Neue Strukturen bei der ADJ Group

Marc Librecht von Elation im Interview

Marc Librecht von Elation
Marc Librecht, Sales & Marketing Manager Elation

Wir sieht die grundsätzliche Struktur bei der ADJ Group aus?

Das Dach des Unternehmens ist die ADJ Gruppe. Darunter zusammengeführt befinden sich dann die einzelnen Firmen wie American DJ, Elation, Acclaim oder auch Duratruss, die aber alle eigenständig sind. Die Zielmärkte sind Club- und DJ bei American DJ, Acclaim für den Architainment-Bereich, Elation deckt den ganzen professionellen Markt um Touring und Installation ab. Bei Duratruss geht es natürlich um Traversen und Rigging.

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Im Mai 2015 gab es im Management einige Änderungen sowohl personell, als auch strukturell. Kannst du uns mehr darüber erzählen?

Der ehemalige Geschäftsführer Dirk Kaarst hat das Unternehmen nach über 10 Jahren verlassen. Er hat hier wirklich sehr erfolgreich gearbeitet und einen sehr hohen Anteil daran, dass ADJ in Europa so breit aufgestellt ist. Aber schon vor zwei Jahren hatten wir eine weitere Management-Ebene eingeführt, da die einzelnen Unternehmen mittlerweile zu große geworden sind. Diese Ebene unter Dirk war das s.g. Level 2-Management. Ich habe mich dann dabei zusammen mit Dirk um Elation und den professionellen Bereich gekümmert. Die amerikanischen Inhaber haben dann in diesem Jahr beschlossen, dass die Level-2 Positionen noch weiter gestärkt werden sollen. Die Gründe lagen auf der Hand: es ist nicht mehr möglich alle Firmen aus einer Position heraus zu führen, da die Unternehmen mittlerweile zu groß dafür sind. Auch die Bedürfnisse der verschiedenen Märkte sind zu heterogen. Der logische Schritt war es die einzelnen Märkte und Firmen mit jeweils einem eigenen Management zu stärken. Für den administrativen Bereich gibt es einen General Manager, American DJ hat ebenso ein eigenes Management bekommen und ich kümmere mich nun um Elation.

Wie ist eure Vertriebsstruktur aufgebaut? Geht ihr noch den klassischen Distributionsweg?

Wir sind mit Elation im europäischen Raum mittlerweile bis auf wenige Ausnahmen weg vom klassischen Distributoren-Vertrieb. Wir haben einen Direktvertrieb, der die Rentalfirmen und Systemintegratoren beliefert. Direkt an Endkunden – also Theater, Schiffe oder auch Clubs – liefern wir nicht. Daneben haben wir im Norden und Süden jeweils einen Stützpunktpartner, der auch kleiner Kunden abdeckt und Support vor Ort geben kann. So läuft das auch in den anderen europäischen Ländern. Personell haben wir für die Bereiche Spezialisten und Produktmanager, aber wir arbeiten auch sehr eng mit Planungsfirmen zusammen. Weltweit nutzen wir aber natürlich noch Vertriebe, jedoch nie exklusiv. Pro Land setzen wir immer auf zwei bis drei Vertriebe. Die Abhängigkeit bei exklusiven Distributoren war uns einfach zu hoch.

Was wir zudem geändert haben ist, dass es unsere Produkte nicht mehr in den bekannten Online-Shops zu kaufen gibt. Die hochwertigen Produkte von Elation liefen natürlich online immer sehr schwer, was dann dazu führte, dass die Geräte im Preis immer weiter fielen. Denn im Shop-Bereich ist es so, was lange auf Lager liegt, fällt automatisch im Preis. Und dieser Umstand ist für unsere Partner im Bereich Systemintegration selbstverständlich ungünstig. Um diesen Partnern Sicherheit und Stabilität zu geben, haben wir uns entschlossen das Online-Shop-Geschäft zu beenden.

 

 

Und sie sieht es dann mit dem Service aus?

EU weit läuft der Service inhouse komplett über das Headquarter in Kerkrade. In anderen Ländern, wo der Transport wegen Zollbestimmungen schwieriger ist, haben wir Service-Center errichtet und Service-Partner geschult.

Wo besteht denn aktuell das größte Wachstumspotential?

Aktuell haben wir in D-A-CH noch das größte Wachstum zu verzeichnen. Wobei die skandinavischen Länder momentan stark anziehen. Ebenfalls für uns momentan ein interessanter Markt ist Südafrika – dort arbeiten wir aber selbstverständlich mit Distributoren.

Die schnellen Entwicklungsprozesse sind für den Rental-Bereich weniger positiv, als für die kreativen Planer und Designer. Wie seht ihr als Hersteller dieses Problem?

Das ist in der Tat eine Entwicklung, die dem Markt schwer zusetzt. Es ist kaum noch möglich, die Kosten für richtig teure Produkte wieder einzuspielen. Denn es gibt immer ein neues Produkt – egal von welchem Hersteller – das von den LDs ausgeschrieben wird. Sicherlich hat das auch mit den sich stetig entwickelnden Leuchtmitteln zu tun. Dort werden ja im Jahres- spätestens im Zweijahresrhythmus mittlerweile neue Generationen vorgestellt. Aber auch das wird sich meiner Meinung nach in nicht allzu langer Zeit beruhigen. Im unteren Preissegment wird Fortschritt aber immer sehr gewünscht, und durch die wartungsarme LED-Technologie sind die ROIs dort auch erheblich schneller zu erzielen.

 

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