Produkt: Deiko DLC One
Deiko DLC One
Das DLC One von Deiko ist ein Lichtpult speziell für die Steuerung von Moving Lights - quasi ein Nachfolger des beliebten Scancommanders.
Midrange-Serie aus Texas

Philips Vari-Lite VL2600 im Test

Eine 550-Watt-LED-Engine mit 30.000 Lumen, drei nahezu baugleiche und doch grundverschiedene Geräte – und echte Kampfpreise

(Bild: Cast)

Inhalt


Vari-Lite für alle! So in etwa muss vor vielen Jahren die frohe Kunde gelautet haben, als die bis dato unnahbaren texanischen Geräte auch endlich für den „freien Markt“ verfügbar wurden. Aber selbst danach bildete da immer noch der nicht zu verachtende Anschaffungspreis eine Hürde. Vor der Überlegung, ob es nur ein Vari-Lite-, oder doch lieber drei Konkurrenzgeräte für das gleiche Geld werden sollen, standen wahrscheinlich nicht wenige der an den qualitativ hochwertigen Produkten interessierten Verleihfirmen. Dass Philips Vari-Lite sich in puncto Qualität nicht auf den Lorbeeren der vergangenen Jahrzehnte ausruht, demonstriert das Unternehmen unangefochten mit aktuellen Produkten wie der 4000er- oder 6000er-Serie. Dass man jedoch heutzutage vielleicht auch in einem anderen Marktsegment mitmischen will, wird nun mit der neuen 2600er-Serie deutlich, die drei hochmoderne LED-Scheinwerfertypen umfasst, bei denen der US-amerikanische Hersteller mal ganz kräftig an der Preisschraube gedreht hat.

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VL2600-Familie: Spot / Wash / Profile

Die 2600er-Serie umfasst drei Gerätekategorien, die sich rein optisch nur in zwei kleinen Details voneinander unterscheiden. Die Spot- und Profile-Scheinwerfer sind von außen betrachtet exakt baugleich. Lediglich der Wash-Scheinwerfer unterscheidet sich durch einen etwas kürzeren Top-Hat und eine etwas größere Linse minimal von den anderen beiden Produkten. Für diesen Test wurde der Redaktion ein VL2600 Profile zur Verfügung gestellt.

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Aussehen, Verarbeitung und Basics

Der erste Eindruck nach dem Auspacken und Aufstellen des Scheinwerfers kann als optisch durchaus ansprechend bezeichnet werden, und das Gerät scheint wie nicht anders zu erwarten sehr solide verarbeitet zu sein. Alles sitzt fest da, wo es hinzugehören scheint, nichts klappert, keine losen Teile, soweit schon mal alles in Ordnung. Neben dem Basement verfügt auch der Kopf des Gerätes (540° Pan / 270° Tilt) an den beiden Seitenteilen über praktische Haltegriffe, die so dezent es eben geht in das Design des VL2600 integriert worden sind, und das Handling des Gerätes tatsächlich sehr erleichtern. Hinzu kommt, dass der Kopf für beide Achsen mit robusten Arretierungen ausgestattet ist, die jeweils von beiden Seiten aus bedient werden können, und die Fixierung des Kopfes in 90°-Schritten im Pan- und 45°-Schritten im Tilt-Bereich ermöglichen. Der VL2600 ist mit gut 71 cm Höhe (bei gerade stehendem Kopf), und ca. 46 × 30 cm Grundfläche auch von den Gesamtausmaßen her sehr schön dimensioniert. Spot und Profile bringen dabei stattliche 32 kg, der Wash aufgrund der etwas geringer ausfallenden Effekte im Inneren des Kopfes gute 30 kg auf die Waage. Die Schutzart des Gehäuses ist mit IP20 angegeben.

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Menüsteuerung und Anschlüsse

Die VL2600-Geräte verfügen über ein farbiges Display, das durch seine Aufteilung neben einer aufgeräumten Menüstruktur zeitgleich dauerhaft nützliche Statusinformationen anzeigt. Beispielsweise haben wir aus Neugier, was dann wohl passiert, vor dem Reset des Testgerätes mal einen Sensor abgezogen, woraufhin prompt die passende Fehlermeldung im Display erschien. Solche Statusmeldungen lassen sich auch über einen Steuerkanal abfragen: Geht es dem betreffenden Gerät gut, leuchtet das gesamte Display grün, im anderen Falle rot. Die Navigation erfolgt in fünf gut lesbaren Spalten mit Hilfe von sechs sinnvoll angeordneten Tasten, die einen gut spürbaren Druckpunkt aufweisen. Die Ausrichtung des Displays erfolgt automatisch über einen Sensor. Das System ist zudem akkugepuffert und lässt sich somit ohne Feststrom z. B. adressieren. Die Anschlussseite der VL2600-Serie bietet neben Power-In und -Out (Powercon True-1) zwei fünfpolige DMX-Anschlüsse (RDM-fähig) und eine Ethercon-Schnittstelle zur Ansteuerung über ArtNet. Eine Leerblende für einen Ethercon-Output wäre zwar vorhanden, auf diesen wurde laut deutschem Vertrieb jedoch, ebenso wie auf einen Ein/Aus-Schalter oder drahtlose Signalansteuerung, bewusst verzichtet.

Innenleben Aufsicht auf den geöffneten Kopf, deutlich springen zwei der vier LED-Engine-Lüfter ins Auge
Anschlussfeld des VL2600 auf einen EtherConOutput wurde bewusst verzichtet
Pan- und Tilt-Arretierung erfolgen über zwei gut dimensionierte Kipp-Mechanismen, die von beiden Seiten des Gerätes aus bedienbar sind

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LED-Engine mit 550 W liefert satte 30.000 lm – da bleibt hinter der Linse noch Einiges übrig

Das Herzstück der VL2600er-Serie ist natürlich das kraftvolle Weißlicht-LED-Leuchtmittel, das mit 550 W Leistung bei Spot- und Profile-Gerät nach allen optischen Beeinflussungen noch einen Output mit einem Lichtstrom von 19.000 lm erzeugt. Dieser Wert ist bei der Wash-Ausführung aufgrund des unterschiedlichen Innenlebens des Kopfes sogar mit 22.000 lm angegeben. Das Leuchtmittel hat eine Farbtemperatur von ca. 7200K und bietet mit einem CRI von 81 und guten TM-30-Werten sogar eine recht passable Farbwiedergabe. Eine LED-Engine mit einer solch hohen Leistung bedarf jedoch auch einer adäquaten Kühlung. Dies wird bei der VL2600-Serie mit Hilfe von vier leistungsstarken Lüftern bewerkstelligt, von denen jeweils ein Zweierpäckchen unmittelbar über und unter der LED-Engine angebracht ist. Vier weitere Lüfter sorgen im Innenleben des Kopfes für die nötige Belüftung der einzelnen Bauteile. Die VL2600-Scheinwerfer verfügen über einen Standard und einen Studio-Modus, die mit Hilfe des Control-Kanals via DMX umgeschaltet werden können. Der Standard-Modus bietet die maximale Helligkeit des Leuchtmittels. In diesem Fall wird die Drehzahl der vier LED-Engine-Lüfter automatisch entsprechend der benötigten Kühlung geregelt. Im Studiomodus rotieren diese Lüfter konstant auf einer festen Drehzahl im mittleren Bereich. So wird die Geräuschentwicklung bei der Helligkeitsregelung deutlich reduziert. Allerdings wird hierbei auch die maximale Leistung des Leuchtmittels um einige Prozent gedrosselt, um einen weiterhin sicheren Betrieb trotz geringerer Frischluftzufuhr gewährleisten zu können. Aber egal welcher Modus dem Anlass entspricht; 100-240 V AC bei 50/60 Hz müssen an der Steckdose anliegen.

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Funktionen aller VL2600er-Geräte

Die Geräte der 2600er-Serie sind, bis auf die Namensgebenden gerätespezifischen Eigenheiten, auch im Innenleben nahezu identisch ausgestattet. Somit lassen sich die verschiedenen Scheinwerfertypen, allein mit ihren Grundfunktionen, bereits hervorragend miteinander kombinieren. Neben einem festen Farbrad mit sieben Farben plus weiß, sind alle Scheinwerfer mit einer CMY-Farbmischeinheit und einem CTO-Filter ausgestattet, der das stufenlose Herabsenken der Farbtemperatur bis zu einem Wert von 2.700K ermöglicht. Diese vier Funktionen werden über schnelle Flags und nicht über ein trägeres Rad realisiert. Alle Geräte verfügen neben voneinander unabhängiger Shutter- und Dimmer-Funktion über einen großen Zoombereich, der bei Spot und Profile in einem Bereich von 7° – 48° und beim Wash in einem etwas größeren Bereich von 12° – 63° liegt.

Fehlermeldungen das Display informiert zuverlässig über den Zustand des Gerätes (hier ein zum Test bewusst verursachter Fehler)
Fehlermeldungen das Display informiert zuverlässig über den Zustand des Gerätes (hier ein zum Test bewusst verursachter Fehler)
Fehlermeldungen das Display informiert zuverlässig über den Zustand des Gerätes (hier ein zum Test bewusst verursachter Fehler)

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Profile vs. Spot vs. Wash

Beide Projektions-Scheinwerfertypen sind neben einem endlos rotierbaren Goborad mit sieben rotierbaren Glas-Gobos, einem endlos rotierbarem festen Farbrad mit acht Metall-Gobos und der obligatorischen Fokus-Linse, mit einem endlos rotierbaren Dreifach-Prisma, einem stufenlos fahrbaren Frostfilter und einer sich nicht ganz schließenden Irisblende ausgestattet. Das spezielle Merkmal des VL2600 Profile ist jedoch, dass hier eine um +/-45° rotierbare Blendenschiebereinheit mit vier Schiebern verbaut wurde, wobei jeder der einzelnen Blendenschieber mit einem Winkel von bis zu ±33°, jedoch auch komplett in den Strahlengang gefahren werden kann. Der VL2600 Spot hingegen verfügt anstelle der Blendenschiebereinheit über ein drittes Goborad mit sieben weiteren rotierbaren Glas-Gobos. Der VL2600 Wash unterscheidet sich wie zu erwarten ein wenig mehr, und am Ende doch nur geringfügig, von den beiden anderen Familienmitgliedern. Die Gobo-Ebene, Frostfilter, Irisblende und Fokuslinse sind hier verständlicherweise nicht zu finden, dafür ist das Gerät mit der gleichen Blendenschiebereinheit ausgestattet, die in der Profile-Version zum Einsatz kommt, und in dieser Art Anwendung als Torblenden-Ersatz fungieren soll. Zudem bietet eine zusätzliche Streulinse die Möglichkeit, die Beam-Charakteristik von PC- zur Fresnel-Linse hin zu ändern.

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Praxis

Unser Testgerät kam mit der Softwareversion 01/14/19 und erst 20 Stunden Laufleistung auf den Tisch der Redaktion. Das „Moped“ war ja eigentlich noch gar nicht eingefahren. Tatsächlich fiel auf, dass insbesondere, wenn das Gerät noch nicht auf Betriebstemperatur war, die Rotation der Gobos nicht ganz rund lief. Dies, sowie ein leichtes Pfeifen bei ansteigender Helligkeitsregelung, besserte sich zwar mit zunehmender Betriebstemperatur deutlich, war jedoch bei langsamer Umdrehung nie ganz weg zu bekommen. Zudem erzeugte der Pan-Antrieb im Gegensatz zum Tilt-Antrieb eine deutlich hörbare Geräuschkulisse. Dieses Problem ist laut deutschem Vertrieb jedoch bekannt und es wird nach einer Lösung gesucht. Die vier Blendenschieber sind so zueinander angeordnet, dass sich die gegenüberliegenden Messer am nächsten beieinander befinden. Dies wurde so gewählt, damit immer die gegenüberliegenden Seiten zueinander scharfgestellt werden können. Das funktioniert auch sehr gut und ein akzeptables Mittelmaß zwischen den Schärfen der jeweiligen Ebenen ist auf jeden Fall gegeben. Jedoch war das erste Messer des Testgerätes anscheinend nicht richtig kalibriert, was zur Folge hatte, dass die Abbildung bei exakt gleichen Werten des gegenüberliegenden Messers einen deutlich anderen Bereich verdeckt hat. Um aber genau solche Ungereimtheiten im Live-Einsatz zu beheben, ohne gleich das Gerät austauschen zu müssen, können diese Werte für viele Funktionen über interne Off-Set-Menüs nachjustiert werden. Soviel zu den Auffälligkeiten.

Toll gelöst wurde das Dimmerverhalten des Gerätes mit vier wählbaren Dimmerkurven. Das Leuchtmittel kann stufenlos bis in unterste Prozentwerte hinunter geregelt werden und fadet dann sanft aus und genau so sanft auch wieder ein. Zudem verhält sich das Leuchtmittel als Standardeinstellung auch beim Flashen so wie ein konventionelles Leuchtmittel. Dies kann mit Hilfe eines Control-Kanals für ein direkteres Ansprechen umgeschaltet werden. Der große Zoombereich ermöglicht insbesondere in Verbindung mit der Irisblende oder dem rotierbaren Dreifachprisma sehr enge bis ganz breite Lichtkegel. Zudem stellt die Fokuslinse die Gobos beider Gobo-Ebenen im größten Teil des Zoombereiches recht gut scharf. Hier kommt es natürlich ganz auf die Art des Gobos und die Stellung der Zoomlinse an. Die Standard-Gobobestückung ist ansprechend und nicht nur für eine Beamshow ausgelegt. Neben klassischen Break-Up-Gobos findet sich auf dem rotierbaren Goborad unter anderem ein farbloses Art-Glas-Gobo, das in Verbindung mit den Gobos des festen Goborades schöne Morphing-Effekte möglich macht. An Feuer- oder Wassereffekte, wie sie mit einer klassischen Effekt-Scheibe möglich gewesen wären, kommt das zwar nicht ganz heran, geht aber zumindest in die richtige Richtung. Wird im Status „Open-White“ ein Glas-Gobo in den Strahlengang gefahren, fährt das der VL2600 automatisch den CTB-Filter des festen Farbrades dazu. Positiv ist hier auch die sehr gleichmäßige Lichtverteilung zu nennen ohne jeglichen Hotspot oder sichtbare Helligkeitsverläufe. Dies dient dazu, die, durch das Glas gesunkene Farbtemperatur, wieder auf das vorherige Level zu bringen. Die CMY-Farbmischung erzeugt die gewohnt satten Farben, selbst die Problemfarbe Rot ist, wie so typisch für Geräte dieses Herstellers, kein wirkliches Problem. Zu dieser Lobhudelei gesellen sich die sinnvoll ausgewählten festen Farben und der definitiv stufenlose CTO-Filter. Nicht wirklich stufenlos hingegen ist der Medium-Frostfilter. Zwar lässt sich die Frostscheibe stufenlos in den Strahlengang des Scheinwerfers einfahren, der Frost-Effekt kommt aber wirklich erst bei 100% seiner Aufgabe nach. Mit diesem Frost-Effekt und dem großen Zoombereich kann das Gerät aufgrund der opulenten Linsenöffnung auch durchaus als Washlight zweckentfremdet werden.

Kreative Spielereien: rotierbares Glasgobo mit CMY-gemischtem Orange und dem rotierbaren Dreifachprisma
Kreative Spielereien: mit Hilfe des festen Goborades lassen sich auch weitaus diffusere Abbildungen erzeugen
Kreative Spielereien auch das Tunnelgobo kommt hier sehr gut
Abschattung horizontale Blendenschieber bei ca. 50%
Abschattung vertikale Blendenschieber bei ca. 40%, hier ist eines der Messer nicht richtig kalibriert
Abschattung vertikale Blendenschieber bei ca. 50%, hier ist eines der Messer nicht richtig kalibriert
Abschattung vertikale Blendenschieber bei ca. 50%, hier ist eines der Messer nicht richtig kalibriert
Fokussierung der Blendenschieber diese schließen ganz, somit lassen sich auch richtige Dreiecke abbilden, dabei lassen sich nur die gegenüberliegenden Seiten scharf stellen
Frostfilter bei 0%
Frostfilter bei 50%
Frostfilter bei 100%

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Fazit

Die Scheinwerfer der neuen 2600er Serie sind leistungsstarke und topmoderne Geräte, die durch ihre nahezu identische Bauweise wirklich sehr gut miteinander kombinierbar sein werden. Der heutzutage von einem Gerät dieser Klasse erwartete Output stimmt völlig, die Funktionen harmonieren miteinander, die Leuchte macht einfach Spaß. Selbst Service-Elemente wie RDM, Software-Update via DMX, einstellbare Refresh-Rate und Gamma-Wert wurden implementiert, und auch bei dem Design des Gerätekopfes wurde darauf geachtet, dass fast alle Teile komplett in mattem schwarz gehalten sind, um Reflexionen im Gehäuseinneren von vornherein entgegen zu wirken. Das sind dann wohl die kleinen, aber feinen Details, die aus jahrzehntelanger Erfahrung resultieren. Wie bereits angedeutet sind die Preise für die Scheinwerfer der 2600er-Serie entgegen den Erwartungen vergleichsweise gering, denn ein VL2600 Wash ist bereits für ca. 6.000 € erhältlich. Der VL2600 Spot mit dritter Gobo-Ebene schlägt mit 7.000 € zu Buche. Und für den VL2600 Profile mit Blendenschiebermodul müssen ebenfalls nur 7.000 € auf den Tisch gelegt werden.

Produkt: IP-65 Moving Head von SGM im Test
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