Aktive Lautsprecher mit JBL Subwoofer

Portable PA: JBL SRX 800 Serie im Test

JBLs neue SRX800 Serie aktiver Lautsprecher verspricht mit Crown-Endstufen, DSP-Systemen und HiQnet Vernetzung ein ganzes Potpourri technischer Spezialitäten. Da zücken wir doch direkt einmal bei zwei Tops und einem Bass den Schraubendreher und stellen die Ohren auf!

JBL SRX 800
Detlef Hoepfner
JBL SRX 800 Serie im PRODUCTION PARTNER Test

Die SRX800 Serie befindet sich bei JBL in der Produktgruppe „Portable Sound Products“ und stellt hier neben den Line-Arrays die höchste Kategorie dar. Unter dem Dach des Harman Konzerns befinden sich neben JBL als Kernmarke und Lautsprecherhersteller aber auch die nicht weniger bekannten Marken Crown als Endstufenhersteller und BSS in Sachen Controllern: Alle drei gehören zu den Pionieren in ihren jeweiligen Fachgebieten und nach wie vor zu den Technologieführern. In dieser Konstellation auch aktive Lautsprecher mit integrierten DSP-Funktionen zu entwickeln liegt somit nahe.

Im Angebot sind zurzeit drei Topteile und zwei Subwoofer: Die SRX812P und SRX815P als 2-Wege-Systeme basieren auf 12″- bzw. 15″-Tieftönern, die SRX835P als 3-Wege System auf einem 15″-Tieftöner. Bei den Subwoofern gibt es mit dem SRX818SP und dem SRX828SP die klassischen Modelle mit 1 × 18″ und 2 × 18″. Das „P“ am Ende der Typenbezeichnung steht für „powered“ und unterscheidet die fünf aktiven von den fünf vergleichbar bestückten passiven Systemen der SRX800 Serie, die zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Testberichtes Ende 2015 sukzessive auf den Markt kommen. Zum Test verfügbar hatten wir die Topteile SRX815P und 835P sowie den mächtige Subwoofer SRX828SP. Gemeinsam ist allen drei Lautsprechern das (bis auf den Mikrofonmischer) identische Elektronikmodul mit einem zweikanaligen Crown-Verstärker mit DriveCore-Technologie und DSPBearbeitung mit FIR-Filterung und LevelMax-Limiting. Beides sind übrigens auch die Kernmerkmale des JBL V5 Tunings, dazu passend heißt es in den SRX800-Datenblättern, dass die Lautsprecher kompatibel zum V5 Tuning seien.

Selfpowered Elektronik
Die Elektronik ist als geschlossene Einheit auf den Rückseiten der Boxen eingelassen. Es besteht somit keine Verbindung zum Volumen des Lautsprechers, womit die Elektronik zumindest vor den heftigsten Vibrationen gut geschützt wird. Die Kühlung erfolgt über einen innen liegenden, leise laufenden Lüfter, der Luft von unten nach oben durch die Elektronik und das Kühlprofil zieht.

Elektronikmodul der JBL SRX800 Serie
Anselm Goertz
Elektronikmodul der SRX800 Serie mit zwei mischbaren Eingängen.

Das Modul verfügt über zwei Eingänge mit XLR/Klinken-Kombibuchsen und direkten LinkAusgängen. In den Topteilen kann das Gain der Eingangsstufen in weiten Bereichen eingestellt werden, so dass vom Mikrofon bis zum symmetrischen Line-Ausgang eines professionellen Mischpultes alles angeschlossen werden kann. Anschließend werden die beiden analogen Signalwege über ADCs auf die digitale Ebene gebracht und dort über einen zweikanaligen Mischer zusammengeführt. Das Summensignal wird dann für den Lautsprecher und einen Mix-Out bereitgestellt. Für die Nutzung als klassische PA wird man den Mischer zwar nicht benötigen und das Signal einfach in der 0 dB Gain-Stellung einspeisen. Es gibt aber auch viele Anwendung, wo es praktisch ist z. B. eine Stereoquelle einfach auf mono mischen oder auch direkt ein Mikrofon für eine Ansage anklemmen zu können. Die Preamps mit einstellbarem Gain und den Mix Out gibt es logischerweise bei den beiden Subwoofern nicht.

Elektronikmodul der JBL SRX800 Serie
Anselm Goertz
Elektronikmodul mit zwei Crown DriveCore Endstufen mit 2 kW Gesamtleistung

Sieht man sich im Manual das Blockschaltbild an, dann folgen im Signalweg die EQs, das Master-Gain sowie die Hochund Tiefpässe für die X-Over-Funktion mit nachfolgenden Limitern. Hier gibt es zwei weitere Besonderheiten zu nennen: Im kleinen Subwoofer SRX818P mit nur einem Treiber gibt es auch nur einen Endstufenzweig, und im großen 3-Wege Topteil SRX835P werden Mittel- und Hochtöner durch eine passive Weiche getrennt. Auf der Weiche mit hochwertigen Bauteilen kommen nur Folienkondensatoren und Luft- bzw. I-Kernspulen zum Einsatz.

Folienkondensatoren der JBL SRX800 Serie
Anselm Goertz
Folienkondensatoren sowie Luft- und I-Kern-Spulen: Passive Weiche in der SRX835P mit Hoch- und Tiefpassfiltern 3. Ordnung für die Trennung zwischen Hoch- und Mitteltöner

Die Gehäuse der SRX sind aus 18-mm-Multiplex gefertigt und mit einem Duraflex-Lack überzogen. Weitere Ausstattungsmerkmale sind solide Gitter auf der Frontseite, große angenehme Griffe, Stativhülsen, Gummifüße, Einfräsungen für sicheres Stacking und an den Topteilen je zwölf M10 Flugpunkte. Beim ersten Kontakt mit den Lautsprechern fällt zudem noch das gut verträgliche Gewicht auf: Die SRX815P kommt mit 28,6 kg aus, das größere Topteil mit SRX835P mit 38,6 kg und selbst der riesige Subwoofer SRX828SP bleibt mit 65,9 kg vergleichsweise ein Leichtgewicht. Vor allem wenn man bedenkt, dass die gesamte Elektronik das schon inklusive ist.

Lautsprecher-Treiber
Die Frage nach den eingesetzten Treibern ist natürlich einerseits müßig: natürlich von JBL. Aber welche? Auch bei JBL gibt es Unterschiede in den Fähigkeiten – und entsprechend auch im Preis.

Stabilisierung im Gehäuse
Anselm Goertz
Stabilisierungen im Gehäuse der JBL SRX800 Serie und Gewinde für die Flugpunkte.

Zum Einsatz kommen vier JBL-Modelle: Der 18″-Treiber 2279F für die Subwoofer in der 2-Ohm-Version, der 15er 2275F (ebenfalls 2 Ω) sowie der Mitteltöner 2107H und der Kompressionstreiber 2432H, beide als 8-OhmModelle. Die eher seltenen 2-Ohm Tieftöner begünstigen eine optimale Ausnutzung der Endstufen. Beide Tieftontreiber arbeiten im Antrieb mit der Differential Drive Technologie von JBL. Als Mitteltöner wird ein Konustreiber eingesetzt, der auf der Rückseite durch eine massive Alukappe vom Volumen des Tieftöners getrennt wird. Die Abdeckung dient dann gleichzeitig auch noch als erweiterte Kühlfläche für den Magneten des Treibers. Der Hochtöner verfügt über einen Neodymantrieb und arbeitet mit einer 3″-Membran auf eine 1,5″-Öffnung. Mittel- und Hochtöner sind beide mit Hörnern bestückt, die für die SRX835SP mit 60 × 40 Grad angegeben werden und für die beiden 2- Wege-Tops mit 90 × 50 Grad. Die Trennung erfolgt bei den 2-WegeSystemen bei 2 kHz und für das 3- Wege System bei 330 Hz und 2,4 kHz.

Top-Frage: 2 oder 3 Wege?

15"-Tieftöner der JBL SRX835P und SRX815P
Anselm Goertz
15″-Tieftöner aus der SRX835P und SRX815P in 2 Ohm zur besseren Ausnutzung der Endstufen

Die beiden hier vorgestellten Tops verfügen über den gleichen 15″-Tieftontreiber und auch über das gleiche Hochtonsystem. Unterschiede gibt es im Gehäusevolumen (das bei der SRX835P größer ausfällt) und natürlich im zusätzlichen Mitteltonweg in der SRX835P. Was macht für einen Unterschied macht das nun aus? Blickt man auf die Trennfrequenz der „zweiwegigen“ SRX815P von 2 kHz, werden viele Entwickler angesichts des 15″-Tieftöners einen dritten Weg ratsam finden: Grundsätzlich ist es schwieriger ist ein 2-WegeSystem mit einem 15″-Tieftöner aufzubauen, der dann weit bis in den Mitteltonbereich hinein agieren soll. Und auch der Hochtöner soll nicht zu sehr mit tieferen Frequenzanteilen strapaziert werden. Moderne Treiber mit speziellen Membranen bieten hier natürlich mittlerweile einige Vorzüge, trotzdem bleibt es natürlich ein Kompromiss. Ein weiterer, dritter Weg macht einige Dinge einfacher. Aber: Er bringt durch die zusätzlichen Trennungen auch wieder neue Probleme mit.

Frequenzgänge SRX835P und SRX815P
Frequenzgänge SRX835P (blau) und SRX815P (rot), jeweils mit dem Preset Nr.1 „Main“ (Abb. 1)
Phasengänge der SRX835P und SRX815P
Phasengänge der SRX835P (blau) und SRX815P (rot): Für mittlere / hohe Frequenzen bietet die FIR-Filterung einen linearen Phasenverlauf (Abb. 2)

Ein Vergleich der SRX815P und SRX835P erscheint unter diesen Aspekten somit interessant. Beginnt man mit den Frequenzgängen, dann liegen die Unterschiede primär in der Abstimmung: Die 835 reicht mit dem größeren Gehäuse etwas tiefer und wurde zudem auch noch etwas „kräftiger“ abgestimmt; mit einer leichten Mittensenke und ca. 5 dB Bassüberhöhung. Oberhalb von 10 kHz zeigen beide Lautsprecher eine deutliche Interferenzstruktur, die durch Reflexionen am Hornmund und am Gitter und auch durch Partialschwingungen der Membranen entstehen können. Die Phasengänge zeigen unabhängig vom Modell einen linearphasigen Verlauf ab ca. 400 Hz aufwärts, was ein klares Indiz für die Verwendung von FIR-Filtern ist, die zum einen die XOver-Funktion beinhalten und auch die beiden Wege komplex in der Amplitude und Phase entzerren. Bei der 835 gelingt das auch inklusive der nachfolgenden passiven Weiche zwischen Mittel- und Hochtöner. Die mit den FIR-Filtern zusammen einhergehende Gesamtlatenz liegt so bei 6 ms. Wechselt man die SRX815P auf das Monitor Setup (quer liegend kann sie als Wedge genutzt werden), dann wird die Latenz bewusst auf 2,6 ms verkürzt – ein wenig zu Lasten der linearen Phase.

Spektrogramm der 2-Wege SRX815P
Spektrogramm der 2-Wege SRX815P mit einigen kleinen Resonanzen in den Mitten, oberhalb von 10 kHz entstehen Resonanzen durch Reflexionen am Hornmund und Gitter (Abb. 3)
Spektrogramm der 3-Wege SRX835P
Spektrogramm der 3-Wege SRX835P – zwischen 300 Hz und 2 kHz sind deutlich weniger Resonanzen zu erkennen (Abb. 4)

Die Spektrogramme der SRX815P und der SRX835P fördern erste Unterschiede zu Tage, die gewisse Vorzüge des 3-Wege-Systems erkennen lassen: Im sensiblen Mitteltonbereich zwischen 300 Hz und 2 kHz, wo in der 835 der Mitteltöner agiert, sind deutlich weniger Resonanzen zu erkennen als bei der 815, wo dieser Bereich der recht großen 15″-Membran überlassen wird.

Subwoofer SRX828P
Die zur SRX800 Serie gehörigen Subwoofer SRX818SP und SRX828SP können beide mit allen Tops der Serie kombiniert werden. Die richtige Einstellung dazu ist mit den Setups „SRX Top“ und „SRX Sub“ schnell gefunden und passt für alle Topteile. Für die Kombination mit anderen Subwoofern können noch Standard-Presets mit 60, 80, 100 und 120 Hz Trennfrequenz ausgewählt werden. Zusätzlich gibt es noch zwei Cardioid-Varianten, bei denen die Subs im Verhältnis 2:1 vorne/hinten abstrahlend aufgebaut werden.

Sub-Frequenzgänge SRX815P und SRX835P
Sub-Frequenzgänge SRX815P (rot) und SRX835P (blau) im Zusammenspiel mit dem Subwoofer SRX828SP (grün), dessen Pegel sich anpassen lässt (Abb. 5)

Schraubt man das Gitter der SRX828SP ab, dann kommen zwei mächtige 18″-Treiber zum Vorschein, in deren Mitte sich auf der Frontseite zwei ebenfalls sehr großzügig dimensionierte Bassre- flexports befinden. Die Fläche ist ein entscheidendes Kriterium, um Strömungsgeräusche und Powercompression zu reduzieren. Das Gehäuse ist auf jeder Seite mit zwei großen Griffschalen und zwei kleineren Griffmulden ausgestattet und lässt sich so bestens handhaben. Auf der Rückseite gibt es zudem Montagemöglichkeiten für optionale Rollen. Das Elektronikmodul mit 2 × 1 kW Leistung verfügt ebenso wie das der Tops über zwei Eingänge (jedoch ohne Preamps) die genutzt werden können, wenn der Subwoofer als Mono-Sub in einem Stereo-System betrieben und die Signale von links und rechts aufsummieren soll.

Entscheidend für das harmonische Zusammenspiel in einer Topteil/Subwoofer-Kombination ist die Phasenlage im Übergangsbereich. Passt diese nicht, dann kommt es zu mehr oder weniger starken Auslöschungen und entsprechenden Lücken im Frequenzgang. Für die Kombinationen der SRX800 Systeme ist die Phasenanpassung mit den jeweiligen Setups perfekt passend. Voraussetzung dafür ist jedoch eine räumlich eng beieinander liegende Aufstellung. Ist das nicht der Fall, z. B. mit einem einzelnen mittig stehenden Mono-Subwoofer, dann sollte notfalls eine Anpassung über die Delay-Einstellungen erfolgen. Das gelingt am besten mit einem schmalbandigen Rauschen im Bereich der Trennfrequenz um 80 Hz und einer Bewertung nach Höreindruck oder besser noch mit einem Pegelmesser in der Terzbandeinstellung. Passt der Phasenverlauf, dann stellen sich für die Kombinationen der SRX815P und SRX835P mit dem SRX828SP Subwoofer Frequenzgänge entsprechend Abbildung 5 ein. Die untere Grenzfrequenz liegt dabei in einer Größenordnung von 35 Hz. Für die Messung wurde der Pegel des Subwoofers für einen insgesamt ausgeglichenen Verlauf angepasst, was sich selbstverständlich auch ganz nach Geschmack variieren lässt. Der eigentliche Gewinn durch den zusätzlichen Subwoofer zeigt sich jedoch weniger im Frequenzgang als im erreichbaren Maximalpegel.

Zwei oder drei Wege in der Directivity
Für die SRX815P werden im Datenblatt als Abstrahlwinkel 90 × 50 Grad angegeben. Für das große Hochtonhorn sind diese Werte oberhalb von 2 kHz eine eher leichte Aufgabe. Der 15″er könnte dagegen schon seine Schwierigkeiten damit haben, da die große Membran die Abstrahlung der Mitten schon stärker bündelt. Eine Sprungstelle – zumindest in der Horizontalen – scheint somit schon fast unvermeidlich. Die Messungen überzeugen jedoch schnell vom Gegenteil. Die Isobarenkurve in Abb. 6 zeigen nur eine minimale Einschnürung um 2 kHz. Ansonsten ist der Verlauf sehr schön gleichmäßig, wenn auch eher mit 80 als mit 90 Grad zwischen den −6 dB Linien. Ähnlich gut und gleichmäßig geht die 3-Wege SRX835P in der horizontalen Ebene zu Werke. Der Öffnungswinkel beträgt hier exakt dem Datenblatt entsprechend 60 Grad.

Horizontale Isobaren der 2-Wege SRX815P
Horizontale Isobaren der 2-Wege SRX815P, die mit nominellen 90 × 50 angegeben wird (Abb. 6)
Horizontale Isobaren der 3-Wege SRX835P
Horizontale Isobaren der 3-Wege SRX835P, angegeben mit nominellen 60 × 40 (Abb. 7)

Etwas unruhiger geht es in beiden Fällen in der Vertikalen zu, da es hier durch die winkelabhängigen Lautzeitdifferenzen zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Interferenzen kommt. Hinzu kommen Kanteneffekte am Gehäuse, die durch die überhängenden Boden- und Deckelplatten der Gehäuse in der Vertikalen unvermeidlich stärker in Erscheinung treten. Gut zu erkennen sind auch die Übergangsbereiche zwischen den Wegen: Für die SRX815P bei 2 kHz, an der SRX835P bei 330 Hz und 2,4 kHz. Durch die weniger steile Trennung mit der passiven Weiche zwischen Mittel- und Hochtöner in der SRX835P fällt zudem der Interferenzbereich bei 2,4 kHz deutlicher aus als bei der SRX815P für die Trennung bei 2 kHz mit digitalen Filtern.

Vertikale Isobaren der 2-Wege SRX815P
Vertikale Isobaren der 2-Wege SRX815P mit deren Trennfrequenz bei 2 kHz (Abb. 8)
Vertikale Isobaren der 3-Wege SRX835P
Vertikale Isobaren der 3-Wege SRX835P mit ihren Trennfrequenzen bei 330 Hz und 2,4 kHz (Abb. 9)

Maximale SPL mit Sinusbursts
Die erreichbaren Maximalpegel haben wir einmal mit Sinusburst-Signalen einer Länge von 185 ms gemessen. Der Lautsprecher wird dabei Schritt für Schritt monofrequent belastet. Der Vorteil dieser Messmethode ist die einfache Auswertung der harmonischen Verzerrungsanteile mittels FFT und Oberwellenauswertung. Der Messsignalpegel wird dabei so lange erhöht, bis ein bestimmter Verzerrungswert erreicht oder der Einsatz eines Limiter detektiert wird. Die Verzerrungsgrenzwerte wurden wie für PA-Lautsprecher üblich auf 3% und 10% gesetzt. Abbildung 10 und 11 zeigen die so ermittelten Kurven für die SRX815P und SRX835P. Dort wo beide Kurven zusammenfallen, wird der 10%-Grenzwert nicht erreicht und ein Limiter setzt ein. Für die SRX815P verlaufen die Kurven relativ gleichmä- ßig bei ca. 120 dB. Der Verlauf ist für die SRX835P etwas ungleichmäßiger und in den Mitten auf etwas höherem Niveau. Um 100 Hz gibt es eine kleine Schwäche, die unter Umständen durch die tiefere Abstimmung bedingt sein könnte.

Die Sinusburst-Messung wurde auch noch mit dem Subwoofer SRX828SP durchgeführt, jedoch beschränkt auf den relevanten Frequenzbereich bis ca. 150 Hz. Mit 130 dB schon ab 40 Hz aufwärts zeigt der JBL-Subwoofer deutlich was in ihm steckt. Ein Subwoofer SRX828SP kann es so locker mit zwei Topteilen als Partner aufnehmen.

Maximalpegel mit Musik-ähnlichem Multisinus

Maximalpegel SRX815P
Maximalpegel SRX815P gemessen mit 185 ms Sinusbursts für maximal 3% (blau) und maximal 10% (rot) Verzerrungen (Abb. 10)
Maximalpegel SRX835P
Maximalpegel SRX835P gemessen mit 185 ms Sinusbursts für maximal 3% (blau) und maximal 10% (rot) Verzerrungen (Abb. 11)
Maximalpegel Subwoofer SRX828SP
Maximalpegel Subwoofer SRX828SP gemessen mit 185 ms Sinusbursts für maximal 3% (blau) und maximal 10% (rot) Verzerrungen (Abb. 12)

Für die zweite Messreihe zur Herausforderung der Maximalpegel wurden die Topteile SRX815P und SRX835P mit einem speziellen Multisinus Testsignal, das realer Musik sehr ähnlich ist, belastet. Schluss ist, wenn der Wert der Gesamtverzerrungen eine Größenordnung von ca. 10% erreicht. Diese Messung berücksichtigt neben den harmonischen Verzerrungen auch noch die besonders kritischen Intermodulationsverzerrungen. Die spektrale Verteilung des Signals entspricht einem mittleren Musiksignal nach EIAS426B mit einem Crestfaktor von praxisgerechten 12 dB.

Beide Lautsprecher erreichten dabei für Vollauslastung einen Mittelungspegel von 99 dBA und einen Spitzenpegel von 114 dB in 8 m Entfernung. Umgerechnet auf 1 m entspricht das 117 dBA Mittelungspegel und 132 dB Spitzenpegel.

Betrachtet man dazu die Grafiken aus Abbildung 13 und 14 im Detail, dann fällt auf, dass der zusätzliche Mitteltöner auch hier der SRX835P einige Vorteile verschafft: Die blaue Kurve der Verzerrungsanteile liegt zwischen 300 Hz und 2 kHz deutlich niedriger. In der SRX815P muss der 15″-Tieftöner diesen Frequenzbereich übernehmen; die große Membranauslenkung durch die tieffrequenten Anteile verursacht dann entsprechende Intermodulationsverzerrungen. Überlässt man diesen Frequenzbereich dem Mitteltöner, dann gehen die Intermodulationsverzerrungen deutlich zurück.

Multisinustest SRX815P mit Verzerrungsanteil von 12%
Multisinustest SRX815P mit Verzerrungsanteil von 12%, gemessen bei 12 dB Crestfaktor bei 99 dBA und 114 dB peak in 8 m Entfernung (Abb. 13)
Multisinustest der SRX835P mit Verzerrungsanteil von 10%
Vorteile im Arbeitsbereich des Mitteltöners: Multisinustest der SRX835P mit Verzerrungsanteil von 10%, gemessen bei 12 dB Crestfaktor mit 99 dBA und 114 dB peak in 8 m Entfernung (Abb. 14)

Der maximale Spitzenpegel bezogen auf 1 m betrug für beide Tops 132 dB, die um 5 dB gegenüber dem Wert aus dem Datenblatt abfallen (es könnte ein Halfspace-Wert (+6 dB) im Datenblatt gemeint sein oder der Wert ist rein rechnerisch aus der Sensitivity des lautesten Treibers und der hier zur Verfügung stehenden Verstärkerleistung ermittelt, Letzteres ist wahrscheinlicher).

Für den SRX828SP stehen 141 dB im Datenblatt, die für einen Subwoofer höchst wahrscheinlich auf halfspace bezogen wurden. Vergleicht man das mit unseren Messwerten von max. 132 dB unter Fullspace-Bedingungen und addiert noch 3 dB für den Spitzenwert bei Sinusbursts dazu, dann passt das genau.

Hörtest
Für den Hörtest standen je ein Paar SRX815P und SRX835P sowie ein Subwoofer SRX828SP bereit. Gehört wurden die Topteile sowohl solo, wie auch in Kombination mit dem Subwoofer. Beide Topteile konnten auf Anhieb gefallen. Die SRX835P stellte sich dabei erwartungsgemäß größer und kräftiger auf, die SRX815P kam neutraler oder zurückhaltender daher. Die Frequenzgänge der beiden Tops erklären auch den Unterschied. Die „Badewanne“ im Verlauf über alles ist bei der SRX835P mit über 6 dB Tiefe viel ausgeprägter als bei der SRX815P, wo es kaum 3 dB sind. Genau das ist vermutlich auch so gewollt, dass die größere Box auch „größer klingt“. Wer das nicht möchte, weil es nicht immer passend ist, kann das natürlich leicht am integrierten parametrischen EQ korrigieren.

JBL SRX800 Serie
Anselm Goertz
Große Bassreflexöffnungen im Subwoofer SRX828P (hier ohne Frontgitter) reduzieren die Powercompression und Strömungsgeräusche.

Speziell für Sprachwiedergabe halten beide Tops noch ein gesondertes Setup bereit, bei dem ein Hochpassfilter bei 125 Hz nach unten hin den Verlauf beschneidet. Zusammen mit dem Subwoofer, der vorher im Pegel passend zu den Tops (–8 dB) als Mono-Sub eingestellt wurde, erschien die Wiedergabe im Bass ausgedehnter und vor allem bei hohen Pegel souveräner. In dieser Kombination schien der SRX828SP auch als Mono Subwoofer noch nicht wirklich ausgelastet zu sein. Ein Verhältnis 2:1 von Tops zu Subwoofern ist somit eine solide Aufstellung. Geht es um kräftige Bässe, DJ Acts etc. dann könnte es auch 1:1 sein oder besser noch: Ein Cardioid-Bass aus drei Subwoofern zusammen mit zwei Tops, was dann schon eine äußerst mächtige PA ergibt, die jedem Club, Festzelt oder kleinem Open-Air zur Ehre gereicht.

>>Näheres zur JBL SRX Connect App zur Konfiguration und Fernsteuerung gibt es hier in unserem PRODUCTION PARTNER Artikel<<

Fazit
Die JBL SRX800 Serie mit drei aktiven Tops und zwei aktiven Subwoofern bietet Vollausstattung. Über Endstufen, Controller, EQs, Compressoren und Netzwerkanbindung ist alles komplett dabei. Je nach Auswahl und Kombination lassen sich damit kleine mobile Anlagen mit nur einer Box und direktem Mikrofonanschluss, über Club-PA-Systeme bis hin zu mittelgroßen Anlagen für Hallen und kleinere Open Airs zusammenstellen. Dank der problemlosen Einbindung über die Audio Architect und/oder Performance Manager Software von Harman können die SRX800 aber auch sehr gut in Kombination mit den wirklichen großen Systemen von JBL als Fills oder Bühnenmonitore genutzt werden. Für den Verleiher mithin ein sehr universell einsetzbares Werkzeug. Die Bestückung mit edlen Chassis aus eigenem Hause und bester Elektronik von Crown und BSS sprechen ebenso für die SRX800 Serie wie die gute Verarbeitung und leichte Handhabung in allen Lagen. Die Messwerte sind allesamt standesgemäß, Schwächen gab es keine zu entdecken. So weit noch nicht weiter ungewöhnlich, da gibt es schon diverse ähnliche Lautsprechertypen am Markt – bis man auf die Preise schaut: Ein voll aktives 15/2 Topteil zu 1.899 € oder der voll aktive 2 × 18″-Subwoofer für 2.799 € sind schon incl. Steuern und als UVP ein sehr faires Angebot.

JBL SRX812P: 1.799 €
JBL SRX815P: 1.899 €
JBL SRX835P: 2.199 €
JBL SRX818SP: 2.199 €
JBL SRX828SP: 2.799 €

(UVP incl. MwSt.)

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Das könnte Sie auch interessieren: