Fluter/Softlight

Astera HydraPanel im Test

Mit dem HydraPanel erweitert Astera sein Angebot um einen kompakten, drahtlos einzusetzenden Fluter/Softlight. Funktional verfolgt er ein hohes Ziel: nicht von der wesentlichen Lichtarbeit abzuhalten.

Astera HydraPanel
Intensifier mit Eggcrate 60 engt den Abstrahlwinkel auf 60 ein (Bild: Herbert Bernstädt)

Astera – der Begriff steht für kompakte, akkubetriebene und drahtlos gesteuerte Leuchten. Zu den Strahlern AX9, AX5 und AX2, NYX Bulbs, den Helios, Titan oder Hyperion Tubes und dem Pixelbrick gesellt sich nun das Hydrapanel. Es ist gerade mal ca. drei Bigpack-Zigarettenschachteln „groß“. Mit IP65 kann es auch im Regen allein gelassen werden.

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Übersicht:

4er-Kit

Titan-LED-Chip

Farbqualität 1+++

Farbsteuerung sofort

Manches dauert etwas länger

Fernsteuer-Wunder

Frost – nicht Frust

Platzierung

In der Reihe

Fazit


4er-Kit

Für unseren Test wurde uns das „HydraPanel Kit of 4“ zur Verfügung gestellt. Wie der Name schon verrät: Hauptbestandteil sind vier Stück der HydraPanel in einem Peli-ähnlichen Hartschalenkoffer, der zugleich auch Ladestation für die akkubetriebene HydraPanel ist.

Astera HydraPanel
Auswechselbarer Akku und ein Kunststoffgehäuse für ungehinderte Funkverbindungen der verschiedenen Sendesysteme (Bild: Herbert Bernstädt)

Das Hydrapanel ist ein kompaktes Fluter/Softlight, das außer zwei Ladekontakten und zwei zweipoligen Buchsen keinerlei weitere elektrische Anschlüsse aufweist. Das Konzept heißt „kabellos“, was man auch durchaus als gelungen attestieren kann. Zum Laden werden die Panel einfach in Aussparungen des Koffers eingeschoben, wo gefederte Druckkontakte den Ladestrom des im Koffer liegenden Netzteils an die Kontakte der Panels übertragen. Das Netzteil ist zwischen den Formschaum hinter den Panels eingeklemmt, wobei für das Netzkabel genügend Platz in der Ecke gelassen wurde und die Sekundärseite zur Ladeleiste vorverdrahtet ist. So kann man die Hydrapanel im Koffer an ihrem Platz lassen. Mit Einstecken des Schukosteckers zeigen die Panels im Display ihren Ladezustand.

Zu dem 4er-Kit gehören noch je vier Filterhalter, Filter, Filter im Rahmen, Intesifier im Rahmen, grobe und feineres Eggcrate, 1⁄4 Baby-Pin, Montage-Platte-Ständer sowie drei mechanische Verbinder, um die vier Panels zu einer Fläche zusammenzufügen. Hinzu kommen Stopfen für die verbliebenen Steckverbinder, damit diese nicht mit Wasser volllaufen sowie drei Verbindungskabel (also doch noch Kabel), um vier zueinander verbundene Panels miteinander auch elektrisch zu verbinden.

Praktisches 4er-Set mit allem Zubehör und integrierter Ladebank Haltebänder, die das Zubehör im Deckel sichern, sind für einen ungehinderten Zugriff seitlich zur Seite verlegt
Bedienpanel: Mittig der Haltemagnet und oberhalb der Ladekontakte Raum für eine Verkabelung
Bodenständer: „Flexbase“ für das Hydrapanel

Die Kommunikation unter den Panels kann auch drahtlos ablaufen, was wir später noch mal beleuchten werden. Alle Zubehörteile liegen im direkten Zugriff, ohne etwas vorher wegräumen zu müssen, abgesehen von den Verbindungskabeln und Blindstopfen, die sich unterhalb der Panels im Koffer befinden. Neben den praktisch robust erscheinenden Hartschalenkoffer runden Gewebegummibänder am Deckel das durchweg wertige und positive Bild ab. Sie halten das Zubehör beim Aufklappen des Deckels zurück. Bereits hier erkennt man, dass man sich viele pragmatische Gedanken gemacht hat.

3-Punkt-Ausleuchtung: Mit dem 4er Set schnell realisiert, mit dem vierten Panel ein farbiger Hintergrund gesetzt (Kamerasicht und Setaufbau via Stativen)
3-Punkt-Ausleuchtung: Mit dem 4er Set schnell realisiert, mit dem vierten Panel ein farbiger Hintergrund gesetzt (Kamerasicht und Setaufbau via Stativen)

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Titan-LED-Chip

Ein Kernstück der Astera-Produkte ist die LED-Engine. Dabei sind zwei Dinge augenfällig. Einmal die Anordnung der SMD-LEDs auf der Fläche, worauf wir später noch zu sprechen kommen und zum anderen die Zusammenstellung der LED-Chips innerhalb der SMD-LED.

Astera HydraPanel
24 SMDs sind beim HydraPanel verbaut und können in 6er-, 3er-, 2er-Pixel oder als Fläche angesteuert werden (Bild: Herbert Bernstädt)

Das LED-System wird von Astera „Titan-LED-Engine“ genannt und besteht aus einer 5-in-1-SMD-LED mit den Grundfarben RGB sowie Mint und Amber. Besonders ist, dass die rote LED nicht wie die blaue und grüne LED als direkt abstrahlender LED-Chip ausgeführt ist, sondern als phosphorkonvertierende LED. Dabei wird ähnlich wie bei Weißlicht-LEDs ein blauer Chip genutzt und mit Phosphor überzogen. Nur dass hier nicht die Phosphormischung so gewählt wird, dass ein Rot gemischt wird, so wie bei den Mint- oder Amberfarbigen LEDs im SMD-Körper. Man kann gut im Spektrum erkennen, dass das Rot im Gegensatz zu den blauen und grünen LEDs eine kleine Andeutung von blauem Licht aufweist und wesentlich breitbandiger emittiert.

Das hat den Vorteil, dass im Rot wesentlich mehr Farbabstufungen vorhanden sind, was ungemein zu einer besseren Farbwidergabe beiträgt. Zusammen mit den ebenfalls breitbandig abstrahlenden phosphorkonvertierten Lichtfarben Mint und Amber entsteht ein sehr geschlossenes Lichtspektrum, womit der Farbwiedergabeindex deutlich erhöht wird. Auf der anderen Seite hat das Phosphorkonvertierte Rot den Nachteil, dass mit der Breitbandigkeit kein vollständig gesättigtes Rot zur Verfügung steht. Es fehlt also an einem „knackigen“, tiefen Rot, was man wiederum auch am Farbort im Farbdreieck erkennen kann. Der Farbort der „roten“ LED ist deutlich vom Rand entfernt, wodurch der Farbraum – der Gamut – nicht die größtmögliche Fläche erhält. Jetzt muss man aber darauf hinweisen, dass durch eine LED-Farb-Kalibrierung ein ähnlicher Effekt entsteht. Denn bei der Kalibrierung werden zu dem Rot, wenn nötig, ein wenig Grün und/oder Blau gemischt, um geräteübergreifend das gleiche Rot zu gewährleisten. Auch das geht aber mit einer Einschränkung des Farbraumes einher. Mit dieser Engine wurde sich bewusst für eine hervorragenden Farbwidergabe entschieden und damit gegen evtl. künstlerisch geforderte Extremfarben, wie sie phosphorlose Einzelfarben bieten.

Astera HydraPanel RGB-Spektrum
RGB-Spektrum: Während das blaue und grüne Spektrum sehr schmalbandig ist, erkennt man am breitbandigen roten Spektrum mit dem kleinen Peak im Blau, dass es sich um ein vom blauen LED-Chip mit Phosphor konvertiertes Rot handelt, was sich auch durch das breitere Spektrum zeigt (Bild: Herbert Bernstädt)

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Farbqualität 1+++

Dass die Titan-LED-Engine das Zeug zu einer hervorragenden Farbwiedergabe besitzt, ist also schon einmal klar. Damit geht es zu den Messergebnisse bei den üblichen Einsatzbereichen Tageslicht und Kunstlicht (bzw. bei 3200K und 5600K). Zwar gibt Astera im Datenblatt die Werte bei 5500K an, obwohl 5600K üblich sind. Bei hohen Farbtemperaturen kann man 100K jedoch kaum unterscheiden.

Bleibt festzuhalten, dass wir mit der CCT-Einstellung von 3200K (gemessen 3319K) einen CRI von unglaublichen 98,8 ermitteln. Selbst der gefürchtete R9 (die Rotwiedergabe) ist hier mit den anderen Farben oben auf, wo sonst bei vielen Mitbewerbern ein großer Einbruch zu verzeichnen ist.

Bei 5600K (gemessen 5334K) messen wir sehr ordentliche 96,7, wobei die CCT-Werte von Einstellung zu gemessenem Wert ebenfalls recht nahe liegen. Damit spielt das Hydrapanel in der Lichtqualität ganz oben mit bzw. vereint die Vorteile der LED mit der Lichtqualität, die einem Halogenleuchtmittel entspricht (und die einer Entladungslampe bei weitem übertrifft).

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Farbsteuerung sofort

Das Ziel einer 1a-Farbqualität wurde also erreicht. Für Anwendungen in einer Film und Set-Ausleuchtung, in der man schnell eine Lichtlösung hoher Farbwidergabe präsentieren muss, ist es nachvollziehbar, auf eine Direktsteuerung der Einzel-LED-Farben zu verzichten. Auch hat das Astera Hydrapanel nicht den Anspruch, die extremen, experimentellen Anforderungen einer Theater-Inszenierung abzudecken, was wir bereits aus dem Gamut erkennen konnten.

TM-30 Gamut und Fidelity Graph bei 3200K und 5600K
TM-30 Gamut und Fidelity Graph bei 3200K und 5600K (Bild: Herbert Bernstädt)

Als Farbauswahlsystem wurde Wert auf die etablierte RGB-Steuerung mit 8 Bit Auflösung gelegt. Um Farbfolien mittels RGB-Ansteuerung zu mischen, veröffentlicht Astera eine Umsetzungstabelle (https://astera-led.com/wp-content/uploads/DMX-Values-for-common-Colors.pdf). In der Tabelle sind die beiden großen Folienhersteller Lee und Rosco vertreten sowie eine Unterscheidung, ob die Farbgebung einer Folie mit konventionellen Leuchtmitteln Halogenlicht (3200K) oder mit Entladungslampe erfolgt, wobei mit „Daylight“ hier die Einstellung bei 5400K erfolgen soll.

Astera HydraPanel
Neben den vier Tasten zur klassischen Menübedienung sind noch zwei Direktaufruftasten und ein Parameter-Slider für schnelle Eingaben hinzugefügt worden. Die Auswölbung unterhalb des Ein-Austaster ist der IR-Empfänger für eine optionale IR-Fernbedienung (Bild: Herbert Bernstädt)

Daneben werden noch die Farbmischsysteme via XY und HSI angeboten. Dabei erfolgt das Überblenden zwischen Farben über einen Pfad, wie man es von einem normalen RGB-Gerät erwarten würden, anstatt durch eine beliebige Anzahl möglicher Farben zu gehen, wie es normalerweise bei einer linearen Überblendung bei HSI bzw. Hue linear gesteuert, erfolgen würde.

Selbstverständlich ist das Hydrapanel ein kalibriertes Farbsystem. Man muss aber noch einmal darauf hinweisen, da man im Menü keine Umschaltung von RAW zu Kalibrierung findet, was sonst bei anderen Leuchten üblich ist. Bei Astera vermeidet man konsequent weitere Einstellmöglichkeiten, die nur von Lichtexperten wirkungsvoll eingesetzt werden können. Oder wie ein Kollege es ausdrückte: „Mit dem Astera kann auch jemand vom Ton Licht machen.“

Astera HydraPanel
Erste Displayseite mit Direkttaste Farbauswahl (Bild: Herbert Bernstädt)

Um das Astera Hydrapanel zum Leuchten zu bringen, reichen drei Direkt-Tasten auf dem Bedienfeld. Der Ein- und Ausschalter, der Taster zur Farbauswahl worunter sich CCT mit Tint und HS ohne I sprich Hue (Farbe) und Sat (Sättigung) auf der ersten Displayseite, einige statische Farben auf der zweiten Displayseite und die große Lee-Rosco-Farbfilterpalette auf der dritten Displayseite auswählen lassen. Mit dem dritten Taster öffnet sich das Menü für die Helligkeit (dem fehlenden I von HSI für Intensität) und der garantierten Laufzeit für den Akkubetrieb. Dabei kann man eine Werteänderung auch sehr schnell über einen Gleitfader einstellen. Damit ist man viel schneller unterwegs als mit dem Halten der Tasten +/-. Schade, dass der Slider bei einigen Parametereinstellungen keine Funktion bietet.

Astera HydraPanel
Dritte Displayseite mit Direkttaste Farbauswahl. Umfängliche Farbfolien-Datenbank, die nicht nur Rosco und Lee beinhaltet, sondern auch eine Unterteilung in Halogen- und Tageslicht als Lichtquelle zur Folie berücksichtigt (Bild: Herbert Bernstädt)

Neben den Direkt-Tasten, die eigentlich in das entsprechende Menü springen, kann man auch über den langen Weg im Menü selbst seine Lichtfarbe auswählen. Einmal unter Statik Color und einmal unter Stand Alone. Zur eigenen Farbgestaltung steht hier das Farbmischsystem RGB zur Verfügung. Wenn fünf LED-Farben auf drei Steuerkreise reduziert werden, folgt leider bei Bedienung über das Menü / STATIC COLOR / CUSTOM COLOR, wie auch über DMX-Ansteuerung, dass das erste Rot der LED erst bei der Stufe 5 (Wertebereich 0-255) zu glimmen anfängt. Wählt man dann den Grün-Kanal und tippt den Wert auf 2, so erlischt die rote LED wieder, wobei auch die grüne LED nicht leuchtet. Diese leuchtet ebenfalls erst wieder bei dem Wert 5 auf. Springt man weiter auf den Blau-Kanal, so löscht er ebenfalls die grüne LED wieder aus, die wir gerade erst mit dem Wert 5 zum Leuchten gebracht haben.

Menüfunktionen(Bild: Herbert Bernstädt)

Farbmischsysteme wie xy können nur über DMX-Ansteuerung bedient werden. Ebenso wie die Farbsysteme RGBW (AX3) und RGBAW (AX5-Strahler) die Kompromisse zur Kompatibilität mit den älteren Pre-Titan-LED-Engine-Leuchten darstellen und nicht auf das gleiche Niveau wie die RGB-, XY- und HSI-Profile kalibriert sind.

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Manches dauert etwas länger

Taucht man in das Menü ein, ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, zumal kein Menü-Baum dokumentiert bzw. keine Info darüber in der Anleitung zu finden ist. Es gibt auch keine Anleitung (außer Videos) über die Astera APP. Probieren statt studieren, womit Astera unterstellt, dass die Anwender sowieso keine Anleitung lesen bzw. es nicht nötig haben.

So sind auch einige sonst bei Scheinwerfer gewohnte Einstellmöglichkeiten nicht im Menü zu finden. Z.B. rotiert das Display automatisch und die PWM ist mit 65 kHz bereits auf dem höchsten Wert – weil man es kann, und warum sollte man eine niedrigere Frequenz einstellen wollen?

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Fernsteuer-Wunder

Das Hydrapanel lässt sich über eine IR-Fernsteuerung, über Bluetooth oder eigenes Protokoll mit der Astera App, über Wireless DMX (CRMX-Protokoll) und drahtgebunden über ein zur Stromversorgung aufmoduliertes DMX-Signal, das über eine Adapterboxen wie Datalink oder Powerbox mittels eines zweipoligen Kabels an das Hydrapanel angeschlossen wird, fernsteuern. Ein großer Pluspunkt ist hierbei, dass das Astera Hydrapanel eine Bluetooth-Brücke (BTB) beinhaltet. Das bedeutet, dass man mit seinem Handy und der Astera-App via Bluetooth eine Verbindung zum Hydrapanel aufbaut. Alle weiteren Astera-Geräte können dann über UHF und mit dem eigenen Astera-Protokoll gekoppelt werden. Über die erlaubten Sendefrequenzen und Sendeleistung der verschiedenen Länder bzw. Regionen gibt das Handbuch ausreichend Auskunft. Um das Hydrapanel dementsprechend auf das Land mit seinen Frequenzen und Sendeleistung umzuschalten, muss man die Astera App nutzen, ein Umstellen über das Geräte-Menü ist nicht vorgesehen. So kommt man um die App nicht drumherum, zumal sich auch die Diebstahlsicherung (Blinken und Piepsen bei Bewegung des Panels) nur noch über die App deaktivieren lässt und nicht mehr am Gerät selbst – was für eine Diebstahlsicherung auch sinnvoll ist.

Man könnte allein über die App einen eigenen Artikel schreiben. Aber begnügen wir uns damit, dass man mit ihr statt einem Pult komfortabel Beleuchtungssettings mit den verbundenen Geräten aufrufen und editieren kann. So sind automatische Funktionen wie Blaulicht, Blitzgewitter ebenso vorbereitet wie Discoleuchten. Mit der App lässt sich auch das Astera-Gerät konfigurieren sowie das ganze Astera-Setup verwalten. Ideal, wenn man für diese Beleuchtungsaufgabe kein Extra-Pult braucht.

Soll das Hydrapanel dagegen über ein Lichtstellpult gesteuert werden, so lässt es sich z. B. über die PowerBox mittels fünfpoliger XLR-Buchsen für DMX In/Out sowie eine Ethernet-Buchse für Artnet und sACN in ein Beleuchtungssystem einbinden und mit dem Netzteil der PowerBox auch acht Panels mit Strom versorgen. Zwar überrascht die Anzahl von 142 verschiedene DMX-Modi, jedoch teilt sich die Anzahl durch die Gruppierung nach Pixelanordnung und Stroboskop-Unterstützung in überschaubare Varianten auf. So ist der Haupt-Steuermode eine 8-Bit-RGB-Ansteuerung. Eine Variante davon ist, dass hinter RGB ein Leer-Kanal pro Pixel vorgesehen ist. Das ist wohl Kompatibilitätsgründen geschuldet, wenn man auch den Steuermodus RGBW betrachtet, sowie RGBAW. Obwohl RGBAW von der Kreisaufteilung ideal geeignet wäre, jede LED des Hydrapanels direkt zu steuern, wird – wie der Name auch beschreibt – der W-Kreis gesteuert. Also eine Mischung von LEDs, die zu einem Weiß führen, sodass die Lime-LED nie allein angesteuert werden kann. Weitere Steuermodi sind CCT mit RGB und einer Farbauswahl, die in der DMX-Tabelle beschrieben ist. Neben einer xy-Ansteuerung, die wie Arri die Umrechnung der y,x-Koordinaten durchführt (0.8 * DMX-Value / 65535 bei 16 Bit), findet man auch eine HSI-Ansteuerung kombiniert mit CCT. Mit 16 Bit ist einzig ein übergeordneter Dimmerkreis aufgelöst. Wobei – wie bei der RGB-Farbauswahl am Panel – bei Ansteuerung über DMX von 0-4 Dezimal nichts passiert und bei 5 das erste Glimmen erscheint. Das ändert sich auch nicht bei 16 Bit Dimmerauflösung. Aber das erste Einsetzen einer glimmenden LED ist trotz 8 Bit fein genug aufgelöst, um sozusagen auch von untern herauf sanft aufzudimmen. Das liegt daran, dass Astera eine Gammakorrektur auf ihre Dimmerkurven legt. Bei den Astera-Dimmerkurven wird zudem eine Responstime-Funktionen integriert, während eine Redshift-Funktion außen vor bleibt. Auch die Endhelligkeit ist mit den unterschiedlichen Dimmermodi unterschiedlich. Die wesentliche Aufschlüsselung ist wie folgt:

  • Standard: Guter Kompromiss zwischen Ansprechverhalten und Laufruhe. Passend für die meisten Anwendungen.
  • Halogen: Sehr sanftes Ansprechverhalten, das die Trägheit einer Halogenlampe nachahmt.
  • Theater: Sanfte und lineare Reaktion. Einige Farben sind weniger hell als bei der Standardkurve.
  • TV: Schnellere Reaktion, aber immer noch sanftes Dimmen. Verwendet sRGB für eine bessere Genauigkeit, wenn es von Medienservern gesteuert wird
  • Schnell: Schnelle und ungefilterte Reaktion.
    Am besten geeignet für Pixel-Mapping und ähnliche Anwendungen.

Frost – nicht Frust

Eine sehr pragmatische Lösung sind die kleinen, starken Neodym-Magnete, die das frontseitige Zubehör halten. Hier ist ein Wechsel blitzschnell durchgeführt. Man findet am Zubehör weitere Magnete, um z.B. über den Intensifier noch ein Eggcrate aufzusetzen.

Auf der anderen Seite ist der Rahmen des Forstfilter ohne Zusatzmagnete ausgeführt, um dort eine möglichst gleichmäßige, rechteckige Leuchtfläche zu zeigen. Der Unterschied zwischen „100er-Frostfilter“ und „100er-Frostfilter im Rahmen“ ist der Abstand zu den LEDs. Beim Filter ohne Rahmen sind die Einzel-LEDs als Pixel zu erkennen, beim Filter mit Rahmen entsteht eine homogene Fläche. Ansonsten ist der Frost in beiden Fällen für eine weiche Lichtabstrahlung verantwortlich.

Sehr praktisch ist auch die genaue Bezeichnung bzw. Bedruckung des Zubehörs. Bei den Filtern ohne Rahmen hilft eine Lasche, den Filter wieder von den Magneten zu lösen. Eine weitere Absicherung gegen das ungewollte Verlieren bzw. Abfallen des Zubehörs ist nicht vorgesehen.

Astera HydraPanel

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Platzierung

Am augenscheinlichsten ist der kräftige Haltemagnet auf der Rückseite des Hydrapanel. Hier hält sich das Panel blitzschnell an metallischen glatten Oberflächen sicher fest. Weiterhin lassen drei M-Gewinde (an jeder Ecke, bis auf der für ein Sicherungsseil) jede Sondermontage zu. Der eigentliche Clou sind zwei Blitzschuh-ähnliche Aufnahmen, die je an den breiten Seiten positioniert wurden.

Astera HydraPanel
Kräftiger Haltemagnet in der Mitte: Aufnahmeschuhe auf beiden Stirnseiten sind ähnlich einem Blitzschuh angebracht und erlauben eine schnelle Verbindung mit Verriegelung vom Universaladapter Flexbase. Links / rechts des Aufnahmeschuhs IR-Dioden, die eine Kommunikation Panel-zu-Panel erlauben, sodass man nur an einem Panel bedienen muss (Bild: Herbert Bernstädt)

Zwar sehen sie aus wie die üblichen Kamerablitzaufnahmen, sind jedoch von den Abmessungen ein wenig unterschiedlich. Dort passt der Universal-Ständer-Grip-Adapter, der „FlexBase“ genannt wird. Mit dem Scharnier und zwei ausklappbaren Füßen kann man das Hydrapanel stufenlos in jeden Winkel aufstellen.

Ein weiterer Unterschied zu einem Kamerablitzschuh ist eine Verriegelung, die den Gripadapter „Flexbase“ sicher am Herausrutschen hindert. Direkt auf der Unterseite des Flexbase-Teiles, welches in den Aufnahmeschuh des Hydrapanel geschoben wird, befindet sich ein 1⁄4″-Gewinde für die Babypin-Zapfen und bildet somit den universellen Anschluss für eine Universal-Clamp oder sonstige übliche Babypin-Stativaufnahmen. Der bewegliche Teil an Scharnier mit den Ausstellbeinen weist drei verschieden große Gewinde auf (M5, 3/8″ und 1⁄4″) und ist somit ebenfalls universell zu befestigen wie an einem Mikrofongalgenstativ.

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In der Reihe

Die Schuhaufnahme des Hydrapanel dient auch dazu, bis zu vier Panels zu einer Leuchtfläche bzw. Reihe zu verbinden. Dazu dient die „Connectorplate“, mit deren Nutenstein die Aufnahmeschuhe gegenüberliegend zusammengefügt werden. Die als T aufgesetzte Platte an dem Nutenstein baut dazu eine mechanische Spannung zwischen den Panels auf und bietet darüber hinaus mit ihren M5- und 1⁄4″-Gewinden weitere universelle Anschlagsmöglichkeiten. Dass die zusammengeschlossenen Panels auch seitlich gut geführt werden, bewirken entsprechende Nuten und Erhebungen an den Seiten des Gehäuses.

Astera HydraPanel
Cluster: Bis zu vier Hydrapanels können zusammengeschlossen werden. So wie hier stehender Betrieb oder seitliches Auslegen ist aber mit Vorsicht zu nutzen – laut Anleitung spricht zwar nichts dagegen, bei unserem Testgerät haben wir dabei jedoch einen Halteschuh ausgebrochen (Bild: Herbert Bernstädt)

Eine Besonderheit ist noch die Datenübertragung bei zusammengeschlossenen Panels über je zwei IR-Dioden. Werden die Panels exakt nebeneinander gelegt, fungiert ein Panel als Bedienelement. Alle weiter anliegenden Panels übernehmen die Eingabe. Das erfolgt völlig automatisch, ohne dass irgendeine Einstellung erfolgen müsste.

 

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Fazit

Wenn man ein preiswertes Auto mit einer Luxusklasse vergleicht, haben rein nach den technischen Daten beide eine Klimaanlage. Aber beim besseren Modell zieht nichts in die Augen und die Luft wir ohne ständiges Nachregeln „richtig“ temperiert. So fühlt sich auch ein Astera Hydrapanel an: Es ist aus den technischen Daten allein nicht zu erkennen, wie viele Funktionen hier sehr durchdacht und automatisch durchgeführt werden, um den Anwender nicht von der wesentlichen Lichtarbeit abzuhalten. Astera bedient auch nicht die klassischen Herangehensweisen und Strukturen der üblichen Beleuchtungsgeräte, sondern geht eigene Wege, die sehr pragmatisch ausgelegt sind. So gesehen ist das Hydrapanel von Astera eine Klasse für sich.

Astera HydraPanel(Bild: Herbert Bernstädt)

In Punkto Lichtqualität ist das Hydrapanel Referenzklasse. Gerade beim Film werden hier und da flexible, kleine Lichtquellen benötigt. Mit dem Hydrapanel ist es möglich, blitzschnell Licht zu setzen, wo es gebraucht wird. Sei es durch die durchdachten magnetischen oder mechanischen Anbindungen, das sinnige Zubehör zur Lichtbeeinflussung oder die vorgefertigten Lichtfarben im direkten Zugriff. Aber auch für ein Event sind die kleinen Leuchten hervorragend geeignet, zumal sie sicher in ihrer Leuchtdauer bei Akkubetrieb sind. Durch die vielen drahtlosen Steuerungsmöglichkeiten muss noch nicht mal eine Leitung gelegt werden. Sie können aber auch ganz normal drahtgebunden und mit Strom versorgt in ein Bühnenset bzw. Beleuchtungssystem eingebunden werden.

Mit dem Hydrapanel erhält man also eine geballte Ladung an Technik, die jeden Cent wert ist. Viele Funktionen verrichten unsichtbar vom Anwender ihre Dienste, so dass der Einsatz der Leuchte zu einem Vergnügen wird.

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