Produkt: IP-65 Moving Head von SGM im Test
IP-65 Moving Head von SGM im Test
Ob der SGM G-Spot das einzigartige Moving Head ist und ob die Qualitäten neben des Alleinstellungsmerkmales der IP-Klassifizierung ebenfalls zu Geltung kommen, hat das führende Fachmagazin im großen SGM G-Spot-Test überprüft.
Service & Wartung

Tipps für den Service von Moving Lights

„I like to move it, move it“ … aber was tun, wenn ein Moving Head nach einigen Stunden im Einsatz an Performance und Präzision zu wünschen übrig lässt oder sogar ausfällt? Christian Fuß gibt Tipps für den Service von Moving Lights.

(Bild: Herbert Bernstädt)

Übersicht:
1. Die Riemen
2. Das Kühlungsmanagement
3. Glasklare Sache
4. Kabel und Stecker
5. Safety First
6. Funktionsprüfung und Kalibrierung
Service in Kürze
Fazit
Über den Autor

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Im harten Arbeitsalltag ist ein Moving Light unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt. Von Nebelfluiden, die sich auf Oberflächen absetzten, bis hin zu mechanischen Belastungen der Antriebe. Um das „beste Pferd im Stall“ vor Ausfall oder größerem Verschleiß zu schützen, sollte in regelmäßigen Abständen eine Wartung der einzelnen Komponenten durchgeführt werden. Und damit sind wir auch schon mitten im Thema.

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1. Die Riemen

Bei Pan- und Tilt-Bewegungen ist das Moving Light teilweise hohen Belastungen ausgesetzt. Durch die entstehende Reibung zwischen Riemen und Ritzel, nutzt sich dieser mit der Zeit ab. Anfänglich kann sich das durch Quietschen oder Knarzen bei einer Bewegungsfahrt zeigen. Meistens entsteht dabei ein feiner schwarzer Staub, welcher sich in die Öffnung der sogenannten Reflexkoppler (Lichtschranke) absetzten kann. Im schlimmsten Fall ist dann eine Positionsbestimmung für Pan/Tilt nicht mehr möglich, da die Sensorik „blind“ ist.

Antriebsriemen Sehr gut zu sehen: der schwarze Staub vom Abrieb des Riemens – hier besteht Handlungsbedarf (Bild: Christian Fuß)

Zum Staub entfernen empfiehlt sich der Einsatz von Pinsel und Druckluft. Wichtig ist, dass der Staub rund um die Sensorik, auf den Ritzeln und auf dem Riemen selbst ordentlich entfernt wird. Im Zuge der Reinigung sollte auch die Spannung des Riemens kontrolliert werden. Ist dieser zu stark gespannt, kann er im Betrieb reißen. Ist er zu lose, kann er durchrutschen. Ein Richtwert ist, wenn der Riemen unter leichtem Druck an der längsten Stelle etwa einen halben Zentimeter nachgibt.

Um die Riemen optimal zu pflegen, sollten diese abschließend mit einem Silikonspray oder Silikonöl (z. B. Kent S100) behandelt werden. Dieses hält die Riemen geschmeidig und mindert den Verschleiß für die künftigen Einsätze. Vorsicht ist bei direktem Besprühen des Riemens geboten, da das Spray ebenfalls der Sensorik zusetzten kann. Um auf Nummer sicher zu gehen, einfach das Silikonspray auf ein fusselfreies Tuch auftragen und damit die Riemen von der Innen- und Außenseite behandeln.

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2. Das Kühlungsmanagement

Hauptsächliche Wärmequellen in Moving Heads sind das Netzteil und das Leuchtmittel. Dabei spielt es keine Rolle, ob modernste LED-Technik oder eine bewährte Entladungslampe zum Einsatz kommt. Um die Funktion aller Komponenten im Betrieb zu gewährleisten, muss die überschüssige Wärme mittels Lüfter abgeführt werden. Staub und feiner Dunst von Nebelfluiden werden aus der Umgebungsluft eigesaugt und setzen sich unweigerlich auf Kühlrippen, Filtereinlagen und Lüftern ab. Das kann mit der Zeit eine schmierige Masse ergeben, welche die Wärmeabfuhr behindern und zum Ausfall der Lüfter führen kann.

Kühlung Schön zu sehen sind die Lüfter und Kühlrippen sowie die Effekteinschübe (Bild: Christian Fuß)

Um dem vorzubeugen, sollte stets auf Sauberkeit an den betroffenen Teilen geachtet werden. Herausnehmbare Filtereinlagen können unter fließendem Wasser ausgespült werden. Kühlrippen, Lüfter und Lufteinlässe lassen sich ebenfalls mit Pinsel und Druckluft gut behandeln. In hartnäckigen Fällen kann auch ein Elektronik-Reinigungsspray (z. B. Kontakt 413) zum Abspülen genutzt werden.

Aber nicht nur Staub kann einen Lüfter in der Funktion einschränken. Es kann auch vorkommen, dass die Lager in den Lüftern mit der Zeit ausschlagen. Dann hilft nur noch der Austausch dieser. Bei leistungsschwächeren Geräten ist oft nur das Leuchtmittel selbst gekühlt. In höheren Leistungsklassen sind häufig noch Lüfter am Netzteil oder einzelnen Effekten wie Goborad, Farbrad und Blendenschieber zu finden.

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3. Glasklare Sache

Bis das Licht des Leuchtmittels aus dem Moving Head austritt, muss es u. a. diverse Linsen und Farbfilter passieren. Im laufenden Betrieb lässt es sich nicht vermeiden, dass sich mit der Zeit Staub und Reste von Nebelfluiden auf den Glasoberflächen dieser Komponenten niederlassen. Es kann passieren, dass sich in der Lichtprojektion schwarze Flecken, hervorgerufen durch z. B. Staub, erkennen lassen. Weiterhin ist es möglich, dass der Lichtstrom eingeschränkt wird und somit die Helligkeit abnimmt.

Verdreckte Linse (Bild: Christian Fuß)

Um bestmögliche Projektionsqualität zu gewährleisten, sollten alle Glasflächen regelmäßig vom Dreck befreit werden. Bevor gereinigt werden kann, empfiehlt es sich, die Effekteinschübe (Farbrad, Gobos, etc.) wenn möglich vorsichtig zu entfernen, um besseren Zugang zu den Linsen zu erhalten. Meistens sind die Einschübe mit zwei Handschrauben an den Seiten befestigt. Im ausgebauten Zustand lassen sich dann auch die darauf verbauten Komponenten leichter reinigen. Besondere Vorsicht gilt beim Rausziehen dieser. Möglicherweise müssen erst Steckverbinder gelöst werden, die die Einheiten mit Betriebsspannung und Steuersignalen versorgen.

Es bedarf keiner exotischen oder teuren Spezialreiniger für das Säubern der Glasflächen. Einfach ein Fensterleder oder fusselfreies Tuch mit etwas Seifenwasser tränken und die Linsen damit abwischen. Für die Reinigung von Farb- und CMY-Filter empfiehlt sich der Einsatz von getränkten Wattestäbchen. Damit lässt sich präziser auf den kleineren Glasflächen arbeiten. Für die Endreinigung kann Isopropanol genutzt werden. Damit werden die Flächen streifenfrei und mögliche Seifenrückstände entfernt. Es empfiehlt sich, auf den Einsatz von haushaltsüblichem Glasreiniger zusammen mit Küchenrollenpapier oder ähnlichem zu verzichten. Diese Kombination hinterlässt häufig Schlieren auf den Linsen.

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4. Kabel und Stecker

In jedem Moving Light sind eine Vielzahl von Steckverbindern und verlegten Kabeln zu finden, um die einzelnen Komponenten mit Betriebsspannung und Steuersignalen zu versorgen. Je nach Einsatzumgebung kann es daher passieren, dass diese oxidieren und somit Fehler verursachen. Es kann zu sporadischen Störungen einzelner Funktionen oder zum Ausfall dieser führen. Es bietet sich daher im Zuge einer kompletten Reinigung an, die Steckverbinder und Kabel auf Oxidation und Korrosion zu prüfen. Sollten Stecker betroffen sein, können diese mit etwas Kontaktreiniger (z.B. CAIG Deoxit D5) gereinigt und vor erneuter Oxidation geschützt werden.

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5. Safety First

Nachdem alle relevanten Komponenten gereinigt oder möglicherweise instand gesetzt worden sind, muss eine elektrische Sicherheitsprüfung nach den Vorgaben der DIN VDE 0701 – 0702 erfolgen, bevor das Gerät wieder in Betrieb genommen wird. Damit ist gewährleistet, dass nur ein elektrisch sicheres Gerät eingesetzt wird.

Glas-Reinigung hat eine gereinigte Linse als Resultat (Bild: Christian Fuß)

Eine sicherheitstechnische Beurteilung elektrischer Arbeitsmittel setzt immer die Qualifikation einer Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten voraus – in diesem Fall also die „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“. Zudem sollten Kenntnisse der aktuellen Normen, Verordnungen und Gesetzte vorhanden sein. Unter Leitung, Aufsicht und mit Hilfe geeigneter Mess- und Prüfgeräte darf auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person (EuP) eine Prüfung elektrischer Betriebsmittel durchführen. Wichtig: Die Ausbildung zur „Fachkraft für Veranstaltungstechnik“ beinhaltet nicht automatisch die Qualifikation zur „Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik“. Im Zweifel kann dies bei der zuständigen IHK erfragt werden.

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6. Funktionsprüfung und Kalibrierung

Nach erfolgreicher Prüfung der elektrischen Sicherheit sollte der Moving Head einem Funktionstest unterzogen werden. Zu Beginn ist es hilfreich, wenn die korrekte DMX-Tabelle vorliegt, um mögliche Fehler in der DMX-Ansteuerung zu vermeiden. Zudem empfiehlt sich eine ebene, helle Oberfläche (z. B. Decke oder Wand) zur Bewertung der Lichtprojektion.

Nach dem Anlegen der Betriebsspannung am Gerät initialisiert sich dieses. Das Gerät prüft nun als erstes, ob alle Sensoren für die Positionsbestimmungen ordnungsgemäß funktionieren und stellt die Grundpositionen der einzelnen Komponenten ein. Sollte bereits hier ein Fehler auftreten, können mögliche Ursachen eine fehlerhafte Steckverbindung oder ein verbogener oder defekter Sensor sein. Um die Lichtprojektion zu bewerten, wird der Lichtkegel senkrecht auf die Oberfläche projiziert und mittels der Focus Linse scharf gestellt.

Farbmischeinheit Für die Reinigung von Farb- und CMY-Filter empfiehlt sich der Einsatz von getränkten Wattestäbchen (Bild: Christian Fuß)

Sollte der Lichtkegel nun z. B. nicht kreisrund sein, sondern eher eine leicht elliptische Form aufweisen, wird vermutlich ein Goborad nicht korrekt im Lichtkanal positioniert sein. Die meisten Moving Lights besitzen die Möglichkeit zur Kalibrierung der Grundstellungen der einzelnen Effekte und Komponenten – meistens als Menüpunkt „Calibration“ in den Einstellungen des Geräts zu finden. Hier kann, wenn nötig, eine Korrektur vorgenommen werden.

Weitere mögliche Komponenten, welche durch die Kalibrierfunktion angepasst werden können, sind:

  • Farbräder und Goboräder
  • Focus und Zoom-Optik
  • Frost und Prismen
  • Blendenschieber und Iris

Etwas Geduld und Übung ist erforderlich, wenn mehrere Moving Heads kalibriert werden müssen. Hier liegt die Herausforderung darin, die einzelnen Funktionen möglichst genau aufeinander abzustimmen. Im Zuge des Funktionstests sollte außerdem der Stand der aufgespielten Firmware überprüft werden. Ist diese veraltet oder haben die Geräte unterschiedliche Firmware aufgespielt, sollte ein Update auf die aktuellste Version erfolgen. Informationen dazu gibt es meist beim entsprechenden Hersteller.

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Service in Kürze

1. Riemen säubern und pflegen
2. Lüfter und Kühlrippen reinigen
3. Linsensystem reinigen
4. Farbrad, Gobos und CMY reinigen
5. Steckkontakte prüfen
6. Elektrische Sicherheitsprüfung
7. Funktionstest
8. Kalibrierung
9. Firmware updaten

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Fazit

Im Grunde ist die Wartung und Pflege von Moving Heads eine unabdingbare Aufgabe, welche zwar etwas Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert, sich am Ende aber bezahlt macht. In regelmäßigen Abständen durchgeführt, beugt es erhöhten Verschleiß und möglichem Ausfall vor. Wie ärgerlich wäre es, sollte ein Moving Head in einer Show plötzlich ausfallen, wenn es im Voraus möglicherweise hätte verhindert werden können? Also, ran an die Putzlappen…

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Über den Autor

Christian Fuß ist ursprünglich gelernter Elektroniker und hat im Anschluss daran Audio Engineering studiert. Er war sechs Jahre freiberuflich als Tontechniker tätig. Seit 2016 arbeitet Christian Fuß bei Adam Hall. Angefangen als Service Techniker für den Bereich Lichttechnik, ist er seit zwei Jahren in der Qualitätssicherung als Quality Engineer tätig – ebenfalls schwerpunktmäßig im Bereich Licht.

Christian Fuß Quality Engineer bei Adam Hall (Bild: Christian Fuß)

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Produkt: IP-65 Moving Head von SGM im Test
IP-65 Moving Head von SGM im Test
Ob der SGM G-Spot das einzigartige Moving Head ist und ob die Qualitäten neben des Alleinstellungsmerkmales der IP-Klassifizierung ebenfalls zu Geltung kommen, hat das führende Fachmagazin im großen SGM G-Spot-Test überprüft.

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