Hochleistungsprojektor für Rental und Touring

Christie Boxer-Serie

Dass der 4K-Projektor mit dem aggressiven Namen „Boxer“ einschlagen würde wie ein Schwergewichtsweltmeister, war Christie schon bei dessen Veröffentlichung auf der ISE 2015: Man hatte den Boxer von Grund auf neu entwickelt statt – wie bei bisherigen Serien – auf bestehende Modelle aufzusetzen. Dabei flossen die gesamte Erfahrung von Christie und sehr viel Abstimmung mit Vermietern und professionellen AV-Anwendern in der Entwicklung des Gerätes. Mittlerweile hat sich der Boxer als eine Art Standard im 3D-Mapping und bei Edge-Blending-Anwendungen etabliert.

(Bild: Christie)

Sehr selbstbewusst trat Christie schon 2015 zur Integrated Systems Europe Messe in Amsterdam auf, als der Boxer (4K30) das erste Mal einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Schon damals sagte Christie über ihn: „ein Champion, der den Rental- und Installationsmarkt ordentlich aufmischen wird”. Ein nativer 4K-Projektor als 3-ChipDLP mit 30.000 Center-Lumen Lichtleistung mit weniger als 75 kg Gewicht, geringen Abmessungen von 959 × 597 × 305 mm (L/B/H) und 360° omnidirektionalem Anwendungsbereich war 2015 eine kleine Sensation. Und auch heute ist der Boxer mit diesen Eigenschaften noch bereit, den Titel zu verteidigen und soll laut Christie der kleinste 30.000 Lumen 4K-Projektor sein. Ebenfalls bisher einzigartig ist die von Christie als „TruLife Elektronik“ betitelte Eigenschaft des Projektorsystems, auf 120 Hz Bildfrequenz arbeiten zu können, was dem Projektor High-Frame-Rate-Anwendungen (HFR) in 3D erlaubt. Außerdem ermöglicht diese Boardarchitektur die Unterstützung von Datenraten bis zu 1,2 Gpx/s im Video-Processing. Hierfür gibt es einen speziellen Slot innerhalb der fünf möglichen für die InputBoards,zusammen mit dem Christie Link Transcoder können hierüber Signale direkt per Glasfaser bis zu 10 km weit an den Projektor gesendet werden.

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Für Anwendungen mit geringeren Entfernungen bietet der Boxer aber auch Input-Boards mit DisplayPort, HDMI oder HDBaseT. Ganz neu ist das SDVoE-InputBoard, das die Einbindung des Projektors in eine 10G-Netzwerkarchitektur ermöglicht und so über SDVoE-Transmitter wie z. B. Christies Terra mit Videosignalen versorgt werden kann. Interessanterweise setzt Christie beim Boxer noch auf UHP-Entladungslampen und nennt auch Gründe für diese Entscheidung: UHP-Lampentechnologie ist nach wie vor sehr zuverlässig und bietet eine hohe Helligkeit bei gleichzeitig kleinem Platzbedarf und einfacher Kühltechnik. Außerdemlässtsichmit UHPLampen problemlos ein Farbraum nach REC.709 wiedergeben. Sechs 450-W-Quecksilber-Reflektorlampen jeweils zu Dreier-Verbänden auf zwei entsprechende Schlitten gesetzt, ermöglichen dem Boxer eine große Vielfalt von Funktionen. Zum einen eine Redundanz, die beim Betrieb mit weniger als den sechs Lampen einen automatischen Wechsel auf eine der übrigen Lampen ermöglicht, zum anderen kann die Helligkeit des Boxers aber auch anwendungsspezifisch angepasst werden, indem man Lampen nach Bedarf ab- oder anschaltet. Besonderer Clou: alle sechs Lampen verfügen über Near Field Communication (NFC), welche ermöglicht, mit entsprechenden Mobilgeräten wie Handys oder Tablets auch beim stromlosen Projektor Lampendaten auszulesen.

Diese NFC-Elektronik ist auch am Gerät unterhalb des Displays und der Tasten noch einmal zu finden und erlaubt hierbei das Auslesen der Lampenparameter für alle sechs Lampen gleichzeitig. Gerade im Rental-Bereich lassen sich so sehr einfach und schnell die gewünschten Daten ermitteln und Aussagen treffen, ob Lampen getauscht werden müssen oder für das Gerät ein Service fällig ist. Ist einmal ein größerer Service fällig, so lässt sich der Projektor auch im Inneren von kundigen Technikern leichtzerlegen. DasInnenleben ist in modulare Baugruppen aufgeteilt, die als entsprechende Ersatzteile schnell zu Verfügung stehen. In Schulungen konnten Kundentechniker den Boxer in kürzester Zeit zerlegen und wieder montieren. Durch die Flüssigkeitskühlung der wichtigsten Systeme dringen kaum Staub und Schmutzins Gerät und der Reinigungsaufwand ist gering. Für Testzwecke lässt sich der Projektor auch mit einer normalen Schukoleitung mit Kaltgerätestecker betreiben und zündet hierbei nur eine Lampe. Ansonsten ist eine einphasige 32-A-Leitung mit blauem CEE-Stecker nötig.

Mittlerweile gibt es eine ganze Serie von Boxern. Schon im November 2015 folgte Christie dem Ruf der Anwender, diesen Projektor auch als 2K-Version (2K30) mit geringerem Preis auf den Markt zu bringen, was sicherlich zum großen Erfolg der Reihe beigetragen hat. Es folgten zwei weitere Versionen mit je 4K und 2K mit 20.000 CenterLumen (4K20 und 2K20). Alle Boxer sind auch als MirageVariante erhältlich und bieten hierbei aktive Stereoskopie (3D), die nun Dank der 120 Hz Bildfrequenz HFR auch in 3D ermöglicht. Drei Jahre Garantie, die „TruLife“- Elektronik, welche als moderne Elektronik in allen Projektoren verbaut ist und die 120 Hzfür 3D in 4K ermöglicht,sowie die Upgrade-Möglichkeit von 2K auf 4K, von Boxer auf Mirage für 3D-Stereoskopie oder von 20.000 auf 30.000 Lumen Output sind da noch ein kleiner Bonus oben auf.

 

 

Was den Projektor aber gerade für 3D-Mapping-Anwendungen und im Verbund mehrerer Geräte so attraktiv macht,sind seine von Haus ausintegrierten Funktionen, die dem Anwender die Arbeit erleichtern sollen. Die von Christie als „Twist“ benannte integrierte Software bietet viele rudimentäre Möglichkeiten, mehrere Projektoren aufeinander abzustimmen. Wenn es ein klein wenig anspruchsvoller werden soll, hat Christie seine externe Software „Mystique“, die mitschnellen Berechnungen 3D-Mappings vereinfacht. Und für die richtig aufwändigen Projekte bietet Christie dann auch die komplette Palette für Mapping-Anwendungen aus einer Hand: Den Medienserver Pandoras Box für die Inhalte, den neuen Video-Prozessor Spyder X80 für die anspruchsvollen Mapping-Aufgaben und die Boxer-Projektoren für die einwandfreie Projektion. Aber auch für den alltäglichen Betrieb als einzelner Projektor bietet der Boxer einige interessante Features. Das aktuell ausgegebene Videobild ist als Vorschau auf dem integrierten Display im Hintergrund zu sehen und bei der Quellenauswahl auch als Vorschaubild live in kleinen Fenstern. Im Betrieb lassen sich die wichtigsten Parameter über eine LAN/WiFi-Verbindung mit mobilen Endgeräten jederzeit auslesen. Und das farbige Menü lässt sich 1:1 aus dem integrierten Display auch auf dem Projektionsbild darstellen und per Funk- oder auch Kabelfernbedienung steuern.

Den Boxer gibt es in einem im Design leicht veränderten Gehäuse auch als Variante mit Laser-Phosphor-Lichtquelle und wird so unter dem Modellnamen Crimson angeboten. Mit der Laserquelle hat der Projektor eine Lebensdauer von 20.000 Stunden bis 50 % Helligkeit. Der Crimson ist jedoch auf HD- und WUXGA-Auflösung beschränkt, weitere Modelle sind aber in Planung und sollen in Kürze auf den Markt kommen. Auch der Crimson kann als Mirage mit 3D-Fähigkeit bezogen werden. Ebenfalls kann der Rigging-Rahmen des Boxer für den Crimson genutzt werden, die Optiken des Boxer sind jedoch leider nicht mit dem Crimson kompatibel. Es lassen sich aber bestehende Optiken der M- und J-Serie nutzen. Trotz größeren Kühlaufwands bringt der Crimson gerade einmal 2 kg mehr auf die Waage als der Boxer. Um die leichten Nachteile einer Laser-Phosphor-Lichtquelle bei der Farbwiedergabe zu verbessern, hat sich Christie unter dem Stichwort „BoldColor-Technologie“ einen Trick einfallen lassen, wodurch hardwareseitig mit hochwertigen optischen Komponenten und einerzusätzlichen roten Laserdiode die Rot-Schwäche vermindert und durch softwareseitiges Videoprocessing und weitere Features der REC.709-Farbraum und der DCI P3 Standard erreicht werden. Mehr über die „BoldColor-Technologie“ lässt sich im Artikel zu Projektionslichtquellen in dieser Ausgabe erfahren.

Zum Jahresende ist auch ein neuer Boxer mit Laser-Phosphor-Lichtquelle geplant, auf den der Markt schon sehnsüchtig wartet, wie uns unter anderem Andreas Flemming, Geschäftsführer von Publitec auf der Prolight + Sound 2018 in Frankfurt verriet.

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