Ehrgeiz-Washlight mit besonderem Ring-Effekt

Ehrgeiz Helios+ 19Z im Test

Das LED-Washlight aus dem Hause Ehrgeiz scheint nicht nur die zu erwartenden typischen Eigenschaften einer Multifunktions-Flächenleuchte mit sich zu bringen, denn gleich mehrere Funktionen versprechen laut Hersteller „wunderbare“ und „außergewöhnliche“ Effekte. Mal sehen, was an der Sache dran ist.

Helios+ 19Z Front
Helios+ 19Z Front (Bild: Dieter Stork)

Um die Firma Ehrgeiz, einem Unternehmen mit Sitz in Deutschland, wobei sich die Entwicklungs- und Fertigungsstellen jedoch in Taiwan befinden, war es in den vergangenen Jahren etwas ruhiger geworden, würde man dieser Behauptung den sich immer schneller entwickelnden Markt zu Grunde legen. Jedoch ist das in Asien stationierte Entwicklerteam in dieser verstrichenen Zeit nicht untätig gewesen. Eines der in Serie gegangenen Ergebnisse der deutschen Ingenieure hatte die PRODUCTION PARTNER Redaktion auf dem Tisch, und war tatsächlich sehr überrascht, wie sehr der erste Eindruck doch täuschen kann.

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Die Ausstattung des Helios+ 19Z

Dieses neue Multifunktions-LED-Washlight unterscheidet sich im nicht eingeschalteten Zustand und aus einiger Entfernung betrachtet äußerlich erst mal überhaupt nicht von artverwandten Geräten anderer namhafter Hersteller. Aus der Nähe betrachtet, sticht dann jedoch sofort ein prägnantes Merkmal des Helios+ 19Z ins Auge; dieses sorgt in Form eines Leuchtbands, das, in vier Segmente unterteilt, den Strahlenaustritt des Gerätes umgibt, bereits ohne anliegende Netzspannung schon mal für Aufmerksamkeit. Aber dazu später mehr.

Helios 19Z Base
Die Unterseite des Basements bietet zwei Quick-Lock-Aufnahmen zur Montage eines Omega-Bügels. Zudem kann die geflogene Anbringung des Scheinwerfers mit Hilfe eines M10 Innengewindes, das exakt in der Mitte der Bodenplatte platziert ist, vorgenommen werden (Bild: Dieter Stork)

Das Basement des Helios+ 19Z beherbergt das elektronische Netzteil mit automatischer Spannungsregelung, welches in einem Bereich von 100–240 V AC bei 50/60 Hz für den ordnungsgemäßen Betrieb des Gerätes sorgt. Zudem sind an der rückwärtigen Seite, neben der Aufnahme für eine Feinsicherung, die Anschlüsse für die Spannungs- und Signalversorgung untergebracht. Letztere kann zum einen über sowohl als dreipolig- als auch als fünfpolig ausgeführte Neutrik-DMX-Steckverbindungen realisiert werden; zum anderen ist das Gerät mit einer Neutrik-EtherCon-Schnittstelle ausgestattet, durch die eine Ansteuerung über das ArtNet-Protokoll ermöglicht wird (ArtNet3). Dieser Anschluss ermöglicht beim Helios+ 19Z obendrein die praktische Funktion, den Scheinwerfer als ArtNet-Knoten zu verwenden, um beispielsweise das erste Gerät in einer Signalkette via ArtNet anzusteuern, die folgenden jedoch über die DMX-Anschlüsse mit Steuersignalen zu versorgen. Der Helios+ 19Z verfügt, neben einem PowerCon-IN- (blau), auch über einen PowerCon-OUT-Anschluss (weiß). Somit können auf Grund der niedrigen Leistungsaufnahme, die laut Hersteller mit maximal 350 VA angegeben ist, im Bereich der Spannungsversorgung bis zu zehn Geräte hintereinander verkettet und dadurch der Verkabelungsaufwand gering gehalten werden. Die Unterseite des Basements bietet zwei Quick-Lock-Aufnahmen zur Montage eines Omega-Bügels. Zudem kann die geflogene Anbringung des Scheinwerfers mit Hilfe eines M10 Innengewindes, das exakt in der Mitte der Bodenplatte platziert ist, vorgenommen werden. Gleich zwei fest mit dieser Bodenplatte verbundene Ösen sorgen für die Möglichkeit, das Gerät mit entsprechend dimensionierten Sicherungsseilen vorschriftsmäßig gegen Herabfallen zu sichern. Das Hauptaugenmerk des Ehrgeiz Helios+ 19Z liegt jedoch sicherlich auf der optischen Einheit, die im Kernstück des Kopfes (540° Pan- und 270° Tilt-Bereich) aus neunzehn 15 W „Osram Ostar“ RGBW-LEDs besteht. Diese leistungsstarken LED-Bausteine produzieren einen Lichtstrom von 7.600 Lumen und sind von Herstellerseite, wie heutzutage üblich, mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von ca. 50.000 Stunden angegeben.

Helios 19Z Anschluesse
DMX kann über drei- und fünfpolige Neutrik-Steckverbindungen realisiert werden; eine Neutrik-EtherCon-Schnittstelle ermöglicht die Ansteuerung über das ArtNet-Protokoll (ArtNet3)

Die neunzehn LEDs lassen sich alle, im entsprechenden DMX-Modus betrieben, einzeln ansteuern. Sie sitzen auf einer motorisch verfahrbaren Einheit, die dadurch einen Zoombereich von minimal 11° bis maximal 58° ermöglichen soll; dies schafft die Zoom-Einheit des Helios+ 19Z bei voller Auslenkung übrigens in weniger als einer Sekunde. Umringt wird das Ganze, wie bereits erwähnt, von einem milchig mattweißen Leuchtband, dessen vier Teile mit jeweils zwei RGB-LEDs ausgestattet sind. Auch diese LEDs lassen sich in einem bestimmten DMX-Modus, von denen es insgesamt sechs an der Zahl gibt, separat ansteuern. Einstellungen, wie Pan / Tilt invert oder auch z. B. die verschiedenen Dimmerkurven können per DMX ferngesteuert werden – das umständliche Einstellen am Gerät kann man sich dadurch sparen. Zu Guter Letzt und ebenfalls im Kopf des Scheinwerfers untergebracht, sind das zweizeilige Display mit sechzehn Zeichen und die dazugehörigen Navigationstasten; das sind beim Helios+ 19Z vier Stück. Da diese Tasten, zumindest bei dem der Redaktion vorliegenden Gerät, nicht beschriftet sind, bedarf die Navigation durch das Gerätemenü anfangs ein wenig Übung. Auch macht es dieser Umstand nicht unbedingt einfacher, Einstellungen am Gerät bei laufendem Betrieb vorzunehmen. Hier kommt die Frage auf, ob es nicht vorteilhafter gewesen wäre, wenn Display und Navigationstasten ihren Platz an der Frontseite des Scheinwerfer-Basements gefunden hätten, die somit lediglich durch den Produktnamen geschmückt wird. Immerhin schaltet der Kopf auf „stur“ sobald man eine Taste doppelt betätigt, nach einiger Zeit der Nichtbetätigung, führt der Helios+ 19z dann die anliegenden DMX-Werte wieder aus. Von den Ausmaßen her wirkt das kopfbewegte LED-Multifunktions-Washlight sehr homogen, auch wenn das Basement im Vergleich zu anderen produktverwandten Geräten vielleicht etwas größer geraten ist. Im Gesamtbild wirken die Relationen jedoch stimmig und auch das Verhältnis zwischen Größe und Gewicht passt; denn bei den schmalen Eckdaten, zusammengefasst in einer Höhe von ca. 399 mm, einer Breite von ca. 320 mm und einer Tiefe von ca. 158 mm, ist das Gesamtgewicht von ca. 7,4 kg keineswegs überdimensioniert. Die Frischluftzufuhr des Helios+ 19Z erfolgt über ein intelligentes Belüftungssystem, das in vier unterschiedlichen Lüfter-Modi betrieben werden kann und das Gerät somit auch für Anwendungen infrage kommen lässt, bei denen eine minimale Geräuschkulisse unabdingbar ist.

Helios 19Z Back
Display und Tasten sind am Kopf positioniert – erschwert die Bedienung im laufenden Betrieb, bei doppelter Betätigung eines Buttons bleibt der Kopf jedoch stehen

Die besonderen Eigenschaften

Die hervorzuhebenden Besonderheiten, die das neue LED-Washlight von Ehrgeiz mit sich bringt, sind auf der einen Seite ohne Zweifel die neunzehn einzeln ansteuerbaren Hochleistungs-LEDs. Auf der anderen Seite sorgt das LED-Leuchtband des Helios+ 19Z bereits im Vorfeld für einen unverwechselbaren Wiedererkennungseffekt. Doch auch speziell im Bereich der Optik haben sich die deutschen Ingenieure einiges einfallen lassen. So werden einige der verbauten Komponenten des ehrgeizigen Produktes mit klangvollen Bezeichnungen, wie „SteadyColor Dimming“ oder „ConsistentColor Zoom Optic“, angepriesen. Die erste dieser beiden Bezeichnungen bedeutet die neue Eigenschaft, dass beim Herunterdimmen der LED-Bausteine eine konstante Farbwiedergabe erhalten bleibt. Diese Funktion soll ermöglicht werden, indem die einzelnen RGBW-LEDs speziell aufeinander abgestimmt werden, und die Geräte das Werk geeicht verlassen. Doch auch die Zoom-Einheit des Helios+ 19Z zeichnet sich laut Hersteller durch eine sehr positive Eigenschaft aus. So soll durch die neuartige Zoom-Optik eine gleichmäßige Abbildung über den gesamten Zoombereich gewährleistet sein. In beiden dieser Punkte ist sich die PRODUCTION PARTNER Redaktion einig, dass hier nicht zu viel versprochen wird. Die Farbwiedergabe bleibt bei der Abschwächung der Intensität, dabei ein wenig abhängig von den gewählten Farbwerten, tatsächlich nahezu konstant. Auch die Projektion weist in den verschiedenen Zoomstufen keine störenden Koronen auf. Daumen hoch! Erwähnenswert ist auch die große Bibliothek an „LEE Filtern“, die als Presets im Gerät die passenden Farben mischen – und auch gut treffen.

Helios 19Z Ring Detail
Neunzehn 15 W „Osram Ostar“ RGBW-LEDs und jeweils zwei RGB-LEDs in den matten Leuchtbändern

Ehrgeiz in der Praxis

Der Helios+ 19Z ist selbst mit Funktionen ausgestattet, die heutzutage eher nicht mehr zum Standard zählen. Dazu gehören z. B. die drei editierbaren Programme mit bis zu 25 Schritten oder der implementierte Stand-Alone-Modus. Darüber hinaus zählen ein stufenloser CTO, ein virtuelles Farbrad mit mehr als 30 Farben und diversen virtuellen Weißlicht-Korrekturfiltern, ein elektronischer Shutter-Effekt mit einer Frequenz von bis zu 20 Hz sowie die Auswahlmöglichkeit vier verschiedener Dimmerkurven zu den weiteren attraktiven Eckdaten des Gerätes. Sechs unterschiedliche DMX-Modi, die entweder 15, 22, 31, 59, 137 oder 165 DMX-Kanäle je Gerät veranschlagen, sorgen passend für alle nur denkbaren Anwendungen für die benötigte Arbeitsweise des Gerätes. So können im größten DMX-Mode mit 165 Kanälen je Gerät nicht nur die Farbwerte jeder einzelnen RGBW-LED verändert, sondern auch die Dimmer- und Shutter-Funktionen der neunzehn Chips separat voneinander geregelt werden. Ebenfalls liegen in diesem Modus die acht RGB-LEDs des Lichtbandes einzeln an, dies jedoch ohne eine Shutter oder Dimmerfunktionen. DMX-Modi, die das Gerät mit deutlich weniger DMX-Kanälen gefügig machen, bieten mit verschiedenen sogenannten „Pattern“, in Form von abrufbaren geometrischen Formen und vorgefertigten Effekten, einen von Herstellerseite aus gut gefüllten Pool voller schön programmierter Gimmicks. Viele dieser implementierten Effekte sind virtuell um 360° rotierbar und lassen damit wirklich jede Menge Raum für kreative Ergüsse. Selbst die plakative Sparte, zu der unter anderem auch der obligatorische „Smiley“ zählt, wird bedient. Selbst das komplette Alphabet, die Zahlen von 0–9 und einige Sonderzeichen sind über die mannigfaltig, vorhandenen Pattern abrufbar. Und auch wenn bei der Darstellung von Buchstaben auf Grund der Anordnung der RGBW-LEDs schon mal ein Auge zugedrückt werden muss, um zu erkennen was gemeint ist, sind die vorprogrammierten Pattern eine hervorragend gelöste Funktion. Und auch das äußerst homogen abstrahlende Leuchtband sorgt auf Grund seiner leistungsstarken RGB-LEDs und mit einer Vielzahl von vorgefertigten Lauflichtern für durchsetzungsfähige und ansehnliche Effekthascherei.

Fazit

Der neue Helios+ 19Z aus dem Hause Ehrgeiz punktet ganz klar durch seine inneren Werte. Das äußere Erscheinensbild mag zwar durch die vielleicht etwas vernachlässigt wirkenden Hartplastikteile der Geräteabdeckungen im ersten Moment ein wenig stutzig machen, jedoch weiß das stimmige Zusammenspiel der einzelnen Komponenten sehr schnell vom Gegenteil zu überzeugen. Das Gesamtergebnis stimmt voll und ganz, und die von Seiten des Herstellers im Speziellen angepriesenen Funktionen werden mit Bravour gemeistert. Auch preislich steht das ehrgeizige LED-Washlight nicht allzu schlecht da, denn der Helios+ 19Z ist bereits für einen Listenpreis von ca. 2.700 € (zzgl. MwSt.) käuflich zu erwerben.

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