Design by Bertil Mark und Dirk Rauscher

Licht, Video, Ton und Bühnendesign: Revolverheld unplugged

Revolverheld absolvierte im Frühjahr und Herbst 2016 eine umfangreiche unplugged Tournee, die unterbrochen wurde von den Auftritten in der Festivalsaison. Für das Licht-, Video- und Bühnendesign orientierten sich Bertil Mark und Dirk Rauscher (Visuals) an der Inszenierung des MTV unplugged Albums, das bereits im April 2015 in der Hamburger Friedrich-Ebert-Halle aufgezeichnet wurde. Zahlreiche namhafte Gäste gaben sich die Ehre bei diesem – wenn man so will – ersten Best of Album der Band.

Revolverheld unplugged
(Bild: Harald Heckendorf)

Lichtoperator und PRODUCTION PARTNER-Autor Torben Lehmann unterstützte mit detaillierten Vorschlägen das Lichtdesign von Bertil Mark. Diese Zusammenarbeit hatte den enormen Vorteil, dass Torben Lehmann, der die Band schon seit einigen Jahren im Auftrag von Bertil während der Shows betreut, genau weiß, was auf der Bühne passiert und was gefragt sein würde. Überdies lagen schon Erfahrungen aus dem ersten Teil der Tournee und dem Festivalsommer vor. Auf der Basis all dieser Informationen und Erkenntnissen wurde dann das Design für den Tourneeteil im Herbst kreiert. TDA fungierte als technischer Generaldienstleister.

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Dynamisches Design – aufwändiger Ideenreichtum
Wesentliche Eckpunkte des Designs – wie die drei geschwungenen Traversen über der Bühne – fanden sich bereits im März zu Beginn der Tournee (wobei die Fronttruss genau gegenläufig zu Mid- und Backtruss war). Für den Tourteil nach dem Festivalsommer wurden allerdings sämtliche VL5 gegen VL550 getauscht. Die Smart-Repeater konnten daher eingespart werden und entsprechend weniger Handgriffe wurden nötig. Das System wurde mit den moderneren VL550 viel stabiler und es musste weniger im laufenden Betrieb ausgetauscht werden.

Geschwungene Traversen bei Revolverheld unplugged
Gut erkennbar: Die geschwungenen Traversen bei Revolverheld unplugged. (Bild: Harald Heckendorf)

Und für jeden Handgriff, der auf dieser technisch ausgefeilten und aufwändigen Konzertreise nicht gemacht werden musste, war die Crew dankbar – zumal die Ideen für diese Show zahlreich und technisch oftmals aufwändig waren. So wurde je nach Hallengröße auf einer reichlich bestückten BStage (meistens hinter dem FOH-Platz) das Konzert eröffnet. Hier waren u. a. vierzehn MAC Aura im Einsatz. Nach einigen Songs wechselte die Band auf die Hauptbühne und spielte dort zunächst vor einem schwarzen Vorhang, der lediglich von einer Videoprojektion verziert wurde, bis der Blick auf die Bühne frei wurde. Ein Video-Einspieler verkürzte geschickt die Zeitspanne zwischen dem Auftritt auf der B-Stage und dem Erscheinen der Band auf der Hauptbühne.

Während des ersten Aktes auf der B-Stage hing ein Frontkabuki auf der Main-Stage. Das Licht wurde geschickt zurückgehalten und der Kabukizunächst nur mitstehenden Bildern bespielt. Im Laufe der Songs kam immer mehr FX hinzu. Im zweiten Akt blieb dann ein schwarz/durchsichtiger Gobelintüll-Vorhang hängen, auf den im Zusammenspiel mit der LEDWand projiziert wurde. Dieser Vorhang fiel erst zum dritten Akt. Im zweiten Akt wurde daher zunächst nur die Midtruss als Hinterlicht eingesetzt. Die Backtruss kam dann erst nach dem zweiten Kabuki-Fall dazu.

Material Licht (Auszug)
46 × Martin MAC Viper profile, 1.000 W HTI
58 × Vari-Lite VL550D
12 × Clay Paky B-Eye K10
16 × Martin MAC Aura, LED Washlight
12 × Thomas 2 lite Blinder
2 × Robert Juliat Aramis 2.500 W HMI Follow Spot
1 × MDG ATMOSPHERE H.O. Touring Hazer inkl. Fluid und CO2
1 × Martin Jem AF-1

Jeden Tag galt es also für A- und B-Stage einen Soundcheck durchzuführen und das Einleuchten der Projektoren sowie sämtlicher Lichtstimmungen abzuschließen. Bereits um 17.45 Uhr kamen die ersten Fanszum Meet and Greet in die jeweilige Halle. Sämtliche Arbeiten, so der Wunsch der Produktion, sollten dann bereits abgeschlossen sein. Die Aufbauzeiten waren manchmalstraff, da zum Teil für die drei Busse und die fünf Trucks auch weite Strecken zwischen den Spielorten lagen und nicht immer war die optimale Zeitspanne vorhanden, um völlig entspanntzu arbeiten. Gerade die ersten Tage der Tour gestalteten sich – wie zu erfahren war – eng. (Anmerkung: Wie zu erfahren war, mussten wegen Krankheitsfällen einige Nachholkonzerte im Zickzack-Kurs angefahren werden.)

Revolverheld unplugged
Sehr zurückgenommene Bilder: Konzentration auf die musikalische Performance. (Bild: Harald Heckendorf)

Das wohl wichtigste Designstilmittel war der Einsatz von zweiundfünfzig VL550. Überdies war die LED-Wand (16,0 × 7,2 m, 8 mm Pixel Pitch) mit ihren stimmungsvollen Bildern im Hintergrund prägend. Für den zweiten Teil der Tour wurde statt einer kreuzförmigen Anordnung aus vier VL5 und jeweils einer A.leda B-EYE K10 in der Mitte eine Dreierkombination gesetzt. Weiterhin sorgten dreiundvierzig MAC Viper Spots und die erwähnten Clay Paky für die benötigen Looks. Der Operator lobte die B-EYE K10 besonders für die verschiebbare bzw. rotierbare Frontlinse, die viele abwechslungsreiche Bilder ermöglichte. „Mit diesem Washer lassen sich sehr viele schöne Effekte generieren, man kann sich richtig in dieser Lampe verlieren“, lachte Torben Lehmann und verriet weiter: „Wir haben mit den zehn B-EYE bei acht derzweiundzwanzig Songsjeweilssehr unterschiedliche Akzente bzw. Effekte schaffen können. Die K10 habe ich wirklich fast nur als Effektlampe eingesetzt,zwischendurch aber auch immer mal als Tool für Musiker- bzw. Solopositionen.“

Blinder fungierten u. a. am Boden stehend als Hinterlicht und schufen beeindruckende Silhouetten, immer wenn dabei kein Frontlicht eingesetzt wurde. Mit Blindern, die u. a. nicht nur in den Traversen, sondern auch auf dem Boden der Bühne positioniert waren, wurde häufig das Publikumslicht geschaffen. „In Zeiten von In-Ear-Monitoring erscheint es noch wichtiger, den Musikern auf der Bühne immer wieder einen starken optischen Eindruck zu bieten, d. h. zu zeigen, wasin bestimmten Momenten in der Halle mit dem Publikum passiert“, erklärte der Operator.

LED-Wand bei Revolverheld unplugged
LED-Wand: hier wurden gern großflächig Stimmungen gezeigt doch auch bis zu sechs unterschiedliche Bilder konnten auf den insgesamt drei Flächen gleichzeitig präsentiert werden (Bild: Harald Heckendorf)

Die Lichtsteuerung erfolgte über eine grandMA 2, wobei ein zweites Pult als Havarie bereitstand. Die grandMA arbeitete im Netzwerk zusammen mit einer weiteren grandMA 2, die für den kompletten Videobereich genutzt wurde. Eine Besonderheit: Auch der Bildschnitt erfolgte über diese Konsole (mehr dazu im Video-Artikel).

Helligkeiten vom FOH aus: Augenmaß und Gefühl gefragt
Die LED-Wand fungierte als riesiger (häufig dezent inszenierter) Backdrop. Torben Lehmann war für die Gesamthelligkeit auf der Bühne und somit auch für die Helligkeit der LED-Wand verantwortlich,zumal vom zentralen Punkt in der Halle der Eindruck deutlich besser war als von der seitlichen Position auf der Bühne, wo die grandMA der Videoregie platziert war. Die maximale Helligkeit der LED-Wand lag dabei zwischen 18 bis 20 %. Dieser Wert war ideal, da es sonst, immer wenn die Kamerabilder auch die LED-Wand erfassten, zu unschönen gleißenden Verzerrungen in der Wiedergabe kam. Dank der Verlinkung der beiden grandMA-Konsolen konnte stets eine perfekte Balance zwischen Licht, Videolicht und Live-Kamerabild erzielt werden.

Video ins Bühnendesign integriert
Thomas Krautscheid integrierte das Videokonzept mit den Visuals von Bertil Mark und Dirk Rauscher in das Bühnendesign. Der gelernte Lichtmann Krautscheid setzte schon sehr früh auf Videotechnik und beschäftigte sich intensiv mit deren Integration in die Veranstaltungstechnik. Inzwischen dürfte er zu den gefragtesten Video-Kreativen und -Technikern im Lande zählen. Im vergangenen Jahr war er u. a. an der Konzeption und Realisation des Videokonzepts der Silbermond-Tournee oder auch an der Inszenierung des Messestandes der Daimler AG auf der IAA Nutzfahrzeuge beteiligt (PRODUCTION PARTNER berichtete ausführlich).

Videotechnik
Videotechnik kompakt und komplex (Bild: Harald Heckendorf)

Insgesamt neun Kameras galt es für diese Produktion zu verwalten und auf drei von vier Flächen zu routen:zweiseitliche Projektionen und eine LED-Fläche als Backdrop. Die Frontprojektion (Christie Boxer) war die ganze Show über in Betrieb, um Bilder bzw. Strukturen auf die Musiker zu projizieren. Die beiden seitlichen Projektionen waren im Hochformat gehalten, während die LED-Wand hinter der Bühne im Querformat hing. Bis zu sechs Kamerabilder wurden bisweilen gleichzeitig auf diesen Flächen gezeigt.

Videoregie - grandMA 2
Die Videoregie erfolgte komplett über eine grandMA 2. (Bild: Harald Heckendorf)

Als Medienserver fungierten drei Catalysten, die via ArtNet an die Lichtkonsole angeschlossen und gesteuert wurden. Ein Medienserver war für eine Projektion neben der Bühne verantwortlich (wo in der Regel Bilder der Musiker zu sehen waren). Der zweite Catalyst bespielte die LED-Wand auf der Bühne, der dritte die Frontprojektion. Jeder der drei Catalysten war in der Lage, auf einem separaten DVI-Ausgang im Backup-Fall die Aufgaben der jeweils anderen Server zu übernehmen. Zwei Glasfaserleitungen (Lichtnetzwerk, Intercom sowie für die drei Projektoren) übertrugen alle Daten aus den Netzwerkprotokollen auf die Switcher. Das komplexe Signalprocessing für sämtliche Eingangs- und Ausgangssignale wurde von zwei Analog Way Ascender 16 übernommen. Die Kamerasignale wurden in den Ascender zu QuadSplitszusammengefasst. Über eine Kreuzschiene konnten SDI-Signale aus den Ascender auf die Videoeingangskarten der Medienserver und auf die Projektoren verteilt werden. Auf diesem Weg wurden Splitter gespart und ein sehr kompaktes Video-Setup für eine komplexe Regie realisiert. Überdies waren die Ascender für die Umschaltung zwischen Main- und Backup-System zuständig. Dank dieser Signalstruktur konnten alle Kamerabilder unabhängig voneinander auf die Flächen gespielt und gekeyed werden oder auch mit eigenen Masken – etwa auf der LED-Wand – versehen werden. Auf diese Weise konnte das Lichtdesign durch die Mischung der Medien optimal ergänzt bzw. unterstützt werden.

Notizen gemeinsam nutzen
Für eine zusätzliche Arbeitserleichterung sorgte ein weiteres AddOn, dassich Thomas Krautscheid einfallen ließ. Dazu wurden zwei von ihm entwickelte Programme genutzt (die übrigens auch über ihn erhältlich sind). So wurde es möglich, dass die Foliennummern der Keynote-Präsentation über den Kontrollkanal des ArtNet-Signals per Fernsteuerung eingegeben werden konnten. Auf diese Weise standen z. B.sämtliche persönliche Kameranotizen sofort bereit. Über eine CTP-Programmierung konnten diese Notizen dann auch auf dem Bildschirm der grandMA angezeigt werden.


Kameras

Eine 86-fach Optik am FOH-Platz ermöglichte formatfüllende Close-ups von den Musikern. Zwei Schulterkameras fingen von unterschiedlichen Positionen aus die intensivsten Konzertmomente ein. Eine der beiden Schulterkameras war zunächst auf der B-Stage im Einsatz, wurde nach Ende des Openings abgeklemmt und auf der Main-Stage wieder „angeklemmt“. Auf Videofunkstrecken war aus Budgetgründen verzichtet worden. Vier Finger-Kameras waren Musikern an festen Positionen zugeordnet. Zwei Remote Dome Cam lieferten weitere Einstellungen. Dabei kam auch eine von Thomas Krautscheid entwickelte Tracking-Einheit mit Dome Cam zum Einsatz. Die Schiene, auf der sich die Kamera bewegte, hatte eine Länge von stolzen acht Metern und konnte maximal mit einer Geschwindigkeit von 1,8 m pro Sekunde gefahren werden. Entsprechend spannende Fahraufnahmen konnten im Laufe der Show gezeigt werden.

Videoschnitt via grandMA

Monitoring B-Stage mit Digico EX-007
Monitoring B-Stage mit Digico EX-007 (Bild: Harald Heckendorf)

Eine Besonderheit war, dass der Videoschnitt der Bildregie nicht über ein Videomischpult, sondern über die grandMA 2 vollzogen wurde. Thomas Krautscheid hatte die grandMA zu einem Zwei-Ebenen-Videomischer umfunktioniert. Nicht nur, dass die Fader als T-Bar für die Überblendungen der Ebenen dienten, auch eine Tally-Rotlichtsteuerung wurde über das LUA-Script der grandMA geschrieben / programmiert. Darüber hinaus war das Tally-Grünlicht dahingehend umfunktioniert worden, den Kameramännern anzuzeigen, dass damit ein Hochkantmotiv für die seitlichen Projektionswände zu quadrieren sei.

Material Video (Auszug)
1 × MA Lighting grandMA 2 light
1 × Panasonic AW-RP655L, Remote Control für AW-HE100
1 × Samsung SyncMaster 400EX, 40″ LED-Display
1 × Benq GL2450HM 24″ LEDMonitor
2 × KissBox 3-Slot I/O-Karten Frame
5 × KissBox 4-Kanal Power Relais Ausgangskarte
1 × Blackmagic Design Smart Videohub 20×20
2 × Ascender 16 – 4K (LiveCore) im Master/Slave-Verbund
1 × Christie Boxer 4K30 DLP Projektor
2 × Panasonic PT-DZ21K DLP Projektor, 20.000 ANSI-Lumen, SD / HD SDI Input Board, inkl. Pegasus Flugrahmen
2 × Panasonic ET-LAD510PF, 4er-Lampeneinheit für Portraitmodus
2 × Panasonic Optik ET-D75 LE 6, 1,3 – 1,7:1 2x
2 × Stumpfl Vario 64 Rückpro Folie, 6,50 × 3,70 m, 16:9
4 × Stumpfl EasyFly 64
164 × LEDitgo sB8 Panel, 800 × 900 mm, 5.000 nits

Das ArtNet-Signal aus dem Pult wurde über eine KissBox gewandelt, um dann über einen GPO (General Purpose Output) die jeweilige CCU zu triggern. Ebenso wurden sämtliche anderen Geräte der Video-Regie aus der grandMA über Telnet gesteuert, so dass z. B. zur Backup-Umschaltung oder dem Herunterfahren des Systems nur noch ein Cue in der Konsole aufgerufen werden musste. Dies gab Thomas Krautscheid zusätzlich die Möglichkeit, die Return-Wege der Kameras individuellzu bespielen. Ein Schmankerl für das Team gab es auch noch: Im Rahmen dieser sehr individuellen Signal-Distribution war es sogar u. a.möglich, Fußballspiele während des EM-Turniers verfolgen zu können. Zur Kommunikation diente ein digitales GreenGO Intercom-System, das bis zu vier Kreise, Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und das Einspeisen von In-Ear-Signalen ermöglicht. Über das GreenGO-System wurden auch die Spotfahrer, die mit drahtlosen Beltpacks ausgestattet waren, gerufen.

Ungewöhnliche Klangquellen bei Revolverheld unplugged
Auf der B-Stage jede Menge ungewöhnliche Klangquellen (Bild: Harald Heckendorf)

„Es lohnt sich intensiv mit dem LUA-Script der grandMA zu beschäftigen. Hier finden sich viele Möglichkeiten, den Anforderungen des jeweiligen Projekts mit individuellen Lösungen zu begegnen und sich die Arbeit zu erleichtern – oder gar das Projekt zu verbessern“, so Thomas Krautscheid. „Die neuen digitalen GreenGO Intercom-Systeme funktionierten einwandfrei und bieten sehr interessante Möglichkeiten. Eine echte Empfehlung.“

Monitoring Deluxe
Bei Revolverheld unplugged liefen 123 Audio-Inputs auf, wobei 66 auf die A-Stage, 40 auf eine B-Stage und 17 auf Atmo & Talks entfielen. Monitormann Bertram Zimmermann hatte dadurch 20 Stereo-Mixe und 19 Mono-Mixe zu betreuen. Die ersten fünf Songs betreute er direkt an der B-Stage und stellte damit eine sichere Umgebung für die Jungs her. Dieserzweite Monitorplatz wurde durch eine EX-007 aus dem Hause Digico realisiert, die als „Fernbedienung“ für das Hauptpult (Digico SD7) fungierte. Das Audio-Processing fand nach wie vor beim Hauptmonitorpult statt. Die entsprechenden InputSignale wurden vor Ort gesplittet, so dass die 40 Inputs der B-Stage auch dort auf ein Digico SD-Rack und ein Avid Stage64 verteilt werden konnten. An der Hauptbühne befanden sich zwei Digico SD-Racks und ein Avid Stage64.„Das Digico-System war über Glasfaser miteinander vernetzt, das AVID-System mit Cat-Strecken miteinander verbunden und somit hatten wir auch keine riesigen Multicore zu verlegen“, erklärte Zimmermann. Über das Digico SD7 Monitorpult realisierte der Monitormann auch eine komplexe Kommunikationsstruktur. Um während der Show die Monitorwünsche berücksichtigen zu können, wurden bestimmte Musiker mit Mikrofonen ausgestattet, die entweder mit Schaltern oder mit Optogates aktiviert werden konnten. So war eine unauffällige und gleichzeitig elegante Kommunikation möglich. Darüber hinaus waren auch Torben Lehmann (Licht), Mathias Scholl (FOH-Sound) und die vier Backliner mit Mikrofonen ausgestattet, so dass durchgängig problemlos miteinander kommuniziert werden konnte. „Das i-Tüpfelchen war ein Funkgerät im Dolly, von dem ich das Signal des ShowKanals auch noch mit auf die In-Ears der Crew geschickt habe. Dadurch konnten alle, die In-Ears getragen haben auch an der Funkkommunikation im Change-Over und zum Showstart teilhaben und waren gut informiert“, verriet Bertram Zimmermann. Auch Lichtoperator Torben Lehmann war von der Intercom-Lösung begeistert: „Ich hatte auch den Klick sowie den Backliner-, Musikerkreis mit auf meinem Intercom, um Einzähler zu erwischen. Oder generell zu wissen, was augenblicklich los war. Zudem konnte ich da auch mitreden, fallsich Fragen hatte. Das war großartig. Vor allem aber war ich mit den Musikern genau aufm Punkt. So was macht den Jungs dann auch mehr Spaß, wenn z. B der Blackout genau auf der Eins kommt und nicht ,40 Meter‘ später.“

Lichtcrew: Henrik Kozole, Torben Lehmann, Florian Schmitz und Lichtcrew Chef Thomas Backhausen
Lichtcrew: Henrik Kozole, Torben Lehmann, Florian Schmitz und Lichtcrew Chef Thomas Backhausen (Bild: Harald Heckendorf)

Als Sendetechnik waren elf Sennheiser SR2050-Gw In-Ear Doppel-Sender, sowie ein Sennheiser EM2050-Cw Doppel-Empfänger mit Handsendern (945er Kapsel) und fünf EM 500 G3 mit Handsendern (965er Kapsel) im Einsatz. Als Mikrofone dienten Produkte von Sennheiser, Shure, DPA, AudioTechnica, AKG und Røde. Am FOH-Platz bediente Mathias Scholl ein Avid S6L (samt Waves Server Extreme) und sorgte mitseinem Team (Sven Wiese, System; Dirk Pinger, PA-Techniker) bis unter das Hallendach für glasklaren und detailreichen Sound. Das abendliche Recording lief auf einem Mac Pro auf. Für die Beschallung sorgte ein d&b System (24 × J8, 8 × J12, 24 × V8, 16 × V-SUB, 12 × J-SUB, 6 × J-Infra).

Fazit
Die Show enthielt einige Designelemente des erfolgreichen und Opus prämierten Designs, das Bertil Mark im Jahre 2010 für die unplugged Tournee (Letzte leise Reise) der Sportfreunde Stiller kreierte. Aber warum auch nicht? Zumal – neben den technischen Evergreens – viele kleine technische und stilistische Details noch mal auf die Höhe der Zeit gebracht worden waren. Schöne ruhige Stimmungen und eine sehr gekonnte Farbauswahl sorgten dafür, dass die dargebotene Musik stetsim Vordergrund stand. Hervorragender Live-Sound bis unter das Hallendach machte die Show perfekt. Im Laufe der Tournee wurde unermüdlich an Feinheiten gefeilt. Alle Kreativen und Techniker hatten mit viel Einsatzbereitschaftzum Gelingen beigetragen – die Musiker werden dies sicher zu schätzen wissen.

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