Kabellose Akkuleuchte

Prolights SmartBatPlus im Test

SmartBatPlus nennt sich das neueste und größte Mitglied in der kabellosen Smartbat-Familie des italienischen Herstellers Prolights, dort übernimmt es die Rolle des Flaggschiffs.

Prolights SmartBatPlus
Pragmatisches Design: Die unspektakuläre, kubische Form ist äußerst pragmatisch designed und bietet auf der Oberseite neben den LED-Emittern einen klappbaren Griff zum einfachen Handling des lediglich 3,6 kg schweren Gerätes (Bild: Stefan Junker)

Egal ob ungewöhnliche Eventlocation oder ein straffer Zeitplan – akkubetriebene LED-Leuchten ermöglichen ein schnelles und einfaches Setup auch durchaus aufwändiger Lichtinstallationen. Dabei sind es vor allem klassische Uplights für Akzent- oder Architekturbeleuchtungen, die mittlerweile in großer Bandbreite am Markt zu finden sind. Die SmartBat-Serie von Prolights bildet hier keine Ausnahme und bietet mit SmartBat, SmartBatIP und SmartBatHex verschiedenste Varianten für In- und Outdoor-Anwendungen an. Das neue Flaggschiff SmartBatPlus präsentiert sich aufgrund einiger markanter Unterschiede im Vergleich zu seinen Schwesternmodellen eigentlich als eigenständiger Scheinwerfer innerhalb der Serie – mit Betonung auf dem „Plus“ an Optik, Helligkeit und Einsatzmöglichkeiten.

Anzeige

Aufbau des SmartBatPlus

Am deutlichsten dürfte bereits beim ersten Blick auf das Gerät die polierte Aluminiumhülle ins Auge stechen – die bisherigen SmartBats waren ausschließlich mit schwarzem oder weißem Gehäuse lieferbar. Prolights nennt das vollmundig „Chamäleon-Verspiegelung“, auch wenn sich der Scheinwerfer im Gegensatz zum Tierreich nicht an den Hintergrund anpassen kann und trotz aller Stealth-Technik als silberner Würfel sichtbar bleibt.

Die unspektakuläre, kubische Form ist äußerst pragmatisch designed und bietet auf der Oberseite neben den LED-Emittern einen klappbaren Griff zum einfachen Handling des lediglich 3,6 kg schweren Gerätes. Unterseitig fallen neben dem On/Off-Taster und dem OLED-Display mit Anzeige von DMX-Modus und Adresse, Signalstärke und Akkustand vor allem ein mechanischer Stellfuß sowie der „Wasserkocher“- Ladeanschluss für den 16,8-V-Lithium-Akku ins Auge. Der etwas klappernde, aber stabile Stellfuß lässt sich sehr leicht über eine seitlich angebrachte Arretierung verstellen und ermöglicht eine Neigung des Uplights von bis zu 20° in Richtung Wand. Alternativ können auch Coupler oder Haken für einen hängenden Betrieb an ein seitlich angebrachtes M12- Gewinde montiert werden – allerdings fehlt in diesem Fall eine gekennzeichnete Befestigungsmöglichkeit für die Sekundärsicherung. Der Ladeanschluss bietet eine extrem komfortable Lademöglichkeit direkt im eigens dafür konstruierten Case – darüber hinaus allerdings auch keine Möglichkeit, den SmartBatPlus auf längeren Events alternativ über Feststrom zu betreiben.

Als Emitter wurden dem SmartBatPlus vier 12 W RGBW-Full- Color-LEDs spendiert, die dazugehörigen Optiken erzeugen einen festen Abstrahlwinkel (Halbstreuwinkel) von 11° und damit laut Herstellerangaben einen „kräftigen Output von knapp über 2.000 lux in 3 m Abstand“. Drei weitere, kleine LEDs auf der Oberseite dienen der Anzeige von Ladezustand und W-DMX-Kopplung sowie zum Empfang von Infrarotsignalen der optionalen Fernbedienung. Die W-DMX-Verbindung erfolgt im Gegensatz zu den bisher proprietär mittels spezifischer Wifi-Box ausgelegten SmartBats über einen branchenüblichen, serienmäßig implementierten Wireless- Solution Empfänger. Das Gehäuse des SmartBatPlus ist wetterfest, die Frontseite des Scheinwerfers nach IP65 (Staubdicht, Schutz gegen Strahlwasser), die Unterseite nach IP54 (Staubgeschützt, Schutz gegen Spritzwasser) klassifiziert und damit für den temporären Außeneinsatz konzipiert.

Einsatz: lange Laufzeit mit hoher Lichtleistung

Wir begannen unseren Test analog dem klassischen Rental- Prozedere mit einem Werks-Reset der Leuchte, um anschließend den Hauptanwendungsfall derartiger Geräte nachzustellen. Denn trotz aller Möglichkeiten dürften nach wie vor mindestens 80 Prozent aller Akkuleuchten aus dem Case genommen, eingeschaltet und mittels Fernbedienung auf eine statische Farbe nach Kunden-CI eingestellt werden – so die Theorie. Leider funktionierte dies bei unserem SmartBatPlus nicht auf Anhieb. Die Fehlersuche ergab, dass ein Rücksetzen der Einstellungen zwar den W-DMX-Empfang aus- sowie die IR-Remote anschaltet, der Scheinwerfer aber trotzdem nach einem DMX-Funksignal sucht und die Fernbedienung dementsprechend ignoriert. Erst ein manuelles Umschalten auf eine statische Farbe beziehungsweise eines der fünf internen Programme brachte die Gespräche zwischen Uplight und der handlichen Fernbedienung in Gang. Dieser Fehler wurde von Prolights sofort aufgenommen und soll mit dem nächsten Firmware-Update bereits behoben sein. Ist der Scheinwerfer einmal auf DMX- oder IR-Empfang konfiguriert, behält er selbstverständlich diese Einstellung auch beim Aus- und Wiedereinschalten bei.

Prolights SmartBatPlus
Drei kleine LEDs dienen der Anzeige von Ladezustand und WDMX- Kopplung sowie zum Empfang von Infrarotsignalen der optionalen Fernbedienung (links und mittig) (Bild: Stefan Junker)

Die Ansteuerung per Fernbedienung ist simpel, zur Auswahl stehen wie bereits erwähnt mehrere statische Farben, interne Programme sowie die Möglichkeit, Farbtöne manuell über die einzelnen LEDs zu mischen. Ist ein Wireless-Solution- Transmitter gelinkt und die Leuchte auf Empfang geschaltet, so hat das W-DMX-Signal immer Vorrang vor IR-Befehlen, die in diesem Fall sinnvollerweise wirkungslos bleiben. Der SmartBatPlus lässt sich in fünf verschiedenen DMX-Modi betreiben, neben einer rudimentären Einzelansteuerung der LEDs sind dies neben alternativen Farbmischungen in HSV- und HSI-Farbräumen vor allem der erweiterte RGBW-Mode inklusive Shutter und Dimmer sowie der 10-kanalige Extended-Mode mit vollem Zugriff auf Farbmakros, interne Programme, deren Geschwindigkeit sowie die Anwahl verschiedener Dimmerkurven. Diese Dimmerkurven glätten das sehr direkt ansprechende Dimming, verlangsamen dadurch aber auch die Reaktionszeit auf Intensitätsänderungen. Die DMX-Werte zur Änderung der Dimmerkurve müssen dabei dauerhaft an den Scheinwerfer ausgegeben werden, eine Speicherung nach mehrsekündigem Controllerbefehl erfolgt nicht.

Eine kabelgebundene Ansteuerung ist nicht vorgesehen, leider entfällt dadurch auch die Möglichkeit, drahtlos empfangene DMX-Signale über einen DMX-Out auszugeben und den SmartBatPlus als „leuchtenden DMX-Receiver“ zu verwenden. Bei Signalverlust speichert ein Data-Hold die letzte Einstellung und friert den Scheinwerfer bis zu einem erneuten Sync mit dem DMX-Sender ein – auch wenn unsere Testgeräte gelegentlich und ohne erkennbaren Grund auf Blackout schalteten. Wünschenswert wäre hier eine Auswahlmöglichkeit über das Verhalten des Scheinwerfers bei Datenverlust, beispielsweise zwischen Hold, Blackout oder einer definierten Farbe.

Kommen wir aber zum eigentlichen Betrieb und damit den Kerneigenschaften des SmartBatPlus, in deren beiden Hauptdisziplinen er deutlich punkten kann: Der Scheinwerfer ist erstaunlich hell und wirft den Lichtstrahl durch den kompakten Beam von nur 11° Abstrahlwinkel über weite Entfernungen – ideal also zur Architekturbeleuchtung auch hoher Gebäude! Die Laufzeit des Lithium-Akkus ist von praxisgerechter Dauer und bestätigte in unserem Test die erfreulich realistischen Herstellerangaben: Unsere SmartBatPlus-Scheinwerfer hielten bei 100% RGBW wie angegeben acht Stunden, bei konstantem Farbwechsel über zwölf und in einer konstanten Farbe (hier: Rot) sogar gute 18 Stunden durch! Ein Ladezyklus von 0 auf 100 im praktischen 6er-Case dauert dabei nur rund fünf Stunden.

Fazit

Wetterfest, leistungsstark und kabellos – so präsentiert sich der neue Prolights SmartBatPlus als Architektur-Uplight in einem kompakten Gehäuse. Verschiedene Ansteuerungsmöglichkeiten von manuell über Infrarot-Remote bis hin zu professionellen W-DMX decken die Bedürfnisse diverser Anwender-Level ab. Die Farbmischung ist dank RGBW-Chips vielfältig und nuancenreich, Farbpresets bieten eine Vielzahl voreingestellter Farben sowie Farbtemperaturen zwischen 3.200 K und 9.000 K. Die Akkulaufzeit ist mit durchschnittlich zwölf Stunden absolut ausreichend für die Praxis, das durchdachte Case vereinfacht dabei das Wiederaufladen mehrerer Scheinwerfer mittels integriertem Ladeanschluss. Der SmartBatPlus ist für einen Listenpreis von 460,− € netto, das 6-fach Ladecase für 774,56 € netto beim Regensburger Vertrieb Feiner Lichttechnik zu beziehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: