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Happening statt Show

Doku-Tipp: Simon & Garfunkel „the concert in central park“

Doku-Tipp auf Arte: Was machte die Magie des Simon & Garfunkel-Konzerts 1981 im New Yorker Central Park aus? Ausgefuchste Technik kann es nicht gewesen sein …

Simon & Garfunkel

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Wir wollten eigentlich ein Feuerwerk heute Abend veranstalten“, teilt Paul Simon der Menge halbwegs nüchtern kurz vor einer der Zugaben, „The Sound Of Silence“, mit. Es sei allerdings nicht genehmigt worden – „let’s make our own Firework!“ Nun denn, das fasst dann auch die Show-Elemente des damaligen Rekordkonzerts im New Yorker Central Park zusammen, bei dem Simon & Garfunkel nach langer Pause wieder gemeinsam auftraten: Ende September 1981 fanden sich dort angeblich über 500.000 Zuschauer ein, um dem Folkmusik-Duo beim kostenlosen Open-Air-Auftritt zu lauschen. Der Gig diente als Benefizkonzert, um Spenden für die fällige Sanierung der Parkanlage zu sammeln.
Zwar war die Beschallungstechnik den Kinderschuhen der Woodstock-Tage längst entwachsen, weiteres Entertainment im heutigen Sinne fand allerdings weitgehend vor dem geistigen Auge der Zuschauer statt: Videoleinwände? Fehlanzeige. Lichteffekte abseits einer reduzierten Bühnenbeleuchtung und weniger weißer, auf Kränen montierter Scheinwerfer? Ebenso Fehlanzeige. Zwar werden Paul Simon und Art Garfunkel bei einzelnen Stücken von einer Backing-Band begleitet, viele der Stücke performen die beiden aber allein mit Gesang und Simons gezupfter Ovation-Akustikgitarre.
Die Elegien der Langsamkeit, die stattdessen im Vordergrund stehen, laden zum Innehalten ein: Ein Duo mit – zugegeben – teilweise legendären Stücken, dazu die damalige Sensation der Wiedervereinigung der beiden, das taugte für sich als Event. Dabei stand auch das Lebensgefühl im Mittelpunkt, eine Nachbetrachtung des 1967er „Sommer Of Love“, den Simon & Garfunkel mitprägten. Die zurückhaltend-beschwingte Musik wird gelegentlich aufgebrochen, etwa durch Paul Simons 1970er-Jahre-Nummer-Eins-Hit „50 Ways To Leave Your Lover“, eine zackige Funk-Pop-Nummer, mit gelungener Darbietung der Live-Band. Auch die Ballade „Still Crazy After All These Years“ eignet sich als Sommerabend-Event-Unterhaltung. Die Simon & Garfunkel-Klassiker „Mrs. Robinson“, „The Boxer“ und „Bridge Over Troubled Water“ funktionieren als Hymnen.
Früher war alles besser? Wohl nicht. Zumindest der hier im Mittelpunkt stehende sperrige Akustikgitarren-Sound wäre optimierbar gewesen. Insgesamt gilt: Wie so oft eignet sich die Betrachtung, um gewohnte aktuelle Mechanismen zu hinterfragen. Braucht eine Show die große Event-„Sprühdose“, um den Zuschauer zu fesseln? Lohnt vielleicht der Fokus auf gezielte Elemente? Im Falle von Paul Simon und Art Garfunkel half der behutsame Dynamikwechsel zwischen Duo und Band, dem Konzert weiteren Entertainment-Charakter zu verleihen. Das erfolgreiche Songbook der Musiker dürfte nicht geschadet haben. Dass das alles nicht nur graue Entertainment-Vorzeiten sind, die längst von allumfassender Gigantomanie beerbt wurden, zeigt nebenbei Ed Sheeran: Der britische Musiker unterhält mitunter ein Stadion nur mit Akustikgitarre und kleinen Zusätzen.
Der Film transportiert das Konzert ebenso unspektakulär, mit lang stehenbleibenden Einstellungen. Das mag den heutigen Zuschauer fordern, passt aber zum Inhalt. Ein kurzer Ausreißer: Bei der Premiere von Simons neuem Stück „The Late Great Johnny Ace“ entert ein Zuschauer Simons Bühnenbereich, will scheinbar mit dem Sänger reden – eine merkwürdige Szene, zumal Simon textlich gerade den Tod des im Vorjahr ermordeten John Lennon thematisierte.
Der Auftritt wurde anschließend als erfolgreiches Doppelalbum veröffentlicht, Simon & Garfunkel gingen auf eine Welttournee. Weitere Konzerte anderer Künstler im Central Park folgten. 1991 legte Paul Simon die Idee mit einem Solokonzert im Park neu auf – eine Teilnahme Art Garfunkels lehnte er ab. Über die Jahrzehnte folgten unregelmäßig Wiedervereinigungen der beiden. Mittlerweile finden regelmäßig Konzerte auf dem „Great Lawn“, dem „großen Rasen“ des Parks statt.
Der 87-minütige Konzertfilm wurde kürzlich auf Arte ausgestrahlt und ist in der Arte-Mediathek bis zum 21.10.2020 einsehbar. Alternativ ist das Konzert auf DVD erhältlich.

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