LED-Spotlight

Elation Satura Spot CMY Pro im Test

Der Satura Spot CMY Pro des amerikanischen Herstellers Elation präsentiert sich als vollwertiges Spotlight mit vielen Funktionen – betrieben von einer 320 W starken Weißlicht-LED-Engine und maximal 500 W Leistungsaufnahme.

Elation Satura Spot CMY1
(Bild: Elation)

Zwar gibt es an LED-Washern mittlerweile eine enorme Vielfalt und steigende Akzeptanz, denn sie sind qualitativ gleichwertige, in praktischen Belangen ihrem konventionellen Pendant meist sogar deutlich überlegene Scheinwerfer. Die Zahl LED-basierter Spotlights dagegen ist nach wie vor überschaubar. Dies liegt vor allem an der benötigten Kombination aus konkurrenzfähiger Leistung und idealerweise punktförmiger Lichtquelle, wie sie für eine hochwertige Projektion notwendig ist. Der Output wie von einer 1.200 W starken Kurzbogen-Entladungslampe lässt sich auf LED-Basis bezüglich Baugröße nun mal bis heute nicht gleichwertig realisieren – erst recht nicht, wenn zusätzlich mit additivem Farbmischsystem und dementsprechend mehreren Lichtquellen gearbeitet werden muss. Daher kommen im Spot- und Profile-Bereich sehr häufig reine Weißlicht-LED-Cluster zum Einsatz, Farbmischung sowie Farbkorrektur erfolgen anschließend subtraktiv per CMY-Filter. So auch beim neuen Satura Spot CMY Pro des amerikanischen Herstellers Elation, der so versucht, niedrige Wattzahl, hohen Output und hochwertige Projektionseigenschaften zu vereinen. Der Satura Spot bietet nahezu alles, was man von einem aktuellen Spotlight erwartet – und ist dabei äußerlich erst einmal nicht von einem konventionellen Moving-Head zu unterscheiden, sieht man einmal von der nicht vorhandenen Möglichkeit des Leuchtmitteltauschs ab.

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Setup des Scheinwerfers

Das Setup beginnt mit Installation und Montage des knapp 30 kg schweren und insgesamt 72 cm hohen, durchaus ausgewachsenen Scheinwerfers. Die konzeptionelle Entscheidung, „lediglich“ die konventionelle Lichtquelle gegen rein weiße LED-Emitter auszutauschen, bedarf neben der obligatorischen Kühlung ein gleichermaßen raum- wie gewichtfüllendes, optisches System – weshalb der LED-Spot in puncto Größe und Gewicht keine nennenswerten Vorteile gegenüber konventionellen Maschinen ausspielen kann. Der große Aha-Effekt aktueller LED-Washlights mit handlichem Format, geringem Gewicht und dennoch ordentlich Power bleibt einem Spotlight dieser Bauart also erst einmal verwehrt. Der kosten- und zeitintensive Wechsel des Leuchtmittels entfällt bei einer angegebenen Nutzungsdauer von 50.000 Stunden in jedem Fall! Mit dem im Lieferumfang enthaltenen Safety-Seil ist eine Sicherung nach deutschen Vorschriften nicht möglich. Auch wenn kostenfreie Beigaben – neben dem Safety liefert Elation hier noch zwei Omega-Brackets und ein kurzes 3-pol-DMX-Kabel mit – grundsätzlich positiv zu bewerten sind, kann das Sicherungsseil wegen fehlender Kausche und dem unzulässigen Karabiner nicht für das Anschlagen im deutschen Raum genutzt werden. Anschlussseitig bietet der Satura Spot neben einem PowerCon-Anschluss sowie 3- und 5-poligen DMX-Anschlüssen auch EtherCon-In und Out zur unmittelbaren Ansteuerung der Leuchte mittels ArtNet-Protokoll. Wer lieber wireless arbeiten möchte, kann dies über den serienmäßig implementierten Elation EWDMX-Receiver tun. Speziell die Ausgabe drahtlos empfangener Daten an weitere, kabelgebundene Scheinwerfer ist dabei ein sehr praxistaugliches und angenehmes Feature. Das akkugepufferte Menü mit seinen touch-sensitiven Tasten ohne Druckpunkt ist aufgrund seiner grafischen Struktur bei Erstkontakt etwas gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit aber intuitiv zu bedienen. Wie bereits bei einem früheren Elation-Testgerät angemerkt, ist lediglich die Suche nach den DMX-Modi etwas knifflig, findet man diese doch nicht unter „Personality“ oder „Function“, sondern im Menü- punkt „User Mode Set“. Hier besteht auch die Möglichkeit, neben den drei vorgegebenen DMX-Charts Basic, Standard und Extended mit 22, 24 oder 33 Kanälen sein eigenes Chart zu definieren und so beispielsweise an andere Scheinwerfer anzugleichen. Die Vergabe der DMX-Adresse kann auf ähnlich vielseitigem Wege wie die Ansteuerung erfolgen: Klassisch mittels Menü, modern über RDM oder auch per DMX direkt vom Controller aus. Dazu muss neben der Freischaltung dieser Funktion in den „Status Settings“ des „Personality“-Menüs eine bestimmte Wertekombination der ersten drei DMX-Kanäle an die Leuchte gesendet werden. Zu beachten ist dabei, dass dabei alle in der Datenkette hängenden Scheinwerfer gleicher Adresse umadressiert werden, dies also für ein fertig bestücktes Rigg eher einen Notfall-Workaround darstellt – zumal im Gegensatz zu RDM auch über die reine Adresse hin – aus keine weiteren Konfigurationen oder Rückmeldungen möglich sind. Ein Elation-typischer, extrem umfangreicher Stand-Alone-Modus mit bis zu 250 speicherbaren Szenen – organisiert in maximal zehn Programmen zu je 64 Szenen – sowie die Möglichkeit, bis zu drei Master/Slave-Ketten mit drei unterschiedlichen Programmen zu synchronisieren, bietet ein Höchstmaß an controllerfreier Gestaltung. Sehr zu gefallen wusste hier der „Record Controller“, der Szenen in einem vorgegebenen Bereich automatisch aufzeichnet – so können gewünschte Looks sehr schnell als Cueliste in einer Konsole erstellt, anschließend als Szenen in den Satura Spot importiert und letztlich als Programm im Stand-Alone-Betrieb abgespielt werden!

Dimmung und Farbmischung

Nach dem Einsichern erfolgt der Reset, in dessen Verlauf der Kopf sowohl in Pan- als auch in Tilt-Achse deutlich hörbar in die mechanische Begrenzung fährt – dies hätte sensorisch etwas feiner gelöst werden können, tut der Funktion aber keinen Abbruch. Das anschließende Aufflammen der 320 W starken LED-Engine erreicht laut Herstellerangabe die Helligkeit eines konventionellen 575 W Moving-Lights – eine Angabe, die wir auch subjektiv in unserem Test bestätigen können. Das Dimming erfolgt äußerst direkt und gleichmäßig, Flashbefehle werden ohne Zeitverzögerung und schnell befolgt. Interessanterweise findet sich in allen DMX-Charts ein sogenannter „Dimmer Curve Modes“-Kanal, dessen fünf Modi allerdings nicht die Dimmerkurve, sondern die In- und Outfadezeiten beeinflusst und so beispielsweise einen 0 s Fade intern mit einem Infade von 780 ms (Stage-Mode) bis 1.580 ms (Theatre-Mode) belegt. Bezüglich Bewegung benötigt der Satura Spot rund 1,8 s für 250° Tilt und ca. 3,5 s für 540° Pan – Werte, die messtechnisch kein Highlight, in der Praxis aber völlig konform für ein Moving-Light dieser Klasse und ausreichend für alle Arten von bewegter Illumination sind. Auf Controllerbefehle reagiert der Spot selbst im Tracking-Mode leider etwas schwerfällig und läuft geringfügig nach, was ein punktgenaues Positionieren und Einrichten erschwert. Das CMY-Farbmischsystem erzeugt sehr gesättigte Grundfarben inklusive eines durchaus brauchbaren Rots, in den Pastelltönen macht sich allerdings deutlich bemerkbar, dass die Sättigung der einzelnen Farb-Flags im CMY-Modul konzentrisch zunimmt. Im Gegensatz zu einem keilförmigem Farbauftrag lassen sich dadurch bei teilweise eingefahrenen Flags und unscharfem Fokus entweder deutliche Farb-Hotspots oder Ringe erkennen. Noch deutlicher wird der Effekt bei eingefahrenem Prisma – hier konzentriert sich die Farbe bei scharf gestelltem Fokus in den Mittenbereich und läuft je nach Intensität der Mischung nach außen hin in hellere Töne aus. Gleiches gilt für den stufenlosen CTO-Filter, der zudem bei 100 Prozent etwas über das Ziel hinausschießt und doch sehr ins Orange abdriftet. Das Tempo der Farbmischeinheit ist Porsche, aber nicht Formel 1: Schnelle Effekt-Farbwechsel kommen rasch an ihre konstruktionsbedingte Grenze. Mit dem Satura Spot RGBW steht Kunden mit dem Wusch nach schnellen Farbwechseln eine Alternative aus eigenem Haus zur Verfügung. Ein zusätzliches Farbrad bietet direkten Zugriff auf die sechs Primärfarben RGB und CMY plus Orange sowie Farbrad-Rotationen – Splitfarben sind nicht möglich.

Gobos, Prisma, Frost und Zoom

Die Auswahl der sechs rotierenden und sieben statischen Gobos ist durchaus gelungen, wenngleich dem einen oder anderen Anwender der klassische Dot-Beambraker oder Aerial-Cone fehlen dürften. Allerdings lassen sich die rotierenden Scheiben problemlos aus – tauschen und so dem eigenen Bedarf anpassen. Neben Indizierung und Rotation auf Rad 1 bieten beide Goboräder weiterhin Shake-Effekte und Gobo-Wheel-Rotationen in diversen Geschwindigkeiten. Der Fokus zeichnet beide Gobo-Ebenen scharf ab und ermöglicht hervorragende Morphing Effekte. Eine High-Speed-Iris erzeugt einen extrem engen Lichtstrahl, allerdings zeichnet sich dann bei Scharfstellung die eher geringe Anzahl an Lamellen deutlich ab, wodurch der Beam vor allem im geschlossenen Zustand seine runde Form verliert. 3-fach-Prisma und nicht stufenloser Frostfilter teilen sich eine identische Position auf der optischen Achse und werden von zwei entgegengesetzten Seiten in den Beam eingefahren. Logischerweise lässt sich dadurch nur eine von beiden Funktionen nutzen, bei Anwahl beider Features behält das Prisma die oberste Priorität. Ein Frosten einer möglichst großen Fläche durch gleichzeitige Nutzung des Prismas ist deshalb nicht möglich, lässt sich aber durch den großen Spielraum der Fokuslinse zumindest in gewissem Umfang imitieren. Die Zoomlinse beansprucht den vorderen Teil des Kopfes für sich und verändert den Abstrahlwinkel des Spotlights von 14° auf 36°. Leider kämpfen Zoom und Fokuslinse sowie Prisma und Frostfilter in bestimmten Konstellationen gleichermaßen um ihr Recht auf freie Entfaltung in dem kompakten Kopf. Dies erzeugt einige Besonderheiten, beispielsweise beschränkt ein bei minimalem Fokus eingebrachtes Prisma oder Frost geringfügig den Fahrweg des Zooms in Richtung Narrow. Dies ist an sich kein Problem, liegt es doch in der Natur der Sache, beide Effekte eher flächig zu nutzen, zumal die Behinderung nur wenige Grade betrifft – unschön jedoch ist der Verlust des Fokus in dieser Situation.

Bei minimalem Zoomwinkel und eingebrachtem Prisma bewirkt eine Fokusänderung nicht mehr ein Verfahren der Fokus-, sondern der Zoomlinse – der Beam wird also nicht mehr fokussiert, sondern vergrößert. Dadurch ist beispielsweise der klassische Workflow „Iris geschlossen – Zoom minimal – Fokus scharf – Prisma“ zur Erzeugung dreier scharf abgezeichneter, eng abstrahlender Beams nicht möglich, sondern bildet stattdessen Segmente des LED-Clusters ab. Erst ab einem DMX-Wert von ca. 40 Prozent für den Zoomkanal arbeitet die Fokuslinse wieder ordnungsgemäß und ermöglicht ein Scharfstellen von Gobo oder Iris.

Fazit

Der Elation Satura Spot CMY PRO ist ein in Verarbeitung wie Leistung qualitativ hochwertiges Spotlight mit Weiß- licht-LED-Engine im Bereich konventioneller 575-Watt-Moving Lights. Lediglich die etwas inhomogene CMY-Mischung bei ungesättigten Farben sowie der fehlende Fokus bei eingefahrenem Prisma und kleinem Zoomwinkel trüben das Bild eines ansonsten insgesamt gelungenen Scheinwerfers. Vielfältige Ansteuermöglichkeiten über DMX, ArtNet oder W-DMX, ein außer – ordentlich umfangreicher Stand-Alone-Modus sowie eine reichhaltige technische Ausstattung mit CMY-Farbmischung, CTO-Filter, zwei Goborädern, Iris, Frost, Prisma und Zoom lassen nahezu keine Wünsche offen. Der Elation Satura Spot CMY PRO ist für einen Listenpreis von 5.699,00 EUR inkl. MwSt. erhältlich.

Elation Satura Spot CMY6 (2)
Die High-Speed-Iris erzeugt einen extrem engen Lichtstrahl, allerdings zeichnet sich bei Scharfstellung die eher geringe Anzahl an Lamellen deutlich ab, wodurch der Beam vor allem im geschlossenen Zustand seine runde Form verliert (Bild: Stefan Junker)

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Hallo Stefan,
    ich würde mich freuen, wenn wir uns auf der PLS treffen könnten.
    Leider stimme ich mit Deinem Statement über ‘1200W’ nicht überein.
    Happy to meet you!
    Ruediger

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