Grundlagen Licht im Theater

Die Scheinwerferpositionen im Theater

Auf der einen Seite sollen Scheinwerfer aufgrund der notwendigen Wirkrichtung platziert werden. Auf der anderen Seite muss dafür auch die Möglichkeit vorhanden sein den Scheinwerfer zu hängen und oftmals soll er zudem nicht sichtbar sein. Aus diesem Grunde haben sich einige Positionen etabliert, die wir hier vorstellen wollen.

Zuschauerraum von Bühne gesehen – zu sehen sind die Z-Brücken
Zuschauerraum von Bühne gesehen – zu sehen sind die Z-Brücken (Bild: Herbert Bernstädt)

Je nach Erscheinungsbild des Raumes oder den Stil, den die Inszenierung verlangt, kann es sinnvoll sein, dass man die Technik sieht, dass die Technik dem Raum Tiefe, Skulptur und Begrenzungen verleiht. Insbesondere bei Rockkonzerten wird die Technik genutzt, um dem Raum eine Note zu geben, denkt man z. B. an die beleuchteten Traversen oder die als Rücksetzer kunstvoll angeordneten Scheinwerferbatterien. Auf der anderen Seite findet man die Anforderung, dass man keine Technik sieht. Nicht nur im Theater ist diese Anforderung die Regel, oft sind es auch die Industriepräsentationen, welche die Leichtigkeit des Produktes herausstellen wollen, ohne dass das Hilfsmittel Technik in Erscheinung tritt. In einer leeren Halle ist man sehr frei in der Gestaltung, soweit das Budget es erlaubt. In einem Theaterbau mit festgelegter Zuschauerrichtung und Bühnenposition dagegen haben sich auf Grund der langen Entwicklung des Theaters bestimmte Positionen für Scheinwerfer etabliert. Wir wollen diese nun anhand eines Theaterbaus bezeichnen. Doch zunächst gehen wir darauf ein wie man sicherstellt, dass die Scheinwerfer selbst nicht zu sehen sind.

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Sichtlinien im Theater

In der Planungsphase bedient man sich der Sichtlinien, um zu überprüfen ob alle Gerä- te dem Zuschauer verborgen bleiben. Dazu benötigt man die Extrempositionen der Zuschauer einmal in der Aufsicht und einmal im Schnitt. Es ist selbstverständlich, dass bei den im Plan eingezeichneten Stühlen nicht die Sitzfläche, sondern die Kopfhöhe einer sitzenden Person als Ausgangspunkt der Sichtlinie genommen werden soll. Bei Simulations-CAD Software kann man auch einzelne Kameras auf die neuralgischen Positionen platzieren und ebenfalls sehr plastisch feststellen, ob die Technik sichtbar wird oder nicht. Man nutzt aber auch die Sichtlinien, um festzustellen wie hoch die Bühnenkante sein muss oder darf. Auch wenn eine Bühnenschräge angewendet wird, bietet die Sichtlinie das Planungstool, um festzustellen, ob jener Künstler, der ins rückseitige Off geht, auf einmal ab dem Knie abwärts nicht mehr zu sehen ist. Von den Extrempositionen wird dann eine gerade Linie zu allen sichtbaren Kanten gezogen. Die Scheinwerfer müssen sich demnach hinter diesen Nischen befinden, sonst sind sie eben sichtbar. Oftmals werden jedoch nicht die Extrempositionen genommen, sondern man rückt einige Sitze in die Saalmitte hinein, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Denn gerade in den Randgebieten ist es manchmal durch den immer spitzeren Winkel beinahe unmöglich, dass die Technik völlig verschwindet. Oftmals kann man dann auch nicht in die Bühnentiefe hineinblicken, sodass einige Handlungen gar nicht mit dem Auge zu verfolgen sind. Aus diesem Grunde werden dann diese Randgebiete oftmals vom Ticketpreis in eine andere, günstigere Preisstaffel gesetzt. Zum Zeitpunkt des Einleuchtens sollte man sich ruhig in die erste Reihe setzen, um zu überprüfen ob die Rücksetzer und Oberlichter nicht blenden. Das ist bei Rockkonzerten oder Diskoveranstaltungen beinahe überflüssig, denn dort wird bewusst in das Publikum geleuchtet. Deswegen beinahe überflüssig, weil mit den neuen eng bündelnden Scheinwerfern eine so hohe Lichtdichte erreicht wird, dass in der Bedienungsanleitung und am Gerät selbst darauf hingewiesen wird, dass man Personen erst nach 15 m Abstand mit dem Lichtstrahl beaufschlagen dürfte. So sind die Pläne hierzu auch zu überprüfen, ob der Scheinwerfer Personen trifft bzw. wie man es wirksam verhindern kann. Beispielsweise indem man manuelles Verfahren nicht zulässt und diese Scheinwerfer nur mit Presets gefahren werden dürfen, wo sichergestellt ist, dass diese egal von welchem Vorpreset das Zielpreset angefahren wird, die „verbotenen“ Zonen nicht durchfahren werden.

Richtungsangaben im Theater

Die gemischte Anwendung verschiedener Terminologien ist bei englisch geprägten Kollegen und deutschen Theaterleuten Grundlage zu mancher Verwechselung. So ist man als Deutscher, der die Grundlagen der englischen Sprache beherrscht, zwar in der Lage rechte Bühnenseite mit Stage Right zu übersetzen. Was jedoch nicht heißt, dass der Engländer auch die gleiche rechte Seite meint, wie sein deutscher Kollege. Denn der eine betrachtet die Seite aus der Sicht des Zuschauers (deutsche Sichtweise) und der andere aus Sicht des Schauspielers (englische Sichtweise). So verwundert es nicht, dass sich in manchen Häusern auch gerne eindeutige Ortsangaben eingebürgert haben wie z. B. zur Flussseite oder zur Stadtseite.

Nullpunkt / Nulllinie

Alle Bühnenaufbauten und die weitere Festlegung von Positionen auf der Bühne benötigen einen Ausgangspunkt, einen Nullpunkt von dem aus die Maße festgelegt werden. Dazu hat sich in der Praxis im Theater die Mitte der Aufschlagskante vom eisernen Vorhang auf dem Bühnenboden etabliert. Man darf unterhalb des „Eisernen“ keine Aufbauten, welche die Funktionsweise beeinträchtigen, platzieren und so bleibt der Bezugspunkt immer frei zugänglich für Messungen. Dazu ist diese Nulllinie parallel zur Bühnenkante und relativ gut am Anfang der Bühnenfläche gelegen. Doch nun zu den Ortsangaben für die Scheinwerferbatterien. Angefangen von Gegenüber zur Bühne und dann immer weiter vorlaufend.

Zuschauerraum – zu sehen sind die Rinnen und der Vorbühnenzug
Zuschauerraum – zu sehen sind die Rinnen und der Vorbühnenzug (Bild: Herbert Bernstädt)

Projektorraum

Oftmals ist die Lichtregie unmittelbar in der Nähe des Projektorraumes, manchmal ist es derselbe Raum. Der Projektorraum beinhaltet einen Projektor bzw. Videobeamer oder auch Verfolger. Der Raum ist so platziert, dass die Lichtachse des Projektors senkrecht mittig auf den Horizont fällt, damit möglichst keine Verzerrungen der Projektion auftreten. Zwar kann man bei Videoprojektoren mit Keystone-Einstellungen eine Verzerrung durch schrägen Einfall ausgleichen, was aber bei elektronischem Keystone auf Kosten einiger Pixel geht. Vom Projektorraum kann der Verfolger in der Regel auch jede Person auf der Bühne erreichen. Wenn der Projektorraum einen eigenen Brandabschnitt zum Zuschauerraum bildet, ist die Glasscheibe, die zur Abtrennung dient, immer für Lichtverlust verantwortlich. Auf der anderen Seite werden die Betriebsgeräusche vom Projektor zum Publikum hin unterdrückt. Je nach Leuchtmittel und Temperaturentwicklung werden in Projektorräumen noch Klimaanlagen und Abluft benötigt. Der Projektorraum dient dem Frontallicht.

Rang

Der Rang ist eine der zentralen Frontallicht-Positionen. Auch hier können die Scheinwerfer mittig und senkrecht auf den Horizont fallen. Durch die frontale Lage wird der Rang oft auch mit Effekten wie Wolken und Wasser-Projektionen bestückt. Man benutzt diese Positionen auch, um das Portal zu beleuchten oder im Vorbühnenbereich das Licht als Vorderlicht zu nutzen. Da der Rang in unmittelbarer Nähe zum Zuschauer liegt, dürfen in der Regel nur lüfterlose bzw. geräuscharme Scheinwerfer benutzt werden. Gerade bei klassischen Theatern geht man oft sehr sparsam mit dieser Beleuchtungsposition um, da hier die Technik in der Regel für den Zuschauer sichtbar wird und so der Theater-Atmosphäre abträglich ist. Bei einigen Theatern, Musicals oder Opern werden im Rang Fernsehmonitore platziert damit der Künstler in das Publikum und gleichzeitig auf den Monitor schauen kann. Das ist z. B. dann notwendig, wenn der Künstler den im Orchestergraben stehenden Dirigenten nicht von der Bühne aus nicht sehen kann.

Rang oder 1. Balkon
Rang oder 1. Balkon (Bild: Herbert Bernstädt)

Z (Zuschauer) Brücke

Für das Vorderlicht sind die Bücken eine der wichtigsten Positionen. Meist kann man oberhalb der Zuschauerraumdecke über einen Gang die dort positionierten Scheinwerfer erreichen, um sie einzurichten. Hier gilt natürlich äußerste Vorsicht, damit keine Gegenstände in das Publikum herunterfallen können. Durch die größere Entfernung zum Zuschauer sind hier auch leise Lüfter anzutreffen. Sind mehrere Z-Brücken vorhanden werden sie meist einfach durchgezählt. Oftmals befindet sich die erste Brücke auch in Höhe der Lichtregie – dann wird auch diese Position gerne für den Einsatz von Verfolgern eingesetzt.

Vorbühnenzug

Der Vorbühnenzug ist meist nicht so verdeckt wie eine Z-Brücke und auch dann nicht begehbar. Der Unterschied zwischen Scheinwerferzug und Scheinwerferbrücke ist zum einem, dass man die Brücke begehen kann. Züge und Brücken liegen parallel zur Bühnenkante. Die Scheinwerferbrücken im Zuschauerraum sind meist fest, das heißt sie können ihre Höhe nicht ändern. Bei den Brücken im Bühnenturm dagegen können oftmals die Brücken, ob Portalbrücke oder Beleuchtungsbrücke, in der Höhe verfahren werden, um so eine optimale Beleuchtungsplattform zu bilden. Da sich eine Vorbühnenbrücke mit viel Technik bestückt direkt in der Sichtlinie des Zuschauers befinden würde, wird bei notwendiger Hängeposition dann wenigstens ein Zug eingesetzt. Hier werden gerade bei Mehrzweckhallen stangenbedienbare Scheinwerfer positioniert, um schnell den Redner am gerade versetzten Rednerpult einzuleuchten, ohne dass man die Bestuhlung verrücken muss. Im Musical werden die Vorbühnenzüge als Vorderlicht für die Vorbühne bzw. genau für die Positionen im Portal benötigt, wo das an der Portalbrücke positionierte Licht noch nicht oder zu steil hinein leuchtet.

Rinnenscheinwerfer

Um auf der Vorbühne die optimalen 45° von oben und 45° von der Seite als Lichtrichtung liefern zu können, werden sogenannte Rinnen oder Schlitze in die Seitenwände des Zuschauerraumes eingelassen. Werden diese Scheinwerfer so eingerichtet, dass sie überkreuz strahlen, erscheint dies dem Akteur relativ blendfrei, ergänzt die Vorderlichtscheinwerfer und gibt die notwendige Plastizität auf der Vorbühne. Bei historischen Gebäuden hat man oft einige Logen dafür geopfert, um diese mit Scheinwerfern zu bestücken. Dies sind die einzigen Positionen, die eine optimale Beleuchtung zur Vorbühne leisten können. Da der Platz dort meist gering ist, aber die Position für die Vorbühne so wichtig ist, sind diese Scheinwerfer in einer sehr hohen Bestückungsdichte wiederzufinden. Ideal ist diese Position auch um die gegenüber liegenden Portalseiten zu beleuchten.

Protalbrücke/ Portalturm

Das Portal ist eigentlich der Guckkasten – die Umrandung auf der Bühne. Je nach Erfordernissen des Bühnenbildes wird oft gewünscht, dass man die Höhe und die Breite des Bühnenportals verändern kann. So wird bei einem kleinen Bühnenbild das Portal eng gestellt, während es für die großen Produktionen so weit wie möglich aufgemacht wird. Hier erkennt man auch schon die Priorität der Portaleinstellung. Der Gesamteindruck des Bühnenbildes für den Zuschauer ist in erster Linie das Kriterium wie hoch die Portalbrücke gefahren wird und die Portaltürme links und rechts platziert werden, und nicht die Bedürfnisse der Beleuchtung. Das Portal ist der Eintritt auf die Bühne und dementsprechend ist das Portal mit seinen Türmen auch eine der wichtigsten Scheinwerfer-Positionen überhaupt im Theater. Nur kann das Portal nicht als Rücksetzer für die Vorbühne dienen, da das Portal zum Zuschauer hin meist für direkte Ansicht verkleidet ist. So wie die Portalbrücke begehbar ist, so sind die Portaltürme meist mehrstöckig aufgebaut und ebenfalls begehbar. Manchmal findet man auch einen Maschinenstand (Steuerung der Bühnenmaschinerie) in einem der oberen Stockwerke, da man von dieser Position meist auch optimale Sicht auf die Bühne hat und damit ebenfalls sehr gut die Maschinenbewegungen überwachen kann. Durch das Ausleuchten mit Stufenlinsen mit ihrem weich auslaufenden Rand kann man sehr gut die Scheinwerfer zur Flächenausleuchtung aneinanderreihen und somit die Bühne homogen ausleuchten.

Blick auf eine Z-Brücke
Blick auf eine Z-Brücke (Bild: Herbert Bernstädt)

Beleuchtungsbrücke

Ist die Bühne sehr tief, wird es oft notwendig, dass für eine gute Ausleuchtung, ähnlich der Portalbrücke, eine weitere Brücke meist mittig in der Bühne vorhanden ist. Durch die Begehbarkeit können in den Szenenumbaupausen die Scheinwerfer z. B. mit anderen Farbfolien ausgestattet werden, weil sie bequem von der Brücke aus zu erreichen sind. Eine in der Höhe verfahrbare Beleuchtungsbrücke, die sich mitten im Bühnenturm befindet, ist hingegen oftmals nur von bestimmten Galeriepositionen zu erreichen. Deshalb verzichtet man nach dem Einleuchten meist das Verfahren der Brücke aus der Befürchtung heraus, dass sich durch das Verfahren ein Scheinwerfer verstellen könnte. Deshalb gibt es auch größere Beleuchtungsbrücken, die zwar nicht begehbar sind, allerdings eine massive Anzahl Scheinwerfer aufnehmen können und zusätzlich die Möglichkeit bieten, auch Rücksetzer für den vorderen Bühnenbereich zu setzen.

Beleuchtungszug

Zugstangen werden möglichst dicht aneinander im Bühnenturm angeordnet, damit man die größtmögliche Flexibilität der Positionen und Verwandlungen genießen kann. Die Züge dienen in erster Linie der Aufnahme von Prospekten oder Schals bzw. Soffitten. Die Soffitten sind über die Bühnenbreite gezogene Stoffe, im einfachsten Fall aus Bühnenmolton. Sie hängen auch nicht sehr tief von der Zugstange herunter, denn ihre erste Aufgabe ist die Sicht des Zuschauers auf die Technik im Bühnenturm zu verdecken, damit er sich voll auf die Handlung auf der Bühne konzentrieren kann. Benötigt man aber gerade aus dieser Position bzw. der benachbarten Position einen Scheinwerferhängepunkt, so kann man natürlich an diese Laststange einen Scheinwerfer hängen. Der Versatz, also die gedimmte Stromversorgung bzw. Feststrom und DMX, kann dann von der Galerie mittels Kabel auf die Zugstange geführt werden. Meist lässt man einen Kabelbauch hängen, damit man die Zugstange zum Bedienen auch einmal zum Bühnenboden hin absenken kann. Jedoch kann die Kabelschleife auch stören, weil sie dann in einer Auftrittsgasse hineinragt oder vom Zuschauer gesehen werden kann. Die so genutzten Züge für Beleuchtung sind also Prospektzüge und keine Beleuchtungszüge. Ein Beleuchtungszug ist für den Anschluss von Scheinwerfern vorgesehen und weist eine Strom- und Datenzuführung auf, welche meist vom Rollenboden heruntergeführt wird. Dies kann primitiv in einem Korb eingefangen werden oder geführt über eine Zickzack-Kabelführung, wobei dort oft viele Kabel in einen flachen Kabelsack eingenäht werden oder über federgespannte Kabeltrommeln. Je nach Höhe der Kabelstrecke bzw. Bühnenturm, muss darauf geachtet werden, dass durch das Eigengewicht des Kabels ein erheblicher Zug auf das Kabel wirken kann. Der Zug ist dann verantwortlich dafür, dass sich das Kupfer im Kabel längt, wodurch der Querschnitt reduziert wird. Dummerweise wird genau dann diese Schachstelle am stärksten belastet und der Effekt wird sich dann weiter auf diese Schwachstelle konzentrieren, sodass an dieser Stelle eine Überhitzung des Kabels und damit eine Brandquelle befürchtet werden muss. Aus diesem Grund werden die Kabel oft entweder abgefangen, oder es werden Spezialkabel, wie z. B. für Aufzüge, verwendet, die ein Stahlseil integriert haben, das die Zugbelastung aufnimmt. Ein weiterer Unterschied vom Beleuchtungszug zum Prospektzug ist, dass der Abstand zu benachbarten Zügen bei einem Beleuchtungszug größer ist. Dies ist verständlich, weil ein ausgerichteter Scheinwerfer gerade mit Torklappen sehr leicht mit benachbarten Zügen kollidieren kann. Spätestens jetzt müsste jedem auch klar sein, weshalb es so wichtig ist, dass z. B. auch die Torklappen bei einem Scheinwerfer, wenn sie nicht speziell mechanisch abgesichert sind mittels Zubehörsicherungsseil gesichert sein müssen. Denn selbst wenn man den Beleuchtungszug nicht verfährt, kann ein Techniker von der Bühne aus z. B. seinen Prospektzug verfahren und dabei gegen die Torklappe stoßen. Bei den vielen Kilos, die der Zug mit seinen Gegengewichten als Masse aufweist, ist die anstoßende Kraft sehr erheblich und meist gibt dann doch die Torklappe nach.

Gassen

Die Gassen werden meist aus einem Schal aus Molton oder Bühnensamt gebildet, indem sie von den Prospektzügen an den Seitenrändern links und rechts herunterhängen. Damit begrenzen diese Schals genauso wie die Soffitten die Sicht in die Seiten hinein. Durch die so gewonnenen sichtgeschützten Nischen können die Akteure auf- und abtreten. Wenn man den Schauspielern eine Freude machen will, stellt man sich in die Gasse und leuchtet mit seiner Taschenlampe zum Schauspieler, damit er weiß in welche Richtung er gehen muss. Wenn man nämlich mit aufgerissenen Augen in die Zuschauer geblickt hatte, während alle Scheinwerfer und Verfolger einen frontal beleuchteten, so sind die Gassen meist so dunkel, dass der geblendete Schauspieler sehr oft Schwierigkeiten hat, den dunklen Weg richtig einzuschlagen. Auf der anderen Seite dienen die Gassen als Standort der Gassenlichtscheinwerfer. Oftmals werden dafür extra kleine Türme gebaut, damit man eine sehr hohe Anzahl von Scheinwerfern in einer Gasse unterbringen kann. Diese Türme können auch mehrstöckig ausgeführt sein, insbesondere wenn keine Galerien vorhanden sind. Durch Verwenden mehrerer Scheinwerfer zu einer Gasse ist es nicht uninteressant, einen Scheinwerfer nur für die rechte Bühnenseite einzurichten, während ein darüber liegender Scheinwerfer nur in die linke Bühnenseite innerhalb der Gasse leuchtet. Ein bodennaher Scheinwerfer leuchtet dagegen nur den Raum oberhalb des Bodens aus. Durch das getrennte Regeln der Scheinwerfer kann nun z. B. im Ballett der Bühnenboden mit den Akteuren plastifiziert werden, oder nur die Beine und aufwärts, ohne dass man angestrahlt wird und somit weniger sichtbar ist.

Gassen, der seitliche Sichtschutz mit voller Bestückung
Gassen, der seitliche Sichtschutz mit voller Bestückung (Bild: Herbert Bernstädt)

Galerien

So wie die Gassen der Ort für die Gassenlichtscheinwerfer sind, so sind die Galerien die Aufnahme der Seitenlicht-Scheinwerfer. Die dort im Einsatz befindlichen Scheinwerfer sind gut zu erreichen und haben auch zum Akteur eine gewisse Entfernung, sodass hier meist stärkere Geräte, die auch schon mal einen Lüfter aufweisen können, zum Einsatz kommen. Von der Galerie scheint der Scheinwerfer durch die Gassenschals auf die Bühne. Insbesondere wenn man die Schals nicht anleuchten will haben sich auch hier die Blendenschieber eines Profilscheinwerfers bewährt. Entsprechend den Portalturmscheinwerfern, die für das Seitenlicht die Plastizität im Portalbereich sorgen, kann man von den Galerien auch zur Bühnentiefe hin diese Anforderung weiterführen.

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