Produkt: Oliver Voges zum Thema Band Rider
Oliver Voges zum Thema Band Rider
Oliver Voges gibt Tipps zum Thema Band Rider
Network-DI-Box

Test: ARX Audibox

Bei ARX wird man für fast jede Audiointerface-Fragestellung fündig. Für das Network-DI Interface setzt ARX das Audinate-DAO-Board ein und ergänzt dieses mit hauseigener Peripherie.

(Bild: Dieter Stork)

Inhalt:

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DA-Sektion
Software: Dante Controller

Fazit
Datenblatt


Der australische Hersteller ARX gilt als Spezialist für hochwertige Audiotools. Bereits in den 80ern produzierte man Kompressoren, Noise-Gates und Grafik-EQs – damals die Standards der professionellen Audiowelt, mit denen man als junger Tontechniker staunend herumhantierte. Viele Jahrzehnte später sehen wir uns nun die Network-DI Breakout Box von ARX an, geliefert vom deutschen Vertrieb IAD aus Korschenbroich. Das Markenzeichen der Audibox-Serie sind die soliden, hellblauen Metallgehäuse der kleinen Geräte.

Die Network-DI Box verfügt ausschließlich über analoge Ausgänge und ist somit eine reine Dante Break-Out Box. Ein Blick ins Innere des blauen Gehäuses zeigt eine originale Audinate-Platine, die neben einem Dante-Chip auch die DA-Umsetzer und die analogen Ausgangsstufen enthält. Auf der grünen Basisplatine der Network-DI-Box hat man bei ARX noch einen Mono-Schalter, Koppelkondensatoren und Ausgangswiderstände ergänzt. Das Ausgangssignal wird anschließend über XLR-Buchsen symmetrisch bereitgestellt. Der auf der Audinate-Platine zu erkennende kleine Übertrager ist wider Erwartens nicht für das Audiosignal, sondern trennt lediglich die Schaltung galvanisch vom Netzwerk.

Dante-Modul DAO2 von Audinate (rote Platine) (Bild: Dieter Stork)

Einziges Bedienelement ist der Schalter, mit dem beide Kanäle als Mono-Signal zusammenzuschaltet werden können. Die Einstellung der maximalen Ausgangsspannung erfolgt ausschließlich über die Software Dante Controller. Der verwendete Audinate-Baustein ist der DAO2, wie er original auch im Audinate AVIO‑ADO‑0x2 zum Einsatz kommt. Die Stromversorgung der Network-DI-Box erfolgt immer via PoE mit einer Leistungsaufnahme von maximal 2 W.

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DA-Sektion

Die Signalzuspielung über das Dante-Netzwerk kann mit Abtastraten von 44,1/48/88,2 oder 96 kHz erfolgen. Auf der Ausgangsseite übernehmen die DA-Umsetzer mit den nachfolgenden analogen Ausgangsstufen die Ausspielung des Signals. Für den Anschluss werden selbstverständlich hochwertige XLR-Einbaustecker aus Metall eingesetzt. Die maximale Ausgangsspannung des ARX-Interfaces liegt bei +17,5 dBu. Der demgegenüber gemessene Störpegel an den analogen Ausgängen (Abb. 2) wurde bei uns linear bewertet zu –92,5 dBu bestimmt, woraus sich ein S/N von sehr guten 110 dB ergibt. Mit A-Bewertung des Störpegels beträgt der S/N 112,5 dB.

Hochwertige Steckverbinder (Bild: Dieter Stork)

Über den Audinate-Chip DAO2 besteht die Möglichkeit, über ein digitales Gain den maximalen Ausgangspegel auf Werte von +18 dBu, +4 dBu, 0 dBu, 0 dBV oder –10 dBV einzustellen. Der Störpegel bleibt in diesem Fall konstant bei den gemessenen –92,5 dBu, lediglich der maximale Signalpegel wird reduziert, da der DAC aufgrund der runterskalierten Werte nicht mehr voll ausgesteuert werden kann. Im Extremfall für eine Einstellung von –10 dBV bedeutet das dann noch einen S/N von 84‑dB. Die Einstellung ist somit eher als eine Art „Digital Gain“ zu betrachten.

Frequenzgang der analogen Ausgänge Ch1 (blau) und Ch2 (rot). Die Kurven sind bei 1 kHz auf 0 dB normiert. Der maximale Ausgangspegel beträgt 17,5 dBu für 0 dBfs Aussteuerung auf digitaler Seite. Messungen mit 200 kΩ Abschlusswiderstand (durchgezogene Linien) und – zu Demonstrationszwecken – 300 Ω Abschlusswiderstand (gepunktete Linien, Abb. 1) (Bild: Anselm Goertz)

Die Frequenzgangmessungen aus Abb. 1 zeigen ein typisches Verhalten von Ausgängen mit Kondensatoren zur Entkopplung: Mit einem hohen Abschlusswiderstand ist der Frequenzgang perfekt gerade. Zu tiefen Frequenzen hin gibt es nur einen minimalen Pegelabfall von 2‑dB bei 5‑Hz. Bei kleinen Abschlusswiderständen macht sich dann der Kondensator im Signalweg bemerkbar, dessen Widerstand zu tiefen Frequenzen hin ansteigt und zu einem Hochpassverhalten führt.

Störspektrum an den analogen Ausgängen mit einem Gesamtpegel von –92,5 dBu. Der maximale Ausgangspegel liegt bei +17,5 dBu, woraus sich ein S/N von 110 dB ergibt (Abb. 2)

Zur Verdeutlichung dieses Effektes wurde eine zweite Messung mit einem (absichtlich besonders gering gewählten) Abschlusswiderstand von nur 300 Ω durchgeführt, wodurch das Hochpassverhalten jetzt gut zu erkennen ist. Üblich sind jedoch Eingangswiderstände der nachfolgenden Geräte von 10 kΩ oder mehr, sodass diesem Effekt im Normalfall keine Bedeutung beizumessen ist.

THD+N der DA-Umsetzer mit Ausgangsstufen in Abhängigkeit vom Ausgangspegel. 0 dBfs auf digitaler Seite entsprechen einem analogen Ausgangspegel von +17,5 dBu. Messung bei 1 kHz als durchgezogene Linie, 100 Hz gestrichelt und 6,3 kHz gepunktet (Abb. 3)

Alle weiteren Messungen erfolgten wieder mit den üblichen 200 kΩ Eingangswiderstand des Messsystems Audio Precision APx‑555 mit der Einstellung für einen maximalen Ausgangspegel des Network-DI-Interfaces von +18 dBu. Abbildung 3 zeigt die so gemessenen Kurven THD+N in Abhängigkeit vom Eingangspegel (in dBFS) für Frequenzen von 100 Hz, 1 kHz und 6,3 kHz. Die Werte für THD+N fallen insgesamt gering aus, steigen jedoch bei 6,3 kHz für höhere Pegel wieder etwas an, sodass bei voller Aussteuerung nur noch –63 dB erreicht werden.

Klirrspektrum bei 1 kHz für einen Pegel von +14,5 dBu (–3 dBfs) an den analogen Ausgängen, Darstellung in absoluten Werten in dBu (Abb. 4) (Bild: Anselm Goertz)

Die Messung des FFT-Spektrums aus Abbildung 4 erfolgte bei 1 kHz 3 dB unter Vollaussteuerung und somit für einen Ausgangspegel von +14,5 dBu. Die Darstellung zeigt die Werte in dBu. Für die größte Oberwelle (k3) mit einem Pegel von –67 dBu bedeutet das somit einen Klirranteil von –81,5 dB. Grundsätzlich überwiegen zwar die ungeradzahligen Verzerrungskomponenten, die jedoch zu höheren Ordnungen hin sehr schnell abfallen und an Bedeutung verlieren.

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Software: Dante Controller

Wie auch in der Innenaufnahme zu sehen, verwendet ARX für das Network-DI-Interface ein Audinate-DAO2-Modul mit Dante-Interface und zwei analogen Ausgängen. Ebenso wie für das Modul DAI2 mit zwei analogen Eingängen hat man bei Audinate für diese beiden Module in der Software Dante Controller eine einfache Möglichkeit zur Einstellung des maximalen Ausgangspegels bzw. der Input Sensitivity für den DAI2 eingebaut.

Output Level Einstellung im Dante-Controller (Abb. 5) (Bild: Anselm Goertz)

Sobald ein DAI2- oder DAO2-Modul erkannt wird, taucht im Device View der zusätzliche Tab mit der Bezeichnung „Controls“ auf, wo Werte für ein digitales Gain der ADCs und DACs eingestellt werden können. Auf der Output-Seite für das Network-DI-Interface bedeutet das negative Gain-Werte, um die maximale Ausgangsspannung bei 0 dBfs auf digitaler Seite von maximal +18 dBu bis auf -10 dBV zu reduzieren.

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Fazit

Das Network-DI Dante-Interface von ARX ist ein solides und gut einsetzbares Tool, mit dem auf einfache Weise zwei Audiosignale aus dem Dante-Netzwerk in analoger Form zur Verfügung gestellt werden können. ARX greift dabei auf das Dante-Modul DAO2 von Audinate zurück, das in einem sehr stabilen und praktisch gestalteten Gehäuse untergebracht ist. Die Messwerte für die Network-DI fallen ebenfalls gut aus, so dass der Preis von 559 € noch angemessen erscheint.

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Datenblatt

UVP inkl. MwSt.: 559 €
Samplerate: 44,1 / 48 / 88,2 / 96 kHz
Dante-Modul: DAO2
Anzahl der analogen Eingänge: 0
Anzahl der analogen Ausgänge: 2
Max. Output: +17,5 dBu
S/N* rel. zu max. Output: 110 dB
CTC @ 1 kHz: 103 dB
Innenwiderstand: 2 × 87 Ω (symmetrisch)

* Alle Störpegelwerte 20 Hz bis 20 kHz unbewertet
** Bei unterschiedlichen Werten der Kanäle wird der jeweils schlechtere Wert in der Zusammenfassung angegeben.

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