Prolights Smartbook

LED-Fluter im Laptopformat

Einen kompakten, wetterfesten, komplett kabellosen LED-Fluter mit W-DMX, langer Akkulaufzeit, ausreichender Leistung bei moderatem Gewicht, und zusätzlicher Infrarot-Fernbedienung – gibt es nicht? Gibt es doch.

(Bild: Feiner)

 

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Insbesondere im Industrie- und Galageschäft ist so genanntes Wurfmaterial unabdingbar. Schnell noch mal eine Lampe hier und da zum Aufhübschen des Empfangs- oder Außenbereichs hingestellt. Am besten wetterfest und möglichst unsichtbar. Dass dabei keine störenden Kabel den Publikumsverkehr oder gar Fluchtwege kreuzen, hat sich von selbst zu verstehen. Und das Ganze muss zum Ende der Veranstaltung natürlich auch schnell wieder eingesammelt sein. Man kennt das. In früheren Zeiten fiel dies noch unter das undankbare Motto „Spezialaufgabe“ und war letztendlich oft mit einem nicht unwesentlichen Aufwand verbunden. Seit einigen Jahren jedoch bieten akkubetriebene Geräte in Verbindung mit zuverlässigen und immer leistungsstärkeren Batterien die Möglichkeit, eben solche Einsätze viel leichter und mit erheblich weniger Aufwand zu bestreiten.

Smartbook: LED-Fluter im Laptopformat

Zu dieser Gattung von Scheinwerfern gesellt sich auch das neue Smartbook des italienischen Herstellers Professional Lights. Hierbei handelt es sich um einen äußerst kompakten LED-Fluter, der mit insgesamt 96 LEDs in 3 Watt Stärke in einer Anordnung von 16 × 6 Dioden ausgestattet ist, und dabei über einen manuell einstellbaren und stufenlos arretierbaren Tilt-Achsen-Radius von 90° verfügt. Die als erste auffallende Besonderheit an dem Gerät ist seine dezente Größe. Die Gehäuseabmessungen des Scheinwerfers liegen nämlich bei nur ca. 41 cm Breite und gut 21 cm Tiefe. Das Gerät besteht aus zwei Teilen, die an einer der Längsseiten über ein Gelenk miteinander verbunden sind. Diese beiden Elemente können, ähnlich wie bei einem Laptop, zusammen oder auseinandergeklappt werden. Somit kommt das Gerät auf eine Transporthöhe von nur etwa zehn Zentimetern. Die untere Hälfte des Smartbooks beherbergt die aufladbare Batterie und ein mehrzeiliges monochromes Display mit vier Navigationstasten, sowie einen On/Off-Power-Schalter und einen vierpoligen Anschluss zum Aufladen der Batterie. Einen DMX- oder Netzwerkanschluss sucht man vergebens; dazu später mehr. Auf der gegenüberliegenden Seite des Anschlusses für die Spannungsversorgung befindet sich ein gut dimensionierter Tragegriff, der den Umgang mit dem 8,4 kg schweren Gerät ungemein erleichtert. Dieser verfügt, beispielsweise für die Montage des Smartbooks auf einem Stativ, über ein zentrisch in den Griff hinein geschnittenes M10-Gewinde – im Manual fälschlicherweise mit M12 beschrieben. Mit jeweils zwei weiteren Gewinden, die jeweils einen Durchmesser von 5mm haben, bietet die Unterseite des Smartbooks weitere Möglichkeiten für die Aufnahme einer Klemme oder Ähnlichem. Zudem eignet sich der Tragegriff, der aus einem Guss mit dem Gehäuse gefertigt wurde, hervorragend für die Verwendung eines entsprechend dimensionierten Sicherungsseils. Ansonsten scheint das Gerät eher für den stehenden Betrieb gemacht worden zu sein. Für ausreichend Standfestigkeit sorgen an dieser Stelle vier rutschfeste Gummifüße. Laut Herstellerangaben befinden sich in der oberen Hälfte des Smartbooks insgesamt 96 RGBW-LEDs mit jeweils 3 Watt Stärke. Auch aus dem Kontext der Bewerbung oder dem Handbuch des Gerätes könnte dieser Eindruck entstehen. In der Realität handelt es sich bei der Gesamtanzahl zwar tatsächlich um96 einzelne Leuchtmittel, diese sind jedoch in jeweils 24 rote, grüne, blaue und weiße Dioden aufgeteilt. Aber das ergibt ja dann am Ende auch wieder irgendwie RGBW.

 

Verarbeitung

Das Gerät macht auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck, und die Verarbeitung wirkt solide und ordentlich. Das geht los beim überaus robust scheinenden Gehäuse, das durch seine geschlossene Bauart die Schutzklasse IP65 erreicht und das Gerät dadurch ohne weitere Schlechtwettermaßnahmen vollends für den Außeneinsatz wappnet. Die Kühlung des Smartbooks erfolgt dabei ohne den Einsatz von Lüftern und ausschließlich über die Kühlrippen an der Rückseite des Geräteteils. Hier ist auch das Leuchtmittel mit den 96 Dioden angesiedelt. Den Betrieb des Prolights Smartbooks kann man daher als geräuschlos beschreiben. Das Display ist mit 3 × 1,5 cm und bei einer Darstellung von bis zu fünf Zeilen zwar schon recht klein ausgefallen, jedoch aus nicht allzu großer Entfernung gut lesbar und dem Zwecke seines Daseins erfüllend. Die Navigation durch die einzelnen Menüpunkte erfolgt intuitiv über vier berührungsempfindliche Tasten. Hier gibt es keine Überraschungen.

Lebensdauer der Batterie

Ob sich ein Gerät dieser Kategorie am Markt durchsetzen kann, hängt zu einem nicht unwesentlichen Teil von der Nennkapazität des integrierten Akkumulators und dem Handling des Wiederaufladens ab. Die Lösung für das Smartbook wird, wie auch bei anderen Herstellern bereits bewährt, über ein direktes Docking in der optional erhältlichen Transportkiste (vier Geräte) realisiert. Die Leistung oder Kapazität der verwendeten Batterie wird vom Hersteller mit 26 Ah angegeben. Durch den Umstand, dass für diesen Test lediglich ein voll aufgeladenes Testgerät, jedoch keine Möglichkeit, dieses wieder aufzuladen, zur Verfügung gestellt wurde, wurde auch entsprechend vorsichtig mit der einen vorhandenen Akkuladung umgegangen. Zum Ende des Tests hin decken sich die gesammelten Erfahrungen jedoch mit den Angaben des Herstellers, die eine Akkulaufzeit.

Ansteuerung des Smartbooks

Wie bereits erwähnt, sind am neuen Prolights Smartbook keine physischen Signalanschlüsse vorhanden. DMX kann das Smartbook zwar verarbeiten, jedoch ausschließlich drahtlos mit Hilfe des integrierten Wireless Solution WLAN-Empfängers. Und das ganze ohne externe Antenne. Hierfür stehen insgesamt drei DMX-Modi mit vier, sechs oder zehn Steuerkanälen zur Auswahl. Die Ansteuerung des Gerätes kann jedoch auch im Stand-Alone- oder Master/Slave-Betrieb über eine Infrarot-Fernbedienung im Scheckkartenformat erfolgen.

 

Die Infrarot-Fernbedienung

Diese ist nur 8 × 5 Zentimeter groß, einen halben Zentimeter hoch, und mit insgesamt 29 farbig gekennzeichneten Tasten ausgestattet. Fünfzehn davon sind Farbwahltasten, zwei andere wechseln zwischen manueller und statischer Farbwahl. Des Weiteren gibt es Tasten für Dimmer, Speed und Strobe, sowie zwei Tasten für das Erhöhen oder Herabsenken von angewählten Werten. Einige Tasten bewirken keine Funktion, da es sich dabei um eine Universal-Fernbedienung des Herstellers für diese Produktlinie handelt. Der dazu passende Infrarot-Empfänger ist mittig genau über dem Display des Smartbooks untergebracht. Dieser lässt sich daher zwar nur aus einer Richtung, nur bis zu einem bestimmten Winkel und natürlich auch nur bis zu einer gewissen Entfernung zuverlässig erwischen. Dennoch ist dieses praktische Werkzeug eine kleine Wunderwaffe, wenn es darum geht, hier und da schnell ein paar Akzente zu setzen.

Das Smartbook in der Praxis

Erst mal macht das Gerät genau das, was von ihm erwartet wird: Hinstellen, einschalten, bis dreizählen, ausrichten, und bitte. Ohne Kabel. Über mehrere Stunden. Das ist schon mal tip top! Die IR-Fernbedienung bedient die meisten Funktionen, die sich auch in den DMX-Charts des Smartbooks oder den Menüeinstellungen wiederfinden, jedoch teilweise etwas rudimentärer. Neben den 15 festen Farben und fünf nicht editierbaren Farbwechsel-Programmen besteht natürlich auch die Möglichkeit, die gewünschte Farbe über die einzelnen RGBW-Werte in 255 Schritten fein zu justieren. Auch die Geschwindigkeit der Farbwechsel oder des Strobe-Effekts sowie die Regulierung des Dimmers lassen sich über die IR-Fernbedienung vornehmen. Letztere jedoch nur in einer Auflösung von zehn Schritten, wobei die LEDs beispielsweise bei einem Dimmerwert auf niedrigster Stufe (1 von 10) nicht mal ganz aus gehen. Eine zusätzliche Power-Taste erledigt hier den Rest. Die vier unterschiedlichen, und vom Hersteller nicht näher benannten, Dimmer-Modi haben bei der Verwendung der IR-Fernbedienung keine Relevanz und konnten leider nicht getestet werden.

Fazit

Das Smartbook hat, auch ohne per W-DMX getestet worden zu sein und auch wenn der ein oder andere Punkt vielleicht ein wenig wackelt, auf jeden Fallseine Daseinsberechtigung. Einfach, weil es so leicht zu bedienen ist und gut funktioniert. Denn falsch machen kann man hier tatsächlich sehr wenig, wenn es darum geht, mit diesem Gerätetyp mal schnell und unkompliziert einen, auch weniger für Veranstaltungen geeigneten, Veranstaltungsort farblich aufzuwerten. Hiersorgen die 24° Abstrahlwinkel der Dioden und die insgesamt gut 3.000 lm (Herstellerangaben) bereits auf kurze Distanz für einen satten Farbtupfer. Ein magnetisch zu befestigender 35°-Frostfilter ist schon im Lieferumfang enthalten. Dieser sitzt, einmal angeklemmt, wirklich bombenfest am Gerät und würde wohl auch beim Weltuntergang niemals ohne das Smartbook runterkommen. Dennoch wurde der Rahmen, den gängigen Regelwerken entsprechend, mit einer ausreichend dimensionierten Aufnahmemöglichkeit für ein Sicherungsseil ausgestattet. Als weiteres Zubehör ist noch ein asymmetrischer 40 × 24° Frostfilter erhältlich, der auf gleiche Art und Weise am Smartbook befestigt wird. Alles in allem eine runde Sache auf ganzer Linie. Zwar mag die Bestückung mit einfarbigen LEDs, auch was das leidige Thema Pizza-Optik betrifft, nicht mehr ganz so zeitgemäß sein, aber das Smartbook ist auch gewiss nicht dafür gemacht worden, Objekte farbgetreu zu beleuchten. Zudem schlägt sich dieser Umstand auch deutlich im Preis nieder: Das Smartbook kostet 1.332,80 € (inkl. MwSt.) und ist in Deutschland über Feiner Lichttechnik erhältlich.

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