Beginner Tournee 2016

Advanced Chemistry bei der Beginner Tournee 2016

Beginner aus Hamburg haben den deutschen Hip-Hop mit gestaltet. 13 Jahre nach dem letzten Album erschien das Album Advanced Chemistry – die dazugehörige Tournee lockte alte und neue Fans in die Hallen.

Beginner Tour 2016
(Bild: Harald Heckendorf)

Für diese Beginner Tournee setzte Licht- und Bühnendesigner Bertil Mark ein Konzept aus modernen und klassischen Komponenten um. Die Idee dahinter war, dasssich die Künstler auf dieser Tour sowohl mit ihren musikalischen Wurzeln der Neunziger als auch neusten Impulsen des zeitgenössischen R&B und Hip-Hops präsentieren wollten. Old School meets New School – sowohl musikalisch als auch hinsichtlich der technischen Inszenierungsmittel. Die produktionserfahrene Band wollte das Songwriting der Anfänge in die aktuelle Zeit übertragen. So wurden auch junge Gastproduzenten ins Boot geholt, um frische Sounds einzubringen. Auch die Showdesigner setzten auf gegenseitige Inspirationen, frisches Teamwork und innovative Weiterentwicklungen. Die Musiker hatten schon vor Erscheinen des aktuellen Albums einige Auftritte absolviert, für die Lichtdesigner Timo Martens ein Pyramiden-Design entworfen hatte. Bertil Mark griff die Vorlage gern auf und entwickelte diese weiter. Unterstützung dabei gab es hier von Clemens Löffelholz von Colberg, einem jungen Designer, der u. a.schon durch Bertil Mark für Bilderbuch und Adi Ulmansky gearbeitet hat.

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Die Pyramide ist angelegt an ein Treppenmotiv aus dem Hamburger Stadtbild, das sich schon sehr lange durch die Bandgeschichte zieht. Dieses zentrale Bühnenelement bestand aus Barco OLED-Kacheln, die von Technikern aus dem Hause PRG XL Video für diese Tour weiterentwickelt wurden. Die Konstruktion war in drei Rahmen gefasst worden, die ebenso leicht zusammengesteckt wie auseinander gebaut und mit wenig Truck Space verladen werden konnten. Hinter der Video-Pyramide stehende Scheinwerfer konnten gezielt durch die „Fugen” der Tiles leuchten und sorgten für starke Effekte. Auch die Geländer an der Pyramide, die wegen geltender Sicherheitsbestimmungen anzubringen waren, wurden mit Elidy-Modulen von Ereimul versehen und unterstützten den Look. Auf der Pyramide befand sich der Arbeitsplatz von DJ Mad, der von einer hochauflösenden LED-Fläche umgeben war.

Zentrales Bühnenelement aus Barco OLED-Kacheln
Zentrales Bühnenelement aus Barco OLED-Kacheln (Bild: Harald Heckendorf)

Die Inhalte, die auf den OLED-Tiles und der Verkleidung gezeigt wurden, konnten sowohl von DJ Mad als auch von Bertil Marks grandMA am FOH-Platz gesteuert werden. Das letzte Wort darüber, welcher Content gezeigt wurde, lag bei Bertil Mark, der abwog, wie Helligkeiten, Farben und Inhalte ihre beste Wirkung erzielten. Diese Arbeitsweise, die ohne Timecode lief, hatte den Vorteil, dass gerade bei den nahtlosen Übergängen der Lieder geschickt über Transparenzen von einem Visual in das nächste geblendet werden konnte. Besonderheit: DJ Mad konnte mit seinem Digitalen ScratchSystem gleichzeitig sowohl Audio- als auch das Video- Signal scratchen.

Flexible Elemente

Da die Ticketnachfrage deutlich größer war als erwartet, wurden einige Shows in größere Spielstätten verlegt, dementsprechend wurden Elemente des Designs angepasst. Bertil Mark setzte dabei auf wenige unterschiedliche Fixtures. Hauptsächlich kamen GLP Impression GT1, modifizierte VL5 sowie Strobes und LED-Bars zum Einsatz. Über der Bühne hingen drei bewegliche und von Satis & Fy spezialangefertigte Multi Pods, in denen sich jeweils fünf GLP GT, vier Strobes und vier GLP Impression X-Bar 20 befanden.

Dollys während der Beginner Tour 2016
Die Anzahl der Dollys variierte in Abhängigkeit zur jeweiligen Bühnengröße (Bild: Harald Heckendorf)

Im Dach und am Boden der Bühne sorgten weitere GLP Impression XBars für elegante Kanten und Konturen. Mehrere Ayrton Magic Panelszeichneten für den Horizont verantwortlich. Auf Dollys wurden mehrere zusammengefasste Lichteinheiten auf der Bühne platziert. Je nachdem wie groß die Spielstätte war, konnte hier entsprechend mit dem Material variiert werden.

Bertil Mark nahm sich jeden Tag viel Zeit, um akribisch das Lichtdesign auf die jeweilige Spielstätte anzupassen. Gerade die Arbeiten an feinen und engen Beams erforderten viel Präzision. So wurde z. B. manchmal die Pyramide regelrecht durch die engen Beams über die Köpfe der Zuschauer gespiegelt. Der Lichtdesigner lobte in diesem Zusammenhang die zeitgenössische amerikanische R&B- und Hip-Hop-Szene, die hinsichtlich der Lichtinszenierungen mitsehr interessanten Ideen beeindrucke und ihm einige inspirierende Momente geliefert habe.

VL5 mit eingebauten LED-Ringen
Bewährtes trifft Innovatives: VL5 mit eingebauten LED-Ringen (Bild: Harald Heckendorf)

VL5 Backdrop, no Video

Während der Show wurden drei Backdrops verwendet. Zum einen wurde eine am Motiv des Albumcovers angelehnte Schwarzweiß-Zeichnung eines Fuchskopfes mit Sonnenbrille gezeigt,sowie eine weiße Gaze und ein „Backdrop“ aus modifizierten VL5, die an Leitern herabhingen. Die VL5 waren mit einem LED-Kranz bestückt worden, die Umsetzung erfolgte durch Schnick Schnack Geschäftsführer Dipl.-Ing. Erhard Lehmann. Der Umbau erfolgte so elegant, dass man die LED-Ringe an den VL5 für serienmäßig halten konnte.

Beginner Tour 2016
Bewährtes trifft Innovatives: VL5 mit eingebauten LED-Ringen (Bild: Harald Heckendorf)

Auf die heute fast schon obligatorischen seitlichen Video-Wände wurde für die Show ganz bewusst verzichtet. Die Bühnenakteure waren meistens kreuz und quer unterwegs und es wäre kaum sinnvoll gewesen, diese unbändige Action von Kamerabildern auf LED-Wänden abzubilden, geschweige denn zähmen zu wollen. Die Konzertbesucher hatten den Fokus ihrer Aufmerksamkeit – ganz old school – unmittelbar auf das Bühnengeschehen zu richten. Den vielen detailliert und liebevoll inszenierten Bildern und technischen Features war anzumerken, dass hier alle Techniker und Kreativen mit viel Herzblut und Hamburger Lokalpatriotismus ans Werk gingen. Die Sonderbauten-Crew von PRG XL Video Hamburg etwa wurde mehrmals erwähnt, wenn es um akribische Arbeit für Lösungen z. B. etwa die Videotiles der Pyramide ging.

Neue Erfahrung

Licht- und Bühnendesigner Bertil Mark antwortete daher auch auf die Frage nach einer neuen Erkenntnis auf dieser Tournee:„Ich denke, gute Technik istselbstverständlich hilfreich und absolut notwendig, um eine solche Show in diesem Stil zu inszenieren. Viel wichtiger als das Beherrschen eines Licht- oder Videopultes ist aber die intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten der Künstler: Welche Dramaturgie liegt einem Lied zugrunde? Hat man diesen Zugang, ist die technische Umsetzung viel leichter und es ist fast egal, welche Technik man benutzt. Aber einmal mehr wurde mir klar, dass das Wichtigste für eine Produktion eine gut harmonierende Crew ist. Hier waren alle Beteiligten mit viel Herzblut und Stolz bei der Sache und haben diese Tour zu einer ganz Besonderen für uns und das Publikum gemacht. Ich bin wirklich dankbar, mit solch guten Menschen unterwegs sein zu können.

 


Die Crew

MC Beginner: Eizi Eiz, Denyo
DJ Beginner Mad
Background Beginner: N´gone, Yass
Host: Torch
MC Megaloh: Uchenna van Capelleveen
DJ Megaloh: Alan Mensah
Tourmanagement: Marek Meyer
Produktionsleitung: Lars „Vegas“ Ide
FOH: Kaspar „Tropf“ Wiens
Monitor: Boris Ekambi
Lichtoperator: Bertil Mark
Backline: Daniel Zachmann
System Licht: André Nordhoff
System Licht: Dino Richter
System FOH: Arnd Wagner
System Monitor: René Pinnau
System Ton: Tim Ehrenfried
Video: Steffen Haas
System Rigging: Ralf „Tilly“ Caspary
Rote Gourmet Fraktion: Lasse Tampe, Lars Oehme, Christian Karge, Volker Martini, Paul Kundel, Carsten Schäfer
Rock’n’Roll Trucking: Kai Klückes, Markus Knabe, Peter Krause, Jörg Raupach
Black Star Nightliner: Torsten Fräßdorf
Red Car Nightliner: André Behnke
Merchandise: Detlef „Hightower“ Simon Buback
Tonträger: Thorsten Seif, Svenja Krause

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