Die kleinste grandMA: Der MA onPC command wing

MA Lighting onPC command wing im Test

MA Lighting ist immer wieder für eine Überraschung gut. Nachdem die Pulte mit der zweiten grandMA Generation größer und komplexer geworden sind, wer hätte mit einem Controller für die onPC Software gerechnet?

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In der Szene haben schon viele aus Kosten- oder beengten Platzgründen mit der freien MA onPC-Software gearbeitet und ihre DMX-Daten über einen MA 2port Node ausgegeben. Um Cues präzise mit Tastendruck und Potibewegungen mit Fadern auszuführen, wurden oftmals irgendwelche MIDI-Controller eingesetzt. Jetzt bietet MA mit dem onPC command wing eine Lösung aus einem Guss an.

Das Wichtigste hierzu vorweg. Der command wing kann direkt zwei DMX-Universen ausgeben und entspricht im Tastenblockdesign der „großen“ grandMA2. Somit ersetzt der command wing nicht nur die Behelfskombination aus 2port Node und MIDI-Controller, sondern entspricht mit einem Touch-PC eher einem Micro- oder Pico-Äquivalent der GMA 1er Serie.

Systemstruktur

MA Lighting wäre nicht MA Lighting, wenn hinter dem command wing nicht noch einige Überlegungen mehr stecken würden als es auf den ersten Blick ersichtlich wird. So wurden die Maße so gewählt, dass der Wing in einer optionalen Laptoptasche auch als Handgepäck im Flieger mitgenommen werden kann. Zusammen mit einem Laptop ist man sehr transportfreudig ausgestattet. Für eine Backup-Lösung erlaubt der Wing aber die maximale Unterstützung bis zu 65.536 Parameter entsprechend den onPC-Definitionen und bietet so für den seltenen Havariefall dennoch eine Tasten-basierte Bedienlösung.

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Das Haupt-Encoderrad ist von der Platine entkoppelt und mit Steckverbinder angeschlossen (Bild: MA Lighting)

 

So wie für Havariegeräte oftmals kaum Platz zur Verfügung steht, so ist der Wing auch als Hauptanlage bei engen Platzverhältnissen wie in einigen Theatern, Mehrzweckhallen oder generell in älteren Häusern, deren Regie eine grandMA2 allein aus Platzgründen nicht aufnehmen kann ein akzeptabler Lösungsweg, wenn man auf Funktionsumfang und Support dieser Konsole zurückgreifen will. Hier bietet der onPC command wing sehr interessante Lösungswege an. So ist z. B. bei dem Einsatz von einem PC mit mehreren Monitorausgängen an denen auch Touchscreens angeschlossen werden können, die Übersicht ähnlich gut wie bei der großen grandMA.

Verwendet man in dem System aus Rechner und command wing, der 2.048 Parameter frei gibt, noch einen 2Port Node, so stehen bereits drei DMX-Universen zur Verfügung bzw. 2.560 Parameter. Ein 2Port Node Pro mit zwei DMX-Universen ermöglicht die Ausgabe von bis zu 3.072 Parametern, wobei hier dann aber auch die Obergrenze dieser Systemstruktur erreicht ist. Weitere 2Port Node verteilen zwar die DMX-Universen flexibler, bewirken aber keine weitere Parameterfreigabe mehr.

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Zweimal DMX Out und die gewohnten Anschlüsse der grandMA (Bild: MA Lighting)

 

Benötigt man für seine Anwendung hauptsächlich einen Medien-Server in Form einen MA VPU (Video Processing Unit), dann ist es nun auch möglich mit dem command wing und onPC komfortabel den Medien-Server zu steuern, ohne sich noch eine grandMA ultra-light daneben stellen zu müssen.

Natürlich kann auch ein NPU der 2er Serie (Network Processing Unit) bzw. NSP der GMA 1er Serie (Network Signal Processor) angeschlossen werden. Auch für das Pre-Programming ist der command wing eine preiswerte, komfortable und kompakte Lösung.

Aufbau

Der command wing wird per USB an den Rechner angeschlossen, auf dem die MA onPC Software läuft. Damit werden bereits 2.048 Parameter freigeschaltet. Die Tasten sind hinterleuchtet und signalisieren wie auf der großen Konsole auch die Informationen. Das Encoder- und Faderfeeling ist vollkommen in Ordnung. Hier bleibt nur der einzige Wermutstropfen, warum dem Wing nicht auch Motorfader spendiert wurden.

So könnte beim Seitenumschalten auch immer vom aktuellen Intensitätsstand gleich weiter gearbeitet werden. Auch entspricht die Anordnung von sechs Fadern nicht der 5er Block-Darstellung der großen grandMA. Hier kann man zugute halten, dass man den 6. Fader abgesetzt für Geschwindigkeitssteuerung oder Zuschauerlicht ein wenig separieren kann. Auf der anderen Seite hätte man den Platz für den sechsten Fader auch nutzen können, um einen Umschalter der drei 5er Faderblöcke zu realisieren.

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Funktionsabhängig hinterleuchtete Tasten wie beim großen Pult (Bild: MA Lighting)

 

So sind immer nur die ersten fünf Fader einer Faderseite im Zugriff. Sehr schön ist die Lösung mit Shortcuts, die man auch selbst definieren und somit noch effektiver und schneller mit der Software basierenden Lösung arbeiten kann, indem z. B. direkt mit der Tastatur die Parameterblöcke zum direkten Zugriff umgeschaltet werden. Ähnlich wie ein DJ-Controller mit integrierter Soundkarte beinhaltet der command wing ebenfalls Anschlüsse für MIDI und Remote-Eingänge.

Natürlich ist auch ein DMX-Eingang ausgeführt wie auch der Timecode-Eingang. Was wir je – doch gegenüber der Konsolenausführung vermisst haben ist der Soundeingang für die Sound-to-Light-Anbindung. Diese Funktion wird in einem späteren onPC Release so ausgeführt werden, dass über die Soundkarte des Rechners die Soundsignale in die onPC-Software übertragen werden und nicht über den command wing.

Praktisch sind die Diebstahlsicherung via Kensington Lock und der DMX-Hold, der seine Stromversorgung über den USB-Bus oder über das eingebaute Netzteil beziehen kann. Mit Auslieferung des MA command wings, die Mitte März erwartet wird, steht auch das neue Realease der onPC-Software zum Download bereit, die das einfache Plug and Play mit der command wing erlaubt.

Fazit

Für 4.748,10 € inklusive MwSt. erhält man Eintritt in den vollen Funktionsumfang der grandMA2 Familie. Dabei ist man äußerst kompakt, ideal für häufiges Reisen und muss dabei nicht auf das gewohnte Tastaturlayout bzw. Feeling der Großen verzichten. Mit den zwei DMX-512-Abgängen sind auch die „Brot und Wasser“-Produktionen mit abgedeckt.

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