Produkt: Grundlagen: LED Vorteile und Nachteile
Grundlagen: LED Vorteile und Nachteile
LED Vorteile und Nachteile - Was macht Sinn?

Dreidimensionaler Bühnenraum für Rea Garvey

 

Ansteuerung

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Auch bei dieser Tournee drückte Rocketchris Glatthor alles live. „Der Künstler ist auf der Bühne sehr spontan und spielt schon mal gern – je nach Stimmung des Moments – ein Re-Entry eines Songs“, so der Lichtdesigner schmunzelnd: „Da scheidet Timecode schon im Vorfeld aus.“ Auch an dem herrlichen Spätsommerabend im Dortmunder Westfalenpark zeigte Rea Garvey solch spontane und gelungene Entertainment-Einlagen z. B., als er nahtlos mit einem Text der Dortmunder Fußballfans und einer entliehenen Melodie in den Hit „Supergirl“ hinüberglitt. „Es gilt ständig zu reagieren und bereit zu sein“, lachte Lichtdesigner Christian Glatthor. Für die Steuerung der Show entwickelte der Designer eine sehr individuelle und auch preislich durchaus attraktive Lösung. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einer Hog Nano (die ursprünglich nur für das Pre-Programming in seinem Heimstudio gedacht gewesen war), zwei Intel Nuk Rechnern, einer HOG 3 Mini Wing und zwei Elo Touchscreens. Für das Einleuchten hinter dem Kabuki wurde zusätzlich ein Wireless-System verwendet. Die Ansteuerung der Videodaten erfolgt mit einem ArKaos System auf einen Laptop via ArtNet. Die T-PiX werden dabei zusätzlich über ELC Lan Node mit einem Merger versehen, so dass die Steuerung auch über das Pult erfolgen kann, wenn etwa Punch-Impulse gefragt sind, die L-PiX werden über den Laptop mit KlingNet angesteuert. Das System ist klein und handlich, so dass bei Festivals keine Wartezeiten beim Auf- und Abbau entstehen. Der Transport in zwei Pelicases sei besonders bei Flügen zu Auftrittsorten praktisch und man brauche nicht immer einen Stapler, um sein Pult in den ersten Stock zu bekommen. Zum Zeitpunkt der Show hatte Glatthor schon dreiundzwanzig Shows mit diesem System reibungslos gefahren – und das sogar mit der Beta-Version auf der Hog.

 

Wohltuend andersartig

Ein wohltuend andersartiges Bühnendesign, mutig und experimentell. Dabei war der Ansatz, den der Designer verfolgte, eher klassischer Natur, indem er Räume schuf und strukturierte wie auf einer Theaterbühne. Bemerkenswert war, wie gut es gelang, die Schnüre (Banner) im Laufe des Konzerts durch gezielte Beleuchtung nahezu komplett verschwinden und dann wieder auftauchen zu lassen. War man anfangs noch geneigt zu denken, dass diese „festverdrahtete“ Szenerie über die Dauer eines vollständigen Konzerts sicherlich zu langweilig und statisch wirken würde, so war man später freudig überrascht darüber, wie Christian Glatthor es schaffte, die Banner immer mal wieder weg zu leuchten. Die so entstandenen Bilder und Räume wirkten dabei stets angemessen songdienlich und gleich – zeitig abwechslungsreich. Man vergaß zwischendurch gar die „Schnüre“ bis sie wieder zum Vorschein traten. Der abstrakte, überdimensionale Baumstamm über dem Schlagzeugpodest verlieh dem gesamten Auftritt zudem eine gewisse Würde. Christian Glatthor kreierte für die Open-Air-Tournee einen einzigartigen Bühnenraum, verzichtete dabei auf die inzwischen obligatorischen LED-Wände im Hintergrund und bunt flackernden Content, der, im besten Fall, die musikalische Darbietung unterstreichen und nicht davon ablenken würde. Überdies erwies sich das Design flexibel, praktikabel und dürfte sowohl die Crew als auch das Budget nicht überstrapaziert haben. Man darf sicherlich auf das Design der nächsten Hallentour gespannt sein. Bei der Schlagzahl, die der Künstler derzeit vorgibt, dürfte diese Tour auch nicht in allzu weiter Ferne liegen.

 

Audio

2× d&b J Main Hang bestehend aus je 12× J8 + 4× J12 SubArc: 20× d&b JSub + 8× JInfra (JSub 3 pro Position, Infra 2 pro Position / in der Mitte 2× JSub) 2× Side PA je 6× d&b V8 + 2× V12 2× Delay Hang am FOH je 4× d&b V12 Das System wurde konventionell über d&b-Verstärker D80 angetrieben, angefahren mit AES/EBU und analogem Fallback. Als Systemcontroller kamen 2× LM44 zum Einsatz. Diese trennten das eingehende Signal in die Signale Links, Rechts, Sub (Monosumme), Nearfill (Stereo). Der Mainhang lief Fullrange und die Subs – als Ergänzung dazu – mit einer Trennfrequenz von 90 Hz, die Infras bei 70 Hz. Das Nahfeld war ein relativ aufwändiges, aber erfolgreiches Routing von L- und R-Informationen, so dass den meisten Zuschauern auch im Nah- und Seitenbereich ein relatives Stereobild angeboten werden konnte – trotz der Ortung klar auf die Bühne gerichtet über das Gesetz der stärksten Welle. Da die unterschiedlichen Quellen in der Zeitanpassung eher auf Phasengenauigkeit delayed waren, wurde die Ortung über Level realisiert. Alle Messpunkte konnten in ihrem Maximum eingehalten werden. Die Soundcraft Vi 6 war auf eine Vi 600 aktualisiert, die Vorteile: Das Pult ist deutlich schneller, eine überarbeitete GUI sowie die Möglichkeit, mehr TIE Lines (128) zu patchen.

 

Tourmaterial Licht

  • 56× Litecraft LpiX40 Mk2
  • 4× Litecraft Controller DPiX.1 Mk2
  • 40× Expolite 42CM MK-II
  • 18× Litecraft TPiX.7
  • 1× Litecraft TPix.7 Follow
  • 16× Robe Spikie
  • 8× Ayrton Magicburst
  • 1× Hog PC
  • 1× Highend Nano
  • 1× Highend Hog 3 Mini Playback Wing
  • 1× DP 8000
  • 2× Intel NUK Windows 10
  • 1× Arkaos Media Master 4.2.4
  • 1× custom made Micstand von T.C.M. Light-Solutions
  • 1× Kabuki System von Samt&Eisen
  • 5× custom made Riser von Hoac 2,4 km UV-Gummischnüre

Örtlich bestelltes Material

  • 20× Spots Robe BMFL oder Martin Viper
  • 25× Robe Robin 800 oder Martin MAC Quantum
  • 38× SGM Q7
  • 1× Robert Juliat Aramis Follow
  • 2× MDG Hazer
Produkt: ETC Source Four LED Series 2
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