün, Blau, Mint und Amber verfügt. Die einzelnen Farben werden hier alle zusammen unter einer Linse erzeugt, was eine vollkommen homogene Ausleuchtung ohne Farbschatten über den gesamten Zoombereich ermöglicht. Mit dieser RGBMA-Farbkonstellation deckt der Scheinwerfer laut Herstellerangaben einen Weißlichtbereich von ca. 20.000K bis 1.750K ab und erreicht dabei einen beeindruckenden CRI-Wert von etwa 96, der sich bei abnehmender Farbtemperatur sogar noch auf bis zu 98 erhöht. Tatsächlich werden von den möglichen 60 W der LED-Engine nur maximal 38 W Leistung abgerufen, weil der Astera QuikSpot über keine aktive Temperaturregelung verfügt. Diese Leistung stellt einen von Astera ermittelten Wert dar, um die elektronischen Komponenten auf Dauer nicht zu beschädigen oder die Betriebssicherheit zu gefährden. Allerdings ist das Gerät auch mit der reduzierten Leuchtmittelnutzung laut Hersteller um etwa 10% heller als das Vorgängermodell AX5. Mit zugeschalteter „Output-Gain“-Option, welche die Farben noch einmal etwas „boostet“, dafür aber einen etwas geringeren CRI mit einem Wert von „nur noch“ ca. 90 liefert, sollen es sogar etwa 30% mehr sein als beim älteren Geschwister-Produkt. Das entspricht der Helligkeit eines konventionellen 300-W-Stufenlinsenscheinwerfers.

Kennlinien für fünf Szenarien

Da sich die akkubetriebenen Astera-Produkte über die Jahre als fester Bestandteil so mancher TV-Produktion etabliert haben, sorgt auch das Leuchtmittel des neuen QuikSpots für flackerfreie Kameraanwendungen durch die Verwendung der LED Titan Engine.

Zentrum der Fresnel-Linse (Bild: Torben Lehmann)

Bei den Optionen der Dimmer-Kurven hat der Hersteller allerdings eine etwas andere Herangehensweise als die meisten Mitstreiter gewählt: Hier stehen nicht die üblichen Optionen „Linear“, „Square“, „Square Invers“ oder „S-Kurve“ zur Verfügung, sondern gleich fünf Optionen mit den Bezeichnungen „Standard“, „Halogen“, „Theater“, „TV“ und „Fast“. Sie scheinen sich für das menschliche Auge zwar nur marginal voneinander zu unterscheiden, sie sind jedoch durchdacht auf die jeweiligen Bereiche angepasst. Die Standard-Option ermöglicht eine völlig lineare Ansteuerung des Leuchtmittels, während die Halogen-Option die Farbtemperatur mit abnehmender Helligkeit automatisch absenkt und auch etwas langsamer reagiert, um die Eigenschaften einer Glühlampe möglichst getreu zu imitieren. Für die Theater- Option war laut Hersteller wichtig, dass der rote Teil der LED-Engine etwas schwächer, jedoch linear angesteuert wird, um ein Überstrahlen durch diese Komponente zu vermeiden. Im TV-Modus wird die Regulierung im unteren Helligkeitsbereich höher aufgelöst als bei den anderen Optionen, während die Fast-Option für Pixel-Mapping-Anwendungen ausgelegt ist und die maximale Schnelligkeit des Leuchtmittels nutzt.

Mit nur 50 VA Gesamtleistung, die sich neben dem Leuchtmittel noch aus den zahlreichen drahtlosen Schnittstellen zusammensetzt, garantiert Astera bei einem komplett aufgeladenen QuikSpot eine Laufzeit von viereinhalb Stunden mit voller Leistung und Output-Gain. Die Laufzeit lässt sich in 1-h-Schritten auf bis zu 20 Stunden erweitern, indem jedes Gerät – ausgehend von einer vollständigen Ladung – selbstständig die Helligkeit regelt, um die eingestellte Laufzeitvorgabe gewährleisten zu können.

Bedienung: viele Wege führen zum Licht

Bei der Ansteuerung hat sich Astera mit dem QuikSpot nicht neu erfunden, jedoch einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Zwar ist auf Grund der fehlenden Netzwerkschnittstellen keine direkte Ansteuerung über Art-Net oder sACN möglich, dafür wurden die Geräte um einen weiteren Infrarot-Sensor an der Oberseite des Gehäuses ergänzt und, in die Zukunft blickend, eine CRMX2-fähige W-DMX-Schnittstelle integriert. RDM wird sowohl drahtgebunden als auch drahtlos übertragen. Über das Bluetooth-BTB-Modul können sie auch ohne zusätzliche Transmitter direkt per Astera- App bedient werden. Hierfür muss lediglich ein Gerät als Bluetooth-Empfänger definiert werden. Es verteilt das ankommende Signal dann per UHF-Übertragung an die anderen Geräte weiter. Darüber hinaus wird es ab dem nächsten Firmware-Release möglich sein, ein drahtlos eingehendes Signal auch über die drahtgebundenen DMX-Anschlüsse weiterzuführen. Theoretisch konnte der QuikSpot das auch schon zum Zeitpunkt dieses Tests, jedoch wurde die Funktion noch nicht in das Gerätemenü integriert.

Die Öse für das Sicherungsseil kann um einen halben Zentimeter gestreckt werden
Die Öse für das Sicherungsseil kann um einen halben Zentimeter gestreckt werden

Doch auch ohne jegliche Peripherie lässt sich der QuikSpot, wie bei Astera üblich, äußerst einfach bedienen und bietet dabei mit Hilfe der zusätzlichen Funktionstasten am Gehäuse in wenigen Zügen den direkten Zugriff auf die meisten Attribute, die einen „Quick & Dirty“-Einsatz erheblich vereinfachen.

Torblende mit zwei zusätzlichen Flügeln an den seitlichen Toren
Sicherungsseil der Torblende Flexibel und ohne Anschlag gelagert, so dass es sich nicht mit der Torblende verheddert

Hierzu zählen zum einen statische Farb-Presets in Form von fünf vorkalibrierten unterschiedlichen Weiß-Tönen (2.700K, 3.200K, 4.000K, 5.500K und 6.500K) und acht Vollfarben (Rot, Orange, ein sattes Gelb, Grün, Cyan, Dunkelblau, Violett und Pink) sowie der Zugriff auf die vollständige, nach Nummern sortierte LEE- und ROSCO-Kollektion der konventionellen Standard-Kunst- und Tageslichtfilter. In einem dritten Punkt lassen sich auch die Farbtemperaturwerte von 1750 bis 20.000 individuell in 50K-Schritten über das Display einstellen.

Aufnahme der vorderen Zubehörteile Verschlossen wird über einen Federmechanismus
Aufnahme der vorderen Zubehörteile Verschlossen wird über einen Federmechanismus

Bei den 21 Stand-Alone-Programmen mit bis zu vier wählbaren Farbverläufen werden Farben, Intensität, Geschwindigkeit und Fade Zeit direkt am Gerät modifiziert. Wenn es einfach sein soll, aber etwas schneller gehen muss, ist auch beim QuikSpot die Ansteuerung mit der ARC1-Fernbedienung im Scheckkarten-Format eine adäquate Lösung. In einer Matrix von nur 7 x 4 Tasten sind hier neben den bereits beschriebenen acht Vollfarben noch ein warmweißer und ein kaltweißer Farbton, sechs Effekte, drei Helligkeits- und fünf Geschwindigkeitsstufen sowie Fade On/Fade Off und Power On/Power Off per Infrarot-Übertragung auf kurze Distanz abrufbar. Der zusätzliche Infrarot-Sensor an der Oberseite des Geräts erleichtert hierbei die Bedienung maßgeblich, wenn die Geräte beispielsweise aufrecht auf dem Boden stehen. Alternativ zur ARC1 kann auch die weiße ARC3 genutzt werden, mit der sich verschiedene Weißtöne und Max Runtime auswählen lassen und die Lampe kabellos in den Pairing-BlueMode versetzt wird.

App und Konfiguration

Einen großen Schritt bedeutet auch die aktuelle Version der Astera-App (die „weiße“ App ist die stabile Version, die „schwarze“ die Betaversion). Neben der komfortablen Steuerung mehrerer Geräte mit Hilfe von zusätzlichen Bluetooth- oder CRMX-Komponenten ermöglicht sie auch die zuverlässige Konfiguration aller Scheinwerfer, die sich in Reichweite der entsprechenden Peripheriegeräte befinden. Hierzu zählen neben der Festlegung der maximalen Betriebsdauer, der Auswahl des Eingangssignals, des Betriebsmodus oder der Einstellung der Dimmer-Kurven die Möglichkeit, alle verbundenen Geräte per Werkseinstellung auf den gleichen Status zurückzusetzen, sowie entweder selektiv oder gruppiert Geräte-IDs und DMX-Adressen zu vergeben. Hierbei ist es möglich, beide Attribute automatisch fortlaufend generieren zu lassen, sowie Offsets zwischen den Adressen festzulegen, welches die Astera-App vor der Bestätigung dabei übersichtlich veranschaulicht. Darüber hinaus ist eine Konfiguration per App auch dann per Bluetooth-Schnittstelle möglich, wenn die Geräte beispielsweise bereits mit einem CRMX-Modul verbunden sind.

Halterung Das Sicherungsseil der Torblende wird hier eingeklickt (Bild: Torben Lehmann)

Für den Umgang mit technischen Fehlern hat der QuikSpot ebenfalls mehrere Optionen auf Lager, die das Verhalten des Geräts bei einem Abriss des Steuersignals oder Verlust der externen Spannungsversorgung regeln. Bei einer signalseitigen Störung sind hier die Optionen „Hold“, „Emergency Light“, „Blackout“ und „Standalone“ aktivierbar, während bei einem spannungsseitigen Ausfall die Punkte „No Action“, „Blackout“, „Power Off“ und „Emergency Light“ zur Verfügung stehen.

Betriebsmodi mit bis zu 21 Steuerkanälen

Die Erfahrung lehrt, dass unterschiedliche Branchenzweige völlig unterschiedliche Ansprüche an die Funktionen der Astera-Geräte stellen. Beispielsweise werden sie im TV-Sektor grundlegend anders bedient als im Event-Einsatz. Daher bleibt sich der Hersteller bei der Anzahl der Betriebsmodi treu und es ist beim QuikSpot – im Rahmen der Möglichkeiten, die ein Scheinwerfer mit nur einem Pixel aus fünf Lichtfarben bietet – eine beachtliche Anzahl von insgesamt 30 Betriebsmodi im Angebot. Diese reichen von simpler, dreikanaliger RGB-Ansteuerung bis hin zur Einzelansteuerung der fünf Lichtfarben, einem virtuellen statischen Farbrad, CTC, Green-/Magenta-Shift, Hue & Saturation, XY und Strobe. Alle verfügbaren Betriebsmodi behandeln die einzelnen Farbattribute in einer Auflösung von 8 Bit, während einige wenige sogar auch noch die Ansteuerung der Dimmerfunktion in einer Auflösung von 16 Bit ermöglichen.

Weiße oder silberne Flex-Cover machen die Lampe noch unauffälliger
Weiße oder silberne Flex-Cover machen die Lampe noch unauffälliger

Zudem stehen zwei Effekt-Modi zur Verfügung, welche die bereits beschriebenen, internen Programme des Scheinwerfers abrufen, und sich je nach Modus dabei entweder der vorkalibrierten statischen Farb-Macros oder der RGB-Farbmischung bedienen. Die unterschiedlichen Modi sind dabei exakt so nummeriert, wie es bei den verwandten Astera-Geräten der Fall ist. Die Nummerierung ist dadurch zwar nicht fortlaufend, gewährleistet dafür aber eine unkomplizierte Integration in die bestehende Produktpalette.

Vielseitiges Zubehör

Der Astera QuikSpot hat ein paar neue Zubehörteile im Gepäck, die teilweise bereits im Lieferumfang enthalten sind. Hierzu zählt der erwähnte Bügel. Als „Yoke“ werden dessen Verbinder in die beiden Führungsschienen des Scheinwerfergehäuses geschoben. An der gegenüberliegenden Seite verfügt der Yoke über zwei Aufnahmen in Form eines 3/8-Zoll-Gewindes sowie einer M12-Bohrung ohne Gewinde zur Befestigung einer beliebigen Kupplung. Darüber hinaus ist hier ein Schnellverschluss für den optional erhältlichen „TrackPin“ eingearbeitet: Eine Kupplung mit kleinem TV-Zapfen, die ebenfalls mit Hilfe von Federmechanismen in ihre Position über den beiden Bohrungen geklemmt wird. Mit den zwei ausklappbaren Standfüßen kann der Yoke, jedoch nur ohne montierte Kupplung, auch als Bodenstativ eingesetzt werden. Ist das Gerät als Bodenscheinwerfer ohne den Bügel im dekorativen Einsatz, kann es zudem mit optional erhältlichen „Flex- Covern“ umhüllt werden, die in der Farbe Weiß und mit einer spiegelnden Oberfläche erhältlich sind, und das Gerät damit entweder noch eine Spur dezenter oder nahezu unsichtbar machen.

Zur Ausleuchtung von Personen oder Objekten dient die Montage einer Torblende, deren seitliche Flügel über je zwei ausklappbare Zusatz-Blenden verfügen. Das obligatorische Sicherungsseil ist an dieser Stelle zwar nicht sehr lang, dafür ist es flexibel in einer umlaufenden Schiene gelagert. Dadurch ist die Torblende endlos rotierbar, ohne sich zu verheddern.

Neben den neuen Zubehörteilen kann beim neuen QuikSpot jedoch auch auf bestehende Komponenten zurückgegriffen werden, die bereits bei den verwandten Scheinwerfertypen des Herstellers zum Einsatz kommen. Hierzu zählen eine rotierbare Filterscheibe mit einer Streuung von 17° mal 46°, zwei kugelförmige „Diffuser Domes“ in den Größen 10 cm und 15 cm sowie eine „Snoot“, die seitlich abgestreutes Licht nochmals minimiert.

Laden und Prepping

Auch die neue „Charging Plate“, die mit Hilfe der Kontakte an der Vorderseite des Gehäuses das kabellose Laden von bis zu acht Scheinwerfern gleichzeitig ermöglicht, kann zusätzlich zum Aufladen von AX5-Scheinwerfern genutzt werden. Anders herum funktioniert dies baulich bedingt mit dem Vorgängermodell der Ladeschale aber nicht.

Verbunden mit der akkubetriebenen Astera PrepBox können Scheinwerfer mit Hilfe der Charging Plate bereits in der entsprechend konfektionierten Transportkiste adressiert und mit Geräte-IDs versehen werden. Scheinwerfer, die in den Einschüben der Charging Plate lagern, werden beim Einschalten der Prep-Box automatisch „aufgeweckt“ und über Infrarotsensoren in den Einschüben angesteuert. Voraussetzung hierfür ist, dass mindestens der erste, orange gekennzeichnete Einschub mit einem Gerät bestückt ist. Diese Form der Kommunikation namens „PrepLink“ ist werkseitig bei allen QuikSpots aktiviert, kann jedoch, falls nicht gewünscht, auch ausgeschaltet werden. Eine fortlaufende Nummerierung ist bei diesem Tool allerdings bislang nur bei den DMX-Startadressen, und dies auch nur ohne die Vergabe von Offsets möglich. Geräte-IDs müssen mit der aktuellen Software noch für jedes Gerät einzeln eingestellt werden. Hier wäre ein Update wünschenswert, welches auch die komfortablen Routinen der App-Konfigurationsmöglichkeiten gleich mit in die Transportkiste bringt.

Praktischer Nutzen

Der neue Astera QuikSpot ist ein komplett durchkonzipierter Scheinwerfer, der mit äußerst geringem Aufwand schnell zu fabelhaften Ergebnissen führt. Dazu steuert nicht nur die Energie-Kapazität des eingebauten Akkus mit etwas mehr als 170 Wh einen beträchtlichen Teil bei. Die Batterie ist in nur fünf Stunden wieder voll aufgeladen, während der Speicherverlust laut Hersteller erst nach einer Anzahl von 500 Ladezyklen durchschnittlich ca. 30% beträgt.

Auch die optischen Eigenschaften des einzelnen Chips mit fünf Lichtfarben sind perfekt auf die restlichen Komponenten abgestimmt und liefern über den gesamten Zoombereich von 60° bis 13° eine vollkommen homogene Farbmischung. So werden, auch wenn das Gerät beispielsweise ganz nah an einem Objekt positioniert ist, keine störenden Farbschatten sichtbar. Darüber hinaus sind im Zusammenspiel mit den beiden zusätzlichen Mint- und Amber-Dioden sowohl die Erzeugung von Pastelltönen als auch überzeugendem Weißlicht mit einem beeindruckenden CRI-Wert in einem großen Farbtemperaturbereich ein Kinderspiel für den QuikSpot.

Yoke Mit zwei Schienen an das Gehäuse des Scheinwerfers geklemmt und federnd gelagerten Verschlüssen gesichert
8 mm Innengewinde, 12mm Bohrung Eingearbeiteter Schnellverschluss des TrackPins an der Oberseite des Yokes
Zoom Mit Hilfe der Rillen und drei Erhebungen auch mit Handschuhen bedienbar
Zoom-Skala An der Unterseite des Geräts innerhalb des Chassis

Beim Thema Ansteuerung ist der Astera QuikSpot einfach unschlagbar. Zwar sind auch hier weder die direkte Ansteuerung über Art-Net oder sACN vorgesehen, allerdings ist dies bei einem Scheinwerfer dieser Kategorie auch nicht unbedingt erforderlich. Die Auswahl der drahtlosen Bedienung ist umso umfangreicher, und bietet, ausgestattet mit CRMX & CRMX2, UHF, Bluetooth, WiFi und den beiden Infrarotschnittstellen, für jeden Einsatzbereich auch gleich die passende Peripherie. Dabei ist die Reaktionszeit der Scheinwerfer, per Lichtkonsole und CRMX-Transmitter angesteuert, unter optimalen Bedingungen nahezu latenzfrei und für eine Distanz von bis zu 300 m ausgelegt. Darüber hinaus sind die Zubehörteile von Ladeschale über Bügel-/Stativ-Kombination bis hin zur Torblende, vor allem aber die schnelle und einfache Art ihrer Benutzbarkeit, äußerst durchdacht und durchweg sinnvoll einsetzbar. Allerdings ist der QuikSpot hierfür auch mit einigen beweglichen und mechanisch zurückfedernden Kleinteilen ausgestattet, die sich auch schon mal etwas verkanten können und erst im zweiten Anlauf ihre Funktion erfüllen. Somit wäre es ratsam, den Scheinwerfer trotz der IP65-Klassifizierung pfleglich zu behandeln und vor allem nach Einsätzen im Freien gründlich zu säubern, um Fehlfunktionen durch Korrosion, Staub oder anderweitige Schmutzpartikel vorbeugend entgegenzuwirken. Nicht unwichtig ist auch die Umgebungstemperatur des Einsatzortes, da die Gewährleistung eines einwandfreien Betriebs vom Hersteller in einem Bereich zwischen 0°C und +40°C angegeben ist, und es nicht nur hierzulande auch schon mal deutlich kälter werden kann.

Da der Scheinwerfer lediglich über eine passive Kühlung verfügt, werden zwar nur 38 W der vorhandenen 60-W-Engine abgerufen, allerdings ist das Gerät so völlig lautlos im Einsatz und mit ein bisschen weniger Leistung sogar noch heller als das Vorgängermodell AX5, mit dem sich der neue QuikSpot jedoch ausgesprochen gut kombinieren lässt. Dies liegt zum einen an den identischen Betriebsmodi und den teilweise für beide Geräte passenden Zubehörartikeln, vor allem aber an den optischen Eigenschaften beider Geräte, die perfekt miteinander harmonieren. So hat beispielsweise der AX5 einen festen Abstrahlwinkel von 13°, den der QuikSpot mit Hilfe des Zooms ebenfalls erreicht. Im Gegenzug weist der QuikSpot in der bereits erwähnten Zoomstellung, die sowohl haptisch als aus akustisch wahrnehmbar ist, mit einer Streuung von ca. 30° den gleichen Wert auf wie ein AX5-Scheinwerfer, der mit einer 32° streuenden „Flood-Lens“ bestückt ist. Dies zählt laut Hersteller als eines der Key-Features des Geräts.

Bei mobilen Geräten dieser Größe besteht leider auch die Gefahr promillehaltiger Ideen, es als „Souvenir“ mitgehen zu lassen. Daher ist der QuikSpot mit einer Art Alarmanlage ausgestattet. Sie löst mit Hilfe des Gyrometers entweder sofort oder wahlweise zeitverzögert aus, sobald das Gerät bewegt wird. Gleichzeitig wird damit das gesamte Bedienfeld gesperrt, so dass sich der QuikSpot auch nicht mehr ausschalten lässt. Zusätzlich erscheint die Aufforderung im Display, den Scheinwerfer nicht zu stehlen. Die erste Stufe des Alarms ist ein deutliches, optisches Beacon-Signal, während zusätzlich noch ein lautes und recht unangenehmes akustisches Signal aktiviert werden kann.

Unkompliziert, schnell und wirkungsvoll

Neben der glänzenden Performance unterstreichen all diese wohl durchdachten und vernünftig umgesetzten Bausteine einen durchweg positiven Gesamteindruck des neuen Astera QuikSpots. Unkompliziert, schnell und wirkungsvoll ist hier die Devise. Ob auf der Bühne, über dem Buffet, hinter der Kamera, unter einem Baum, im Regen oder als flexibel einsetzbares „Wurfmaterial“ in irgendeiner anderen denkbaren Situation wird das ein oder andere Set der kleinen mobilen Scheinwerfer mit Sicherheit viele Freunde finden, und sowohl den Vertrieben und auch den Verleihern viel Freude bereiten.

Die online verfügbare Dokumentation ist übersichtlich sortiert und stellt neben einem Data-Sheet, diversen Zertifikaten und den aktuellen Release-Notes noch eine detaillierte Kanalbelegung der Betriebsmodi, GDTF-Bibliotheken sowie 3D-Zeichnungen im STEP-Format und eine Art Benutzerhandbuch zur Verfügung. Dessen Layout ist zwar etwas abenteuerlich formatiert und erinnert daher eher an einen mehrsprachigen Beipackzettel, jedoch sind hier die wichtigsten Punkte aufgeführt, sollte der Griff zum Handbuch bei einem solch intuitiven Scheinwerfer überhaupt nötig sein. Der QuikSpot ist für unter 1.000,-€ netto Listenpreis zu haben. Das ist zwar ein stolzer Preis für einen statischen LED-Scheinwerfer, der sich allerdings, umgerechnet auf einsparbare Arbeitszeit, mit Sicherheit schnell rechnen wird.

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