Erweiterter Funktionsumfang, IP66-Zertifizierung und ein zeitgemäßes Leuchtmittel versprechen eine bewährte, aber deutlich aktualisierte Durchsetzungskraft
(Bild: Claypaky)
Mit dem Sharpy stellte der italienische Hersteller Claypaky Anfang der 2010er-Jahre einen Scheinwerfer vor, der die Kategorie der kompakten Beam-Movinglights nachhaltig prägen sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren leistungsstarke Beam-Effekte meist mit deutlich größeren und schwereren Geräten verbunden. Der Sharpy brach mit dieser Konvention und kombinierte eine für seine Zeit außergewöhnlich hohe Lichtleistung mit einem extrem engen Abstrahlwinkel und einem Gehäuse, das sowohl vom Gewicht als auch von den Abmessungen her deutlich unter dem damaligen Marktdurchschnitt lag. Über die Jahre hinweg etablierte sich der Sharpy als fester Bestandteil in vielen Bereichen, wie Tour- oder Event-Produktionen sowie zahlreichen TV-Shows oder Installationen.
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Mit dem Ultimo Sharpy greift Claypaky dieses erfolgreiche Konzept nun erneut auf und führt es dabei gleichzeitig in eine neue technische Generation über. Der direkte Vergleich zwischen beiden Geräten zeigt dabei sehr deutlich, welche Aspekte bewusst beibehalten bzw. grundlegend weiterentwickelt worden sind.
Gerätekonzept und äußere Erscheinung des Claypaky Ultimo Sharpy
Rein optisch unterscheidet sich der neue Ultimo Sharpy zwar deutlich vom Erscheinungsbild des ursprünglichen Sharpys, während dabei aber klar erkennbar bleibt, dass Claypaky den Ultimo Sharpy nicht als vollständigen Neuentwurf, sondern als direkten Nachfolger mit klar erkennbarer Herkunft positioniert. Die Grundform des Gehäuses mit kompaktem Basement und kurzen Bügeln orientiert sich dabei wiederum stark am ursprünglichen Sharpy, auch wenn der Kopf des Ultimo Sharpy jetzt deutlich größer und das Gehäuse bei weitem nicht mehr so kantig gestaltet ist.
Der wesentliche Unterschied zeigt sich jedoch in der konstruktiven Auslegung des Gehäuses. Während der originale Sharpy noch als reines Indoor-Gerät konzipiert war und keinerlei Schutz gegen das Eindringen von Staub oder Feuchtigkeit bot, verfügt der Ultimo Sharpy über eine vollständige IP66-Zertifizierung. Sämtliche Gehäuseübergänge, Motoren, Anschlüsse und optischen Komponenten sind entsprechend abgedichtet, wodurch sich der Einsatzbereich erheblich erweitert. Der Kopf des Scheinwerfers lässt sich nicht seitlich öffnen, da er als ein einziges, gegossenes Bauteil ausgeführt ist. Diese Konstruktionsweise minimiert potenzielle Schwachstellen hinsichtlich der Dichtigkeit zwar deutlich, schließt jedoch klassische Servicezugänge vollständig aus. Ein direkter Zugang zu den Komponenten ist konstruktiv aber auch gar nicht vorgesehen, da es im Gerät bis auf das Leuchtmittel keinerlei vom Anwender austauschbare Einzelteile gibt.
Bild: Torben Lehmann
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Für den Zugang zum Innenleben müssen die rückseitige Abdeckung und die darauffolgende Kühleinheit entfernt werden, die beide mit unverlierbaren Schrauben ausgestattet sind. Die komplette Elektronik dahinter inklusive des Leuchtmittels ist in einem einzigen Bauteil zusammengefasst. Platz wurde an dieser Stelle wahrlich nicht verschenkt. Trotz der Kombination aus Aluminiumdruckguss und widerstandsfähigen Kunststoffabdeckungen fallen Baugröße und Gesamtgewicht beim Ultimo Sharpy jedoch weiterhin ausgesprochen kompakt aus. Mit einer Gesamthöhe von rund 54 cm, einer Breite von etwa 36 cm (inklusive der Griffe) und einer Tiefe von nur ca. 25 cm bleibt das Gerät klar in dem Rahmen, den man von einem Sharpy-Nachfolger erwarten würde. Das Gewicht des Nachfolgers liegt bei etwa 19,5 kg und bewegt sich damit nur geringfügig über dem des ursprünglichen Vorgängermodells, das 19 kg auf die Waage brachte. Dieser minimale Gewichtszuwachs relativiert sich, den deutlich erweiterten Funktionsumfang betrachtend, aber auch sehr schnell wieder.
Bereits der ursprüngliche Sharpy setzte als weiteres wesentliches Merkmal Maßstäbe in puncto Bewegungsgeschwindigkeit. Auch dies führt der neue Ultimo Sharpy in verbesserter, und mit Hilfe der aktuellen Motoren in noch präziserer Form fort und erweitert den Bewegungsradius zudem noch um eine endlose Pan-Rotation. Diese Infinite-Pan-Funktion erlaubt uneingeschränkte Bewegungsabläufe ohne Endanschlag und eröffnet damit insbesondere für kontinuierliche Bewegungsmuster neue kreative Möglichkeiten.
Auch im Bereich der mechanischen Details zeigt sich der Generationswechsel. So verfügt der Ultimo Sharpy über Pan- und Tilt-Locks zur Sicherung der Achsen beim Transport sowie eine Pan- und Tilt-Bremse. Die Arretierung der Pan-Achse befindet sich auf dem Basement, so dass sich der Kopf nur in 180°-Schritten parallel zu den seitlichen Griffen hin arretieren lässt, während dies bei der Verriegelung der Tilt-Achse, die in einem der Bügel untergebracht ist, in 45°-Schritten realisiert werden kann. Die seitlich angebrachten abgerundeten Tragegriffe erleichtern Handling und Montage erheblich und sind dafür mehr als ausreichend dimensioniert.
Bild: Torben Lehmann
Bild: Torben Lehmann
Bild: Torben Lehmann
An der Unterseite des Basements befindet sich die herstellertypische, untergeschraubte Bodenplatte mit den entsprechenden Schnellverschlüssen zur Aufnahme der Omega-Bügel, sowie drei separate Aufnahmen für das obligatorische Sicherungsseil. Abhängig von der Montage der Omega-Brackets, hier sind sowohl drei Positionen als auch die um 90° versetzte Befestigung möglich, ergibt sich dadurch stets eine sinnvoll erreichbare Anschlagmöglichkeit. Auch die Omega-Brackets verfügen dabei über drei Bohrungen, so dass auch hier ein weiteres Maß an Flexibilität erreicht wird. Zudem sorgen vier Gummifüße in Kombination mit der abgesetzten Bodenplatte für einen ausreichenden Abstand von insgesamt ca. 2,5 cm zum Boden, was insbesondere beim Einsatz unter freiem Himmel ein großer Vorteil sein kann.
Bild: Torben Lehmann
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Das Display und die Navigationstasten sind an der definierten Vorderseite des Basements untergebracht. Auch bei diesem Gerät wird das interne Gerätemenü monochrom dargestellt, während die Navigationstasten in herstellertypischer Art und Weise kreisrund angeordnet sind und über einen gut spürbaren Druckpunkt verfügen.
Alle elektrischen und signalführenden Anschlüsse sind auf der Rückseite des Basements untergebracht und – mit unverlierbaren Gummikappen versehen – konsequent gegen äußere Einflüsse abgedichtet.
Ergänzend dazu ist der Scheinwerferkopf im Bereich der Frontlinse mit Ablaufbohrungen versehen, durch die sich auf der Glasoberfläche sammelndes Regenwasser kontrolliert abgeführt werden kann. Im aufrechtstehenden Betrieb kann sich jedoch konstruktionsbedingt Wasser in den Kühlrippen des Basements sammeln. In der Praxis sollte dieser Umstand insbesondere bei längeren Outdoor-Einsätzen berücksichtigt werden.
Für die Spannungsversorgung kommen Ein- und Ausgänge als Powercon True1 zum Einsatz, während die Signalführung über fünfpolige XLR-Anschlüsse oder über RJ45 Ethercon-Buchsen für Art-Net und sACN erfolgt. Wahlweise kann hier zusätzlich noch die Funktion „Ethernet to DMX“ aktiviert oder deaktiviert werden, um ankommende Netzwerksignale über die fünfpoligen Schnittstellen weiterzuführen. Zudem verfügt das neue Gerät auch über die herstellereigene CloudIO-Anbindungfür Fernwartung und Firmware-Updates, sowie ein bereits werkseitig integriertes CRMX LumenRadio Wireless-DMX-Modul.
Lichtquelle und optische Leistungsfähigkeit des Claypaky Ultimo Sharpy
Die zentrale technische Weiterentwicklung von der einen zur anderen Generation liegt insbesondere im Bereich der Lichtquelle.
Der originale Sharpy arbeitete mit einer189-Watt-Entladungslampe, mit deren Lichtleistung von knapp60.000 Lux auf 20 Meter seinerzeit neue Maßstäbe in dieser Geräteklasse gesetzt wurden. Die gesamte Leistungsaufnahme wurde mitca. 350 VA bei 230 V und die Farbtemperatur mit rund8.000K angegeben.
Bild: Torben Lehmann
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Der Ultimo Sharpy geht hier einen deutlichen Schritt nach vorn und nutzt als Herzstück eine speziell entwickelte 250-Watt-Osram-Short-Arc-HID-Lampe. Der Lichtoutput wird mit Hilfe des neuen Leuchtmittels auf ca. 100.000 Lux bei 20 Metern gesteigert, was einer Steigerung von knapp 70% entspricht. Die Farbtemperatur liegt hier laut Hersteller nun allerdings nur noch bei rund7.200K. Die maximale Leistungsaufnahme steigt auf450 VA, was sich nicht nur im Output, sondern auch in der thermischen Belastung widerspiegelt.
Während der originale Sharpy bereits für seine hohe Strahlreinheit bekannt war, profitiert der Ultimo Sharpy zusätzlich von einer deutlich größeren Frontlinse. Diese ist mit einem Durchmesser von 140 mm angegeben, von der auf Grund der Einfassung in der Realität allerdings nur 130 mm zur Verfügung stehen. Die Bautiefe der Linse liegt bei ca. 5 cm. Das Ergebnis, ein scharf definierter Lichtstrahl mit einem Winkel von nur 2°, der auch ohne den Einsatz von Nebel oder Haze auch bei Tageslicht bereits gut erkennbar ist, spricht trotz dieses minimalen Verlusts absolut für sich.
Das kraftvolle Leuchtmittel erzeugt bereits ohne Nebel oder Haze einen deutlich sichtbaren Beam (Bild: Torben Lehmann)
Ein weiterer entscheidender Fortschritt betrifft die durchschnittliche Lebensdauer des Leuchtmittels. Der ursprüngliche Sharpy erreichte etwa 2.000 bis 3.000 Stunden. Der Ultimo Sharpy bietet dank intelligenter Leistungssteuerung nun eine Lebensdauer von bis zu6.000 Stunden, was beim intensiven Einsatz nicht nur Wartungsintervalle deutlich reduziert, sondern nebenbei auch noch die Betriebskosten erheblich senkt. Allerdings kann auch das neue Leuchtmittel im heißen Zustand nicht sofort wieder neu gezündet werden. Der Hersteller gibt die benötigte Zeit zum Abkühlen mit einer Mindestdauer von etwa zwei Minuten an.
Klassisches Vorbild mit moderner Flexibilität
Im Bereich der Farberzeugung unterscheiden sich die beiden Generationen trotz exakter Gemeinsamkeiten letzten Endes doch grundlegend.
Der originale Sharpy verfügte ausschließlich über ein festes Farbrad mit 14 Farben, das schnelle, harte Farbwechsel ermöglichte und den typischen Sharpy-Look prägte. Der Ultimo Sharpy übernimmt dieses Farbrad 1:1, ergänzt es jedoch um ein echtes CMY-Farbmischsystem. Diese hybride Lösung erlaubt es, einerseits sowohl den klassischen Beam-Charakter des Originals zu reproduzieren als auch andererseits moderne Farbverläufe, Pastelltöne und fein abgestufte Übergänge zu realisieren.
Bild: Torben Lehmann
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Gerade im Vergleich zeigt sich hier deutlich, wie sich die Anforderungen in den letzten 15 Jahren verändert haben: Während der Sharpy primär als Effektwerkzeug gedacht war, positioniert sich der Ultimo Sharpy jetzt auch zusätzlich für ein breiter gefächertes Anwendungsgebiet.
Auch im Effektbereich bleibt Claypaky dem ursprünglichen Konzept grundsätzlich treu, erweitert dieses jedoch auf ein zeitgemäßes Level. Der originale Sharpy verfügte über ein festes Goborad mit sechs Beam-Reducern und elf Gobo-Positionen sowie über ein rotierbares zirkulares 8-Facetten-Prisma. Der Ultimo Sharpy übernimmt an dieser Stelle ebenfalls exakt dieselbe Konfiguration des ursprünglichen Goborads und die des Prismas. Darüber hinaus kommt beim Ultimo Sharpy nun ein weiteres rotierbares 6 × lineares Prisma zum Einsatz. Dieses ist nicht als plane Scheibe ausgeführt, sondern in konvexer Form in seine Halterung eingelassen, was offenbar eine gleichmäßigere Lichtverteilung innerhalb der aufgefächerten Strahlen positiv beeinflusst.
Bild: Torben Lehmann
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Bild: Torben Lehmann
Da die beiden Prismen auf unterschiedlichen Ebenen im Scheinwerferkopf untergebracht sind, können sie sowohl einzeln als auch miteinander kombiniert genutzt werden. Dadurch lassen sich deutlich komplexere Beam-Effekte erzeugen, die mit dem ursprünglichen Sharpy so nicht realisierbar waren. Komplettiert wird das Effektpaket wie auch beim Vorgänger durch einen Frostfilter, der einen zwar engen, aber dennoch Wash-ähnlichen Beam-Look mit weichen Kanten ermöglicht. Der Frostfilter ist als einziges optisches Element mit einem Federmechanismus ausgestattet und wird bei Spannungsverlust in den Strahlengang hineingezogen. Diese Lösung könnte ein sicherheitstechnisches Thema darstellen, das im Fehlerfall eines Bauteils einen diffusen Lichtaustritt dem konzentrierten Beam vorzuzieht.
Ansteuerung inklusive Sharpy-Mode und -Emulation
Der ursprüngliche Sharpy arbeitete mit einer überschaubaren Anzahl von 15 bzw. 16 DMX-Kanälen (mit oder ohne Lamp on/off via DMX) im Standard bzw. 20 DMX-Kanälen im Vector-Mode. Der Ultimo Sharpy bietet nun insgesamt drei DMX-Steuermodi (Standard, Sharpy, Sharpy-Extended), wobei die Nutzung des Vector-Modes beim neuen Gerät nicht fortgeführt wurde.
Im Standard-Mode werden beim Ultimo Sharpy neben der Pan- und Tilt-Ansteuerung auch die neue CMY-Farbmischung sowie der mechanische Dimmer in einer Auflösung von 16bit angesprochen. Die Sortierung der dafür benötigten 27 Steuerkanäle erfolgt hier thematisch anhand der vorhandenen Funktionen.
Der Sharpy-Mode entspricht mit 16 Kanälen wiederum 1:1 der Kanalbelegung des Vorgängermodells im 16 Ch. Standard-Mode. Dies ermöglicht, den neuen Scheinwerfer ohne weiteren Programmieraufwand problemlos in bestehende Lichtsetups integrieren zu können. Darüber hinaus kann über das interne Gerätemenü eine Sharpy-Emulation-Option aktiviert werden, in dem der Ultimo Sharpy die Geschwindigkeit seines Bewegungs- und Reaktionsverhaltens gezielt an das des ursprünglichen Sharpys anpasst.
Der Sharpy-Extended-Mode, ebenfalls mit einer Anzahl von 27 Steuerkreisen, nutzt für die ersten 16 Kanäle die gleiche Belegung wie der Sharpy-Mode, offeriert allerdings dann auch noch die zusätzlichen Funktionen der CMY-Farbmischung und des zweiten Prismas. Die Belegung der zusätzlichen Kanäle erfolgt dabei von der Sortierung her hinter den Steuerkreisen des klassischen Sharpy-Modes. Allerdings wird der mechanische Dimmer bei dieser Einstellung auch nur mit einer Auflösung von 8bit angesprochen.
Interne Schutz- und Sicherheitsmechanismen
Ein weiterer wesentlicher Unterschied zwischen dem Ultimo Sharpy und seinem Vorgängermodell zeigt sich im Bereich der integrierten Schutz- und Sicherheitsfunktionen. Während der ursprüngliche Sharpy konstruktiv zwar robust ausgelegt war, jedoch weitgehend auf aktive Schutzmechanismen verzichtete, verfügt der Ultimo Sharpy über interne Sicherheitsmaßnahmen. Hierzu zählt unter anderem ein Safety-Blackout-Mode, der den mechanischen Dimmer des Scheinwerfers automatisch schließt, wenn die Pan- oder Tilt-Achse durch äußere Einflüsse bewegt oder blockiert werden. Hinzu kommt ein integriertes SunSafe-Schutzsystem. Dieses bewegt die Tilt-Achse des Scheinwerferkopfes zehn Sekunden nach dem Ausbleiben eines Steuersignals automatisch vollständig in Richtung des Basements. Gerade bei Outdoor-Produktionen oder längeren Standzeiten im Tageslicht stellt dies einen entscheidenden Vorteil dar, da gebündeltes Sonnenlicht bei solchen Beam-Scheinwerfern zu einer erheblichen Beschädigung interner Komponenten führen kann.
Diese Sicherheitsmechanismen stellen gegenüber dem ursprünglichen Sharpy einen deutlichen Fortschritt dar und tragen wesentlich zur Betriebssicherheit und Langlebigkeit des Geräts bei. Zudem verdeutlichen sie, dass der Ultimo Sharpy nicht nur in Bezug auf Lichtleistung und Effekte weiterentwickelt wurde, sondern auch gezielt auf die gestiegenen Anforderungen an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Dauerbetrieb moderner Produktionen konzipiert wurde.
Praxis-Details Claypaky Ultimo Sharpy
Einige Eigenschaften des Ultimo Sharpy lassen sich mit Hilfe des internen Gerätemenüs noch etwas feinjustieren. Neben unterschiedlichen Default-Werten für die Pan- und Tilt-Position des Kopfes zählen hier unter anderem die Auswahl zwischen den beiden Dimmerkurven ‚Linear‘ und ‚Square‘, sowie den beiden Lüftermodi ‚Auto‘ und ‚Theatre‘ zu den modifizierbaren Optionen. Letztere senkt die Betriebslautstärke des Scheinwerfers zwar etwas herab, reduziert damit einhergehend jedoch temperaturabhängig auch die zur Verfügung stehende Gesamtleistung des Leuchtmittels.
Die Wärmeverteilung beschränkt sich beim Ultimo Sharpy nicht ausschließlich auf den direkten Bereich des Leuchtmittels. Durch die IP66-Kapselung und die Lampenleistung erwärmen sich Kopf, Bügel und Basement deutlich. Insbesondere bei längeren Betriebszeiten können Teile des Gehäuses laut Hersteller Temperaturen von bis zu 90°C erreichen. Dieser konstruktionsbedingte Umstand sollte insbesondere bei der Platzierung des Scheinwerfers (angegeben sind mindestens 20 cm Abstand des Scheinwerfers zu entflammbaren Flächen und 13 m zu beleuchteten Objekten), sowie bei Serviceeinsätzen oder beim Abbau nach längerem Einsatz berücksichtigt werden. Der Ultimo Sharpy ist für eine Umgebungstemperatur von -20°C bis +45°C ausgelegt, was insbesondere in Gebieten mit entsprechend niedrigen Temperaturerwartungen ein großer Vorteil ist. Da die installierten Effektbausteine allerdings für das Funktionieren unter sehr hohen Temperaturen im Inneren des Kopfes entwickelt wurden, empfiehlt der Hersteller bereits bei ‚normalen‘ Umgebungstemperaturen eine kurze Aufwärmphase, bevor die Komponenten intensiv genutzt werden. Auch dieser Umstand sollte dahingehend beherzigt werden, um die Langlebigkeit des Scheinwerfers zu unterstützen.
Bild: Torben Lehmann
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Ein weiteres positiv gelöstes Detail stellt das Reset-Verhalten des Ultimo Sharpy dar. Der vollständige Reset-Vorgang liegt mit unter 40 Sekunden im praxisgerechten Bereich. Dabei wird der Lichtoutput zunächst kontrolliert ausgeblendet, bevor der eigentliche Reset der Pan-, Tilt- und Effektachsen erfolgt. Nach der vollständigen Beendigung des Vorgangs fährt das Gerät erst wieder alle Funktionen auf die Zielposition und blendet den Output danach langsam wieder ein. Auch dieses Verhalten stellt einen deutlichen Vorteil gegenüber dem ursprünglichen Sharpy dar.
Bewertung des Claypaky Ultimo Sharpy
Im realen Produktionsalltag kann der neue Ultimo Sharpy vor allem in platz- oder gewichtsmäßig begrenzten Licht-Setups deutlich punkten: Hier macht sich die kompakte Bauform in Kombination mit dem geringen Gewicht äußerst positiv bemerkbar. Insbesondere bei Outdoor-Anwendungen kann der Scheinwerfer aufgrund der IP66-Zertifizierung sowohl den deutlich gesteigerten Output als auch die präzise Bewegungssteuerung und die sauberen Farbverläufe des neuen CMY-Farbmisch-Systems auch ohne zusätzliche Maßnahmen voll ausspielen.
Der enge und homogene Lichtstrahl bleibt auch auf große Distanzen klar definiert und kann sich selbst bei starkem Umgebungslicht zuverlässig durchsetzen. Zudem können in Kombination mit den beiden Prismen effektvolle Beams erzeugt werden, die auch ohne exzessiven Nebeleinsatz noch sichtbar bleiben. Das bedeutet ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Aspekt bei windanfälligen Outdoor-Situationen. Gleichzeitig bringt die hohe Leistung aber auch spürbare Nebenwirkungen mit sich. Wärmeentwicklung und Betriebslautstärke sind präsenter als beim Original und sollten bei entsprechend sensiblen Anwendungen nicht unterschätzt werden. In klassischen Konzert-, Festival- und Outdoor-Setups spielen diese Punkte jedoch eine untergeordnete Rolle.
Nicht zuletzt zeigt sich der Ultimo Sharpy auch im kreativen Betrieb als vielseitiges Werkzeug. Die Kombination aus klassischem Sharpy-Look und moderner Farb- und Effektsektion erlaubt es, innerhalb eines Setups sowohl die vertrauten, ikonischen Beam-Looks, als auch zeitgemäße, farblich differenzierte Effekte zu erzeugen.
Damit eignet sich das Gerät gleichermaßen für AnwenderInnen, die bewusst auf den etablierten Sharpy-Charakter setzen, wie auch für diejenigen, die diesen gezielt weiterentwickeln wollen. Somit ist der Ultimo Sharpy keine nostalgische Wiederkehr, aber auch keine radikale Neuentwicklung, sondern die konsequente Weiterführung eines Klassikers. Der neue Scheinwerfer bleibt zwar klar als Sharpy erkennbar, interpretiert das Konzept jedoch technisch neu und passt es an die heutigen Anforderungen moderner Produktionen an.
Der deutlich höhere Output, die moderne Farbsektion und die Infinite-Pan-Funktion, sowie die IP66-Zertifizierung und die umfassenden Schutzmechanismen machen das Gerät vielseitiger und robuster als je zuvor.