ISDV äußert sich zu Aussagen von DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann

Freelancer = Scheinselbstständigkeit?

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ISDV Logo (Bild: ISDV )

Letzte Woche trafen sich Kanzlerin Merkel, die Minister Nahles, Schäuble, de Maiziere und Gabriel mit Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft, um über „Arbeiten 4.0, digitale Arbeit gestalten“ zu diskutieren. Unter anderem ging es dabei auch um den sich wandelnden Arbeitsmarkt. In einem ARD Interview mit dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann setzte dieser dann wörtlich Solo- und Scheinselbständigkeit gleich.

Die ISDV e.V. widerspricht DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann zu „Arbeiten 4.0, digitale Arbeit gestalten“.

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Stellungnahme des ISDV .e.V. vom 11. Juni 2015:

„Die ISDV e.V. widerspricht mit allem Nachdruck den Äußerungen des DGB-Vorsitzenden Hoffmann. Es kann nicht sein, dass in Deutschland über 2,5 Millionen Menschen ohne deren Beteiligung am Verfahren gerichtet wird und ihnen ihr Lebens- und Arbeitsstil aberkannt wird. Die Interessengemeinschaft der selbständigen DienstleisterInnen in der Veranstaltungsbranche e.V. repräsentiert alle Selbständigen dieser Branche, die zum größten Teil aus selbständigen Einzelunternehmern besteht. Man muss hier keinen neuen Begriff wie „Solo-Selbständige“ erfinden und diesen schon gar nicht mit dem existenzvernichtenden Ausdruck „Scheinselbständige“ gleichsetzen.

§2 des Grundgesetzes sichert uns Deutschen zu, unsere Arbeit frei zu wählen sowie die Art und Weise deren Ausübung. Es darf nicht sein, dass sich Selbständige in rechtsfreiem Raum bewegen, weil die Deutsche Rentenversicherung ohne verbindlichen Kriterienkatalog und in undurchsichtigen Verfahren beurteilt, ob jemand als selbständig einzustufen sei oder nicht.

Dass sich in Themen wie z.B. der sozialen Absicherung, Ruhestand und Verdienst etwas tun muss, ist offensichtlich. Darum kümmern sich bislang jedoch nur die Verbände der Selbständigen. Diese erhalten dabei von der Regierung keinerlei Rückendeckung. Wir werden nicht einmal angehört. Gewerkschaften und Arbeitgeber diskutieren über unsere Zukunft, ohne zu wissen wie unsere Welt aussieht. Das muss sofort aufhören!

Die wenigsten Einzelunternehmer der Veranstaltungsbranche sind Opfer von Arbeitgeberwillkür. Wir arbeiten selbständig, weil wir es wollen. Die Veranstaltungswirtschaft ist die drittgrößte Branche Europas gemäß letztjähriger EU-Studie „Wachstum schaffen – Märkte der Kultur- und Kreativwirtschaft in der EU“. Diese Branche lebt von Selbständigen. Das ist über Jahre gewachsen und tief in der Branche verwurzelt. Bei uns ist Arbeit 4.0 und Digitalisierung schon lange angekommen und vollzogen. Ohne Digitalisierung und das Einbeziehen der daraus resultierenden Änderungen in der Arbeitswelt, wäre unsere Branche nicht fähig, jeden Tag Höchstleistungen zu erbringen und sich den immer wechselnden Gegebenheiten anzupassen. Die Freizeit der Anderen basiert auf unserer Arbeit – der Arbeit der Selbständigen.

Die ISDV e.V. fordert die Vertreter der Bundesregierung dazu auf, sich der ISDV – den Verbänden der Selbständigen unterschiedlichster Branchen – an einen Tisch zu setzen und deren Seite zu hören, bevor die Existenz rücksichtslos und ignorant zerstört wird.“

 

Ein Interview mit ISDV-Vorständen Marcus Pohl und Merten Wagnitz findet ihr in der neuen Ausgabe 6/2015

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