Mischpult

Venue S6L: die wichtigsten Avid-Neuerungen auf einen Blick

Avid S6L
Eine saubere und aufgeräumte Bedienstruktur bietet grundsätzlich eine gute Übersichtlichkeit (Bild: Daniel Schindler)

Neben Neuerungen im grafischen Erscheinungsbild sowie den bereits genannten Upgrades auf 96 kHz, AVB und AAX-DSP 64 Plug-ins bietet das Avid Venue S6L nun 192 Input-Kanäle auf 96 Mischbusse (plus LCR), während beim Venue Profile lediglich 96 Input-Kanäle auf 24 Mischbusse (plus LCR) möglich waren. Auf den DSPs stehen bis zu 200 Plug-in-Slots zur Verfügung, auf denen gängige Studio-Plug-ins direkt auf dem System geladen werden können, ohne dass ein Einsatz externer Server notwendig ist. Weiterhin besteht nun die Möglichkeit, mehrere Konsolen / Engines an die gleichen Stageracks anzubinden, analoge Splits können entfallen. Alle Hardwarekomponenten der S6L-Oberflächen können nun im laufenden Betrieb aus der Software entkoppelt und im Hotplug-Verfahren getauscht werden.

Testbericht Avid Venue S6L

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Einen Testbericht über das Avid Venue S6L bietet PRODUCTION PARTNER hier online auf seiner Website.

Durch die Nutzung von AVB wird anstatt einer Punkt-Zu-Punkt-Verbindung (MADI) zwischen Hardwarekomponenten nun eine Netzwerk-Ringtopologie verwendet, die einen Signalabgriff an jeder beliebigen Stelle ermöglicht. Somit kann eine Recording-Anbindung von 128 Kanälen (64 In / 64 Out, aber auch 128 In oder 128 Out oder jeder Schritt dazwischen wie 126/2) nahtlos über Netzwerk erfolgen, eine Anbindung über HDx-Karten oder MADI-Karten ist nicht mehr nötig. Nun können diese Kanäle auch individuell pro Mischpultkanal geschaltet werden. Dennoch kann ein Virtueller Soundcheck sowohl über MADI, als auch über AVB erfolgen.

Keine Änderung gibt es jedoch im Latenzverhalten des Systems. Nach wie vor werden Input-Kanäle zueinander nicht kompensiert, lediglich die Laufzeit zu verschiedenen Bussen sowie Busse untereinander zum Mix werden kompensiert. Ebenfalls kann nach wie vor nur ein Systemtempo (BPM/ms.) über user/function keys (tap tempo) angegeben werden, somit kann systemweit nur eine Tap-Delay-Taktung erfolgen.

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Zudem bieten einige Hersteller keine AAX 64 Bit DSP-Version ihrer Plug-ins (z. B. Waves), diese können nicht mehr in gewohnter Art und Weise direkt auf dem System installiert werden und erfordern die Einbindung eines Waves Soundgrid-Servers. Es ist jedoch erkennbar, das immer mehr Hersteller ihre Plug-ins auch in diesem Format bereitstellen (z. B. Cranesong, Sonnox, MacDSP, Plug-in Alliance, Flux). Ab Werk ist das S6L Plug-in-Paket vorinstalliert, das alle zur Zeit von Avid verfügbaren AAX 64Bit DSP-Plug-ins enthält. Da Waves keine AAX DSP Plug-ins anbieten wird, bleibt nur der Schritt über einen externen Server oder der Wechsel auf andere Hersteller. Nach wie vor verfügt jeder Kanal über vier Plug-in-Insertpunkte und einen Hardware-Insert, dessen Position im Signalpfad nun frei gewählt werden kann. In der Bus-Konfiguration gibt es die statische Mono/Stereo-Festlegung nicht mehr. Hier wurde die (auch aus ProTools bekannte) Input-Strip-Funktion „Make Selected Mono Strips Stereo“ auf Ausgangsbusse adaptiert. Dies ermöglicht eine deutlich übersichtlichere Bus-Strukturierung. Im Bus-Setup kann für jeden Stereo-Mix individuell die Option „Follow Channel Pan“ gewählt werden. Ebenfalls neu und der Übersichtlichkeit äußerst dienlich ist die Farbgebung der Kanalzüge, die der Nutzer frei wählen kann.

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