Modulares Pultprinzip: Martin M6

Martin M6 im Test

Mit dem kraftvoll und selbstbewusst wirkenden Aufmacher „M6 – More than just a lighting console“ präsentiert der dänische Hersteller Martin Professional by Harman die aktuellste Version aus dem Portfolio seiner Lichtmaschinen. Bereits die technischen Eckdaten zeugen von ernstzunehmender Materie, und nicht zuletzt machten der innovative Weg der modularen Bauweise und die Ideen um das restliche „Drumherum“ die PRODUCTION PARTNER Redaktion bei einem praktischen Hands-on in Köln neugierig auf das, was in dem M6 steckt.

Martin M6

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Mit dem Launch der Maxxyz vor etwas mehr als zehn Jahren standen die Entwickler um die vorher sonst hauptsächlich auf die Herstellung von intelligenten Scheinwerfersystemen spezialisierte Firma Martin Professional quasi noch vor Neuland. Doch nur nach wenigen Jahren konsequenter Weiterentwicklung stellen bisweilen das gewonnene Vertrauen diverser Anwender der aktuellen M-Serie-Konsolen M1, M2Go, etc. unter Beweis, dass es sich hier um ernstzunehmende Produkte handelt. Die M6 hält neben den modularen Konfigurationsmöglichkeiten und diverser anderer Neuerungen auch noch einige kleine, aber feine zusätzliche Überraschungen bereit.

Martin M6 Console 02 DS
Insgesamt stehen die Anschlussmöglichkeiten für 4 × DMX Out, DMX In, 2 × Wing, Mic In, Line In L/R, Line Out L/R, MIDI In/Out/Thru, SMPTE In/Out, VITC In/Out (BNC), Art-Net, Max-Net, 6 × USB 2.0 und 2 × Display-Port mit einer maximalen Auflösung von 1920 × 1080 Bildpunkten zur Verfügung

Übersicht der Konsole

Das Auffälligste und ins Auge springende Merkmal der M6 mit den Maßen von 1058 × 204 × 668 mm (B/H/T) und einem Gewicht von 37,5 kg ist die neuartige modulare Bauweise, bei der die einzelnen Bedienelemente der Konsole in einzelnen Modulen aufgeteilt auf dem Gehäuse verschraubt angebracht sind. In der Grundausstattung befinden sich im oberen Arbeitsbereich der M6, welcher mittels einer hydraulischen Vorrichtung manuell in die gewünschte Position gekippt werden kann, zwei 15,6″ Brite Touch-Bildschirme mit einer Auflösung von 1376 × 768 Bildpunkten, die wegen ihrer immensen Helligkeit auch gerade bei Sonneneinfall noch klar und deutlich ablesbar sein sollen. Ein USB 2.0 Port und insbesondere die jeweils vier neuartigen frei mit Funktionen belegbaren „Fast Dial“-Encoder, mit deren Hilfe z. B. im Schnellzugriff Veränderungen von Fadezeiten vorgenommen werden können, sind allein durch ihre übersichtliche Lage, und dadurch auch speziell im Livebetrieb, ein Bedienelement, welches sich wie dafür gemacht im Touch-Bildschirm-Modul der M6 eingliedert.

In der Grundausstattung befinden sich im oberen Arbeitsbereich der M6, welcher mittels einer hydraulischen Vorrichtung manuell in die gewünschte Position gekippt werden kann, zwei 15,6" BriteTouch-Bildschirme, die wegen ihrer immensen Helligkeit auch gerade bei Sonneneinfall noch klar und deutlich ablesbar sein sollen
In der Grundausstattung befinden sich im oberen Arbeitsbereich der M6, welcher mittels einer hydraulischen Vorrichtung manuell in die gewünschte Position gekippt werden kann, zwei 15,6″ BriteTouch Bildschirme, die wegen ihrer immensen Helligkeit auch gerade bei Sonneneinfall noch klar und deutlich ablesbar sein sollen

 

Die werksseitig intern eingebauten Bildschirm-Module verfügen neben den Anschlüssen zur internen Verdrahtung ebenfalls über einen Anschluss für externe Netzteil-Versorgung und einen Display-Port. Somit lassen sich die internen Bildschirme, die zudem über die passenden Gewinde und Gewindeabstände für einen VESA-Mount verfügen, z. B. mit Hilfe eines Manfrotto Magic-Arms am Gehäuse der Konsole befestigt auch hervorragend als externe Touch-Bildschirme betreiben, was in diesem Falle wiederum Platz für neue Module schaffen würde. Eine weitere neue und recht pfiffige Variante sind die beiden an der Oberkante des oberen Arbeitsbereichs fest angebrachten und damit nicht entfernbaren Schwanenhals-Pultleuchten, womit bei der M6 dieses lästige Thema schon im Ansatz vom Tisch wäre. Zwischen den beiden Touch-Bildschirmen, die aus Gründen der besseren Ablesbarkeit um 180° gedreht eingebaut werden, befindet sich im Auslieferungszustand das „24 Submaster-Modul“, welches mit jeweils zwölf 60-mm-Fadern mit dazugehörigem Flashbuttons und zwölf weiteren voneinander unabhängigen Flashbuttons eine Vielzahl von Ablagemöglichkeiten zur Verfügung stellt.

Der untere rechte Arbeitsbereich der Konsole beherbergt zum einen das Programmier-Modul, welches neben einem numerischen Ziffernblock, einem Trackball, zwei Maustasten, den vier altbewährten „Fast Track“-Encodern und einer Master-Go-Sektion jetzt auch über ein Dimmer-Wheel in Form eines Encoders, und den Martin-typischen Elementen in Form eines 3,5″-Fast Touch-LCD-Displays und den zwölf Funktionstasten verfügt. Direkt daneben befindet sich das neuartige „Transition Module“, welches durch die geteilte „Live Blender TBar“ dominiert stark an eine Videoregie erinnert. Diese miteinander verbindbaren Regler können ebenso frei belegbar z. B. als A/B-Regler oder in Zukunft auch als maßgebliches Steuerelement von Medienservern genutzt werden. Des Weiteren bietet dieses Modul noch acht frei belegbare „Fast Blend“-RGB-Keys mit farbiger Hintergrundbeleuchtung, vier weitere „Fast Dial“-Encoder und ein weiteres „Fast Touch“-LCD-Display. Das noch fehlende Modul im unteren linken Arbeitsbereich ist mit den Playbackmastern ausgestattet, und bietet neben zehn jetzt motorisierten 80-mm-Fadern mit jeweils vier dazugehörigen Tastern (2 × Soft, 2 × Klick) weitere zehn Flashbuttons mit LCD-Display, fünf „Fast Keys“, eine weitere Master-Go-Sektion, Grandmaster und die Page Up/Down Auswahl. Der Clou an dieser modularen Bauweise besteht in der völlig neuen Art von Flexibilität, die sich der Anwender dadurch zu Nutze machen kann. Zum einen besteht die Möglichkeit, die Arbeitsoberfläche der Konsole durch die Neupositionierung von Modulen nahezu beliebig umzukonfigurieren, was vielleicht nicht nur für Linkshänder interessant sein könnte.

Zum anderen können Module problemlos gegen andere getauscht oder um weitere ergänzt werden, wenn z. B. schon im Vorfeld klar ist, dass mehr Fader benötigt werden, aber ein Bildschirm ausreichen würde. Diese zusätzlichen Module sind gesondert und in zwei Varianten erhältlich, wobei interne Module ausschließlich in der Konsole, und externe Module als Wing-Board betrieben werden können. An der vorderen Seite des Arbeitsbereichs befinden sich des Weiteren noch jeweils an der linken und der rechten Seite neben ein USB-3.0 Port und eine dreipolige female XLR-Buchse zum Anschluss weiterer optionaler Pultleuchten.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit der Konnektivität und dem Innenleben des Martin M6!

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